Über den Charakter der Vegetation auf den Inseln des Indischen Archipels: Vortrag, gehalten in der Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Berlin am 20sten September 1828

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Druckerei der Königl. Akademie der Wissenschaften, 1828 - 18 Seiten
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Seite 7 - Fufs vorwärts setzen kann, ohne sich vorher mit dem Hackmesser einen Weg zu bahnen durch die windenden Gewächse und die Graswiesen die überall den Raum zwischen den höhern Stämmen füllen ; wo der Boden nicht ausreicht, die üppig hervorsprossenden Gewächse zu tragen; wo Gewächse sich auf...
Seite 5 - ... Reisfelder, die gleich den Stufen einer Treppe übereinandergestellt, und das eine vom obern getränkt, in unzählbaren Kaskaden, den ansteigenden Fuß des Gebirges umgeben. Dann folgt daS dunkelglänzende Grün der arabischen Staude, die sich an den hohem Wald anschließt und einen leisen Uebergang macht von dem Grunde, durch Menschenhände umgestaltet zu demjenigen, wo eine freie Natur noch ganz in ihrem Reiche ist. Doch ehe wir diese Urwälder betreten, werfen wir noch einen Blick zurück...
Seite 8 - Stöcken, die entweder der ganzen 3änge des Hauptstammes entsprossen, denselben wie Stützen in scharfen Winkeln umgeben, oder sich aus hohen Zweigen schnurgerade, mit schnellem Wuchs zur Erde senken, da Wurzeln, und von da neue Stämme in die Höhe treiben. So wird oft durch ein Dickicht von Bäumen, alle einem einzigen Mutterstamme entsprossen, alle unter einander verbunden, der Raum der Walder immer mehr und mehr angefüllt.
Seite 9 - Verschiedenheit von Arten und Bildung in den Pflanzen, die er trägt und nährt. Ein einziger Baum ist oft ein wahrer Blumengarten, reich an Mannigfaltigkeit der Blumen und Gestalten; — ein Garten, auf einem einzigen Stamm in die Luft gehoben. Doch es ist vorzüglich die verschiedene Höhe, zu der sich auf Indischen Inseln der Boden erhebt, und der damit verbundene Wechsel in der Beschaffenheit und Temperatur der Luft, dann auch die Gestalt und die Natur der Berge selbst, die die gröfste Verschiedenheit...
Seite 6 - Halmen schneeweifse wollige Rispen flattern , hat die Stelle des andern natürlichen Waldes, so wie des Getreides eingenommen und bezeichnet den verwaisten Boden. Diese Stellen sind Monumente der Geschichte des Landes und Genossen der Schicksale, die die Bevölkerung daselbst erlitten hat. Ganz anders zeigt sich alles, wenn man in die höheren Urwälder gelangt, oder zu dem mehr abgelegenen von den Wohnungen der Menschen entfernten Gebirge, das nie, oder selten von Menschen betreten wird und von...
Seite 5 - Java vorbei föhrt, wird die Empfindung der Freude über eine nun beinahe glücklich vollbrachte, sehr lange Seereise erhöht durch die Aussichten auf ein überall bewachsenes Land, welches sich von allen Seiten, doch vor allem von Java her den Augen darbietet. Hinter den hohen Kronen der Palmenstämme, die um und nahe am Strande verbreitet stehen, zeigt sich eine weite ausgedehnte Fläche, die sich...
Seite 8 - Gewächse, diese steigen von da auf andere Bäume hinüber, oder kehren, der Stütze entbehrend, zurück, um aufs Neue von unten nach oben den Gang zu wiederholen; so werden oft mehrere Baumstämme durch einen einzigen dicken mehrere...
Seite 5 - Dünsten sich fürchtend, verläfst man schnell das schlammige und dumpfige Gestade, wiewohl auch schon da sonderbare fremde Gestalten die Aufmerksamkeit fesseln. Furchtsam und eilend, doch zugleich staunend drängt man sich durch die verworrenen pallisadenähnlichen Stacheln der Rhizophoren, durch die gefiederten Wedel der...
Seite 12 - Mannigfaltigkeit der Orchideen fort. Nur zuletzt, wenn auch die Lorbeerwälder aufhören, die Gipfel der Berge sich immer mehr schmälern, diese die Humusdecke nicht mehr festhalten können, wenn die Luft immer dünner und kälter wird, auf einer Höhe von 7000 und mehreren Schuhen, da ändert sich endlich die Gestalt des Waldgehölzes, es schrumpft ein, wird krumm und krüpplicht, die Blätter werden kleiner, steif und hart, langblättrige Usneen hängen von den dick bemoosten Zweigen, und Alles...
Seite 6 - Getreides eingenommen und bezeichnet den verwaisten Boden. Diese Stellen sind Monumente der Geschichte des Landes und Genossen der Schicksale, die die Bevölkerung daselbst erlitten hat. Ganz anders zeigt sich Alles, wenn man in die höheren Urwälder gelangt, oder zu dem mehr abgelegenen von den Wohnungen der Menschen entfernten Gebirge, das nie oder selten von Menschen betreten wird und von ihnen noch keine Veränderung erlitten hat. Das Pflanzenreich zeigt sich da in seiner ganz reinen ursprünglichen...

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