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THE NEW YO! PUBLIC LIBRARY 090660

ASTOR, LENOX AND
TILDEN FOUNDATIOS
R 1904

Inhalt

Dritten Quartal-Bandes des Jahrgangs XXVIII

(Juli bis September 1903)

Sette

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Einige weitere ungedructe Briefe des Generalfeldmarschalls Grafen

D. Roon

1. 257

Alberta d. Butttamer, unter Mitwirkung von Staatssekretär a. D. May

d. Buttkamer: Die Vera Manteuffel. federzeichnungen aus

Elsaß-Lothringen I. II. III.

7. 161. 276

Anton Andrea: Donna Carlottas Weisheit. Eine italienische Geschichte 23

Bicomte de Meaux: Thiers-Gambetta. Erinnerungen eines Mitglieds

der Versailler Ussemblée

34

Brof. Dr. med. Hermann Eidhorft in Zürich: Medizinische Rücksichts.

losigkeiten

42

Marquis de Nadaillac: Ist es möglich, den Nordpol zu erreichen ? 52

Theodor Gomperz: Erinnerungen aus meinem Leben. II. Unfänge wissen-

schaftlicher Arbeit.

57

Dr. B. Weinstein: Die Sprache der Sinne

68

Richard Sterufeld: Zum Gedächtnis eines Meisters des deutschen Liedes.

(Hugo Wolf t)

73

Friedrich Haase: David Garrid. Eine Studie

85

Brof. Dr. D. Rosenbach in Berlin: Die Entstehung und hygienische Be.

handlung von Bleichsucht und Blutarmut.

106

6. Frhr. v. d. Golß: General Graf Häfeler als Erzieher

129

General Stefan Türr: Andrássy, Deát, Kossuth

133

Eruft Teja Meyer: „Nur um ein Weib". Tagebuchblätter

143

Sir şiram S. Marim: Die Wirkung der Zivilisation auf den Krieg 179

E. v. Liebert: Deutschland und England in Afrika

186

Prof. Frant Fund-Brentano (Paris): Die Verzte Molières

192

Prof. Dr. E. Rachlmann: Ueber die Entwicklung der Kunst im Leben

des Kindes

201. 335

Georges Claretie (Paris): Der erste Bühnenerfolg Edmond Rostands 212

Brof. Karl B. Hofmann (Graz): Ueber Licht erzeugende Organismen 222

Wirkl. Beh. Oberbaurat Blum: Die Betriebssicherheit auf den Eisenbahnen 233

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Einige weitere ungedruckte Briefe des General

feldmarschalls Grafen v. Roon.

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m Rückblick auf die am 30. April gefeierte hundertjährige Wiederkehr des

Geburtstags Albrechts v. Roon und im Anschluß an die in der Mai-Nummer

der „Deutschen Revue“ aus dessen Nachlaßpapieren mitgeteilten Briefe, sind wir in der Lage, noch einige weitere Nachträge zu liefern, die für den guten Humor des Verewigten, aber auch für dessen tief religiösen Ernst charakteristisch sind, und die selbst da, wo sie rein persönliche Angelegenheiten betreffen, auch für weitere Areise nicht ohne Interesse sein dürften. Wir beginnen mit einigen Zuschriften an denselben, Roon besonders nahestehenden langjährigen Freund, Herrn v. Felgermann, für den wir ihn in einem im Mai-Hefte der „Deutschen Revue“ mitgeteilten Briefe als Brautwerber haben auftreten sehen. Diesem hören wir ihn seine eigne Verlobung mit folgenden launigen Worten mitteilen:

„Im Jahre des Herrn 1835, am 2. des Septembris, d. i. am Tage der heil. Rahel, erblickte ein friedfertiger Kriegsknecht Albertus de Roon, zugenamset von einigen „Rosamunde“ (!), bei einem Besuche bei seiner Base, seines Vaters Schwester, ein Mägdelein von 17 Jahren, Anna Rogge, so die Enkelin besagter Base, mithin des Kriegsknechts Nichte war. Selbiger hat aber nicht, wie einst Jakobus, der Patriarch, sieben Jahre um Rahel, sondern vielmehr nur zweimal 7 Tage um genanntes Mägdlein gefreit, und sich am 15. Septembris, als am Tage der heil. Constantia guter Vorbedeutung - mit selbiger förmlich verlobet, so geschehen zu Gr. Ting bei Liegniß zur guten Stunde.“ Da haben Sie die ganze Herrlichkeit! „Gehet hin und thut desgleichen!“ rufe ich auch Ihnen zu, wie auch schon früher, wie Sie sich erinnern werden, Zeit, wo gewisse Gründe mir noch Verschwiegenheit auferlegten.“

Nachdem am 2. September 1836 Roons Vermählung erfolgt und sein Hausstand begründet war, versäumte er nicht, dem Freunde auch von allen weiteren, sein junges häusliches Glück betreffenden Ereignissen Kenntnis zu geben. So schreibt er ihm unter dem 19. Mai 1837 mit Bezug auf die zu erwartende Geburt seines ersten Kindes, des jebigen Grafen v. Roon: „Ich habe viel Arbeit und bin ziemlich fleißig; eine zweite Auflage vom sogen. „großen Roon“

Deutsche Revue. XXVIII. Juli.Heft.

zu einer

1

(das bekannte größere geographische Werk) erscheint im Spätherbst; eine andre besorgt meine Frau schon Ende Juni. Gott gebe zu beiden seinen Segen.“ In demselben Briefe fügt er hinzu: „Hier dreht sich alles um die alten Wirbel; jeßt gerade um das leidige Frühjahrsmanöver. Ancillon ist durch Werther erseßt; wer den Plaß des leşteren ausfüllen wird, ist noch im Dunkeln. Fischer und Vince (beide damals im Großen Generalstab) gehen nächstens als Klugmacher nach Stambul. Moltke macht jeßt eben eine empfindsame Reise mit dem Großherrn durch seine Länder."

Auch von der Geburt seines zweiten am 4. Juli 1838 geborenen und nachmals als Hauptmann der Garde-Felbartillerie bei Sedan gefallenen Sohnes unterläßt Roon nicht, dem Freunde Mitteilung zu machen, indem er ihm schreibt: „Anbei erhalten Sie ... ferner die ohne mein Verschulden Ihnen bisher, wie es scheint, nicht zugegangene Nachricht von einer am 4. Juli erschienenen Miniaturausgabe des „großen Koon“, deren Autorschaft ich indes unbedingt allein in Anspruch nehme, und die sich vor andern Miniaturausgaben durch Lebendigkeit u. s. w. auszeichnet, aber nur in einem Exemplar vorhanden ist, so daß ich meine abwesenden Freunde über ihre Vortrefflichkeit im Dunkeln lassen muß. — Dies dürfte weniger der Fall sein mit den neuen Auflagen (resp. der 2. und 3.) vom großen und kleinen Roon, mit denen ich binnen kurzem die ganze Welt zu beglücken gedenke, und die mich so sehr in Anspruch nehmen, daß ich, wiewohl mit Widerstreben, diese kurze Antwort auf Ihr kurzes Sendschreiben nicht länger mache, sondern Ihnen schließlich nur noch meine Zufriedenheit über Ihre kalligraphischen Fortschritte ausdrücke."

Auch im Jahre 1840, in dem ihm am 23. Juli sein dritter Sohn, der jeßige General der Infanterie, geboren wurde, meldet er die in Aussicht stehende „Vermehrung“ der Roonschen Völkerschaft, und als ihm im Jahre 1843 seine Gattin eine Tochter geschenkt hatte, mußte das damals gerade jungvermählte Felgermannsche Ehepaar bei dieser eine Patenstelle übernehmen.

Nicht ohne Interesse dürfte ein Brief Roons sein, der, wenige Wochen vor dem Tode König Friedrich Wilhelms III. geschrieben, von der Grundsteinlegung des Denkmals Friedrich des Großen sowie von der Erkrankung des Königs Nunde gibt.

„Montag den 1. Juni (nicht am 31./5.),“ schreibt Roon, „wird am Eingange der Linden, vor Prinz Wilhelm-Palais, der Grundstein zu dem Friedrich dem Großen zu errichtenden Denkmal (eine Reiterstatue, Front gegen die Schloß= brücke, Kevers gegen die Linden (im Hintergrunde die Viktoria]) gelegt; am selben Tage stecken vor dem Prenzlauer Thore Magistratus, Stadtverordneten und Deputierte einige Ruten in einen gekauften Acker und sagen, dies sei nun „Friedrichshain', ein neuer Volks-, ein zweiter Thiergarten. Dies, einiges Singen in einigen Schulen und wahrscheinlich eine Parade was ginge hier ohne eine solche ab ist alles, was man zur Feier des Jubelevénements erwartet, und auch dies war bis vor wenigen Tagen noch nicht beschlossen; alle Anfragen von außerhalb von Amts wegen waren von Amts wegen unbeantwortet ge

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