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traf der aus Beira kommende Marquis Fronteira mit einigen Truppen beim Heere ein. Der Kommandant des Platzes bot die Kapitulazion an; da er aber mit Waffen und Gepäck abzuziehen begehrte, so wurde selbe verweigert. Am 14. Nachmittags waren die Wallbrüche gangbar, Alles zum Sturme bereit; da öffnete Alcantara seine Thore. Die Garnison zog am 16. durch die Bresche aus, und blieb kriegsgefangen; der größte Theil nahm jedoch Dienste unter den Fahnen Karls III. Die Alliirten fanden hier 64 Kanonen, worunter 47 von Metall,

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nur anzurücken brauchten, um die Schlüssel der Hauptstadt in Empfang zu nehmen.

Da brach die Zwietracht im alliirten Kriegsrathe von Neuem aus. Furcht erfüllte die Gemüther, als die Kunde von der Eroberung des Montjuich und dem nahen Falle von Barcellona bis ins Tajothal gedrungen war, und die Standhaftigkeit der Portugiesen heftig erschütterte. Am 1. Mai wurde, ganz gegen den Willen des Gräfen Galloway und des holländischen GLts. Friesheim, in Überlegung genommen; „Ob man bei so bewandten „Umständen weiter gegen Madrid vorrücken solle?“ – Diese Frage war in jenem Augenblicke ein offenbarer Verrath an den Interessen Karls III., und gleichbedeutend mit der freiwilligen Aufgebung des einzigen Weges, der zur Eroberung führen konnte. Mangel an Lebensmitteln war auch dießmal wieder der nichtige Vorwand. Die drei höchsten Generale im Heere hatten jeder eine andere Meinung. Galloway wollte gerade nach Madrid gehen; Las Minas begehrte Badajoz zu belagern; der Marquis Fronteira verlangte die Unterwerfung von Ciudad Rodrigo. Galloway und Friesheim drangen nicht durch; an dem eisernen Willen des schwachen Kriegsrathes zerschellte machtlos die ohnehin mehr nominelle als faktische Gewalt des Generalissimus. Die zu allen Zeiten so beliebten Erholungsquartiere kamen wieder zur Sprache; da man schon einunddreißig Tage im Felde stehe, und die große Hitze im Anzugesey. Um aber nicht den Vorwurf auf sich zu laden, daß man gar nichts gethan habe, schlug endlich Minas und sein Anhang vor: Eroberungen in Estremadura zu machen, die Tajobrücke bei Almaraz, – ein altes Römerwerk, – zu befestigen; Ciudad Rodrigo zu belagern. Wenn aus Katalonien gün

W.

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