Abbildungen der Seite
PDF

halten hatten, rückten Infanterie und Kavallerie, gedeckt durch das Gebüsche, längs dem Ufer der Save, zwischen diesem und dem Damme vor, und fielen mit großem Ungestüm aufdas dort vor oer Palisadirung gestandene Piket des Infanterie-Regiments Pellegrini von ,oo Mann; welches, da es auf jener Seite nicht au» genblicklich unterstützt werden konnte, sich so tapfer vertheidigte, daß die Hälfte davon auf dem Platze blieb, ohne daß die andere Hälfte dem Feinde unterlegen wäre. Erst als ihr heldenmüthiger Führer, der Lieutenant Christian, verwundet war, zog der Rest des Pikets sich in guter Ordnung zurück. Die Türken wollten nun Feuer an die Palisaden des Dammes legen, wurden aber durch die Unterstützung, welche der Gen. Graf Wenkheim der Jüngere dem Piket zuführte, gänzlich in ihre Gesträuche zurückgetrieben. Während dies auf der Wasserseite des Dammes geschah, waren auch auf der andern Seite desselben, in dem Räume zwischen dem Damm« und der Dunawacz, drei starke Haufen, — denn so muß man ihre Vorrückung nennen/

— Spahi vorgedrungen, drückten alle unsere Feld««» chen zurück, und unterstützten ihren Angriff durch zwei,

— zum ersten Mal in solcher Gelegenheit mitgebrach» te, — Feldstücke. Der Gen. Wenkheim ließ diesen zwar von der Flesche des Dammes durch das Geschütz lebhaft zusetzen, und sandte die Rittmeister Grafen Rosenberg von Kinsky und Roltermund von Lobkowitz Chevaurlegers mit ihren Eskadronen zum Angriff vor. Doch trotz des Muthes unserer Reiterei dauerte das Gefecht noch eine kleine Weile mit gleichem Glücke, bis der Lieutenant Berg von Wurmser Husaren mit seinem Zuge dem Feinde lebhaft in den Rücken fiel; wor»

üstr. milit. geitlch. ,8,,,. lll. P

auf er auf der Stelle so in Unordnung gerieth, daß er schnell auseinander stob, sich hinter das Rohr und Gebüsch zurückzog, und seinen Schiffen zueilte. Wir verloren bei dieser Gelegenheit 52 Todte und 23 Pferde; blessirt wurden der Lieutenant Christian und iL Mann vom Feldwebel abwärts. Der Verlust des Feindes mußte um so stärker seyn, als das Kartätschenfeuer von der Schanze des Dammes manchen Türken niedergestreckt hatte.

Der Monat Juli war übrigens dem Gesundheitszustande der Hauptarmee noch um vieles gefährlicher als der vergangene Monat; indem am Ende des Monats bei 2o,«o<i Mann die Spitäler überfüllten. Die Ruhr hatte die Reihen mancher Bataillons so gelichtet, daß aus drei deutschen Grenadier-Bataillons kaum ein schwaches Bataillon zusammengesetzt werden konnte, und die sechs Eskadrons des Chevaurlegers - Regiments Modena kaum zwei Eskadrons bildeten. Auch war dieser unselige Zustand noch nicht im Abnehmen, obschon alles aufgeboten wurde, ihm zusteuern. Der Kaiser bereiste in Person alle Spitäler, um sich selbst von der Befolgung seiner Anordnungen zu überzeugen. Er ließ, ohne Rücksicht auf den Kostenaufwand, alle erdentli« che Mittel anwenden, um die Kranken jene Vorsorge zu ihrer Herstellung genießen zu lassen, die. so ganz in dem menschenfreundlichen Herzen dieses Monarchen ge« gründet war. Es wurde daher auch ein General zur Oberaufsicht der Spitäler ernannt, der seine Meldungen gerade an Seine Majestät den Kaiser zu richten hatte, und hierzu der Gen. Schmidfeld bestimmt. — (Die Fortsetzung folgt,)

II.

Der Feldzug des dritten deutschen Armeekorps in Flandern, im Jahre 1814.

<S ch l u ß.)

H)er Posten von Tournay war indessen auch nicht unthcitig geblieben. GL. von Thiel mann machte am 2». März eineRekognoszirung und große Fourragirung auf alt franzosischem Gebiete, in drei Kolonnen: i. nach Cheraing auf der Straße nach Lille, 2. nach Bouvi» nes, und 3. über Orchies nach Pont a marque. Di« erste und zweite Kolonne, zusammen aus 2 Bataillons, 2 Schwadronen und 4 Geschützen bestehend, unter dem Obersten Fürst von Schönburg und Major von Fran(ois, waren ziemlich lebhaft mit dem Feinde zusammen gerathen, und warfen die feindlichen Vorposten zurück, die von den Husaren bis in die Vorstadt Five vor Lille verfolgt wurden. Die Husaren, die vielleicht zu hitzig in der Verfolgung waren, verloren hier einige Pferde durch das Feuer des Wallgeschützes, und zogen sich auf den Haupttrupp zurück. Als diesen jedoch der Feind durch die aus der Festung kommende Verstärkung mit großer Überlegenheit angriff, zogen sich die erste und zweite Kolonne mit Ordnung und ungemeiner Bravheit bis Baisieux zurück. GL. von Thielmann mit der dritten Kolonne, bestehend auS 6i Bataillons, 2 Schwadronen und 9 Geschützen war auf unbedeutende Abtheilungen vom Feinde gestoßen,

und nahm am 22. März wieder die alt'' Stellung bei Tournay ein.

Die Besatzung von Antwerpen unternahm am 2». März einen Angriff, unterstützt durch bewaffnete Fahrzeuge, auf unsere Vorposten bei Rüpelmonde an der Schelde. Am 24. aber griff der Feind mit 20a Mann die Vorposten von Lier an, wurde jedoch jedes Mal mit Nachdruck zurückgewiesen.

Nach der Einnahme von St. Quentin erhielt das Korps des Obersten von Oeismar vom Gen. Bülow einen Sechspfünder der reitenden Artillerie, ergänzte die fehlende Bedienungsmannschaft durch Kosaken und sächsische Kavalleristen, und bediente sich dieses Geschützes bei seinen spätern Unternehmungen mit großem Vortheil. Es streifte sodann über Montdidier wieder vorwärts, allarmirte am 19. März von St. Just aus die Besatzung von Clermont, blieb aber sodann vom 2n. März an wieder bei Montdidier stehen. Den 23. März schlug es mehrere Relognoszirungen von bewaffneten Bauern zurück. Sie wiederholten am 24. März, 3ooo Mann stark, durch 6oo Mann regulärer Infanterie und Kavallerie unterstützt, auf der Straße von Amiens her, ihren Angriff, wurden jedoch unter Vereinst von vielen Tobten geschlagen und bis Moreuil verfolgt. Nur die Annäherung einer weit stärkern Kolonne, die von Clermont und Beauvais kam, und Montdidier besetzte, tonnte die erster« von der gänzlichen Vernichtung retten. Aber auch dieser nahm der Oberst einige Gefangene ab, und zog sich alsdann, von mehreren Seiten beunruhigt, während der Nacht nach Rone zurück, wo er einige Tage stehen blieb. Im Dorfe Pouch vir« war wahrend des Rückzuges eine seine» Patrullen angegriffen worden, weshalb der Oberst von Geisniar das Haus des Maire verbrennen und alle Bewaffnete niedermachen ließ.

[graphic]

Unsere bisherigen Bewegungen hatten den Feind wahrscheinlich zu dem Glauben verleitet, daß die Belagerung von Maubeuge ernstlich fortgeführt werden würde, und das deßhalb dort nochwendig gewordene Zusammenziehen stärkerer Truppenmassen eine dauernde Schwächung unseres rechten Flügels nach sich ziehen müsse. Dem Gen. Maison schien daher dieser Augenblick zur Ausführung des ihm früher mißglückten Planes günstig, sich milder Garnison von Antwerpen in eine ernste und erfolgreiche Verbindung zu setzen. Er verdrängte den Major von Hellwig am 25. März aus Menin, und besetzte sogar Courtray; indem man durch gleichzeitige Ausfälle von Conde und durch Bewegungen von Antwerpen gegen Gent unsere Aufmerksamkeit zu theilen suchte. — Courtray räumte der Gen. Maison zwar am 26. März mit seinem aus 7000 Mann Infanterie, 800 Pferden und ig Artilleriestücken bestehenden Korps, überfiel aber den Obersten Bychalow in Gent, nahm einen Theil des daselbst errichteten belgischen Bataillons gefangen, und schob starte Posten gegen St. Nicolas, Waesmünster, und auf der Straße nach Al o st vor. GL. von Thielmann beschloß, ihm den Rückzug abzuschneiden, und besetzte Courtray mit 7 Bataillons, 4 Schwadronen und i3 Artilleriestücken, ungefähr 5c»oc» Mann stark. Da er jedoch zur Sicherung von Tournay den Oberst von Egloffstein mir einer verhältnißmäßigen Besatzung von 5 Bataillons der Anhalt-Thüringischen Division und 5 Kanonen zurückgelassen hatte, so fand er sich immer

« ZurückWeiter »