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technische Truppen, eine Geschütz- und Munitions-Reserve, ein ColonnenVerpflegs-Magazin, ein Schlachtvieh-Vertheilungs-Depöt, eine Ambulance, Fuhrwesen - Feld-Inspectionen und Ergänzungs-Depots beigegeben.

Es bestanden vor Ausbruch des Krieges 7 Armee-Corps, welche wie folgt dislocirt waren:

Das 1. in Böhmen. '„ 4. „ Mähren, Schlesien, Galizien und Bukowina. „ 2. ,. Wien, Eh. Österreich, Salzburg, Steiermark. „ 3. „ Kärnten, Krain, Islrien, Venelien. „ 5. und 7. im Venetianischen und in Tirol. „ 6. in Ungarn, Siebenbürgen, Croatien und dem Banat '). Die Infanterie rangirte seit dem Jahre 1860 in 2 Gliedern und war mit einem von der Mündung zu ladenden Bajonnet-Kapsel-Gewehr (System Lorenz) bewaffnet.

Das Geschoss des österr. Gewehres war das cylindro-ogivaleExpansivgeschoss. (System Podewils.)

Die Cavallerie-Regimenter waren nach Bedarf in der Monarchie, zum grossen Theile in Ungarn dislocirt und formirten schon im Frieden Brigaden aus zwei bis drei Regimentern, nebst einer 4pfdg. Cavallerie-Batterie.

Zwei bis drei solcher Brigaden formirten eine Cavallerie-Division, die schwere (Reserve) oder leichte Divisionen hiessen, je nachdem die Mehrzahl aus schweren oder leichten Regimentern bestand.

Die Cavallerie, in 2 Gliedern rangirend, führte den Säbel oder die Lanze und eine Kapsel-Pistole. Bei Ausbruch des Krieges fand man sich veranlasst, einige Cavallerie-Körper mit Extra-Corpsgewehren (kürzeren Infanteriegewehren) zu versehen.

Die k. k. Cavallerie war in jeder Beziehung eine ausgezeichnete.

Die 12 Feld-Artillerie Regimenter halten die Infanterie- und CavallerieBrigaden mit den Brigade-Batterien zu 8 Geschützen, dann die Armee-Corps und die Armee mit der nöthigen Zahl von Reserve-Batterien und MunilionsReserven, endlich die Feslungen und die verschiedenen Armee-ArtillerieParks mit den nöthigen Bedienungsmannschaften aus dem Stande ihrer Festungs- und Park-Compagnien zu versehen.

Die österr. Feld-Artillerie gebot über ein vorzügliches, leicht bewegliches Geschütz-Materiale, mit durchaus nach ihrem eigenen, dem sogenannten Bogenzugsysteme vom Jahre 1863, gezogenen 3pfdgen (für den Gebirgs

') Siehe die Dislocation der Armee vor Ausbruch des Krieges in der Beilage Nr. 6 und 7, IL Abschnitt.

krieg), 4- und 8pfdgen, von der Mündung zu ladenden Rohren von ausserordentlicher Trefffähigkeit.

Die Geschosse der Artillerie waren Hohlgeschosse, Shrapnels, Brandgeschosse und Büchsenkartälschen, und wurden die Hohlgeschosse

beim 3Pfder bis 3000
„ 4 „ „ 4000

„ 8 „ „ 5000 Schritte geschossen, — beim 3Pfder bis 1800, 4 und 8 „ „ 2000 „ geworfen.

Das Brandgeschoss war in den Schuss- und Wurfweiten jenen der Hohlgeschosse gleich, — die Shrapnels fanden ihre Anwendung beim 3Pfder bis 1500, 4 und 8Pfder bis 2000 Schritte.

Die Anwendung der Büchsenkartätschen beschränkte sich auf die Entfernung von 300—500 Schritte.

Weiters waren 9 Artillerie-Regimenter je mit einer Raketen-Batterie versehen, — deren 4pfdge Schussraketen bis auf 2000, — 6pfdge Wurfraketen bis 1500, Büchsenkartälschen bis 300, Brand- und Feuerballen bis 1000 Schritte angewendet wurden.

Die ganze Armee war seit Jahren mit einfachen und vorzüglichen Exercir- und Manövrir-Vorschriften versehen und liess in der Leichtigkeit ihrer Evolutionen Nichts zu wünschen übrig. Nur fehlte es ihr an gründlichen, den Forderungen des Krieges entsprechenden Übungen im grossen Style.

Die Überzeugung, dass die aus früheren Zeiten überkommene, mehr defensive Kampfweise selten zu günstigen Resultaten führe, hatte sich in der Armee seit dem Feldzuge 1859 gegen das französische Heer vollkommen Bahn gebrochen; — im Kampfe so rasch als möglich zum Angriffe zu schreiten, hierin den Gegner zu überbieten und ihm zuvorzukommen, war ein Axiom der Kampfweise geworden; doch waren selten die Übungen der Truppen darnach, dieser Tactik auch die nöthige Ruhe und Überlegung zu geben.

Die Dienstzeit war mit 8 Jahren in der Linie und 2 Jahren in der Reserve festgesetzt; doch blieb die Mannschaft in der Regel nur 3 Jahre im Präsenzstande.

Fügen wir hinzu, dass das Heer an seinen Genie- und PioDnier-Truppen, welch' letztere mit den Birago'schen Brücken-Equipagen, zu je 42 Klafter Brückenlänge, ausgerüstet waren, hinlänglich gewählte und vorzüglich gebildete Kräfte besass, die allen Anforderungen des technischen Dienstes entsprachen.

Wie der Feld-Verpflegsdienst im Grossen bei dem kais. Heere geregelt war, wird sich aus der späteren Darstellung ergeben; die Truppen hatten in der

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Regel einen 2 bis 4tägigen Verpflegsbedarf bei sich, einen 2tägigen auf ihren eigenen in Brigade-Proviant-Colonnen zusammengestellten Proviantwagen, und einen 4tägigen Verpflegs-Vorrath aller Art im Corps-ColonnenMagazin, das aus für je 2 Armee-Corps und 1 Cavallerie-Division zusammengestellten und mit einem Stägigen Vorrathe versehenen Nachschubs-Magazinen ergänzt ward, welch' letztere wieder ihren Bedarf aus rückwärts angelegten und stets ergänzten Feld-Verpflegs-Haupt-Magazinen zu decken hatten »).

Die Marine.

Die Flotte zählte 108 Kriegsfahrzeuge, u. z.:
Seeschiffe:
7 Panzerschiffe,

21 Schraubenschiffe verschiedener Grösse,
11 Rad-Dampfer,
14 Segelschiffe,

53 Kriegsschiffe. ')

Binnen-Gewässer-Schiffes): 21 Schrauben- und Rad-Dampfschiffe, 34 Segel- und Positions-Schiffe.

Zur Bemannung der gesammten Flotte waren mit Einschluss der Officiere etc. über 12.000 Mann erforderlich.

Die Hauptgeschütze der schweren Schiffe waren glatte 48- und 30pfündige Kanonen, in verschiedenen Längen. Gezogene Kanonen von 24pfündigem und geringerem Kaliber waren nur in kleiner Zahl vorhanden. Das Marine-Personale bestand aus: 5 Admiralen, 11 Linien-Schiff-Capitains 21 Fregatten-Capitains, 4 Corvetten-Capitains, 208 See-Officieren, 171 See-Cadeten,

der Marine-Geistlichkeit 10 n *

dem „ Auditoriat 9 „

Zusammen *439 Mann

') Wir verweisen im Übrigen bezüglich näherer Details über die «starr. ArmeeOrganisation auf die hierüber bestehenden zahlreichen Vorschriften und Werke, — darunter namentlich auf das Werk des Generalstabshauptmannes Petrossi: „Das Heereswesen der k. k. österr. Armee".

•) Die detaillirte Übersicht ist in der Beilage zmn II. Abschnitte Nr. 8 enthalten.

*) Auf den Lagunen Venedig's und auf dem Garda-See.

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420 Mann

439 Mann

dem Marine-Kriegs-Commissariat 16 „

den „ Ärzten 66 ,,

„ „ Schiffbau-Ingenieuren 27 „

„ „ Land- und Wasserbau-Ingenieuren . , . 9 ,.

„ „ Verwaltungsbeamten 133 „

„ Maschinisten 145 ,.

dem Matrosen-Corps mit 13 Compagnien 8743 .,

„ Marine-Zeugs-Corps mit 4 Compagnien .... 1216 „

„ „ Infanterie-Regiment mit 2 Bat., ä 4 Comp. 3730 „

Zusammen .... 14.524') Mann. Die Ergänzung erfolgte durch Freiwillige und im Wege der Conscription; die Dienstzeit betrug damals 8 Jahre, welcher noch eine 2jährige ReserveVerpflichtung folgte.

') Bei den Marine-Truppen ist die Sollstärke angegeben; der fnctische Stand war weit höher.

III. Abschnitt.

Die Rüstungen Österreichs zum Kriege.

Die entscheidenden Berathungen über die für den drohenden Doppelkrieg zu treffenden Rüstungen begannen in Österreich Anfangs März, zur Zeit, als die Verhandlungen mit Preussen bereits einen Charakter angenommen hatten, der eine friedliche Beilegung des entstandenen Conflicts kaum mehr hoffen Hess.

Die erste dieser Berathungen unter dem Vorsitze Sr. Majestät des Kaisers, welcher natürlich schon Vorbesprechungen im Schosse des Kriegsministeriums vorangegangen waren, fand am 7. März, die weiteren am 14. März, 8. April, 13., 17. Mai u. s. w. Statt.

Da die einzelnen Rüstungsmassregeln, deren Principien bei diesen Berathungen beschlossen wurden, ohnehin im Folgenden ausführlicher zur Sprache kommen, so übergehen wir hier die Einzelnheiten der ConferenzBeschlüsse und berühren nur vorläufig die drei wichtigsten Fragen, die in den Conferenzen entschieden werden mussten, nämlich: wie und in welchem Masse die Kräfte des ganzen Heeres mit Rücksicht auf die beiden Gegner zu vertheilen wären, wann das Heer zu mobilisiren, und wo speciell die gegen Preussen zu verwendende Armee zu versammeln wäre.

Was die erste Frage anbelangt, so ward beschlossen, die Armee in Italien (später Süd-Armee genannt) aus 3 Infanterie Armee-Corps, dem 5., 7. und 9., dann einer Reserve-Cavallerie-Brigade, einer Munitions-Reserve, nebst den für die Mobilisirung dieser Armee nöthigen Feld-Anstalten, zusammenzusetzen.

Der grössere Theil des österreichischen Heeres sollte gegen Preussen als „Nord-Armee" verwendet werden, und diese aus dem 1., 2., 4., 6., 8. und 10. Armee-Corps, dann 2 leichten und 3 schweren Cavallerie-Divisionen, einer Armee-Geschütz- und Munitions-Reserve und allen übrigen erforderlichen Feld-Anstalten bestehen.

Die Verwendung des 3. Armee-Corps — ob für den nördlichen oder südlichen Kriegsschauplatz — blieb einige Zeit unentschieden, bis endlich am

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