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dessen befahl nun FZM. Clerfayt, daß, wegen der nahe bevorstehenden Ablösung des Auriliarkorps durch preußische Truppen, der FML. Werneck sich auf leinen Fall mehr in eine weiter führende Unternehmung ver» wickeln, sondern nur die Alliirten auf dem linken Ufer der Emms, zur Verteidigung von Bentheim, auf die früher beschlossene Art unterstützen solle. FML. Brugia ch tadelte die Ausbreitung der Truppen bis nach Münster, und befahl, daß Werneck dieselben bei Coesfeld und Düllmen zusammenziehen solle, und FZM. Clerfayt bestättigte am 5. März diese Anordnungen, weil dadurch der Angriff in die rechte Flanke eines nach Bentheim vordringenden Feindes leichter, ass von dem mehr rückwärts gelegenen Münster ausgeführt, — auch die Verbindung mit FML. Brugglach sicherer unterhalten werden tonnte. Dagegen forderte am 5. März der Gen, d. Kav. Graf Wallmoden den FML. Werneck noch in zwei Schreiben zu einer schnellen und kräftigen Flankenoperazion auf; die jedoch durch die, dem Oberfeldherrn damals noch nicht bekannte, rückgängige Bewegung des Feindes von selbst überflüssig geworden war. -^ Gen. Moreau ließ seine Vorhut sich immer wei« tergegen dieEmms vorbewegen, die Divisionen der Nordund der Maas- und der Sambre-Armee, welche von Pichegru zur Vorrückung in die Grafschaft Bentheim bestimmt worden, über die Vssel gehen, und sie sehr gedrängte Kantonnirungen hinter seiner Vorpostenlinie, in der Gegend von Enschede und Oldensaal beziehen. Nach üen den alliirten Generalen zugekommenen Nachrichten befanden sich am Abend des 4. März in Oldensaal 5ooo, in Poppenbrücke Hoon Franzosen. Auch Octmarsum war sehr stark besetzt. Am 5, März Nachmit.tags kamen 5ooa Franzosen mit >o Kanonen in Enschede an, und entsendeten loonMann nach Altstädte. Es hieß, sie Härten Befehl, am Morgen des 6. März Bentheim anzugreifen. Gildehaus wollte der Feind noch am 5. Nachmittags besetzen, und hätte beinahe die eben dort wieder einrückenden Braunschweiger überrascht. Er wurde aber durch das Feuer der hannöoeri« schen reitenden Artillerie zurückgetrieben. —

In Folge der neuerdings erhaltenen Befehle schickte FML. Baron Werneck am 6. März i Bataillon, 2 Eskadrons nach Nordwolde und Altenberg, i Bataillon, 2 Eskadrons nach Düllmen. Alle übrigen Truppen seines Korps wurden zum Marschein Bereitschaft gehalten. FML. Werneck selbst ging nach Horst mar, Mettelen und Schoppingen ab, um diese Gegenden zu rekognosziren, und mit Gen. Scheither die nothige Verabredung über die künftigen Operazionen zu treffen. FML. Brugglach hatte noch am 5.März, zu Wernecks Unterstützung, i Bataillon von Dorsten nach Coesfeld geschickt. Am 6. beorderte er 2 in Merle stehende Eskadrons, sich in Bereitschaft zu halten, um im Falle des Bedarfs sogleich über Helleren und Düllmen nach Coesfeld zu eilen. — In den nächsten Tagen traf FML. Brugglach bereits die An» stalten zur Zurückschaffung der Reseroemunizion, und zur Verpflegung seiner an den Rhein zu marschiren bestimmten Truppen. — Der FML. Werneck meldete am 7. März: „er habe sich durch die ausgeführte Retognoszirung überzeugt, daß eine Unternehmung in die rechte Flanke des gegen Bentheim vorrückenden Feindes, wegen der sehr schlechten und durch die immerwährenden Regengüsse ganz verderbten Straßen, un

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— 2yl)""" ausführbar sey. Er müsse sich daher darauf beschränken, i) so viele Posten der Hannoveraner zu übernehmen, daß dieselben mit ihren dadurch ersvanen Truppen die übrigen Punkte ihrer Linie um so stärker besetzen tonnten; 2) die Stellung bei Schöppingen zu vertheidigen, über welchen Ort die Straße von Orot nach Münster führt." —

Damals erhielt FML. Baron Brugglach auch Berichte von dem Gen. Petrasch, der zu Borcum, lm Centrum der Linie des Auxiliarkorps, und von dem Gen. Davidovich, welcher zu Ringelberg auf dem linken Flügel desselben aufgestellt war. Es ging aus denselben hervor, daß der Feind auf allen Punk« ten mit vielen Truppen und Geschütz der Stellung nahe, auch in der Gegend von Wesel und Nees mit einem Rheinübergange drohe, seine Vorposten vorschiebe, durch häufige Patrullen und Rekognoszirungen die kaiserliche Linie beunruhige. — Beide Generale verlangten dring«nd Verstärkung, die Brugglach ihnen nicht geben konnte, da auch auf dem rechten Flügel die Gefahl mit jedem Tage wuchs. —

Die Engländer zogen am 7. März ihren linken Flügel mehr rechts, indem GL. Abercromby Lingen verließ, und auf Meppen hinabmarjchirte. Die dadurch entstandene Lücke auszufüllen, wurden sogleich der hannoverische Gen. B 0 thmer mit 2 Bataillons, 2 Reiter-Regi-mentern und 1 Eskadron in Lingen, der Prinz Adolph mit der hannoverischen Fußgarde in Pppenbüren aufgestellt. — Gen. d. Kav. Graf Wallmoden ließ die am 1. März von der Brigade ScheitHer zu einer andern Bestimmung abgerufenen 2 Infanterie-Regimenter und » Eskadron am 7. März wieder, von Rheine, zu ihrer Brigade auf Ochtrupp zurückmarschiren, worauf Gen. Scheither am 8. März seine Vorpostenlinie starker besetzen tonnte. Dem Gen. Bothmer wurden i Infanterie-, 2 Reiter-Regimenter und 1 Eskadron Hessen zur Verstärkung geschickt, und nach Lingen, Bramsche, Bawinkel und Fürstenau vertheilt.

Am 8. März besetzten die Franzosen Nordhorn sehr stark, und brachen die auf dem rechten Arm der Vechte bestandene Brücke ab. Am n. besetzten sie Den ne?am. Gen. Ried esel wurde dadurch in Besorgnis) eines plötzlichen feindlichen Anfalles gesetzt, und bog den rechten Flügel seiner Vorpostenlinie mehr gegen die Vechte zurück. Sie ging jetzt von Gildehaus über Wengsel, bis gegen Brandlecht. Auch ein Theil der Unterstützungstruppen wurde näher an die Linie gezogen. — Am 1«. März überfielen die Franzosen die Pikets an der Dinkel zu Springbill, Losser und P op penbrücke, verjagten dieselben, und drangen dießseits des Flusses weiter vor. Als Oberst Wurmb mit den Unterstützungstruppen von Gildehaus vorrück, te, zogen sich die Franzosen wieder bis an die Dinkel zurück, und nahmen an der Poppenbrücke ihre Stellung , die sie verschanzten und mit Geschütz versahen. Nun zog Gen. Riedesel die an der Dinkel gestandenen Vorposten seines linken Flügels näher an Gildehaus, und auf dem rechten Flügel von Brandlecht nach N letz erlöge zurück. — Die Franzosen waren nun Meister der Dinkel bis Gronau, welcher Posten aber, so wie Gildehaus, aus der Linie vorsprang, und leicht abgeschnitten werden konnte. Da die Gefahr für Bentheim mit jedem Lage größer wurde, so forderte der

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Gen. d. Kav. Graf Wallmoden am 9. März den FML. Werneck auf, die Bewegung in die feindliche rechte Flanke jetzt schon auszuführen. Dieser General durfte aber, — ohne hierzu einen neuen und ausdrücklichen Befehl von FML. Brugglach, als dem Kommandanten des ganzen Auriliarkorps, erhalten zu haben, — diesen Flankenangriff nur in dem Falle ausführen, wenn der Feind wirklich auf Bentheim vordrang. Ohnehin mußte seine Bestimmung nächster Tagen durch die bevorstehende Ankunft der Preußen ganz geändert werden. Vom 27. Februar bis 3. März waren schon zwei preußische Infanterie-Regimenter bei Wesel angekommen. Am »2. März wurden preußische Truppen in Teklenburg erwartet, und bis zum 17. sollte das ganze Korps des GL. Kallreuth bereits eingetroffen seyn, und die kaiserliche Infanterie am nämlichen Tage über die Lippe zurückgehen. Jenes preußische Korps bestand aus »4 Bataillons, 5 Jäger-Kompagnien und 5o Eskadrons, mit 4 Batterien. Es marschirte in zehn Abtheilungen, deren Erste Anfangs März aus ihren Quartieren am Mittel-Rheine aufbrach. Die übrigen Abtheilungen folgten in Zwischenräumen von zwei Tagen, und die zehnte oder letzte Abtheilung sollte am 24. März zu Hamm ankommen. — Es wurde kaiserlicher Seits darauf angetragen, daß die Ablösung vom rechten Flügel des Auxiliarkorps angefangen werden solle, da die Truppen links nach dem Rheine ab« marschiren mußten. Der GL. Kallreuth traf am 6. März zu Hamm ein, — am 7. die erste Abtheilung der Av a n tgard e, nämlich Gen. Köhler mit 5 Eskadrons Husaren und 2 Kompagnien Jäger. Diese sollten dann ihren Marsch so fortsetzen, daß sie am »3.

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