Abbildungen der Seite
PDF

l

Der Krieg der Engländer gegen die Birmanen, in den Jahren 1824 bis 1826.

Zweiter Abschnitt.

Zeitraum vom Anfang August bis Ende 1824. E/oberung von Syriam am 6. August. — Große Rüstun» gen der Birmanen zum Angriff auf die englische St»Uung bei Ranguhn. — Gefechte in Dalla, im August und Sep» tember. — Expedizion nach Tavoy und Mergui—Angriff der Virmanen auf die Pagode bei Ranguhn am 27. — 28. August. — Neues englische« Heer, welches nachArakan, Ava, Munipuhr und Assam, unter Gen. Morrison, vpe» liren soll. — Gefechte bei Kykluh im Oktober. — Erve» dizion Nach Martaban und Zeh. — Aufstellung der birma» nischen Hauptmacht unter Maha Vundulah bei Denobiuh, im November.— Expedizion nach der Stadt Pegu. — An» griffe des birmanischen Heeres auf die englische Stellung bei Ranguhn, vom 1. bis 8. Dezember. — Vertreibung der Birmanen aus der Insel Dalla, am 10. Dezember.

— Eroberung der birmanischen Stellung bei Kogien am ;5. Dezember. — Rüstungen der Engländer zur Ergreifung der Offensive im nächsten Feldzuge. —

Vyriam, am linken Ufer des Flusses Pegu, ober« halb seines Einflusses in den Nanguhn, ungefähr fünf englische Meilen von der Stadt Ranguhn entfernt,

— einst eine bedeutende Handelsstadt und portugiesisch« Faktorei, nunmehr schon langst zu einem Dorf« herab» gesunken, — war doch, als ein militärischer Posten, von einiger Wichtigkeit. Ein altes, auf der Anhöhe liegen« des, gemauertes Fort beherrschte das Ufer und den Landungsplatz. Die Flache der Kyk-kyk« Pagode, auf einem Hügel zwei englische Meilen landeinwärts gelegen, war ein anderer starker Haltpunkt für die birmanischen Streifparteien, welche ausgesendet wurden, die englischen Boote in ihrer Fahrt auf dem Flusse zu hindern. Die Birmanen hatten bald nach der Ankunft der Engländer diesen Posten besetzt. Sie waren zwar daraus vertrieben worden; aber man wollte nicht eine kleine Besatzung dorr lassen, die keine Unterstützung erhalten lonnle. Eine stärkere Truppe dahin zu legen, erlaubte die Schwache der Armee nicht. Die Birmanen hcktten sich also dorr bald wieder eingefunden, und den Punkt in Vertheidigungsstand gesetzt. Die sehr hohen Wälle wurden ausgebessert und mit Schießscharten versehen. Auf der schwächsten Seite wurde ein Pfahlwerk errichtet; einige Kanonen wurden aufgeführt, und «ine Brücke, welche über eine längs der Flußseite hinlaufende Schlucht führte, wurde zerstört. Gen. Campbell ließ den Brigadier Smelt mit einem Theile des königlichen 41. Regiments,, dem Madraser europäischen, nnd dem i2. Seapoys-Regimente auf der Flottille einschiffen. Diese ging am 6. August neben dem Fort vor Anker, und die Truppen führten ihre Landung aus. Als sie dem Fort näher rückten, wurde auf dieselben von den Birmanen ein lebhaftes Kanonen- und Gewehrfeuer unterhalten, u,td ein tiefer, breiter Bach hielt sie im Vordringen auf, bis englische Matrosen, welche den Zug begleiteten, über denselben eine Brücke geschlagen hatten. Der Wall wurde erstiegen; die Besatzung des Forts entfloh, und überließ den Engländern L Kanonen und """ i5d "^"

bedeutende Muüizionsvorrathe. Nu» wurde die Pagode ebenfalls, nach kurzem Widerstände und mit sehr ge« vingem Verluste, erobert. — .. :.

Um diese Zeit erhielt Mengih Mah« Buüdulah den Auftrag, mit seiner 17,000 Mann zählen« den Armee von der östlichen Grenze Bengalens, wo er bekanntlich am 17. Mai 1L24 in dem Gefechte bei Ramuh Vortheile erfochten, abzumarschiren, und das eng« lisch« 'Heer bei Ranguhn aufzureiben. Er lagerte sich beiDenobiuh am Irawaddy, befestigte seine Stellung, sammelte immer mehr Truppen, und erwartete die Zeit, wo die Überschwemmungen abstießen würden, um gegen Ranguhn hinabzuziehen, und die englische Stellung anzugreifen. — Eine zweite A>,me« wurde bei Tantabein, fünfundzwanzig englische Meilen aufwärts am Lyne-Flusse, zusammengezogen, und de^ ren Kommando dem Kii°Wunghi übertragen. Auf der Straße nach Pegu, bei Kykluh und Coghih, stellte sich der alte Raiwhun von Ranguhn mit 2000 Mann auf, um den größten Theil der ausgewanderten Ein» wohner von Ranguhn zu bewachen. Der Ort Panlang wurde befestigt, und an dem Ufer des gleichnamigen Flusses waren an mehreren Punkten Verschan» zungen angelegt nlorden. Der Prinz von Sarawaddy, Bruder des Königs, führte die Oberaufsicht über alle diese Operazionen.

Die birmanische Regierung hatte jede fernere Un» terhandlung mit Gen. Campbell vermieden. Die englische Armee hatte auch bisher noch gar keine Verbindung mit den Einwohnern anknüpfen können; den» in Ranguhn befanden sich noch immer kaum zweihundert Ein« geborne, und tiefe waren meist Bediente fremderKaufleul«. Am 7. August kamen einige Birmanen von Dalla herüber, und zeigten an, daß in einem Dorfe zwanzig Meilen aufwärts am Dalla-Flusse sich zwei Parteien gebildet hätten, deren Eine sich den Englandern unter» werfen wolle, aber von der andern unterdrückt werde. Die erster« Partei bat um englische Unterstützung, und versicherte, daß dieselbe leinen Widerstand finden würde, indem keine birmanischen Truppen auf jener Seite standen. Der Wunsch, endlich mit einem Theile der Bevölkerung in ein freundschaftliches Verhältnis) zu kommen, bewdg den Gen. Campbell, 2oo Europäer und eben so viele Seapoys zu bestimmen, mit welchen sich am nächsten Morgen der Oberstlieutenant Hastings Kelly auf Ruderbooten nach jenem Dorfe begeben sollte. Kaum hatten dieselben zwei Meilen auf dem Flusse Dalla zurückgelegt, als sie bei einer plötzlichen Wendung der Ufer, in der Entfernung von einigen hundert Schritten, ein Pfahlwerk vor sich liegen sahen. Nun war es klar, daß die verrätherischen Noten den Gen. Campbell nur mit jener Nachricht getäuscht, und allein gesucht hatten, «ine Anzahl Engländer in den Hinterhalt zu locken. Die Feinde beschossen die vordersten Schiffe mit Kartätschen. Doch diese wurden durch die steigende Fluth vorwärts getragen, und führten die Landung nur dreißig Schritte von dem Pfahlwerk aus. Die Soldaten mußten dabei aber bis an den halben Leib durch Wasser und Morast waten, indeß eine zweite, bisher durch das Gesträuch verdeckte. Verschanzung ein heftiges Feuer begann. Ehe es den Engländern gelang, die feindlichen Werte zu ersteigen, waren denselben bereits 3 Offiziere und 5o Mann theils getödtet, theils verwundet worden. In der Verpfählung wurde ein einziger verwun«

[graphic]
« ZurückWeiter »