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Nachstehende Tafel gibt das Totalgewicht der vollständig ausgerüsteten Geschütze, und ihre Bespannung an.""

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Noch handelt es sich um einen Maßstab zur Vergleichui'g der Beweglichkeit der angeführten Geschützgattungen. Es wird Niemand beifallen, diesen Maßstab vom schweren Lastfuhrwesen, welches i5 Zentner und mehr auf jedes Pferd rechnet, zu entlehnen. Ja ein solcher Maßstab darf selbst nicht bei den Artille. riereserve-Fuhrwerken angelegt werden. Die durch for« cirte Marsche bei fehlender Fourrage, durch das Bivaquiren herabgekommenen Pferde, elende Straßen, schnelles Fahren über nasse Ackerfelder, bedingen ein

") Nei dem Kavallcriegeschütz ist die auf der Wurst sitzende Mannschaft mir üäa.Pfuude» eingerechnet.

ganz anderes Verhältniß, zu welchem nur die Erfahrung im Kriege führen kann.

Eine solche Erfahrung bietet der östreichische ordinäre Sechspfünder dar. Der vielfällige Gebrauch/ welchen die östreichische Artillerie von diesem trefflichen Kaliber in allen Gegenden zu allen Jahreszeiten gemacht hat, setzen die Zweckmäßigkeit der Bespannung außer Zweifel. Wir wollen daher diesen Kaliber/ bei welchem 5oo Pfunde für i Pferd gerechnet sind, für das Feldgeschütz zum Grunde legen. Nimmt man das oben angegebene Bespannungsverhältniß als richtig an, so folgt, daß beim Dreipfünder 55o Pfunde, beim Zwölfpfünder aber 45o Pfunde auf i Pferd Zuglast genommen werden muffen, wenn alle drei Kaliber einen gleichen Grad der Beweglichkeit haben sollen. Vergleicht man die so eben angegebenen Zahlen mit denen in der Tafel enthaltenen, so geht hervor, daß sowohl der Dreipfünder, als auch der Zwölfpfünder bedeutend weniger Beweglichkeit als der Sechspfünder besitze. Die sechspfündigen Fußbatterien eignen sich daher am vorzüglichsten zur Eintheilung bei allen Gattungen der Infanterie, und darum legt auch die östreichische Artillerie einen so hohen Werth auf diese Barteriegattung. Aus der Last von H5o Pfunden, welche i Pferd beim Kavalleriegeschütz zu ziehen hat, ist es ferner ersichtlich, daß das Kavalleriegeschütz Kraft genug habe, nicht allein schnelle, sondern auch ausdauernde Bewegungen zu vollbringen. Gen. Schar»« Horst erwähnt zwar im zwei«» Bande seines Handbuches, daß im letzten Kriege die östreichische» Kavalleriegeschütze in gepflügten Äcker», hohem Getreide, auf thonigen, nassen und i» «Landwegen, bei de» schnellen Bewegungen der Kavallerie zurückgeblieben seyen ; doch muß hier bemerkt werden, daß in jener Zeit die Kavallerie»Haubitzen nur mit 4 Pferden bespannt waren. Übrigens dürfte dieser Ubelstand auch wohl anderen Ar« tillerien schon begegnet feyn.

Was endlich die Lenkbarkeit anbelangt, so be» trägt der Lenkungswinkel bei den ordinären Geschützen gegen 6o, bei den Kaualleriegeschützen aber nur gegen 4« Grade. Es besitzt mithin das ordinäre Geschütz eine bedeutend größere Lenkbarkeit als das Kavalleriegeschütz.'

Von der Beweglichkeit der Geschütze hängt jene der Batterien aber nur in dem Falle ab, wenn die Ge> schütze so viel Munizion auf der Protze führen, um unabhängig von ihren Munizionswagen in das Gefecht gehen zu können. In der östreichischen Artillerie findet dieses nur beim Kavalleriegeschütze Statt, wo der SechspfünderöH, und die siebenpfündige Haubitze 27 Schüsse, theils in der Wurst, theils auf den Packpferden, bei sich führt. Bei den ordinären Geschützen ist die auf der Protze befindliche Munizionsmenge viel zu klein, um die Munizionswagen entbehren zu können. Es wird mithin die Beweglichkeit dieser Batterien durch jene der Munizionskarren mitbedingt.

Nachstehende Tafel gibt das Totalgewicht des vollständig ausgerüsteten Munizionskarrens, ohne Fourrage, und die Bespannung an.

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Aus dieser Tafel istelsichtlich, daß alle Munizionskarren, mir, Ausnahme jener des Kavalleriegeschützes, stark belastet sind, und daß die Beweglichkeit des Muni« zionskarrens beim Sechspfünder und der siebenpfündigen Haubitze weit unter jener des Geschützes sey.

Man darf übrigens nicht einwenden, daß die et» was größern Vorderräder die Beweglichkeit des vierspännigen Munizionskarrens begünstigen. Dieser Vortheil der höhern Räder wird durch den Umstand, daß ein beträchtlicher Theil der Fourrage auf den Munizionskarren fortgebracht werden muß, wieder aufgehoben. Aber eben dieser höhern Vorderräder wegen ist auch die Lenkbarkeit der vierspännige» Muni^ionskarren so gering. Dieses, verbunden mit dem Umstande,^aß die Entfernung der beiden Achsen um2'/<Schuhegrößerals bei den zwnspännigen Karren ist, verursacht die größere Beschwerlichkeit in der Fortbringung der vierspännigen Fuhrwerke, besonders auf Gebirgsstraßen mit gähen Wendungen.

Kommt es also darauf an, die Brauchbarkeit einer Straße für eine Geschütztolonne zu beurtheilen, so muß man hierbei ganz vorzüglich auf die Munizionskarren Rücksicht nehmen; und dieses um so mehr, da die Geschütze so manche Hilfsmittel zur Überwindung der Ter, ränschwierigkeiten besitzen, welche den Munizionskarren gänzlich fehlen; z. B. Abprotzen, Anwendung des Schleppseils; u.s. w. — Alles dieses findet bei den großen Zügen der Reserve-Munizions-Fuhrwerke im vermehrten Maße Statt; denn bei diesen Fuhrwerken werden bei den zweispännigen 8, bei den vierspännigen 7Zentner auf i Pferd gerechnet. —

Nach der Beweglichkeit kommt die Schnellig' keit des Feuers zur Sprache. Je größer die Schnelligkeit des Feuers, bei übrigens gleichen Umständen, seyn kann, desto großer ist nothwendig die mechanische und moralische Wirkung des Geschützes. Das größere Gewicht der Patrone, die längere Wischelstange, das beschwerlichere Vorbringen des Geschützes nach demSchus» se, besonders im aufgeweichten Boden, bewirken bei den verschiedenen Kalibern auch einen bedeutenden Unterschied in der Schnelligkeit des Feuers. Die Schnelligkeit des Feuers ist bei der Haubitze am kleinsten, da die Patron« von der Granate getrennt ist, mithin gleichsam ein doppeltes Laden entsteht.

Man kann annehmen, daß im Allgemeinen, bei guteingeübten Leuten, beim Dreipfünder5, beim Sechspfünder 4, beim Zwölfpfünder 3, und bei der sieben^

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