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alphabetische Erklärung

aller nůblichen mechanischen Künste,
Manufakturen, Fabriken und Handwerker,

wie auch

aller dabey vorkommended
Arbeiten, Instrumente, Werkzeuge und Kunstwörter,

nach ihrer Beschaffenheit und wahrem Gebrauche,

fortgefest

Gottfried Er i ch

Er i ch Rosenthal
Herzogl. Sachsen - Gothaischem Berg - Commissarius, Der Churfürstl. Manngischen Akademie
nüglicher Wissenschaften ordentlichem, der Gesellschaft der Naturforscher zu Berlin und Halle
Ehren, als auch der Schlesischen ökonomisch. patriotisch. Gesellschaft correspondirendem

Mitgliede, Vürger der freyen Reichsstadt Nordhausen,

Fünfter Theil, von A bis G.

Mit Königl. Preuß. allergnädigster Freyheit,

Berlin und Stettin
Ben Friedrich Nicolai, 1793,

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H

anbroerker; Professionistunfrener Künstler , þeißt diejenige Person, welche eine Ferrigféid befißt, etwas, durd geschickte Hand- und Leibesarbeit, mit oder ohne Hülfe besonderzr

Instrumente und Maschinen, zum Lebensunterhalte, deffen Notfturf, Bequemligkeit und Bergangen, Hervor zu bringen,

Befinden sich mehrere Personen, fo sich mit einerley Gegenstand beschäftigen, in eineret Gesellschaft, und ist diese von der Landesobrigkeit bestätigt, und mit gewissen Gefeßen und Freykeiten versehen worden; fo Keißt folche eine Innung, Zunft 'wer Gilde, lauter gleichbedeutende Worte, sie aber doch an manchen Orten einen Rang unter einander haben..! i Nidt alle Handwerker aber sind günftig; sondern der größte Eleil arbeiter, ohne fich miť anbern in einer privilegirten Gesellschaft zu befinden.

Hieroürdh eneftehen zweyerley Gnctungen, nämlich: gunftige und ungúnftige oder freye Saxowerfer.

Der Name Handwerker, der bod nichts bezeichnet, als eine Person, die sich vermittelte ihrer Hånde, oder Leibesarbeit náhret, schien manchen zu niedrig; piese nannten aids - Deswegen Künstler: Aber auch manche Handchierung und Leibesarbeit seien zu geringfügig zu seyn, um den Namen eines Handrserks zu verdienenį baher nannte inar die, so facto, damit befdhafrigten, Handarbeitet. ,

Findet diese Rangordnung wirklich statt, fo erhält man dreykrlen Handwerfer, nemlich: 1) Kúnstler;

2) eigentliche Handwerfer, mit dem Unterschiede, ob sie zünftig find oder nicht, und :: 3) uneigentliche Handwerker oder Handarbeiter.

So gut diese brenfache Abepeilung, zu seyn scheint, fo faßt solche bod nicht alle Gattungen unter sich. Es giebt gewisse Beschäftigungen im mensdlichen Leben, die etwas mehr, als blofse Håndearbeit voransseken, und die mitten zwischen den Wiflenschaften und Handwerken stehen; z. B. Kriegsbaukunft ist kein Theil der Mathematik, sondern Anwendung und Gebrauch geometrischer Wahrheiten, verbunden mit Handearbeit. Fårberey, Braueren, Glasmachen und dergl. reßen Kenntnisse der Chymie voraus, Chymie aber ist ein Theil der Naturlehre; es giebt also gewisse Handwerfet, die gewisse Theile der Mathematif, und andere, die gewisse Theile der Chymie verstea ben müssen.

Die Kenntniß alles deffen, was der Handwerfer Verrichtung ift, der Gründe, nach denen fie-verfahren, der Hülfsmittel, deren sie sich bedienen, der Naturalien, weldze sie bearbeiten, der

Edukte, die sie hervorbringen, der Namen, mit welchen fie ihre Handgriffe belegen 2. wird die Technologie genannt, und ein Buch, morinneş alles dieses in alphabetischer Ordnung porgetragen ist, þeißt ein technologisches Wörterbuc),

Wenn aber die Theile der Technologie, das ist, die verschiedenen Künste, Handwerke unt Handthierungen, dergeftale nach und nach an einander Hangend befchrieben werden, so wie es die Natur ihrer Verrichtung, und die Kenntnisse, welche dazu erfordert werden, feftfeßen; fo heißt eix solches Buch ein technologisches System.

Da aus 'vorigem Abschnitt er hellet, taß es gewille Handwerfer giebt, die Czymie, andere, die Mathematik versieben müssen; so bat man fchon längst die Speile der Chymie, welche gewisse n

Band.

IV

Vorre de.
Handwerker verstehen müssen, die technische Chymie genannt, und eben so fann "man diejenigen
Theile der angewandten Mathematik, welche von Handwerkern ausgeübt werden, die mathematische
Tedinologie nennen; folglich muß auch in einem technologischen Wörterbuche, oder Systeme, roo
wohl die technische Chymie, als auch bie mathematische Technologie vorgetragen werden.

Da ich oben gesagt habe, daß die Handwerker überhaupt diejenigen Personen sind, die mit ihrer Hånte - und Leibesarbeie diejenigen Dinge Hervorbringen, die zum Lebensunterhale, dessen Norydurft, Bequemlichkeit und Vergnügen gehören; so ist die Technologie ein sehr weites Feld, bas alles unter sich begreifet, was durch menschliche Hande bervorgebracht wird. Es wird also außerri schwer, wo nicht gar unmdglid; Reyn, die Cheile der Technologie in einer natürlichen Ordnung vors zustellen.

Dieser Schwierigkeit ohnerachtet, will ich einen Versuch machen, alles, was hieher genda ret, in gewiffe Klassen zu bringen, und hierzu folgende Vorausseßung annehmen:

Der Mensch braude 1) Leibesnahrung und Nothdurft, 2) Kleider und 3)Wohnungen, Um dieses alles zu erhalten, find 4) Wertzeuge, Gefässe und Instrumente nöthig. 5) Er brauche auch noch andere Dinge, die nicht allein seine Urbeit erleichtern, sondern die er aud) auf Ironstige Art nöthig hat, Der Mensch will aber auch gern 6) gesund reyn; er wünfdyt 7) bequem und 8) vers gnügt zu leben; will er dieses, so muß er sich daben 9) zu schůßen suchen, und sich 10) der Hülfsmite kel bedienen, wodurch er verständiger und kluger wird.

Nimme man dieses an, so entstehen zehn Klassen, nåmlich:
1. Klasse diejenigen, die da Leibesnahrung und Nothdurft liefern.

Das Ackerhandwerk, die Landwirthschaft, der Grundstein des gemeinen Lebens, begreift
unter fich: den Uckerbaut, die Viehzucht, die Gärtneren (so wohl zum Nugen als Vergnügen), die
Baumzucht, Forstwesen, Weinbau, der Feldmesser bestimmt die Größe der Felder und die
Deichbaukunft beschikt fie.

Der Müller (die Mühlenbaukunst), künstliche Mehlbereitungen, - Meblhåndler. Der Bäcker, Pastetenbacfer, Zuckerbåcker, Pfefferküchler, Kuchenbacker, Nudelmacher, Oblatenbåckes reny

Stårfemacher.

Die Weinbereitungen, Braueren, Effigbrauerey, kurz alles, was zur Zymotechnie geboret.

Die Branntweinbrennerey, Destillirfunft und Aquavitbereitung.
Delbereitung, Olitáten.
Die Jageren, Vogelsteller, (Falkenier) Fischer - Menger

Meßger in die Kochfunft

.
Der Holzhauer, Kohlenbrenner, Aschenbrenner, Torfgråber.
Der Brunnen. und Teichgråber (Brunnenbaufunft, Wasserleitungen).

Die Bereitung der Chokolade und anderer fünstlidyer Getränke die Gaft, und
Schenfrirche.
Die Tobacomanufaktur end der {idtzieher, Bachslichtzieher; (Wachsbleiche)

Selo
fensieder, Schwammbereitung ac.
II. Klasie, die uns fleiden, den Stoff daju liefernt und Kleidungsstücke verfer-

tigen:

Die Wergwollbereitung, Spinner, Zwirnbereitung, Spigenmanufaktur Seinweber, Zmidichmacher -- Bleicher -- Wachstuch manufaktur.

Der

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Vorrede 13) Der Seidenbau, Seltenarbeitet, Seidenweber, Seidenformanufaktur, Sammetmacher, Plüschmachery Gazenweber. Seidenstickery. Seidenmaler.

Baumwollenmanufakturen, Kattunweber, Kannefasweber, Barchentweber, Manschester's manufaktur, Kattundruder — Bombasinweber.

Wollenmanufakturen Bollenkammer, Wollenspinner, Wollenzeugmacher, Tuchmacher, Lucybereiter Waltmåler

...! Golgasdrusferên, nebst allen andern Arten der Druckeren, auf Zeug Bortenwirker Knopfmacher.

Strumpfftricker, Strumpfwirker.
Fårber: (Farbenbereitungen).

Hucinacher, Filzmacher, Hutstaffierer, Wattenmacher, Barettmacher - Bereitung der Fußsocken aus Tuchstúden und Salleisten.

leberbereitung, Weißgerber, Joggerber, Jederthauer, Corduanmacher, Saffianmacher, Lederfarber.

Sattler, Riemer, Lafdyner, - Shufter, Abfaßschneider ; - Handschuhmacher, Beut. ler, Kúrfchrier.

Gürtler, Knaufmacher , Nadter, Náhnadler, Gold- und Silbermanufaktur, Gold- und Silberarbeiter, Juwelier.

Diamantschneider, Šteinschneider, Granatfabrik, Glasflußbereitung.
Perlenfischeren, Korallenfischerey und Fabrik, Franzperlenmanufaktur.
Blumenmanufaftur, Federschmucker, Strohhurmacher.

Nátherin Pukmacherin, Sterey in Gold und Silber, Perlensticeret),, Fite, Merly, die Kunst Spigen zu knoppeln, Parucfenmacher, Friseur, Wäscherinn, Fechermacher und manchers ley Arten von Quincallerie.

III. Klasse begreift diejenigen in sich, die an den Wohnungen Dienste thun,

Die Baukunst enthält das Ganze; die, so sich damit beschäftigen, nicht allein den Bau auf guführen, sondern audy, die Wohnungen zu verzieren, werden überhaupt Bauhandwerker genannt, und find folgende:

Steinbrecher, Steinmetz, Alabasterer, Kalkbrenner, Ziegler, Maurer, Túncher, Stucaturarbeiter - Sàgemüller, Zimmermann, Drechsler, Tischler Schloffer, Nagelschmid, Klempner) Kupferschmid ** Dachdeckery, Schieferdecker , Seiler Glasinacher , Glasarbeiter Glaser, Spiegelmacher - Bildhauer, Mosaikbereiter, Gipsgießer

Dideri sa toilet Vergolder

, Zopetenmacher aller Arten, Tapeziere - Djenfeßer und Tüpfer (Kunde der Baumaterialien). IV. Klasse begreift diejenigen in fich, welche allerhand Gefálse, Werkzeuge, Inftrus

mente, Maschinen und dergl. verfertigen, als:

Der Uhlenfchmid, Umbosschmid, Lanzettenmacher, Kellenschmid, Anfersd midt, Hufschmid, Blanfschmid, langmesserschmid, Bohrschmid, Messerschmid, Windenmacher, Nagelschmid, Angele macher, Feilenhauer, Wagenmacher

, Zirfelsdhmid. Sågeschmid, Sporer, Schlesser - Blechschmid, Flaschner, Klempner,

Zinngleßer, Brenarbeiter, Blenfigureninachet, Blenzieher Gewichtmacher, Gelbgießer, Rothgießer – Glo rengießer, Messingsfnopfinacher, Fingerhutmacher, Clausurmacher, Sdellenmacher, Eymbelgießer - Deatbzieher, Kupferhammer, Kupferschinib Meffingshütte, Beckenschläger, Kefselbereiter — Silberarbeiter, Goldschmid Flieder - oder Flitter. Fehläger , Cañcittenfichiágrex, Foliosdjlåger, Goldschaumschlåger Holzreißer, Botecher, Siebmacher,

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