August Wilhelm von Schlegel's sämmtliche werke, Bände 9-10

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Seite 69 - Kirch' und Palast, Ruinen und Säulen, Wie ein bedächtiger Mann schicklich die Reise benutzt. Doch bald ist e,s vorbei: dann wird ein einziger Tempel, Amors Tempel nur sein, der den Geweihten empfängt. Eine Welt zwar bist du, o Rom; doch ohne die Liebe Wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom.
Seite 307 - Jedes schöne Ganze aus der Hand des bildenden Künstlers ist daher im Kleinen ein Abdruck des höchsten Schönen im großen Ganzen der Natur, welche das noch mittelbar durch die bildende Hand des Künstlers nacherschafft, was unmittelbar nicht in ihren großen Plan gehörte.
Seite 306 - Das heißt nämlich, sie soll wie die Natur selbständig schaffend, organisiert und organisierend, lebendige Werke bilden, die nicht erst durch einen fremden Mechanismus, wie etwa eine Pendeluhr, sondern durch inwohnende Kraft, wie das Sonnensystem, beweglich sind, und vollendet in sich selbst zurückkehren.
Seite 98 - Und der alten Götter bunt Gewimmel Hat sogleich das stille Haus geleert. Unsichtbar wird Einer nur im Himmel, Und ein Heiland wird am Kreuz verehrt; Opfer fallen hier, Weder Lamm noch Stier, Aber Menschenopfer unerhört.
Seite 13 - Sie mich recht, es sollte eine Verwandlung von Grund aus sein, nicht wie manche Schüler ihre steinernen Akademien in ein Bild bringen;) Gemälde würden zu Gedichten, Gedichte zu Musiken; und wer weiß? so eine feierliche Kirchenmusik stiege auf einmal wieder als ein Tempel in die Luft.
Seite 80 - Was hier geleistet worden ist, mußte bis dahin fast unglaublich scheinen, wenn man die Härte des Stoffes kannte, der sich in dieser glänzenden äußern Rundung verbirgt, und die unendliche Last des Gewölbes ungefähr berechnen kann, das hier von schön geordneten Säulen so leicht getragen wird.
Seite 65 - Über den letzten erhebt ihn der Adel seiner Gesinnungen am weitesten; aber er ist auch männlicher in den Gefühlen als Tibullus und in Gedanken und Ausdruck weniger gesucht als Propertius. Ob er gleich nicht verhehlt, daß er sich die süßeste Lust des Lebens zum Geschäfte macht, so scheint er doch nur mit der Liebe zu scherzen. Sie unterjocht ihn nie so, daß er dabei die offne Heiterkeit seines Gemüts einbüßen sollte. Schwerlich hätte er sich gefallen lassen, lange unerhört zu seufzen.
Seite 88 - Sic gaukelt uns alsdann das lieblichste Märchen vor, das je von ihrem Himmel auf die dürre Erde herabgefallen ist. Alle ihre Jugend und Fröhlichkeit scheint wach geworden zu sein. So bunt sie aber ihr Gemälde mischt, so gemildert ist es dennoch in seiner Haltung.
Seite 67 - Wesen gern eine sichtbare Gegenwart, ein noch fortdauerndes persönliches Dasein an einem Orte zu, wo sie einst so glänzend verehrt wurden, wo man zum Theil noch ihre Wohnungen zeigt, und ihre Gestalten aufbewahrt, vor deren übermenschlicher Macht das Volk sich ehemals niederwarf, wie der Künstler noch jetzt ihre übermenschliche Schönheit anbeten muß. Sogar die kühne Begeisterung , welche den Dichter, indem er reineren Äether einzuathmcn glaubt, mit Einem Schritte vom Capitolium zum Olymp...
Seite 255 - Ich kann den Künstler nicht stärker loben, als wenn ich sage, daß er diese Würde und sinnbildliche Fülle seines Stoffes gar wohl gefühlt, und Alles, ohne doch methodisch zu werden, gehörig angedeutet hat. Hier kommt auch einmal, zur Erquickung des Gemüths, die aus unseren heutigen Gemälden gänzlich verschwundene Andacht wieder zum Vorschein *). In den Engeln ist dieses Gefühl voll ätherischer Glut; in denMen» sehen nach Maßgabe des Alters und Geschlechtes inbrünstiger oder resignierter,...

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