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Sånger: Pionierfest zu feiern. Dasselbe wird in einem Concert, Banquet und Bau bestehen, und balten etwa fünfzig ter alten Sänger bereito allröchentlich, unter Peitung des Musifdirektore Wilbelm Klauemeyer Proben dafür ab.

Bei der Eröffnung der dieejäbrigen Industrie Ausstellung in Cincinnatt hielt ein gemisfer Reverend Noab Hunt Schend die Eröffnungerede, in welcher er die eingewanderten Bürger gröblich insultirte, indem er sagte: „In Wahrheit, wir find im argen Irrthum, wenn wir der Immigration gar zu große Vortheile ge. wäbren. Mein Patriotismus wird feineswege durch die gegenwärtige Abnahme in der Zahl derjenigen, welche Bürgerrecht und Unterhalt innerhalb unjerer Grengen suchen, entmuthigt. Ich würde lieber Utab für das nächste halbe Jahrhundert nod als eine beulende Wildniß leben, als daß dasselbe von den verführten Opfern eines Mormonen Betrügers bevölfert würde. Ich möchte New Yorf lieber als eine amerifaniide Stadt, mit der Hälfte der jeßigen Bevölferung seben, denn als eine Stadt welte, wie sie es ist, zumeist durch eine Stimingeber- Madt von solden regiert wird, welche das Wabirect in Unwillen beit oder Vorurtheil oder Aberglauben ausüben eine Stadt, in welcher mehr Irländer sind als in Dublin, mehr Deutsche ale in Damburg und mehr Juden als in Jerusalem."

Diejen beleidigenden Aeußerung zufolge wurde eine Indignations Bersamm. lung in der Turnhalle abgebalten, worin die nativistischen Ergüsse dieses Nichtswissers gebührend getabelt wurden. Leider war das Auftreten mebrerer der Redner nicht derart, daß die Versammlung großes Gewicht erzielte. Will man über Andere tadeln, so sollte man vor allem selber tabeløjrei handeln. Dem Rev. Schind aber dürfte man wohl in Erinnerung bringen, daß er selbst ja von deutscher 46tunft ist. Wäre das Schiff “Charming Nancy,” mit welchem sein Urgroßvater, Dale Georg Shend, aus der Pfalz im Herbite 1738 nad Amerifa auswanderte, unterwege zu Grunde gegangen, wo wäre dann der Nev. Schend heute ? Er möje seinen Namen betradhten und sich dann (däinen!

- Der Philad. Demofr." sagt betrefs eines „Deutid - ameria laniiden Preßverein 8“: ,, Die Frage, ob es nicht im 3. 1876 wenigstens an der Zeit sei, die Idee einer solchen Vereinigung auszuführen, ist von leitenden Mitgliedern des deutschen Preßvereins in Penniylvanien von Neuem beiprochen worten und wird dieselbe bei der Jahresversammlung desselben, welche dem näcft stattfinden soll, zur Discussion kommen. Der Wahrscheinlichkeit nach wird der legtere Verein eine Einladung erlassen, im Jahre 1876 zu Philadelphia den Vera such zur Gründung eines deutsch-amerikanischen Preßvereins zu machen. Er wird sein Programm seit seinem Besteben publiziren und abwarten, wie die Antworten auf diese Einladung lauten werden.“

Wir biligen den Vorschlag des „Philad. Demokr." entschieden, wenn dadurdo die deutsch-amerikanische Presse zu einer unabhängigeren, von den Fesseln des Par. teidespotismus freieren Stellung gelangen kann. Bis ießt ist diese Stellung, mit seltenen Ausnahmen, nichts weniger als männlich und würdig. Seitens der Partei zu welcher sich die resp. Zeitungen bekennen, lassen sie sich meistens die gröbsten Jnsulte gefallen, sich selber und dem von ihnen vertretenen Deutschthum. 3m Stillen, beim Bier- oder Weinglase ballen die Herren Redakteure dann wohl bäufig die Faust im Sad, vor der Deffentlichkeit aber søluden sie Subnägel.

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Mag die resp. Parteiplatform ihren Privatmeingungen direkt zuwider sein, mögen Candidaten nominirt sein, deren sie sich individuell schämen, alles muß binunterge. schludt werden und die Handlangerdienste, die sie dabei leisten, sind oft so veräppte lider Art, daß bei denkenden Leuten lolit ein Redakteur alle Aftung verliert.

Deshalb nehmen die Deutiche auch eine so untergeordnete Stellung in der Politik unseres Landes ein. Eine Handvoll Irländer leisten ja gewöhnlich mehr als eine ganze Armee Teutscher. Wir fordern die Herren Redakteure der meisten deutsch-amerikanischen Zeitungen aller Parteien auf, die Hand auj's Herz zu legen und gewissenbaft zu sagen ob wir nicht Redyt haben?

Wenn also durch eine Vereinigung der deutsch-amerikanischen Presse bierin eine Abhülfe geschehen fann, iu beißen wir den Vorschlag mit Freuden will. kommen. Einigkeit macht starf! Wenn die deutsch-amerikanische Presse nur rect will, so fann sie alles erlangen, sie muß nur einig handeln und die Drobungen zu Thaten werden lassen.

- Das Deutsch-Pennsylvanische. Wie oft ist dhon über die gute achte deutsch-amerifanische Sprache gehöhnt und gespottet worden, natürlich von Leuten, die gar nichts davon verstanden. Um diese Sprache zu verstehen, muß man etwas von den Volfs - Dialetten Süddeutico la nds wissen. Wer nur die hod)deutsche Schriftsprache fermt, oder die Volfs-Dialette Mittel- und Norddeutschs lands, namentlich das Plattdeuntide, wird gar nicht wissell, was er eigentlich) aus der Sprache unserer braven Deutic): Pennsyivanier machen soll. Da ist denn gar Mancher auf die Idee gekommen, diese Sprache wäre ein verhunztes Hoddeutsch, welchem möglichst viele verdrehte englische Wörter zugelebt wären.

Nichts fann ungered)ter gegen die Deutsch - Pinnsy vanier, und Nichis fann unrichtiger jein. Ihre Sprache ist das Pfälzische mit Z111az einzelner sat wäbischer Wörter hier und da, wie in Lancaster, auch einige allemannische. Denn die Haupts Einwanderung unserer alten deutschen Pennsylvanier im vorigen Jahrhundert fam aus der Pfalz und ihre Sprache war die vorwaltende, aber auch aus Schwaben, Franken, Elsaß und aus der S dyweiz gesellte sich manches Element hinz11. Das Zujiben englischer Wörter ist eine Sache, weiche mehr von denen geschieht, die feine ächten Deutsch Pennsylvanier sind. Diese Leşteren weijen das zurüd oder bec schränken is auf nur wenige Phrasen.

Jedermann in Deutschland läßt den Volfe. Dialeften ihr Recht. Niemandem fällt es cin, daß sie ausgerottet werden müßten, oder daß fie verhunztes Hochdeutico wären. Sie sind im Gegentheil die eigentliche lebendige Quelle der hochdeutschen Schriftsprache, aus welcher diese entstanden ist, und aus welcher diefelbe fortipährend neue Kraft, Gewandtheit und Mannigfaltigfeit schöpft. Die größten deutschen Sprachforscher, wie Grimın und Andere, fönnen die Berechtigung und Urspringe lichkeit der Volts-Dialette nicht genug hervorheben und deren genaue Erforschung, Erhaltung und Würdigung nicht genug empfehlen. Was von den Dialetten in Deutichland gilt, hat auch diefelbe Bedeutung für den deutsch-pennsylvanischen Dialcft.

(Lancaster Voltsfreund.) - Der Slingelbeutel wird schon wieder von Deutschland herüber. gereicht. Diesmal handelt es sich um ein dem Philojophen Herbart in seiner Ges burtsstadt Didenburg zu errichtendes Denkmal. „Ein einfaches Dentmal!"

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heißt es ausdrüdlich in dem übrigens nicht von Oldenburg, sondern von Jena fommenden Aufrufe. Und nicht einmal dies einfache Denkmal“ fann man in dem reichen Deutschland errichten, ohne die Deutsch - Amerifaner anzuschnorren, an welche man draußen immer nur dann denkt, wenn man etwas von ihnen haben will!

- Garnett. Auf welche merkwürdige Weise manche der amerikanischen Familiennamen entstanden sind, davon gibt folgende A nefdote Zeugniß : Im Jahre 1741 landete das Schiff „Starlight“ im Hafen von Norfolt mit etwa fünfzig Pfäljer Emigranten Familien. Unterwegs aber war eine starke Epidemie auf dem Schiffe ausgebrochen und etwa die Hälfte der Passagiere starb, wobei mehrere Familien ganz ausstarben. Bei Ankunft des Schiffes im amerikanischen Hafen wurs den die Kranken in ein Hospital gebracht und mehrere Kinder, deren Eltern gestorben waren, von angesehenen Familien aufgenommen. Unter Anderen war auch ein kleiner dreijähriger Knabe darunter, welchem der Tod Vater und Mutter geraubt hatte. Dieser wurde von einem Pflanzer, James Mercer, in Elmwood, Virginia, aufgenommen. A16 man das Kind befragte, wie es heiße, erwiderte es : ,

Da man keinerlei Ausfunft über den wirklichen Namen des Kindes erlangen fonnte, jo gab man ihm den Namen Barnett. Von ihm stammen die beiden südlichen Generäle, Robert Selden Garnett und Richard Brooke Garnett, welche beide im jüngstverflossenen Rebellionsfriege gefallen sind.

- Am Samstag den 18. September d. 3. wurde in Cincinnati der zoologische Garten eröffnet, der zweite in den Ver. Staaten - der erste besteht seit Rurzem in Philadelphia. Das Unternehmen, obzwar sich auch Amerifaner daran betheiligen, ist doch vorzugsweise das Werk der Deutschen Cincinnati's, da mehr als zwei Drittel der Attionäre der Gesellschaft Deutsche sind. Der eigentliche Vater des Unternehmens ist Herr Andreas Erlenbrecher, welcher seit etlichen Jahren dem hiesigen Acclimatisations-Verein als Präsident vorgestanden hat, und der viele tausend Dollars verausgabte, um die herrlichen deutschen Singvögel aus unjerer alten Heimath auch nach Amerika zu verpflanzen.

Der Z e djer.

o hasel.
Dscheltet mid, den frohen Zecher, nicht,
Die ihr die Lust kennt bei dem Becher nicht!
Es macht der Trauben edles Feuerblut
. Den Trinker tühner, aber frecher nicht.
Griesgräm'ge Schelter ihr, die ihr entrinnt
Dem Druck der Giebeln und der Dächer nicht,
Sei diese Lust die ihr noch jeßt verpönt
Dereinst an euch ein grimmer nächer nicht!
Sebt! blißen, wenn ich singe, bei dem Wein
Der Schönen Augen hinter'm Fächer nicht?
Und öffnen dem begeist'rungstrunfnen Blick
Die Hütten sich und Pruntgemächer nicht?
. Trinkt ! Trintt! Denn bin ich erst im Paradies,
Laß ich euch ein ihr armen Schächer nicht !

Friederid Albert Smith

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I

Wie wir nicht anders erwartet haben, hat der Aufsat in voriger Nummer des ,,Pionier," „Die Leibgarde Washington's“ ein bedeutendes Aufsehen in der deutsch-amerikanischen Presse erregt, und vielfach ist unser Artikel abgedruct worden, theils mit Creditgabe, theils ohne. Gegen das Leştere anzufämpfen scheint uns beinahe verlorene Mühe zu sein, denn es giebt noch gar zu viele Zeitungsherausgeber, von den Hedakteuren nicht zu sprechen, die nicht so viel Anstand gelernt haben, und wir verzichten darauf gegen einen so abschüssigen Strom anschwimmen zu wollen. Umsomebr ist es zu loben wenn andere Blätter dem „Deutschen Pionierverein“ das demselben gebührende Lob für sein so treffliches culturhistorisches Unternehmen bereitwillig zol: len. So sdyreibt der „Wächter am Erie“ in einer editoriellen Notiz: ,,-- - Der ,, Deutsche Pionier'' bat seit seinem sechsjährigen Bestehen sich bereits große Verdienste um die Geschichte des Deutschthums erworben, indem er halb und ganz Vergessenes aus dem Leben deutscher Pioniere in Fülle der Vergessenheit entriß und überhaupt nachhaltig Anregung gab, den Spuren dessen, was Volksthum hier geleistet, was es gelitten und erstrebt und erreicht sorgsam nachzugehen, und so schon eine Masse werthvollen Materials zu einer Geschichte des Deutschthums in Amerika gesammelt hat, auf die gestüßt es seinen guten Antheil an dem beanspruchen darf, was die große Republik geworden ist und geleistet hat. Die Zeitschrift sollte eine weite Verbreitung und Unterstüßung finden, denn dabei würde sie zugleich auch manches Er: innern weden, was wohl der Aufzeichnung werth wäre. Dem deutschen Pionier: Verein von Cincinnati gebührt der Dank des Deutschthums für Oründung dieser Monats i drift."

Es ist uns zur traurigen Nothwendigkeit geworden, über das anmaßende Auftreten eines unserer Vorgänger, Herrn „Professor“ Karl Knort, hier einige Worte sagen zu müssen. Während wir nun bereits vor zwanzig Monaten die Redaktion des „Pionier" übernommen haben, gerirt sich Herr Knorg in Deutschland noch stets als „Redakteur des Deutschen Pionier“. Vielfach ers hielten wir, von Buchhändlern draußen, an Knork als „Redakteur des Pionier" gerichtete Briefe, die wir jedesmal auf die Post zurückgaben, um dort an ihn weiter befördert zu werden. Was diese Briefe enthielten, konnten wir leichter vermuthen als behaupten. Endlich fam vor Kurzem ein offenes Schreiben einer deutschen Verlagsbuchhandlung, gegen Ende Juli datirt, an uns, worin der Herr „Redakteur“ Knorß gebeten wurde, ein in ihrem Verlage soeben erschienenes Buch in den Spalten des „Pionier“ zu besprechen. Auf seine desfallsige Erklärung hin, folie ihm ein Eremplar des Budies durch eine hiesige Bucşhandlung zur Verfügung gestellt werden. Da es sich bier augenscheinli um eine Prellerei handelte, so benachrichtigten wir die betreffende Verlagsfirma von dem bereits vor anderthalb Jahren stattgehabten Redaktionswechsel und sandten die betreffende Postkarte zurüd.

Nun wird uns soeben das kalbmonatliche Cirkular der Verlagsbuchhandlung des Waisen: hauses in Halle a. d. S. zugestellt, datirt vom 12. Juli 1875, worin diese Verlagshandlung die bei derselben im Laufe des leßten halben Monats erschienenen Bücher mittheilt. Wir trauten unseren Augen kaum, als wir darin folgende Ankündigung lasen :

„Schottische Valladen, in deutscher Bearbeitung, von Karl Knorß, Professor und Nedakteur des “GERMAN PIONEER IN CINCINNATI". 1875 2c."

Das ist doch sicherlich eine Anmaßung, die jeden Begriff von Anstand überschreitet. Glaubt etwa Herr Knort, daß er in Deutschland ungestraft unter einem Gewande fortvegetiren darf, welches nicht sein Eigenthum ist? Mehrere der hiesigen Buchhändler, denen wir diese Thatsachen mittheilten, sagten uns, daß Herr S. noch immer unter der Firma eines Redakteurs dieser Zeit: (drift Zusendungen von Büchern aus Deutschland erhalte. Es kann und natürlich nicht füms mern, unter welchem Titel Herr Knorß mit den Buchhändlern oder auch anderen Leuten in Deutschland und Amerika verkehrt, nur sollte dizses privatim geschehen. Tritt er aber damit difentlich hervor, so muß er an die Fabel des Raben denken, welcher sich mit fremden Federn

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schmüdte. Doch wir vergessen, daß es nicht bloß unter den Thieren eine Gattung Di&häuter giebt, und der Pfarrer, Herr Dr. Lichtenstein dahier erzählt ja ein ganz allerliebstes Şistör den von Herrn K. in dieser Richtung.

Uns bleibt nur eins übrig: Jedermann zu benachrichtigen, daß Herr Knorß bereits seit nahezu zwei Jahren von der Redaktion unserer Zeitschrift einen unfreiwilligen Abschied genommen hat.

- Freund Schmitt sendet uns folgende Notiz zur Berichtigung: „Mein in No. 6 des „Pionier“ abgedrudtes Gedicht zur Enthüllungsfeier des Hermann-Denkmals ist in der redattionellen Einleitung als „auf dem Festplaße verlesen“ bezeichnet. Ob dies geschehen, weiß ich nicht, da ein literarischer Freund (Rittershaus), dem ich die Arbeit zur Veröffentlichung für diese Gelegenheit zugesandt hatte, mir bis jeßt noch keinerlei Nachricht darüber zukommen ließ.“ Louisville, Ky., den 24. September 1875.

Friederid Albert Schmitt. – Von perrn Theodor Kirchhoff in San Franzisco erhielten wir im Laufe des Monats dessen ,,neueste Dichtung," welche, wie er schreibt, sich gern dem Publikum z ue r ft durch den „Pionier“ präsentiren möchte.“ Da es für diese Nummer, welche bereits zur Hälfte gedruct war, zu spät ankam, so werden wir unseren Lesern das wirklich reizende Gedicht, welches die Aufschrift trägt: ,,Das Felsbild im Yosemmetithal," im nächsten Heft , präsentiren." Dem Herrn Kirdhoff aber sagen wir unsern besten Dank!

Ein Freund und Leser unserer Zeitschrift, dem die kleinlichen hämischen Bemerkungen über den „Pionier,“ mißfallen, die ein gewisser K. K., traurigen Angedenkens, in einer deutschen Zeitung in unserem Nachbarstaate Indiana schreibt, fandte und folgendes epigramatisches Distichon zu, welches wir seinen trefflichen alliterirenden Stabreimen zu lieb abdrucken wollen. Wir persönlich würden dem kritisirenden Herrn keinerlei Aufmerksamkeit gewidmet haben, da er überaus harmlos ist, und unsere Spalten sich selber empfehlen müssen wenn sie erfolgreich sein wollen.

An K. K.
Knarre und knurr' nur, o Knirps, und krähe dein knöchern Geträchze, –

Knorßiges Knittelgekram knittelt dein knotig Gekreisch ! Büchertisch. „Aus Berks County's schwerer Zeit.“ Eine geschichtliche Erzählung von L. A. Wollenweber („, Alter vom Berge“). Diese 40 Seiten starke Broschüre wurde uns durch den Verfasser zugesandt. Sie enthält einen höchst interessanten Beitrag zur Geschichte des Deutscthums in Pennsylvanien, aus jener Zeit, als das deutsche Pionierthum sich in die entferntesten Wildnissen des damaligen sogenannten ,,Westens“ hineinwagte und dort die Urwälder klärte und der Cultur neue Wege bahnte. Die Erzählung, wenn auch hier und da etwas holprig bearbeitet, birgt das prächtigste Fundament zu einem höchst spannenden Noman in sich. Sollte nicht ein gewandter Novellist sich des Stoffes bemächtigen und daraus ein größeres Wert arbeiten wollen? Dem Verfasser aber gebührt für das gelieferte Material alle Anerkennung.

Von ,,S. Ziđel's deutsch-amerikanischen Familienblättern“ liegen und die Hefte 23 bis 26 vor, welch leßteres den 3. Jahrgang beschließt. Zugleich ist diesem Hefte ein Probebogen von Heft 1 des 4. Jahrganges beigegeben. Die Deutsch-amerikanijden Familienblätter" bringen gute deutsche und deutsch-amerikanische Romane, Novellen, Skizzen, Humoresken, populäre wissenidaftliche Auffäße 2c., und zugleich wird den Abonnenten die prachtvolle Stahlstich Prämie „Alte Freunde" gegen die geringe Nachzahlung von nur 50 Cents verabfolgt. Alle vierzehn Tage erscheint ein Seft von fünf Bogen Quarto zu dem äußerst billigen Preise von nur 15 Cents pro Nummer. Adresse: S. Zicel, 19 Dey Straße, New York.

Von „Saus und Herd" ging uns die 10. Nummer zu, die abermals trefflich ausgestattet ist

. Wir können „þaus und Herd" nicht genügsam empfehlen, denn die Auffäße darin sind keine Geist- und Sittenverderbende Romane, sondern gute deutsche Hausmannskost: historische, unterhaltende und belehrende Lettüre in populärer Sprache geschrieben. Solche Zeitschriften tragen mehr dazu bei, die gute liebe deutsche Sprache in Amerika zu erhalten, als alles hohle Phrasengedreich der ganzen Tagespresse auf beiden Seiten des Dceans zusammen. Gebt den Leuten gute

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