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„Masi stehenden Abheilungen Huszaren und Jäger, sich stets unterstützend, „über Montagnana. S. Bonifacio gegen Verona, wogegen die Abteilungen „von Boara Elsch abwärts — im Sinne des hierortigen Erlasses Nr. 642/op „vom 12. d. M. — ihren Rückzug nach Umständen, entweder über Padua „oder in der Richtung Este-Monlagnana nehmen.

„Selbstverständlich haben diese sämmtlichen Abtheilungen in steter „Fühlung mit dem Feinde zu bleiben, und es wird ihnen zur besonderen „Pflicht gemacht, sowohl das Armee-Commando als auch das Festungs„Gouvernement zu Venedig in steter Kennlniss über ihren Aufenthalt und „über die gemachten Wahrnehmungen und Vorfallenheiten wo thunlich tele„graphisch zu erhallen, namentlich aber dem Festungs-Gouvernement zu „Venedig und dem Stadl- und Truppen-Commando zu Padua das Verlassen „der unleren Elsch unverzüglich anzuzeigen.

„Das Garnisonsspital von Padua sendet alle transportabeln Kranken „mittelst eines vom Gouvernement in Venedig anzusprechenden Zuges dahin „ab; die Intransportabeln sind der Obhut der Gemeinde zu übergeben.

„Die sonst in Padua befindlichen Militär-Beamten und Parteien schliessen „sich der Brigade Zaslavnikovi6 an und folgen dieser eventuell nach „Vicenza.

„Hauptquartier Verona, am 20. Juni 1866 ')."

*) Mit der obigsn Disposition ward folgende Tr.iin-Oränung ausgegeben:
„Am 23.

„Sämmtliche Truppen tragen einen zweitägigen currenten Verpflegs- und Etappen„Vbrrath nach Vorschrift.

„Ausserdem führen mit, und zwar:

„1. Linien- u nd Gr e nz - Inf an t e r i e, sowie Jäger-Truppen: Die Reitpferde, die Infanterie-Munitiouswagen, die nach Vorschrift beladenen Regiments- und „Bataillons-Stabs-Bagage-Karren, die Marketender - Wagen, die Fleischhauer-Wagen, „dann für jedes Bataillon zwei Stück Schlachtvieh.

„2. DieCavallerie: Die Reitpferde, die Cassa-Deckel wagen, die Marketender „Wagen, die Fleischhauer-Wagen, dann für jedes Regiment zwei Stück Sohlachtvieh.

„3. Die Batterien: Lassen alle Trainfuhrwerke zurück.

„4. Die Sanitäts - Truppen: Nehmen den ganzen Train mit.

„5. D ie G i nie - Truppen: Nehmen nur die Compagnie - Requisiten - Wagen „mit; der übrige Train und auch die Tornister bleiben zurück. Die tragbare Ausrufung ist mittelst Traggurten fortzuschaffen.

„6. Der Train der Brigade- und Divisions - Stäbe, dann der Hauptquartiere ist auf den für zwei bis drei Operationstage dringend nöthigen Bedarf zu „beschränken.

„7. Der Train der Ar mee - Corps - Geschütz - Reserve , mit Ausnahme „des Commandanten-Wagens, bleibt zurück.

„8. Jener des Armee-Corps-Munitions-Parkes und

„9. Der Armee-Corps-Ambulanoe wird vollständig mitzuführen sein.

„Die in dieser Weise bestimmte Restringirung des Trains der kleinen Bagage

Am 21. blieb die Armee in ihren Cantonnirungen, bis auf die Brigade Benko, welche von Arcole und Albaredo nach Campalto rückte

Am 22. Juni rückten sämmtliche Corps in die ihnen neu zugewiesenen Cantonnements und Lager, und zwar:

Das 5. Corps in den Raum zwischen Montorio und S. Michele; „9. „ nach S. Martino und S. Giacomo, „ 7. „ „ S. Bonifacio, (die Brigade S c u d i e r war auf der Fahrt von Rovigo nach Verona, die Infanterie-Reserve-Division auf dem Marsche nach Pastrengo und Parona). Von der Brigade Zasta vnikovic standen am Abende dieses Tages:

Das 5. Grenz-Regiment'in Padua; das 2. und 3. Bataillon Nr. 22 in Conegliano; je 2 Compagnien des 4. Bataillons in Noale, Vicenza und Treviso; 1. Bataillon Nr. 22 mit 4 Compagnien in Belluno und 2 Compagnien in Feltre; Uhlanen-Escadron, Batterie und Sanitätszug in Zero Branco.

In Osliglia und Massa befanden sich je 1 Compagnie der KeslungsBesatzung Legnago's.

Die Cavallerie-BrigadePulz hatte mittlerweile ihre Beobachtung der Vorgänge beim Feinde fortgesetzt und wahrgenommen, dass sich, namentlich an den unteren Stellen des Mincio, zahlreiche feindliche Truppen ansammelten. In der Gegend von Goito gegen Volla waren Truppenmassen aller Waffen wahrzunehmen; Goito selbst war stark besetzt.

An verschiedenen Stellen, insbesonders zwischen Molini della Volta und Ferri, nahm der Gegner Fluss-Recognoscirungen vor, traf Vorkehrungen zum Übergange und überbrückte sogar schon am 21. bei einer etwa 2000 Schritte südlich von Massimbona liegenden Insel den rechten Flussarm.

Auch in Tirol schien es, dass die Feindseligkeiten schon eröffnet wären, denn am Vormittage des 21. griff eine Freischaaren-Patrulle von 10—14

.gilt auch als Regel für künftige Fälle, bei welchen es in der Disposition lauten wird: „Mitnahme der restringirten kleinen Bagage.

„Die Armee-Corps-Commanden, respective das Reserve-Divisions-Commando, „haben für die Nachführung des für den 23. nöthigen Schlachtviehes für sämmtliche „zu den ihnen unterstehenden Batterien und Parks gehörenden Mannschaften, dann „für die beihabenden Sanitäts- und Ge'nie-Trappen Sorge zu tragon.

„Für die Fortschaffung des Weines sind die erforderlichen landesüblichen „Wagen anzusprechen, und werden beispielsweise per Brigado (a 7 Bataillons) vier „derselben genügen.

„Am 23. Abends trifft der Rest des kleinen Bagage-Trains in den Stellungen „der Truppen ein.

„Die Corps-Colonnen-Magazine haben die Ergänzung ihrer ausgegebenen Vor„räthe aus dem Verpflegs - Magazin zn Verona zu entnehmen und dieses von ihren „Erfordernissen rechtzeitig in Kenntniss zu setzen."

Mann den österreichischen Posten am Passe Bruffione an und musste mit Gewalt über die Grenze zurückgetrieben werden').

Wie aus General LaMarmora's zweitem Rapporte über die Operationen am 23. und 24. Juni zu entnehmen, stand die italienische Armee am Abende des 22. folgendermassen:

Das Hauptquartier des Königs war in Canneto (ging aber noch in der Nacht vom 22.auf den 23. nach Cerlungo, der König selbst nach Goito),

Das I. Corps mit dem Corpsquartier in Cavriana (am 20. noch in Castiglionc delle Sliviere).

Die 1. Division in Pozzolengo, die 2. Division in Dondino (2 Tage vorher in Rivoltella), die 3. Division in Volta, die 5. Division in Castellaro.

Vom II. Corps stand das Corpsquartier in Castelluchio.

Die 4. Division mit der Brigade Raven na bei Canicossa, mit der Brigade Regina vor Borgoforte (am rechten Po-Ufer), die 6. Division in Castellucchio und Cesole, (früher in Ospilaletto), die 10. Division in Campitello und Galliano, die 19. Division in Gazzuolo.

Das III. Corps mit dem Corpsquartier in Gazzoldo hatte:

Die 7. Division in Goilo, die 8. Division in Cerlungo, die 9. Division

in la Molta, die 16. Division in Setlefrati, die Linien-Cavallerie-Division bei

Medole.

Vom IV. Corps dürften die von Imola und Faenza herangezogene 17. und 18. Division bei Ferrara, die 20. Division von Bologna an den Po-Mündungen eingetroffen gewesen, und dieses Corps am 22. wie folgt gestanden sein:

Corpsquartier in Ferrara,

15. Division und 2. Cavallerie-Brigade bei Mirandola, 14. Division bei Galeazza Pepoli, 12. Division bei Cento, 11. Division bei Caslel Maggiore, 13., 17. und 18. Division bei Ferrara, 1. Cavallerie-Brigade bei Francolino, 20. Division an den Po-Mündungen.

Den 23. Juni begannen die Feindseligkeiten.

Ungleich der Auffassung des österreichischen Hauptquartiers, in welchem man die Eröffnung der Feindseligkeiten nach dreimal 24 Stunden seit Empfang der Kriegserklärung, also ungefähr am Mittage des 23. erwartete, scheint das italienische Armee-Commando die angebotene dreitägige

') Der Generalstabs-Chef der kaiserlichen Armee, GM. Baron John, »ah sich veranlasst, diesen Vorfall dem General La Marmora zur Kenntniss Iu bringen.

Frist von Mitternacht des 20. an gerechnet zu haben, denn seine Colonnen begannen den Mincio-Übergang am 23. gleich nach Mitternacht.

Die ersten Abtheilungen (Cavallerie) passirten den Fluss bei Goito und beinahe gleichzeitig bei Pozzolo.

Es waren dies jedoch schwache recognoscirende Trupps, die sich bald wieder zurückzogen.

Um etwa 4'/, Uhr überging die Linien-Cavallerie-Division Sonnaz bei Goito und rückte in nördlicher Richtung vor, was den Obersten Pulz bewog, die in jener Gegend stehenden Abtheilungen gegen Villafranca zurückzunehmen.

Zwischen 7 und 8 Uhr begann der allgemeine Übergang der feindlichen Armee, auf verschiedenen Punkten.

Die 1. Division (Cerale) überschritt den Mincio mit der Brigade Pisa bei Monzambano und nahm ä cheval des Flusses Aufstellung. Diese Division, so wie die 2. (Pianell), welche bei Pozzolengo verblieb, schoben 3 bis 4 Bataillons und 2 Escadrons gegen Peschiera zur Recognoscirung vor. Eine feindliche Batterie fuhr bei Prandina auf und gab einige Schüsse gegen das Fort Monte Croce. Dieses erwiderte das Feuer, vertrieb die feindliche Batterie und setzte im Vereine mit den Forts III und VI in kürzester Zeit dem Vorrücken einiger nahe herangekommener feindlicher Abtheilungen ein Ziel und zwang sie zum Rückzüge.

Auch auf dem Garda-See kam es zum Kampfe; es entspann sich dort zwischen den Kanonenbooten Speiteufel, Wildfang, Uskoke, Scharfschütze und einer feindlichen Batterie bei Maderno ein kleines Gefecht.

Um die Lage und Bewaffnung der Ufer-Batterien genau zu erkennen, machte die österreichische Flottille um 12% Uhr Mittag einige Schüsse gegen die Spitze von Maderno, worauf eine dort befindliche Batterie antwortete. Schon nach den ersten gut angebrachten Schüssen zerstreuten und verloren sich die in der Nähe der Batterie sichtbar gewesenen Freischaaren.

Die Schiffe erlitten im Kampfe mit der Batterie während eines etwa 3/tstündigen langsamen Feuers keinen Schaden, obwohl die feindliche Artillerie auf 1200 bis 1300 Klafter mit grosser Präcision schoss. Nachdem die Überzeugung gewonnen war, dass die Batterie bei Maderno mit 8 schweren Geschützen armirt sei, entfernte sich die Flottille aus dem feindlichen Schussbereiche. Die italienische Flottille hatte sich während dieser Affaire nicht gezeigt.

Die 5. Division (Sirtori) überging bei Valeggio und besetzte diesen Ort. Eine starke feindliche Cavallerie-Colonne ging von da gegen Villafranca vor.

Die 3. Di visio n (Brignone) überging bei Molini della Volta auf einer Kriegsbrücke. Für den Train wurde etwas weiter abwärts (bei Bonati) eine Kriegsbrücke geschlagen.

Die aus 4 Bersaglieri-Bataillons, 4 Batterien und einem CavallerieFtegimenl gebildete Reserve des I. Corps verblieb zwischen Borghetto und Volta.

Vom III. Corps überschritt die 8. Division (Cugia) auf einer Kriegsbrücke bei Ferri, die 7. (Bixio), die 9. (Govone) und die 16. (Prinz Humbert)toei Goito auf der dortigen stehenden Brücke den Fluss.

Während alle diese Divisionen ihren Übergang bewerkstelligten, rückten die Linien-Cavallcrie-Division von Südwesten, und aus Valeggio die erwähnte Cavallerie-Abtheilung gegen Villafranca vor, wo Oberst Pulz seine Brigade, mit Ausnahme des schon am 19. nach Cusloza zurückgenommenen 21. JägerBataillons, concentrirte.

Einzelne Reiter des 13. Uhlanen-Regiments Graf Trani bestanden beim Einrücken von den Vorposten Scharmützel mit dem Feinde und brachten Gefangene vom Reglmente Piemontc reale ein.

Um Mitlag zog sich Oberst Pulz langsam gegen Verona zurück1). Die feindliche Cavallerie folgte schüchtern und ohne zu drängen nach. Bei Dossobuono stellte sich um 3 Uhr die kaiserliche Brigade dem Feinde entgegen und die Brigade-Batterie gab einige Schüsse ab, worauf sich die feindliche Reilerei entfernte, um zwischen Quaderni und Mozzecane Stellung zu nehmen, nachdem sie bei Villafranca die Eisenbahn und die Telegraphenleitung unbrauchbar gemacht hatte.

Mittlerweile hatten die über den Fluss gekommenen feindlichen Infanterie-Divisionen ihre Aufstellungen und Biwaks bezogen, und standen:

Das Armee-Hauptquartier in Goilo,

das I. Corps (Durando) mit dem Corpsquarlier in Valeggio,

2. Division (Pianeil) in Pozzolengo,

1. „ (Cerale) mit der Brigade Forli bei Monzambnno, der Brigade Pisa (5 Bataillons, 1 Escadron, 4 Geschütze) am Monte Sabbion e.

5. „ (Sirtori) in und bei Valeggio,

3. „ (Brignon e) bei Pozzolo.
III. Corps (Deila Rocca).

7. Division (Bixio) bei Belvedere,

16. „ (Prinz Humbert) bei Roverbella,

8. ,, (Cugia) bei Pozzolo,

9. „ (Govone) bei Villa Buona.

') Brigade Pulz hatte den strengen Befehl, kein Gefecht anzunehmen.

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