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weite wurde für den 6-Pfünder auf 900 m und für den 12-Pfünder auf 1050 m ausgedehnt.

Für das Material C/42 wurde an der bisherigen Ausrüstung der Batterien mit Fahrzeugen festgehalten und nur im Jahre 1848 1 Packwagen neu eingestellt. Jede der 6 Munitions-kolonnen erhielt:

2 6pfdge Munitionswagen,
3 12
5 7.
17 Patronenwagen,
1 Vorrathswagen,
1 Schanzzeugwagen,
1 Feldschmiede,
2 Vorrathslaffeten,
1 Backwagen

seit 1848. Schanzzeugwagen und Vorrathslaffeten wurden mit 4, der Badwagen mit 2, alle anderen Fahrzeuge mit 6 Pferden bespannt.

Zu einer Laboratorien-Rolonne gehörten 6 4spännige Trainwagen, von welchen 2 zum Transport des Pulvers, 4 zur Fortschaffung der Laborirgeräthe dienten.

Eine Handwerks - Kolonne war aus 3 4spännigen Trainwagen, 4 6spännigen Leiterwagen, 1 6spännigen Feldschmiede zusammengesett.

Die Munitionsausrüstung betrug für 1 6pfündige Batterie: für 1 12pfündige Batterie: 604 Rugeln

630 Rugeln 196 Schrapnels

266 Schrapnels 170 Rartätschen

168 Kartätschen; 132 Granaten;

für 1 7pfündige Batterie:

228 Schrapnels
102 Kartätschen

582 Granaten. Es enthielt die 6pfdge Broke: 12pfdge Prote: 7pfdge Broke: 38 Kugeln 15 Kugeln

14 Granaten 8 Schrapnels 7 Schrapnels 6 Schrapnels 8 Kartätschen. 6 Kartätschen. 4 Kartätschen.

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Außerdem gehörten zur Ausrüstung sämmtlicher Proßen: Die Schrapnelzünder in Bapppacketen, Friktionsschlagröhren in Bappkästchen, Zündlichte und Lunte.

Die Eisenmunition wurde, wie bisher, theils stehend, theils liegend in Werg, die Kartuschen in Kartuschtornister verpackt.

Was die Ausrüstung mit Geschirren betrifft, so waren inzwischen die Sielen in Wegfall gekommen und dafür durchweg Rummetgeschirre eingeführt worden; an Stelle der Sattelkissen waren Backfiffen getreten.

Aber auch das Material C/42 fonnte nicht lange mehr den Anforderungen genügen, welche an die Waffe mit Rücksicht auf die Vervollkommnung in der Technik der Feuerwaffen und speziell durch Einführung der gezogenen Gewehre gerichtet wurden. Erhöhung der Wirkung war die artilleristische Tagesparole. Unter Berücksichtigung der politischen Verwickelungen, welche einen Krieg nicht ausschlossen, und des Umstandes, daß die angestellten Versuche mit gezogenen Geschüßen zu Resultaten noch nicht geführt hatten, entschloß man sich, wenn auch auf Kosten der Beweglichkeit, zur Aufgabe des leichteren Kalibers und zur Einführung eines neuen Geschüßes, an welches wenigstens erhöhte Anforderungen hinsichtlich der Wirkung gestellt werden konnten. Durch Allerhöchste Kabinets-Ordre voin 10. März 1859 schied das glatte 6pfdge Geschüß aus der FußArtillerie aus und trat an dessen Stelle der kurze 12-Pfünder. Anstatt des Vollgeschosses erhielt dieses Geschüt Granaten mit ellipsoidaler Höhlung.

Die Munitionsausrüstung dieser Batterien von 6 12 pfdgen Geschüßen betrug 510 Granaten, 288 Schrapnels, 96 Kartätschen.

Die Geschüßproke enthielt 20 Granaten, 15 Schrapnels, 5 Rartätschen.

Während bei den reitenden Batterien der kurze 12-Pfünder erst im Februar 1863 an Stelle des bisherigen 6-Pfünders trat, welcher damit aus der Feld- Artillerie ausschied, erfolgte für die Fuß-Artillerie bereits 1860 die Einstellung der ersten gezogenen Geschüße. Durch Alerhöchste Rabinets - Ordre vom 31. Januar 1860 wurden 3 Batterien jedes Regiments in gezogene 6 pfdge umgeformt - 9 cm-Gußstahlgeschüt mit Kolbenverschluß, Laffete und Proße C/56/61 welcher Einstellung 1865 die Einführung des gezogenen Gußstahl4-Pfünders — 8 cm mit Reilverschluß C/64 -, sowie das Ausscheiden der 7pfdgen Haubige aus der Feld-Artillerie folgte.

Abgesehen von den Rohren hatte inzwischen das Fahr 1864 auch für das übrige Material eine durchgreifende Reform gebracht.

Nicht nur wurde den gezogenen Geschüßen die Caffete und Proße C/64 überwiesen, sondern auch an Stelle der bisherigen Wagen fast überal Neukonstruktionen eingeführt.

Es dürfte zu weit führen, das wohl noch allerseits bekannte Material C/64, welches theilweise noch heut der Ausrüstung angehört, näher zu erläutern; die betreffenden Fahrgänge des Offizier - Handbuchs bezw. das Hand- und Taschenbuch für Offiziere der preußischen Feld-Artillerie geben hierüber den ausgiebigsten Bescheid.

Erwähnt sei nur noch die Munitionsausrüstung.

Beide gezogene Kaliber besaßen die Granate von cylindro-ogivaler Form mit Perkussionszünder. Das 9 cm - Saliber führte von 1861 bis 1866 Schrapnels mit Berkussionszünder, von 1870 bis zur Einführung des Materials C/73 Schrapnels mit verbessertem Richterschen Zeitzünder. 1870 waren jedoch nur einzelne 9 cm-Batterien mit Schrapnels ausgerüstet. Das 8 cm-Staliber hat erst nach 1870 das Schrapnel mit dem vorerwähnten Zünder erhalten. Beide faliber führten die Kartätsche. Der 6-Pfünder hatte für die Munition sowohl Holz- als Eisenverpackung, der 4-Pfünder nur Verpackung der legteren Art.

Die Munitionsaufrüstung betrug: 6-Bfünder bis 1866: 384 Granaten, 228 Schrapnels, 72 Brands

kugeln, 36 Kartätschen;
die Proße enthielt: 18 Granaten, 9 Schrap-

nels, 3 Kartätschen.
nach 1866: 738 Granaten, 60 Kartätschen;

die Proze enthielt: 30 Granaten, 3 Kar

tätschen.
nach 1870: 540 Granaten, 198 Schrapnels, 60 Kar-

tätschen;
die Probe enthielt: 24Granaten, 6 Schrap-

nels, 3 Kartätschen.
4-Bfünder vor 1870: 864 Granaten, 78 Kartätschen;

die Protze enthielt: 44 Granaten, 4 Kartätschen. nach 1870: 624 Granaten, 240 Schrapnels, 78 Kar

tätschen;
die Broge enthielt: 36 Granaten, 8 Scrap-

nels, 4 fartätschen.
Mit dem letztaufgeführten Material ausgerüstet traten die
Batterien 1872 in den Verband des neuen Regiments über (siehe
Abschnitt IV).

III. Abschnitt.

Geschichte der Stamm-Truppentheile.*)

A. 1. Batterie. Am 11. Mai 1815 als 12pfdge Batterie Nr. 11 in Wesel formirt. Nebst mehreren anderen Batterien wurde am 11. Mai 1815 die heutige 1. Batterie als 12pfdge Nr. 11 forinirt und derselben die Stammmannschaften von der 7pfdgen Haubiß-Batterie Nr. 1, den 6pfdgen Nr. 11 und 13 und der 7. provisorischen Siompagnie brandenburgischer Artiứerie-Brigade überwiesen. Zur weiteren Koms pletirung wurden ihr Stammmannschaften des 4. und 5. Ostpreußischen Infanterie-Regiments, ferner 56 ehemalige französische Soldaten aus dem Großherzogthum Niederrhein und 21 sächsische Train - Mannschaften aus dem preußischen Antheil als Kanoniere zugetheilt. Zum Chef der neuformirten Batterie wurde der Kapitän Blümide ernannt; als Offiziere die Sekondlieutenants Rückart und Weber kommandirt.

*) Quellen: Akten, Stammrollen, Ranglisten, Kriegstagebücher ber

Batterien, Abtheilungen und der Brigade. v. Malinowski und v. Bonin, Geschichte der brandenburgisch

preußischen Artillerie. v. Schöning, Geschichte der preußischen Artillerie. v. Decker, Geschichtliche Rückblicke auf die Formation der

preußischen Artillerie Broecker, Erinnerungen an die Thätigkeit der 11. Infanteries

Division und ihrer Artillerie während des Feldzuges

1866.
Relation des blocus et sièges de Glogau.

Die Mobilmachung der Batterie war mit ultimo Funi 1815 beendigt und bestand die Ausrüstung aus:

6 12pfdgen Kanonen } französischer Art,
2 7pfogen Haubigen
1 französischen

} Kartuschwagen,
5 holländischen
2 7pfdgen französischen Granatwagen,
2 preußischen Leiterwagen alter Art und

1 französischen Feldschmiede.
Die Pferde waren in Westfalen ausgehoben.

An

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Am 1. Juli marschirte die Batterie für sich, ohne jede Bededung durch andere Truppen, in starken Märschen dem 3. Armeekorps, welchem sie zugetheilt war, nach, obgleich 8/5 der Bedienungsmannschaften noch nie zuvor ein Geschüt gesehen hatten und die fahrenden Artilleristen zum Theil des Fahrens völlig unkundig waren. Stelle des Ende Juni als Adjutant zu Sr. Röniglichen Hoheit dem Prinzen August von Breußen berufenen þauptmanns Plümicke, übernahm am 4. Juli auf dem Marsche der Premierlieutenant liebermann v. Sonnenberg von der Garde-Artillerie-Brigade das Rommando der Batterie. Legtere erreichte erst nach der Einstellung der Feindseligkeiten am 4. August bei Savigne das Korps, welches Ende Juli von Orléans aufgebrochen und bei Angers konzentrirt war. 40 gedrüdte Pferde gaben Zeugniß von starken Märschen und schlecht angefertigten Sätteln.

Am 22. September trat das 3. Armeeforps über Le Mans und Chartres den Marsch auf Baris an, traf am 2. Oktober daselbst ein und nahm am nächsten Tage an der Barade vor den verbündeten Monarchen Theil. Ob die Batterie den darauf folgenden Einmarsch des Korps in Baris mitgemacht hat, läßt sich nicht mit Sicherheit ermitteln; es liegt jedoch kein Grund vor, das Gegentheil anzunehinen, da das Korps in seiner Gesammtheit dieser Ehre theilhaftig geworden ist. Bis Mitte Oktober verblieb das Korps in und um Paris, wurde dann östlich dislozirt und trat in der zweiten Hälfte desselben Monats den Rüdmarsch nach der Heimath

Dieser Bewegung schloß sich die Batterie jedoch nicht an, sondern verblieb unter Befehl des Generals Graf Zieten in Rantonnements im Mézières bei dem kombinirten preußischen Armeekorps der Okkupations-Armee des Herzogs von Wellington. Die Artillerie

an.

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