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3ö I . . . 'Goethe und Suleika.

Zur Erinnerung an Mari»nne von Willemer.

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,,.,? H^ie Epochen .in. Goethe!« Leben Heilen sich am natürlichsten nach feinen Hauptcorrespondenzen. Fikr die Zeit voV Weimar ist die mit Lotte KHner-d« wichtigste. Bis zur italienischen Reise der Briefwechsel mit Frau Von Stein. Von da bis in die ersten Jahre des neuen Jahrhunderts empfängt Schiller die besten Briefe. Von dessen Tode bis zum Lude der Freiheitskriege stand Knebel Goethe am nächsten. Für die folgenden Jahre tritt Sulpiz Boisseree ein. Für das letzte Jahrzehnt, neben ihm, Eckermann's Tagebuch. Lotte und Frau von Stein gegenüber zeigte Goethe die glühende Jugendlichkeit, die Alles nur soweit sieht, als ihr eigenes Feuer eS anstrahlt. Schiller gegenüber geht Goethe aus sich heraus und sucht die Welt an sich zu umfassen. Knebel der Altersgenosse empfängt schon nur Berichte, weil er offenbar der zuverlässigste Vertraute ist. Boisseree, nach ihm, ist der jüngere Mann, dem der ältere sich niemals über eine gewisse Linie hinaus aufschließt, aber dessen Meinung Gewicht hat. Eckermann, endlich, empfängt nur, ohne geben zu dürfen. Neben der Correspondenz mit Boisseree aber wird in Zukunft vielleicht die mit Marianne von Willemer als gleich wichtig herlaufen, von der einstweilen nur sehr wenig bekannt ist. Aus Boisseree'« Briefen an Andere lernen wir diese Frau jetzt allein in ihren jungen Jahren kennen: was ich hier folgen lasse, sind Erinnerungen an sie aus ihren letzten Zeiten. —

Sulpiz Boisseree gehörte keineswegs zu Goethe's glühenden Verehrern, im Gegentheil, ein gewisses Fundamentalgesetz seiner Natur bricht immer wieder durch, das ihn auf ganz anderem Boden stehend erscheinen läßt, als auf dem, der bis dahin diejenigen zu erzeugen und zu «ähren pflegte, welche Goethe näher traten und nahe standen. Sulpiz Boisseree war Romantiker: deutsch, religiös, im bewußten Gegensatze zur alten classischcn Anschauung sich verhaltend und von Anfang an nicht geneigt, auch im Geringsten Goethe nachzugeben. Aber auch dieser täuschte sich nicht über das, was den jüngeren Mann diesmal an ihn fesselte. Goethe war im deutschen Leben damals eine allgemein wirkende Macht geworden, welche

Preußische Iohitüchcr. Vl. XXIV, Hcft l. 1

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