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is hir ane vorsumet ghicht,
des enlegget uns to arghe nicht,
wente if hebbe dat diffe lesen,

90 nen mynsche fan vullekamen wesen, of sach if newerlbe enen, de de allen luden fonde to danken denen: bir umme bidde wy jw up dat leste, bat gy jo weten unse beste;

95 wente fone wi dat wol rafen, so wille wy bir namals en beter maken. wy willen uns vrowen an gabe unt vorvůllen syne gotliken bade unt leven al an gades gnade,

2000 so mach uns de bose ghest nicht schaden. wente alzo gy id hebben gheseen unt moghen merken averen, wo de bosen gheste dar na ryngben, dat se de lude to den sunden brynghen. 5 dat dot se deme mynschen umme hat, dat be nicht enfame in de vrowde, de be vor besat. nu is us up bat leste en bylde gheven, wo de lude van allen ammeten werden to der helle

dreven. bat en the fif numment to hone,

10 men malf hebbe fyner sunde schone; wente des argben schut leyder mer unt vele, wemme wol kan unt doer brynghen to spele, edder wemme fan beschryven. got gheve, dat wy alto male by em blyven 15 in fyneme ewighen rife, des helpe uns got alghelife.

1

93 dede geschrieben, aber, zum Unterschiede von dem Zeitwort, getrennt, wie auch an andern Stellen.

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wente got heft uns alle ghewrafen
unt beft der duvele hele tobráfen
unt beft uns dat paradis ghegheven,
dar wy (cholen ewighen myt em leven.
des wille wy uns vrowen in allen landen
unt fyngben: Cristus is up gbestanden.

Finitus est iste rycmus anno domini M°CCCC°. LXIIII. sequenti die

Elizabethae in Redentym. O crux ave, spes unica! salve arbor sanctissima,

25 quam Ihesus sua gratia morte ditavit propria,

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et sacra Christi passio
et sanguinis aspersio
colendam omni populo
consecravit in seculo.
ad ejus nunc memoriam
et passionis gloriam
te adoro, te veneror,
per te salvari deprecor.
sis mea tu protectio
et in cunctis defensio,
intus

s et exterius
conserves horis omnibus.

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à maligno me protege
crux alma omni tempore.
o crux tuum signaculum site
sit mihi propugnaculum.

a motibus illicitis
et actu turpitudinis.

45

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meget for et

25 salva,

contra omne periculum
crux sit mihi umbraculum.
ne cordis cogitatio
aut carnis delectatio
ad consensum me protrahat,
crux me semper custodiat. amen.

2050

Dieses lateinische lied steht von anderer Hand unmittelbar unter obigem Schauspiele. Der Inhalt gehört aber nicht zum Oftersamstag, sondern zum Charfreitag und stimmt mit dem Kirchenliede überein, das am Charfreitag Abends gesungen wird und so lautet:

O crux ave, spes unica (nostra),
hoc passionis tempore,
auge piis justitiam

reisque dona veniam.
Die zwei legten Verse beziehen sich auf Pilatus und die
Juden und bitten zu Gott, von den Christen eine ähnliche
Sündensguld abzuhalten. Vgl. Daniel thes. hymnolog. 1, 161.

G. Beichtspiegel. Ich habe oben (S. 22, Bd. 1, 267) angeführt, daß in den Spielen der Auferstehung die Sünden der Menschen aufgezählt werden, welche statt der erlösten Altväter in die Hölle kommen, wie in diesein und andern Stüden der Fall ist (altt. Schausp. 118. Hoffmann 2, 306). Diese Aufzählung hat den doppelten praktischen Zweck, einmal den Beichtspiegel einzuprägen, sodann lieber dem Priester im Leben seine Sünden bekennen als dem Teufel nach dem Tode, weil es dann nichts mehr hilft. Der erste Zweck macht es begreiflich, daß in diesen Spielen gewisse Personen nicht aufgeführt werden, die man nach anderweitigen Klagen der Zeit darin erwarten sollte, was näher zu erforsden ist.

Schon der Namen Beichtspiegel geht in das Mittelalter zurüd. Spiegel heißt in solchen Namen so viel wie Anleitung, also Tugendspiegel Anleitung zur Tugend, Seelenspiegel Anleitung für die Seele zum guten Leben u. dgl. Der Beichtspiegel ist eine Aufzählung der Sünden, welche dem Menschen zur Anleitung dienen soll, sein Gewissen zu erforschen und recht zu beichten. Er ist bestimmt für die Beicht des Einzelnen, daher verschieden von dem allgemeinen Sündenbekenntniß, wie es in Confiteor des Meßgebetes vorkommt. Dergleichen Anleitungen waren seit unserer Bekehrung im ganzen Mittelalter gebräuchlich, Maßmann hat sie in seinen Abschwörungsformeln bis ins zwölfte Jahrhundert gesammelt. Folgendes Beispiel ist aus dem Ende des dreizehnten Jahrhunderts und steht in derselben HT. (BI. 1 – 4) des Herrn Generals von Radowiß, woraus idh oben die Belehrung über die Todsünden genommen habe (Bd. 1, 324). Die Sprache gehört in das öftliche Baiern oder Desterreich. Das Stüd ist für Drdensleute geschrieben, für die aber manches darin nicht paßt, weßhalb ich glaube, daß es eigentlich eine Anleitung für Laien war.

Sowohl in den Beichtspiegeln als in obiger Belehrung wird vom Wucher abgemahnt und über diesen sind die Klagen im Mittelalter häufig, wie schon die kleine Stelle über die wudherischen Stadtbürger beweist, die ich oben (S. 22) mitgetheilt. Namentlich werden die Juden über ihren Wucher in den Schriften des Mittelalters oft getadelt, wofür ich auch unten einen Beleg gebe, aber bis jeßt sind mir in feinem alten Schauspiele Juden vorgekommen, die ihres Wuchers wegen darin aufgeführt wären. Dieser sonderbare Umstand beruht nicht auf Schonung, denn die grausamen Judenverfolgungen im Mittelalter beweisen das Gegentheil, sondern hat andere Gründe, die ich hier erwähnen muß. In den Schauspielen des jüngsten Tages hört jeder Volfsunterschied auf, daß also darin unter den Verdammten keine Juden namentlich angeführt werden, liegt in der Natur der Sache und in der Prophezeiung, daß alsdann das Judenthum aufhört. Wohl aber fönnten Juden in den Spielen der Auferstehung vorkommen, denn der Teufel, der seine ausgeleerte Hölle wieder füllen will, nimmt dazu nicht nur Christen sondern auch Juden. Aber auch da werden feine Juden genannt. Der Grund ist doppelt: einmal mußten sie wegbleiben, weil in solchen Spielen die Juden des alten Testaments vorkommen, neben welchen die Juden des Mittelalters nicht gut auftreten konnten, ohne die Darstellung zu verwirren. Aus demselben Grunde hat man ja auch Kirchenlehrer, Herolde u. dgl. an die Stelle der Evangelisten gesegt (altt. Schausp. 42 und oben 1, 55). Zweitens blieben die Juden weg, weil sie keine Beicht haben. Die Darstellung der Sünder fou ja, wie oben gezeigt, den Beidytspiegel einprägen, dieß bezieht fich nur auf Christen, dem Zusammenhang der Sache nach fonnten also die Juden hier feine Stelle finden. Diesem Schweigen der Schauspiele stehen die Klagen gegenüber, die in andern Schriften jener Zeit vorkommen. Zum Beweise reße ich die Leusserung einer Predigt her, von der ich zwar nicht weiß, ob sie gehalten wurde, deren Zweck aber doch war, dem Volfe verkündet zu werden, wodurch die Aeusserung eben das Gepräge eines öffentlichen Tadels befommt und das her als Meinung der Zeit zu beachten ist. Sie steht in einer St. blafisden Hl. zu Karlsruhe o. N. vom Jahr 1440 BI. 170 und lautet also: dominantur in nobis scilicet in rebus temporalibus perfidissimi et iniquissimi Judaei, pessimam usuram sibi a nobis christianis usurpant miserrime. Et nos sumus ita caeci et ita iniqui et inanes, quod nolumus intelligere et aspicere vitam et nequitiam ipsorum, sed potius defenduntur a superioribus fatuis secularibus, scilicet a magistris civium,

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