"Rassenschande": Reinheitsmythos und Vernichtungslegitimation im Nationalsozialismus

Cover
Vandenhoeck & Ruprecht, 2003 - 567 Seiten
Bisher war unsere Wahrnehmung der 'Rassenschande'-Verfolgung im Nationalsozialismus durch nur wenige spektakuläre Einzelfälle geprägt. Przyrembel zeigt in einer differenzierten Analyse hunderter Gerichts- und Polizeiakten, dass die Verfolgung persönlicher Beziehungen zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Deutschen nach Erlass der Nürnberger Gesetze im September 1935 keineswegs am Rande der deutschen Gesellschaft stattfand. Die Deutschen waren in vielfältiger Weise in den Prozess der Ausgrenzung eingebunden: als Denunzianten, als Zeugen vor Gericht oder als Vollstrecker des Justiz- und Polizeiapparats trieben sie die Verfolgung der Juden in Deutschland voran. Doch bereits der bloße Verdacht der 'Rassenschande' wirkte sich konstitutiv auf den Alltag der jüdischen Deutschen aus. Durch die Verbindung von mikro- und makrohistorischen Perspektiven zeigt die Autorin, wie aus Juden Verfolgte und aus Nicht-Juden Akteure der Verfolgung wurden.
 

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Inhalt

Vorwort
9
Zwischen Reinheitsgebot und Sexualphobien die Prägung
23
Popularisierung und Institutionalisierung des Rassenschande
63
Das Problem der deutschjüdischen Mischehe
84
Gesetz und Rasse Herausbildung und Normierung
127
Die Macht der Nachbarn
185
Rassenschänder im Visier
229
Die heterogene Gruppe der Rassenschänder
263
Strafe und Vollstreckung
389
Die Macht der Phantasie die Umsetzung des Sexualverbots
445
Die Sicht der Betroffenen
479
Rassenschande vom Reinheitsmythos zum Vernichtungsanti
489
Tabellen und Dokumente
497
Quellen und Literaturverzeichnis
539
Abkürzungen
566
Urheberrecht

Die Akteure des Rechts
323

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Häufige Begriffe und Wortgruppen

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