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3. Bastion eine Erdschanze errichtet und mit den Neben-Bastionen durch Erd-Courtinen im Trace der projectirten Befestigung verbunden.

Das rechte Weichsel-Ufer war durch die bestehenden Werke, (in erster Linie 10 im Jahre 1854 erbaute, seither nicht ausgebesserte Erdwerke, in zweiter Linie, durch 1 Fort und 2 Thürme) genügend gesichert. Hier waren also nur die gewöhnlichen Vertheidigungs-Instandsetzungs-Arbeiten zu verrichten und stellenweise die nothwendigen Verbindungen und Anschlüsse herzustellen.

Gegen Ende Mai war die Festung in der Verfassung, einen feindlichen Angriff erwarten zu können. Die kleineren Herstellungen währten bis 20. Juni, in welcher Zeit das Festungs-Commando nach Mass der bei den wichtigeren Arbeiten disponibel werdenden Kräfte auch die aus dem Jahre 1854 stammenden Erdwerke in Vertheidigungsstand setzen und armiren Hess und damit bis gegen Ende Juli zu Stande kam.

(10 Bataillons, 7 Co'mpagnien, 5 Escadrons, 2 mobile (Ausfall-) Batterien, 408 Geschütze.)

Der erste Manövrirplatz des nördlichen Kriegs-Schauplatzes, Ol mütz (Commandant FML." Baron Vernier de Rougemont et Orchamp,) war in den vergangenen Jahren durch Erbauung zahlreicher Gürtelforts etc. in eine den Anforderungen der heutigen Kriegskunst entsprechende Ausdehnung und Stärke versetzt worden. Doch war es auch hier in Anbetracht des neuen Artillerie-Materials nölhig, an den bestehenden Werken Änderungen vorzunehmen, wozu besonders die Verschmälerung der Gräben durch Erbauung von neuen ContreEscarpe-Mauern zu rechnen ist.

Die Arbeiten begannen am 15. April; am 19. Mai war die Festung gegen den gewaltsamen Angriff gesichert und armirt.

Ausser den oben angegebenen Werken wurden noch am rechten MarchUfer ein Lagerfort zum (linken) Anschluss der Gürtellinie an den Fluss, ein zweites am rechten March-Ufer vorwärts des Centrums der "Gürtellinie am Dilowi-Berge, in den Zwischenräumen der permanenten Forts am rechten March-Ufer 8 Erdwerke erbaut, endlich noch 2 neue Brücken über die March und 1 Brücke über die Wisternitz geschlagen; bis gegen den 1 Ol Juli waren alle Arbeiten vollendet und die Festung armirt.

(10 Bataillons, 2 Escadrons, I0l/a, Compagnie, 2 mobile (Ausfall-) Batterien und 560 Geschütze.)

An der Donau ward die Festung Comorn verstärkt und armirt. Die Arbeiten umfassten den Ausbau des die Festung beherrschenden SandbergForts, — jenen des Anschlusses der Werke an die Waag, endlich die Erbauung eines Werkes bei Alt-Szöny zur Vervollständigung des Brückenkopfes am rechten Donau-Ufer.

Vollendet waren diese Arbeiten gegen Ende des Monates Juli. (Commandant FML. Ritter L i 1 i a von W e s t e g g), Besatzung 8600 Mann, Armirung 558 Geschütze.

Zur Deckung des DonauübergangesbeiWien ward ein grossartiger passagerer Brückenkopf am linken Ufer bei Floridsdorf angelegt').

Für die festen Plätze auf dem südlichen Kriegsschauplatze erging der Befehl zur Vertheidigungs-Inslandsetzung am 19. April (Dalmatien am 26. April).

Der Zustand derselben Hess im Allgemeinen wenig zu wünschen übrig, und es war an diesen festen Plätzen nur wenig nachzuholen, um sie kriegsbereit herzustellen.

Der wichtigste Punkt des italienischen [Befestigungssystems, Verona, halte durch die neuen Zubauten eine ganz ausserordentliche Stärke erreicht. — Den sturmfreien Bastionärsystemen des Noyau's (nach alt - italienischer Manier, ohne Ravelins erbaut und in neuerer Zeit mit freistehenden Mauern und Koffern zur Grabenflankirung versehen) lagen noch zwei Reihen permanent erbauter Lager-Forts vor, deren Wirksamkeit durch neuerbaute FeldForts bei Catane (am linken Elsch - Ufer, 21 Geschütze), Cavechia (am reichten Etsch-Ufer, 31 Geschütze), dann durch Umwandlung des alten Schlosses von Montorio in ein Lagerwerk, endlich durch Aufführen von Zwischen-Batterien (auf je 7—9 Geschütze) bei Fenilone, Casa Martinella, Torcolo, auf der Strasse von Legnago und bei Casa Pallazina nahezu auf das Vollständigste ergänzt ward.

Beendet waren diese Arbeilen, sowie die ganze Vertheidigungs-Inslandsetzung am 15. Juni.

Von Seite des Festungs - Commandanten FML. Ritter Jacobs von K a n s t e i n war ausserdem auf Anlage von Gegen-Werken für den Fall eines feindlichen Angriffes Bedacht genommen worden.

Von den mit Angriff bedrohten Forts sollten beiderseits zu Ausfällen eingerichtete, durch End-Batterien gestützte Trancheen ausgehoben, ebenso Zwischen-Balterien und selbständige Erdwerke an einzelnen die locale Vertheidigung begünstigenden Punkten errichtet werden.

Ein angesammelter Schanzzeug-Vorrath auf 30.000 Arbeiter verbürgte die Möglichkeit der schnellen Ausführung obiger Arbeiten im Bedarfsfalle.

Besatzung 13.000 Mann, Armirung 758 Geschütze').

1) Wir werden in der Folge ausführlicher auf denselben zu sprechen kommen.

2) Zu dem Bereiche Veronas gehörte auch die Befestigung von Pastrengo (4 Forts mit 54 Geschützen) und jene der Etsch-Klause bei Ceraino (mit 1 Thal-,

Die Festung Peschiera, Commandant GM. Baron B a 11 i n, seitdem Jahre 1859 zu einem vollkommenen Manövrirplatze umgeschaffen, halle nur die gewöhnlichen Vertheidigungs - Instandsetzungs - Arbeiten vorzunehmen. Neu erbaut wurden nur einzelne Zwischenbatterien, und selbe mit den permanenten Werken theilweise durch einfache Linien verbunden. Das Fort am Monte della Croce (dem entscheidenden Punkte am rechten Mincio-Ufer) ward an den Stirnseiten der Casematten mit Eisenpanzern versehen. Die Festung war am 20. Juni zur Vertheidigung bereit.

Besatzung 5200 Mann, Armirung 342 Geschütze.

In gleicher Weise begann auch bei Mantua (Commandant FML. Baron Sztanko vics), am 23. April die Verlheidigungs-Instandsetzung.

Die Festung, an den Mincio-Seen gelegen, mittelst deren eine ausgedehnte Inundation bewirkt werden konnte, erhielt eben dadurch ihre grösste und genügende Stärke, daher auch nur eine Batterie (17 Geschütze) zwischen Pompiglio und Belfiore neu erbaut ward, um das Debouchiren aus der Festung in westlicher Richtung zu erleichtern; ferner eine Batterie auf 3 Geschütze am Kopfe des Dammes Chasseloup zur Bestreichung des Mincio-Überganges.

Die ausgedehnte Inundation war am 10. Mai, die sonstigen Arbeiten am 20. Juni vollendet.

Besatzung 8600 Mann, Armirung 432 Geschütze.

Armirung von Borgoforte 79 Geschütze.

Die Festung Legnago (Commandant GM. Wojnovii), nach denPrineipien der älteren Befestigungskunst erbaut, von geringer Ausdehnung und Widerslandsfähigkeit, ward nur als sturmfreier doppeller Brückenkopf angesehen und auch demgemäss bis 15. Juni in Vertheidigungsstand gesetzt, die Umgebung auf 2000 Schritte Breite inundirL

Besatzung 2400 Mann, Armirung 105 Geschütze.

R o v i g o (Commandant Oberstlieutenant Baron S a 1 i s), in neuester Zeit zur Sicherung des Überganges über die untere Etsch erbaut, bestand aus 4 permanent auf den wichtigsten Strassen erbauten Forts, ohne Noyau.

Zur besseren Beherrschung des Terrains wurden in die Intervalle der permanenten noch 4 passagere Werke (auf je 3—4 Feldgeschütze) eingeschoben, ferner zur Sicherung der Eisenbahnbrücke eine Batterie erbaut, und die Stadt selbst durch eine passagere Befestigungslinie umschlossen.

Die Festung war am 18. Juni in Vertheidigungsstand und mit 105 Geschützen armirt.

3 Berg-Forts und 57 Geschützen). Bei ersteren wurden noch 10 passagere BatterieStellungen erbaut.

Beide waren im Laufe des Monats Mai zur Vertheidigung hergerichtet.

Palmanuova (Comniandant GM. Conte Corti), und die Bergfeste Osoppo; diese kleinen Depöt-Plätze — von fast keiner Bedeutung— wurden ebenfalls im Laufe der Monate Mai und Juni zur Verteidigung hergerichtet, erstere mit 70, letztere mit 16 Geschützen armirt.

Die beiden Passsperren Malborghetto und Predil wurden durch Errichtung von Verhauen etc. vervollständigt, erstere mit 28, letztere mit 15 Geschützen armirt.

Venedig (Commandant Feldzeugmeister Br. A1 e m a n n) war durch die bestehenden grossartigen Befestigungen (im Ganzen 85 Werke) hinreichend gesichert, und war hier jeder Neubau überflüssig.

Die Werke der Seeseite waren bis 12. Juni, jene der Landseite bis 26. Juni in Verlheidigungsstand gesetzt und mit 846 Geschützen armirt.

Die wichtigsten für grosse Schiffe zugänglichen Einfahrten (bei Alberoni und Chioggia) wurden durch 2 Reihen schwimmender Barrikaden gesperrt und ausserdem mit 3 Reihen schachbrettförmig angeordneter See-Minen und Torpedo's versehen. Besatzung 13.000 Mann.

Die bei T r i e s t befindlichen Befestigungen bezweckten nur den Schutz der Stadt gegen Landungen oder Bombardements durch schwächere FlottenAbtheilungen. Sie wurden durch eine neu erbaute Batterie (4 Geschütze) am Monte Sermino, dann durch den Ausbau des halbfertigen Forts Olmi ergänzt.

Mitte Juni waren die Werke im Verlheidigungsstand und mit 198 Geschützen armirt.

Pola (GM. Rudolf), der vorzüglichste Kriegshafen des Kaiserstaates, war durch ausgedehnte Befestigungen sowohl gegen die Land- als auch Seeseile versichert.

Es wurden hier nur 2 Batterie-Stellungen am Monte Lezzo erbaut, für die Hafen-Einfahrt ausserdem See-Minen vorbereitet. Die Werke waren am 30. Juni zur Verteidigung bereit und mit 510 Geschützen armirt

Die festen Plätze Dalmatien's wurden im Laufe der Monate Mai und Juni ebenfalls in Vertheidigungsstand gesetzt.

Wir geben die festen Plätze hier mit ihrer Armirung:
Budua mit 11 Objecten und 58 Geschützen.

Cattaro „ 9 „ ,,87 „ ward durch Neubau zweier Batterien verstärkt.

Castelnuovo mit 9 Objecten und 133 Geschützen.

Ragusa „ 8 „ „ 115 „ ward durch Neu-Anlage zweier geschlossenen Werke auf 13 und 8 Geschütze verstärkt.

Sebenico mit 2 Forts und 25 Geschützen.

Clissa mit 18 Geschützen.

Knin mit 18 Geschützen ward durch 1 Feldfort am Monte Verbnik verstärkt.

Zara mit 161 Geschützen.

Lissa, die der dalmatinischen Vertheidigungsfront vorgelagerte Bastion, in allen bisherigen Kämpfen um den Besitz der Adria von hervorragender Bedeutung, war mit bedeutenden Werken versehen.

Der Hafen San Giorgio, im nordöstlichen Theile der Insel, der bedeutendste derselben, war durch eine Linie von See-Minen und 9 permanente Werke gesichert, zu deren Unterstützung noch 1 Mörser- und 1 HaubitzBatterie erbaut wurden.

Die übrigen feindliche Angriffe oder Landungen begünstigenden Punkte sicherte man durch Neubau von 11 Batterie-Stellungen, welche sowie die übrigen Vertheidigungs-Inslandsetzungs-Arbeiten gegen Anfang Juli vollendet und mit 93 Geschützen armirt waren.

Bei den permanent befestigten Punkten Tirols begannen die Arbeiten zur Vertheidigungs-Inslandsetzung in den letzten Tagen des Monats April, und wurden selbe — da Neubauten hierbei nicht vorkamen — im Laufe des Monats Mai sämmllich beendet.

Wir geben hier nachfolgend diese Objecte nach ihrer Lage und Armirung:

Lardaro, Thalsperre in den Judicarien, 3 Forts mit 20 Geschützen.

Ampola, Strassensperre zwischen Storo und Val-Ledro, 2 Blockhäuser mit 2 Geschützen.

Pönal, Batterie auf der Strasse aus Val-Ledro nach Riva, und

Nicolo, Batterie zwischen Torbole und Riva, hatte mit der letzleren Stadt 23 Geschütze.

Nago, auf der Strasse von Riva nach Mori im Elschthal, 2 Batterien, 15 Geschütze.

Malcesine-Batlerie am Ostufer des Gardasees, 6 Geschütze.

Buco di Vela bei Cadine, Sperre des Überganges aus dem Sarcathale nach Trient, 2 Werke mit 7 Geschützen.

Val Strino, Strassensperre gegen den Tonal mit 6 Geschützen.

Rocchetta, Thal und Strassensperre an der Ausmündung des NonsThales in's Etschthal, 2 Werke mit 8 Geschützen.

Gomagoi, Strassensperre gegen das Wormser-Joch, mit 7 Geschützen.

Neu erbaut ward zur Sicherung der militärisch wichtigen Brücke von Mostizzolo über die Noce ein doppelter Brückenkopf daselbst auf 7 Geschütze, am 10. Juli beendet.

Endlich ward Trient, der Centraipunkt Süd-Tirols, durch Anlage von

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