'Dei Pestschinken is bolle so olt as use Stadt.': Der Friesoyther Pestschinken und seine Sage im BedeutungswandelWaxmann Verlag, 2021 - 108 Seiten Welche Bedeutungen können Menschen einem Stück toten Tieres beimessen? Zumeist die eines Nahrungsmittels. Im Rathaus der niedersächsischen Kleinstadt Friesoythe allerdings wird unter einer Vitrine ein nachweislich über 350 Jahre alter Schweineschinken ausgestellt. Einer Sage zufolge steckt in ihm die Pest, welche einst in Form einer blauen Wolke das Städtchen heimsuchte, schließlich in den Schinken gebannt werden konnte und diesen unverweslich werden ließ. Im Laufe seiner Geschichte war der Pestschinken Erbstück in einem Bürgerhaus, Attraktion für Kinder und Reisende, inoffizielles Wahrzeichen, Unterrichtsstoff in Schulen sowie Gegenstand von Sagenforschung und Heimatkunde. Er wurde künstlerisch verarbeitet und an ihm wurden gesellschaftliche Werte verhandelt. Von den letzten Erben beinahe als Unrat vernichtet, ist er nun ein musealisiertes Objekt, welches Historizität vermittelt, dabei aber skurril anmutet. Dieses Buch begibt sich auf die Spuren des 'öllsten Frieseithers'. Alexander Reuter wurde 1992 in Friesoythe geboren. Er studierte in Bremen Kulturwissenschaft und Erziehungs- und Bildungswissenschaft. Die Veröffentlichung 'Dei Pestschinken is bolle so olt as use Stadt.' basiert auf seiner Abschlussarbeit im Master Transkulturelle Studien, einem transdisziplinären Programm des Instituts für Ethnologie und Kulturwissenschaft sowie der Religions- und Literaturwissenschaft an der Universität Bremen. |
Inhalt
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3 Die Sage um den Pestschinken | 15 |
4 Geschichte und Rezeption des materiellen Gegenstandes | 52 |
5 Der Pestschinken und seine Sage als lokale Identifikationsobjekte bis in die Gegenwart | 70 |
6 Ausblick und Resümee | 89 |
Backmatter | 92 |
Häufige Begriffe und Wortgruppen
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