Graf Reinhard: ein deutsch-französisches Lebensbild, 1761-1837

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Buchner, 1896 - 614 Seiten
 

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Seite 378 - Ich will diese ganze Rücktendenz nach dem Mittelalter und überhaupt nach dem Veralteten recht gerne gelten lassen, weil wir sie vor 30 bis 40 Jahren ja auch gehabt haben, und weil ich überzeugt bin, daß etwas Gutes daraus entstehen wird; aber man muß mir nur nicht glorios damit zu Leibe rücken.
Seite 6 - Selbst die fleißigsten Zöglinge, wenn sie in die Jahre kommen, wo sie ihren Verstand selber gebrauchen können, klagen mit Unwillen, daß man sie ihre kostbare Zeit durch eine zwecklose Art, zwecklose Dinge zu studieren, so elend habe verschleudern lassen. Wer sich ganz im Geist dieser Anstalten bildet, wird ein gelehrter einseitiger Pedant. Aber ein brauchbarer Mann wird er niemals.
Seite 511 - Zugleich hab' ich die Sammlung von 60 Portraiten kennen lernen, der das meinige einverleibt werden soll. Wie ich meine Zukunft' einzurichten gedenke, bedarf ich Ihnen nicht zu sagen, aber der äussern Ereignisse bin ich nicht Meister. Es ist nun einmal so: Wir, Söhne und Zeugen der Revolution müssen und sollen ihr Opfer werden!
Seite 317 - Tasso aufführen sahen; Reinhard gestand, keines ähnlichen Genusses sich zu erinnern, den ihm irgend ein Schauspiel gewährt hätte. Noch mehr trat ihm in Weimar überall Goethe wieder entgegen. Er schrieb von da am 9. August dem in Karlsbad zurückgebliebenen Freund : „Hier sind wir mit einer freundlichen Güte aufgenommen worden, die wir ausschließend oder doch zuerst Ihnen verdanken.
Seite 378 - Ich hatte das erhebende Gefühl des Siegs einer großen, schönen Sache, über die Vorurteile eines der geistreichsten Menschen, mit dem ich in diesen Tagen recht eigentlich einen Kampf hatte bestehen müssen, ich hätte ihn gewiß nicht errungen, wäre ich nicht durch so genaue Bekanntschaft mit meinem Gegner, mit dessen Gesinnungen ich besonders durch Reinhard sehr vertraut war, gar trefflich vorbereitet gewesen.
Seite 96 - Schatten. Im Angesicht von Rom. Am 4. Mai 1793. Es sei! Verschließe mir, des neuen Frankens Sohne, Die Stadt, die sieben Hügel deckt, O Priester, am Altar und auf dem morschen Throne Vom Ruf der Freiheit aufgeschreckt.
Seite 4 - Weltgeschichte, und so war ich der einzige von meinen Mitschülern, der bis zum dreizehnten Jahre etwas mehr wußte als Griechisch und Latein. Aber das Hofmeistern trieben meine Eltern wie die Ihrigen, nur fragmentarisch; und es blieb mir, was, Dank sei es der Mutter, meinen Kindern nie so gut ward, manche frohe Stunde in Gottes freier Luft zum eignen Gebrauch. Die Blattern-Geschichte ist Wort für Wort die meinige; und so geschah es, daß...
Seite 473 - Greis, scheu und verwundernd ihn an. „Wer ist's", rief er, „der hier, unähnlich den bleichen Gestalten, Noch nicht der Oberwelt fremd, diese Gestade betritt? Orpheus scheint er zu gleichen, ihm schmücken die Kränze die Leyer, Aber Jahrtausende sind's, seit er — Enridice! sang; Oder kommt Er, den Freund zu befrei'n, wie den seinen Herakles Los mit gewaltiger Faust riß von dem ewigen Sitz?
Seite 331 - Ihre Werke stehen, ein unvergängliches Denkmal, über unsern literarischen und politischen Trümmern; und sollten die neuesten Schöpfungsversuche in ihr Nichts versinken, sollten die Fluten des Westens und des Ostens über Deutschland zusammen schlagen, so würde doch Ihr Name bezeugen, daß wir gewesen sind.
Seite 407 - Sire! man hofft ihn wenigstens. «-»Wünscht man ihn ?« - »Alle Welt Sire!« Nach diesen Worten wurde Reinhard , in ziemlich wohlwollender Weise' entlassen, ,und als ich beim Aufschlagen der Augen sie auf ihn fixierte, erhielt ich von ihm einen Blick von sozusagen offizieller Gnade.' Der Bericht schließt mit einigen Strichen zur Charakteristik des Kaisers, der auf Reinhard durchaus den Eindruck gesunder Kraft, ruhiger Überlegenheit und Selbstbeherrschung machte. ,Das Embonpoint des Kaisers ist...

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