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Geschützen unter dem Befehle des Generals Garibaldi gegen Tirol zu wirken bestimmt waren.

Der Sollstand der italienischen Operations-Armee war der folgende:
Armee in der Lombardie unter persönlichem Befehl

des Königs:
Effectiv

Streitbar
Bann Pferde Gesch. Hann Pferde Gesch.
I. Corps (G. d. A. Durando) 61.911 5.782 72 54.136 1.680 72
II. Corps (GL. Cucchiari) . . 60.982 5.222 72 54.136 1.120 72
III. Corps (G. d. A. Della Rocca) 61.732 5.782 72 54.136 1.680 72
Cavall.-Division (GL. De Sonnaz) 3.759 3.060 12 - 2.240 12
Artillerie-Reserve ...... 1.710 1.242 54

54 Génie-Train etc. ....... 689442

Summe · 190.783 21.530 282 162.408 6.720 282

Armee am Po unter G. d. A. Cialdini: IV. Corps . ......... 123.548 11.573 168 108.272 3.360 168

Totale. . 314,331 33.103 450 270.680 10.080 450 Hiezu die Freiwilligen unter General Garibaldi ral Garibaldil 36.000

36.000 665 40 mit circa

Dieser organisationsmässige Stand ward aber nicht erreicht. Nach den bisher veröffentlichten, theilweise officiellen italienischen Werken hätte die wirkliche Aufmarschstärke der italienischen Armee circa 270.000 Mann be. tragen).

?) Das I., II. und III. Armee-Corps wären in diesem Falle zu circa 45.000 bis 48.000 Mann (wovon circa 40.000 Mann streitbar), die in der Lombardie concentrirte Armee zu beiläufig 160.000 bis 170.000 Mann (wovon 120.000 bis 130.000 Mann streitbar) zu rechnen. Die Armee Cialdini's hätte dann beiläufig 100.000 Mann (wovon 88.000 bis 90.000 Mann streitbar) betragen. Dagegen dürfte der Pferdestand bei der Cavallerie sich etwas höher beziffern.

Die Geschütz-Reserve und der Belagerungs - Train des IV. Corps waren mit Ochsen bespannt.

Ausserdem waren im Lande noch :
Ersatztruppen: Depôts

8800 Mann
1. Kategorie 1845 . . 45.000 Manny 83.800 Mann,

2. in 1844 . . 30.000
Besatzungs-Truppen der Artillerie, Arbeiter-Compagnien etc. 12.662 Mann,
Besatzungen am Operationsfelde, U. z.: Piacenza, Cremona,

Casalmaggiore, Pizzighettone, Bologna, Ferrara, Guastalla 25.000 Mann, Ancona .............................. 5000 Mann, Neapel .............................. 30.000 Mann.

Summe 156.462 Mann.

Die Armee in der Lombardie zählte 216 Bataillons, 41 Compagnien, 60 Escadrons, 47 Batterien; die Armee am unteren Po 144 Bataillons, 22 Compagnien, 30 Escadrons, 28 Batterien. ')

Den Oberbefehl über das gesammte Heer führte Se. Majestät der König Victor Emanuel.

Generalstabs-Chef der Armee war G. d. A. La Marmora; GeneralAdjutant GL. Petitti; Sous-Chef des Stabes Oberst Bariola; ArtillerieChef GL. Valfré; Génie-Chef GL. Menabrea; Intendant GM. BertoléViale.

Die italienische Flotte hatte sich im Laufe des Monats Mai im Golfe von Tarent unter dem Oberbefehl des Admirals Persano gesammelt.

Sie begab sich gegen Mitte Juni nach Ancona, um dort die noch sehr mangelhafte Ausrüstung zu ergänzen, und kam erst zur Action, als die KampfEntscheidung zu Lande schon gefallen war.

In welcher Weise die kaiserlich österreichische Süd-Arme e zur Kriegs-Aufstellung kam, ist schon im I. Bande dieses Werkes näher erörtert worden; die Armee ward erst am 21. April auf Kriegsfuss gesetzt; am 10. Juni war dieselbe in allen Theilen completirt und operationsfähig.

Se. k. Hoheit FM. Erzherzog Albrecht hatte am 9. Mai das Commando der Armee übernommen und aus diesem Anlasse den folgenden Armeebefehl erlassen:

„Mit dem Armee-Befehle Nr. 17 vom 8. d. M. hat der Feldzeugmeister von Benedek den Allerhöchsten Befehl Seiner Majestät des Kaisers ver„lautbart, kraft dessen er für eine andere Bestimmung berufen und das „Commando der k. k. Armee in Italien Meinen Händen anvertraut wird.

„In erhebenden Worten hat der Feldzeugmeister von dieser Armee „Abschied genommen, und indem Ich das Commando hiemit antrete, fühle „Ich Mich verpflichtet, es aus dem Grunde Meines Herzens auszusprechen, „dass Ich es vollkommen zu ermessen weiss, wie schmerzlich Alle: Generale, „Officiere und Mannschaft einen mit Recht so verehrten Führer scheiden „sehen, der stets Vater seiner Soldaten, zu jeder Zeit den allösterreichischen ,,edlen Geist in der Armee zu nähren und, auf jedem Schlachtfelde ein Feld„herrnvorbild, das Glück an unsere Waffen zu fesseln gewusst hat.

„Im Namen Euer Aller, Soldaten der k. k. Armee in Italien! rufe Ich „somit dem geliebten Führer ein warmes, dankbares Lebewohl zu; in

4) Siehe die Ordre de bataille des italienischen Heeres, wie sie nun bekannt ist, in der Beilage 1 zum I. Abschnitte (2. Band).

Die Ordre de bataille der Freiwilligen folgt seinerzeit bei der Schilderung der Kämpfe in Tirol.

„Meinem eigenen Namen aber dem treuen Freunde und Waffengefährten „ein herzliches „Glückauf“ zu seiner neuen grossen Aufgabe.

„Dasselbe Gefühl treuer Waffenbrüderschaft ist es ferner auch, mit „dem Ich die k. k. Armee in Italien herzlich und mit Freuden begrüsse. Fast „Alle, Führer und Truppen, sind Mir bekannt; mit den Meisten verbinden „Mich überdies die ruhmreichen Erinnerungen an unsere Kämpfe von 1848 „und 1849 auf diesem blutgetränkten Boden.

„Die Kenntniss des vollen Werthes derselben erhöht Meine Zuver„sicht, dass wir den Erwartungen unseres Allergnädigsten Kaisers und „Kriegsherrn unter allen, auch den schwierigsten Umständen entsprechen „ werden.

„Soldaten! Seine Majestät haben Mich beauftragt, Euch Seinen kai„serlichen Gruss zu bringen! Mit Stolz werdet Ihr fühlen, dass des Kai„sers Auge auf uns ruht und Sein edles Herz mit uns ist; wir werden daher „freudig in Tapferkeit und Hingebung eintreten für Sein heiliges Recht, für „die ungeschmälerle Erhaltung unseres Gesammt-Vaterlandes; wir werden „beweisen, dass wir gleich unseren Vätern die würdigen Söhne sind von „Österreich an Ehren und an Siegen reich.“

„Mit festem Vertrauen auf Gott, mit der vollsten Zuversicht auf Euch, „trete Ich an Eure Spitze – wiederhole Euch, als den wahren Ausdruck „Meiner eigenen Überzeugung, des Feldzeugmeisters Benedek erhebende „Abschiedsworte; „Des Kaisers Soldaten Alle, im Süden wie im Norden, bil„den doch nur Eine Armee, stets bereit in gleicher Treue, in gleicher „Hingebung, in gleicher Ehre für ihren geliebten Kriegsherrn zu leben und „zu sterben.“ — Und so hoffe Ich zu Gotl, Ich werde als das höchste Ziel, „den schönsten Lohn Euerer Treue und Tapferkeit, Euerer Ausdauer und „Standhaftigkeit Euch stels verkünden können: Der Kaiser ist mit Euch „Zufrieden.

Eh. Albrecht m./p.

Generalstabs-Chef der Armee war GM. Baron John; Chef der Operations-Kanzlei Oberst v. Pürcker; Chef der Detail-Kanzlei Oberst v. Stubenrauch; Artillerie - Chef GM. von Hutschenreiter; Génie - Chef GM. v. Radó; Armee-Intendant GM. v. Arbter.

Die kaiserliche Süd-Armee zählte 147, Bataillons, 101% Compagnien, 36 Escadrons, 33 Batterien.

16

Der Stand derselben war der folgende :')

Effectiv

Streitbar

lang Pferde Geschützo laon Plerde Gesch. 5. Armee-Corps . ....... 25.720 3241 48 20.835 313 48 7.

........ 24.528 2800 48 20.136 142 48 9. , , ........ 24.197 2846 48 19.541 132 48 Infanterie-Reserve-Division ... 12.984 725 16 11.312 Cavallerie-Reserve ........ 3885 3661 8 - 29498 Armee-Munitions-Park, Pionniere,

Génie-Truppe, Train . ... 4144 1996 Summe der operirenden Armee 95.458 15.269 168 71.824 3536 168 Mobile Streif-Brigade ...... 7616 498 8 6670 148 8 Truppen in Tirol ........ 17.408 1552 32 13.228 141 32

in Istrien und Friaul . . 21.854 1205 24 15.783 139 24 Festungs-Besatzungen ..... 43.909 1315 16 29.099 427 16 Brigade GM. v. John in Laibach 2008 - - 1092 - Brig. Oberst v. Tóth in Klagenfurt 2692 916 - 462 882

Totale der Süd-Armee 190.945 20.755') 248 138.158 5273 248

Die kaiserliche Flotte war zum Theile noch in Ausrüstung; die seeklaren Schiffe lagen auf der Rhede von Fasana vor Anker.

Im österreichischen Hauptquartiere war man den Bewegungen des Gegners mit Aufmerksamkeit gefolgt. Anfangs schien es, als wollte sich die italienische Armee grösstentheils am unteren Po sammelı, bis in der zweiten Hälfte des Monats Mai die schon früher angeführte Theilung des feindlichen Heeres in zwei die Süd- und Westgrenze des Venezianischen bedrohende Massen eintrat, von denen die in der Lombardie am Oglio versammelte) gegen die Westgrenze gerichtete die bedeutend stärkere war.

Se. k. H. der Erzherzog Albrecht brachte diese gegen die Westgrenze Venetiens gerichlete Verschiebung des grösseren Theiles des italienischen Heeres, welche nach allen im Armee-Hauptquartiere eingelangten Nachrichten nicht bezweifelt werden konnte, Seiner Majestät dem Kaiser am 29. Mai telegraphisch zur Kenntniss und erwog ernstlich die Lage, welche sich durch die letzten strategischen Bewegungen der feindlichen Macht neu bildete.

4) Siehe die Ordre de bataille in der Beilage 2 zum I. Abschnitt (2. Band). 3) Darunter 433 Tragthiere.

Die dem kleinen kaiserlichen Heere dreimal überlegene feindliche Armee, welche vereint die erstere nothwendig hätte erdrücken müssen – auf welchem Punkte auch immer die Begegnung stattfand — hatte sich in zwei grosse Massen getheilt, um weit von einander getrennt in das österreichische Gebiet einzufallen: die eine von Süd über den unteren Po, die andere von West über den Mincio.

Der Erzherzog erkannte nun nicht nur den Vortheil, den ihm die Operationsweise des Gegners gab, sondern hatte auch den unter schwierigen Verhältnissen so seltenen Muth, ihn zu benützen, und zwar mit aller Energie und mit dem einzigen Ziele, seinem kleinen Heere, wenn überhaupt möglich, den Sieg zu geben.

Die Aufgabe, die er sich hiemit stellte, war aber keine geringe. Die feindlichen Massen, die mit dem Einbruche von Süden her drohten, waren dem kaiserlichen Heere allein schon an Zahl gewachsen. Jene, die sich anschickten, von Westen direct in das Festungsviereck einzudringen, sich dann über die Etsch mit den andern zu verbinden und mit diesen das ganze Venezianische zu überschwemmen, die kaiserliche Armee in ihre Festungen und verschanzten Lager zu bannen, ihr alle Verbindungen mit dem Innern des Reiches zu nehmen und sie endlich zur Capitulation zu zwingen, waren dem kaiserlichen Heere beinahe um das Doppelte überlegen.

Unter solchen Verhältnissen kämpfen zu wollen, - nicht nur der Waffenehre wegen, sondern mit dem Willen und Streben zu siegen, — war gewiss ein Entschluss: heroischer Thatkraft, der an die schönsten Beispiele der Kriegsgeschichte von Feldherrnmuth erinnert.

Ohne in die Schwierigkeiten dieser Lage weiter einzugehen, geben wir im Folgenden wörtlich ein Actenstück, welches der Erzherzog am 3. Juni S. M. dem Kaiser unterlegte, und welches zeigt, mil welcher Ruhe, Klarheit und Entschlossenheit das Hauptquartier der Süd-Armee damals seine Lage, seine Schwierigkeiten und auch seine Hoffnungen überschaute.

„Seit dem – schrieb der Erzherzog – an die General-Adjutantur „Euer Majestät gerichteten Telegramme vom 29. Mai über die Stellung

der königlich sardinischen Armee hat sich im Wesentlichen darin nur das „verändert, dass die damals in Ausführung begriffene Frontveränderung „nunmehr zur vollendelen Thatsache geworden zu sein scheint.

„Lag früher die Vermuthung nahe: dass unsere Gegner durch die „Concentrirung dreier Armee-Corps in den Herzogthümern und am unteren „Po, bei fast völliger Räumung der Lombardie von regulären Truppen, es „vorzugsweise auf einen Angriff des Venezianischen mit Umgehung unseres „Festungssystems abgesehen hätten, so lässt ihre nunmehrige Ausstellung mit „positiver Sicherheit annehmen, dass der ursprüngliche Plan dahin modificirt

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