Abbildungen der Seite
PDF

Linie. Maha Bundulah beschäftigte sich vorzüglich damit/ die Truppen seines Tags zuvor geschlagenen linken Flü< gels wieder zu sammeln und zu ordnen. —

Am 7. ließ Gen. Campbell die Stellung des feinde lichen Centrums mit schwerem Geschütze auf das lebhafteste beschießen. Dieses Feuer wurde von den Birmanen thätigst beantwortet. Unterdessen bildeten sich vier Angriffskolonnen, welche zusammen ,5on Mann zahlten, und von den Obersten und Obersilieuienants Maltet, Brodle und Parlby und Kapitän Wilson angeführt wurden. Von der Pagode aus, rückten sie, als das Feuer der Artillerie inne hielt, gegen den verschanzten Hügel, auf dem das Centrum de3 feindlichen Heeres lagerte: Oberstlieutenannt Mallet links gegen die rechte Flanke desselben; Oberst Brodie rechts gegen die linke Flanke; Oberstlieut. Parlby und Kapitän Wilson mitzweiKolonnen in der Mitte, zu beiden Seiten des Sees. Der Feind empfing die Kolonnen mit heftigem Feuer. Doch diese rückten unaufhaltsam vor, erstiegen den Hügel von mehreren Seiten in wenigen Minuten, und bemächtigten sich desselben. Die Feinde retteten sich aus ihren Schanzen durch eiligste Flucht nach den nahen Wäldern. Ein Theil zog sich auf dem Wege gegen K y» tluh zurück. Aber die Engländer konnten sie nicht verfolgen , da sie durch die Anstrengungen der letzten Woche ganz erschöpft waren. — Hier lagen viele durch das englische Granatfeuer getödtete Birmanen. Doch waren die meisten derselben jeden Tag begraben worden, um den Muth der übrigen nicht durch den traurigen Anblick der Leichen zu erschüttern. Die am 7^ Gefallenen wurden von den Flüchtigen mit fort in di« Wälder geschleppt. Der Verlust der Engländer vom i. bis 7. Dezember belief sich auf 224 Mann; — je» ner der Birmanen wurde auf 5ooo geschätzt. Auch in den am 7. eistürmten Schanzen waren alle Kanonen, die ganze Munizion und viele Waffen den Engländern in die Hände gefallen. -"»

Am 6. Dezember machte der Feind seinen letzten Angriff mit größter Wuth auf Kemundine. Er wur» de aber wieder zurückgeschlagen, räumte seine Verschan» zungen, und zog sich zurück. —

Noch hielten die Birmanen ihre Verschanzungen in der Insel Dalla besetzt. Aber in der Nacht auf den 10. Dezember ging der Oberstlieutenant Parlby mit einem Theile des 6g. königlichen, und einigen Seapoys von» 43. Madraser Regiment« über den Fluß, überrumpelte die Birmanen in ihren Verschanzungen, und entriß denselben diese Werke. —

Die Engländer vermutheten nun, daß die Zerstreuung der birmanischen Streitkräfte vollkommen sey, und dieselben in größter Eile ihren Rückzug fortsetzen würden. Aber nach «in Paar Tagen erhielten sie Kunde, daß Maha Bundulah einen Theil seiner Armee, — angeblich 2o,ooc> Mann, — wieder gesammelt hatte, und einen zweiten Angriff auf die Stellung bet Ranguhn auszuführen dachte. Die Birmanen hatten die Verpfädung beiKogien bedeutend erweitert und verstärkt, und sich dort in großer Stärke versammelt. Die Anführer hatten mit einigen nach Ranguhn zurückgekehrten Einwohnern den Plan verabredet, daß sie in der Nacht vom 14. Dezember die Stadt in Brand stecken sollten; worauf die birmanische Armee die da» durch entstehende Verwirrung benützen, durch dieVer» pfählung eindringen, und alle Magazine der Englän»

Üst». mili». g«i«fch. >Ul. III. M

der zerstören wollte. DiescrPlan wurde auch zum Theil ausgeführt, indem in der Nacht des 14. Dezembers mehrere Häuser in verschiedenen Theilen der Stadt an-» gezündet wurden, und in kurzer Zeit die Hauptstraße niedergebrannt war. Glücklicher Weise ließ der Wind nach, und so wurde das Feuer gelöscht, ehe es noch bedeutenden Schaden an den Magazinen, die in einem vom Feuer verschonten Stadttheile lagen, anrichten konnte. —

Am folgenden Tage (,5. Dezember) wurde die Disvosizion zum Angriff auf die feindliche Stellung bei Kogien entworfen. Sie lag zwei Meilen von der Pagode, an dem Wege von Kykliih. Vor ihrer Fronte breitete sich ein Sumpf aus; die Flanken und der Rückzugsweg waren durch dichtes Gebüsch gedeckt. Doch war «s möglich, die Straße nach Kykluh durch einen Umweg über Ioazong zu erreichen. Eine Kolonne von6«c» Mann, vom Brigade«General W. Cotton geführt, und aus dem i3. leichten Infanterie-Regimente, einigen Scharen Seapoys, und einer Abtheilung der Gouverneurs-Garde bestehend, sollte auf diesem Wege in den Rücken von Kogien marschiren. Dort angekommen, würde der General durch ein Feuersignal die zweite Kolonne hiervon verständigen. Mit dieser rückte Gen. Campbell auf dem geraden Wege gegen die Fronte des Feindes vor. Sie bestand aus Abtheilungen der königlichen Regimenter 26, 4» und 89, und des Madraser europäischen Regiments, dann einigen Seapoys, zusammen Loo Mann, mit einer Abtheilung der Leibgarde und Artillerie. Die übrigen Truppen blieben in der Stellung zurück, um Ranguhn gegen jede, vom Feinde vielleicht versucht», Überraschung zu schützen.

Gen. Campbell langte auf dem schmalen, durch dichte Walder führenden Fußpfade vor der feindlichen Stellung an. Er fand dieselbe wohl gewählt, und die Befestigung gut ausgeführt. Die Hauptwerke bestanden in zwei, auf Anhöhen gebauten, starten Verpfäh» lungen. Der Zwischenraum derselben war von sechs run» den Schanzen ausgefüllt, welche mit breiten und tie« fen Graben, auswärts derselben noch mit Verhauen umgeben, und mit Vertheidigern angefüllt waren. Alle diese Werke hatten die Birmanen binnen vierzehn Tagen zu Stande gebracht. Gen. Campbell beschloß, den Angriff auf die beiden an den Flanken liegenden Ver» pfählungen durch zwei Kolonnen ausführen zu lassen: die eine Kolonne, Major Evans mit dem 36. Regimentlinks, Oberstlieutenant Mit es mit dem 89. Re« gimente rechts. Jede Kolonne sollte unter der ihr zum Angriff bestimmten Verpfädung sich gedeckt aufstellen, und so das Zeichen zum Sturme erwarten.

Gen. Cotton war unterdessen im Rücken des Feindes angekommen, griff mit dem i3. leichten Regiment« an, und war dabei dem Feuer der ganzen Artillerie ausgesetzt. Dieses, nu> 220 MaNn starke. Reg,'« ment zählte 3 tobte, 7 verwundete Offiziere (unter den Letzteren auch den Major Säle), und 70 Mann todt oder verwundet. Doch die noch übrigen Soldaten dieses Regiments drangen entschlossen durch die Verschan» zungen und in die linke Verpfählung. Zu gleicher Zeit erstieg Major Evans mit dem 38. Regiment auf Lei» lern dieses Werk von der andern Seite, schnitt den Birmanen den Rückzug ab, und machte viele derselben mit dem Bajonette nieder. Auch die Kolonne des Oberst, lieutenant Miles, oder das Lg. Regiment, nahm

die rechte Verpfahlung mit Sturm. Binnen zwanzig Minuten war das 25,ooo Mann starke feindliche Heer von der geringen Zahl Englander geschlagen und zerstreut, hatte viele Todte und 25«o Musketen auf dem Kampfplatze gelassen. — In der Fläche hatte die Gouverneurs-Leibgarde, unter dem Lieutenant Archbold, «ine Truppe Cassayscher Reiter und Fußvolk, welche sich in Linie gestellt, und den Angriff der englischen Reiterei erwartet hatte, geworfen. Auf dem Flusse hatten die Schaluppen der Kriegsschiffe und die Kanonenboote , vom Lieutenant Kellet angeführt, eine Menge mit Munizion beladener feindlicher Schiffe verfolgt und genommen.

Der Verlust der Engländer in diesem Gefechte betrug nicht mehr als »6 Offiziere und 1,40 Mann an Tobten und Verwundeten. Maha Silva hatte die birmanischen Truppen befehligt. Er hatte um so größeres Vertrauen in die Festigkeit seiner Stellung genährt, als am nämlichen Morgen der Oberfeldherr Bundulab die Befestigungen besichtigt, und erklärt hatte, daß die englischen Truppen nicht im Stande wären, dieselben einzunehmen. Doch jetzt war Bundulah selbst von der Nichtigkeit seiner Hoffnungen so sehr überzeugt worden, daß er mit^ooo Mann von Tad aghih, bei welchem Dorf« er eine Verpfahlung angelegt hatte, sich zurückzog-, und nicht eheranhielt, als bis erDenobiuh erreicht hatte; wo er sein Heer wieder zu sammeln begann. Maha Silva floh mit 2000 Mann, die es ihm noch zusammenzubringen gelang, nach Mopie; wo er stehen blieb. An den Flüssen Lyne und Panlang wurden- ebenfalls Abtheilungen aufgestellt. Alle übrigen Truppen dieser so zahlreichen Armee, welche die birmanisch»

« ZurückWeiter »