Abbildungen der Seite
PDF
EPUB
[merged small][merged small][ocr errors][merged small]

In omni autem praelio non tam multitudo

et virtus indocta, quam ars et excrcitium
solent praestare victoriam.

Flavius Vegetius.

[merged small][merged small][merged small][ocr errors]
[ocr errors][ocr errors][merged small]
[ocr errors]

Die
Schlacht von Austerlit
am 2. Dezember 1805.

Won
Carl Schönba 19, Hauptmann im k. k. dritten

Jägerbataillon.

Mit dem Plane der Schlacht: Die Darstellung größer Schlachten bilder in der Gea schichte der Kriege ohne Zweifel einen der lehrreid stert Ubonitte, würdig des Nachdenkens und der Beobachtung. Auf dem Schlachtfelde entwickelt sich das Genie des Feldherrn im hellsten Glanze. Die Sapferkeit und Kriegsgewandtheit der Heere erprobt dort ihre Pollen: dung. - Mit banger Erwartung beften Millionen ibre Blicke auf einen kleinen Erdfleck, wo wenige Stuns den ihr Schicksal, ifre Freiheit, ihre Selbstständigkeit entscheiden sollen. Sebr groß muß sich in einem solchen Augenblick der Mann fühlen, dem der Staat vers trauensvoll das Höchste , was er beligt, seine Unabhäns gigteit, in die Hand gab. -- Sqlachten bestimmen das toos der Staaten. Deshalb sind sie auch der erhabenste 21€t der Kriegskunst, und ihr Studium das lebrreichste Kapitel, das der Krieger nie genug burobenken kann. Auf den Gefilden von Charonea erlag Griechenlands Freibeit. Die Schlachten von Jisus und Arbella stürze ten den Ehron des Cyrus. Bei Bama floh das Glück

1

den großen Hannibal, und Karthago mußte sich Roms stolzem Machtgebot beugen. Bei Pharsalus entsbiedrich das Schicksal dieser Weltgebieterinn. — Wir selbit sa: hen bei Leipzig das ungebeure Gebäude zusammen: stürzen, das Napoleon auf zertrümmerten Reicen durch eine Reihe glanzender Siege gegründet hatte. Dod den Geist begriff er nicht, der einst in Teutoburgs Thalern Roms Legionen erídlug. Deutsdland konnte wohl eine Zeit lang reine Feffeln tragen; aber nimmer konnte dein Joch eines fremden Eroberers das uralte Vaterland jo vieler Heldenstamme seinen Nacken beugen.

Die Schlacht, derer Darstellung bier versucht wird, gehört, in Bezug sowohl auf ihre historische Widtigkeit und Folgen, als ihres hoben wissenschaftlichen Rans geg wegen, den sie in der Reihe der Schlachten eins nimmt, unter die merkwürdigsten, nicht bloß der neuern Kriegskunst und ereignißvollen Zeit, sondern überhaupt der ganzen Geschichte. Der Verfasser füblet, daß es ein gewagtes Unternehmen fen, die wichtigsten Handlun: gen und Lebensmomente der Weltgeschichte angehöriger Männer, in dem richtigen Gesichtspunkt aufzufaffen und darzustellen. Ihre Triebfedern liegen meist den Augen des For ders verborgen. Er muß oft nach den Erfolgen urtheilen; so wenig auch diese der Maßstab sind, der die Handlungen des Feldherrn bestimmen kann.

Wahrheit ist die erste Eigenschaft eines geschicht: lichen Versuches. Mit strenger Gewissenhaftigkeit suchte der Verfaffer diesen Weg zu verfolgen, und glaubet deßhalb nicht, daß ihn mit Redt der Vorwurf treffen könne: es habe Enthusiasmus oder Parteilichkeit seine Feder geleitet. Wenn es bisweilen roeinen sollte, als führte ihn Bewunderung für Napoleons Feldherrn.

gaben von der bezeichneten Bahn ab; so wird ibrt, in den Augen denkender Militärs, am Besten ein reifes Studium diefer Schlacht rechtfertigen. Was der Mann der Welt gewesen, der von den Säulen des Herkules bis zur alten Hauptstadt der Ezaren, von Ägyptens Pyramiden bis zu den Küsten des baltischen Meeres, seinen Lauf mit Blut und Leieben bezeichnete; was die: ser Mann unserm deutschen Vaterlande gewesen; das fühlet der Verfaffer gewiß so tief als Einer! Aber einer großen Nation ist es unwerth, die Größe ihrer Feinde durch Verleumdung romálern, die eigenen Fehler durch Entstellung beschönigen zu wollen. Der Besiegte selbst kann nur durch die Größe des Siegers gewinnen. Bir haben oft, und mit Recht, den Franzosen Vorwürfe wegen ihrer geschichtlichen Untreue gemacht. Ait uns ist es folglich, zu vermeiden, daß die alte deutsde Wahrheitsliebe nicht in den Verdacht gerathe, ale babe die Zeit, und die häufige Berührung mit unsern westli: chen Nachbarn, ihr geschadet. Wir haben ia in unserer Geschichte so viele glänzende Zeiträume, daß wir , obne zu erröthen, auch die unglücklichyen, jedoch lehrreichen Tage der Nadwelt überliefern dürfen.

Nächst den dein Verfaljer zu Gebote gestandenen Originalquellen über diese Saladyr, bar er benußt, was ibin von gedruckten Bemerkungen darüber bekannt war. Den Franzosen hat es noch nicht gefallen, eine gründlide Darstellung dieses böchst wichtigen Ereignisses zu liefern. Wir sagen: eine gründlide, von einem Militär mit Urtheil und Anseben verfaßte Danitellung; denn Bulletinsberichten können wir diese Eigenschaft nicht einräumen. Die lonelle Trennung des ruftisden Heeres vor dem östreichischen, wenige Tage nach der

[ocr errors]
« ZurückWeiter »