Universitätsgottesdienst und Aufklärungspredigt: die Göttinger Universitätskirche im 18. Jahrhundert und ihr Ort in der Geschichte des Universitätsgottesdienstes im deutschen Protestantismus

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Mohr Siebeck, 2000 - 433 Seiten
English summary: In the turbulent history of university church services in German Protestantism, the church of the University of Gottingen played an important role. The University of Gottingen was the most modern German university of the 18th century. Using the territorial system, the absolutist state at that time created a spiritual and religious institution, the university church service, and by incorporating it into the university gave it its own typical institutional and legal profile, which it still has today. In addition to the special position of this Gottingen institution, Konrad Hammann outlines the development of the sermon during the Age of Enlightenment, showing how the clergymen at the University of Gottingen attempted to overcome the transformation crisis of modern Christianity. German description: Seit der Grundung der Universitat Gottingen 1737 gibt es dort einen eigenstandigen Universitatsgottesdienst. Seine Institutionalisierung verdankt die Universitat dem politischen Willen des eigentlichen Universitatsgrunders, des hannoverschen Staatsministers Frhr. von Munchhausen. In Anwendung des Territorialsystems schuf der absolutistische Staat die geistlich-religiose Einrichtung des Universitatsgottesdienstes und verlieh ihr durch die Eingliederung in die Universitat ihr eigentumliches institutionell-rechtliches Profil.Konrad Hammann zeigt, dass diese Institution ein integratives Element im Grundungskonzept der Universitat Gottingen bildete. Zwar konnte man in Gottingen an Vorbilder anknupfen, doch den bereits bestehenden vergleichbaren Einrichtungen in Halle, Jena und Leipzig mangelte es an klaren Rechtsstrukturen, weswegen es dort auch zu zahlreichen Konflikten kam. Demgegenuber kann die Gottinger Rechtskonstruktion mit ihren tragenden Pfeilern (Universitatskirche, Universitatskirchendeputation und Universitatspredigeramt) als Neuerfindung gelten. Zudem hat sie sich bis zur Gegenwart als tragfahig erwiesen. Auch auf die Geschichte des Universitatsgottesdienstes im deutschen Protestantismus vom 18. bis 20. Jahrhundert, die ebenso wie dessen Vorgeschichte dargestellt wird, wirkte das 'Gottinger Modell' mit wichtigen Impulsen ein.Am Beispiel der Gottinger Universitatsprediger und ihrer Beitrage zur Bewaltigung der Umformungskrise des neuzeitlichen Christentums zeichnet Konrad Hammann ein reprasentatives Bild von der Entwicklung der Predigt im Aufklarungszeitalter.
 

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Inhalt

ß Die Universitätskirche von ihren Anfängen bis 180305
26
Die Einrichtung des Universitätsgottesdienstes 24
47
Die Anfänge des Universitätspredigeramtes
55
Das Göttinger Gesangbuch
72
Die Universitätskirche und ihr Umfeld
89
Die vorläufige Einstellung des Gottesdienstes 180305
108
Die Göttinger Institution in der Geschichte
121
Das Doppelamt des Theologieprofessors und Pfarrers
134
Die ersten Universitätsprediger
222
Gottfried Leß
262
Johann Benjamin Koppe
292
Johann Gottlob Marezoll
307
Christoph Friedrich Ammon
331
E Ausblick
367
Liste der Göttinger Universitätsprediger von 1742
385
Bibliographie
391

Die ersten Universitätsgottesdienste und die Sonderstellung
157
Entwicklungslinien in der Geschichte der Universitätsgottes
179
11 Die Predigtpraxis in der Universitätskirche und
212
Bibelstellenregister
419
Sachregister
430
Urheberrecht

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Beliebte Passagen

Seite 402 - Auferstehungs-Geschichte Jesu nach allen vier Evangelisten. Nebst einem doppelten Anhange gegen die Wolfenbütteler Fragmente von der Auferstehung Jesu; und vom Zwecke Jesu und seiner Apostel, Göttingen 1779 IV 69,79f.

Über den Autor (2000)

Konrad Hammann, Geboren 1955; Studium der ev. Theologie in Marburg, Tubingen, Munchen und Gottingen; 1980-81 wiss. Assistent in Munchen; 1981-83 Vikariat in Verden/A.; 1984-91 Pfarrer in Schwalmstadt-Trutzhain; 1988 Promotion; 1991-2003 Pfarrer in Gottingen; 1998 Habilitation; seit 2003 Professor fur Systematische sowie Historische Theologie und ihre Didaktik in Munster.

Bibliografische Informationen