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selben stehen, anstatt sie vor oder hinter die Mulde zu führen. In Folge dieses Verslosses gegen das Geschützplaciren konnten sie, und selbst dies mit genauer Noth, nur den obern Rand der Scheibe sehen und schossen demnach wabrscheinlich zu hoch.

Bei 2 Geschützen überhörten die Vormeister die vom Ballerie-Commandanten angegebene Distanz, nahmen einen zu hohen Aufsatz und überschossen daher gleichfalls die Scheibe. Beim Schiessen auf eine leblose Scheibe ist aber eine Correctur der Richtung geradezu unmöglich, weil gar keine Anhaltspunkte hiezu vorhanden sind. Im Felde ergeben sich die Verhältnisse wohl etwas anders, da hier die Wirkunng des Feuers aus den Vorgängen beim Gegner abstrahirt werden kann.

Wer den geschilderten 3 Probeschiessen beiwohnte, mussle übrigens zu gewissen Betrachtungen gedrängt werden, die sich theils auf die Organisalion, theils aul die laktische Verwendung der neuen Waffe beziehen. Da in beiden Richtungen ein definitiver Beschluss noch nicht gefasst zu sein scheint, so ist es vielleicht von Nutzen, wenn wir unsere subjectiven Eindrücke hier wiedergeben, wobei wir uns zu dem Ausspruche berechtigt halten, dass wir damit zum überwiegenden Theile die Ansichten der Majorität der militärischen Zuschauer der geschilderlen Übungen vertreten.

Wir werden dabei nicht umhin können, hie und da einen Seitenblick auf das französische Reglement, über die Bedienung und den Gebrauch der Karlätsch-Geschütze zu thun, welches neben ganz falschen Ansichlen auch manche sehr zweckmässige und muslergiltige Bestimmungen enthält.

Wenn die französischen Mitrailleusen dennoch nicht in dem Masse reussirten, wie man dies erwartete, so lag die Schuld jedenfalls weniger an ihrer Einrichtung und in ihrer Bedienung im Einzelnen, als vielmehr an deren schlechter Verwendung im Grossen und Ganzen.

Die Franzosen glaubten mit ihren Mitraileusen den Kampf mit KanonenBatterien aufnehmen zu können, hallen, in diesem verwerflichen Glauben befangen, ihre Feld-Artillerie vermindert und die Mitrailleusen in einer Weise als Offensiv-Waffe zu gebrauchen versucht, welche der Natur derselben ganz zuwider ist, und weder ihrer Porléc, noch ihrer Geschosswirkung entspricht.

Ausserdem participirten an der Schuld der minderen Erfolge der französischen Milrailleusen die fehlerhafle Delailleitung der Franzosen überhaupt, sowie die geschickten und ausdauernden Manöver der deutschen Truppen.

Als es bekannt geworden war, dass sich das Reichs-Kriegsministerium lär die Emführung der Mitrailleurs entschieden habe, wurde folgerichtig sogleich in verschiedenen Journalen die Frage hinsichtlich der Organisation dieser Geschütze erörtert, ob dieselben nämlich als Bataillons-Geschütze auf's Engste mit der Infanterie, oder ob sie in Batterien vereinigt werden, und wem letzlere in die Hand gegeben werden sollen. Die Vertheidiger der ersteren Meinung sahen in den Mitrailleurs nichts als eine Maschine, welche ihnen durch ihre Leistung in einer gegebenen Zeit eine gewisse Anzahl Feuergewehre zu ersetzen vermag, und indem sie eine ganz einfache Multiplication anstellten, und von hunderterlei taktischen und administrativen Schwierigkeiten und Inconsequenzen absahen, proclamirten sie den Mitrailleur als die Ergänzung und Verstärkung des Infanteriefeuers pur et simple, woraus dann der Wunsch nach deren Verschmelzung mit der Infanterie von selbst folgte.

Das französische Reglement spricht sich über diesen Punkt folgendermassen aus:

„Zur Zeit, als die Kartätsch-Geschülze construirt wurden, glaubte man allgemein in der Armee, sie sollten Bataillons-Kanonen werden.“

„Ein solcher Gebrauch wäre der Infanterie eben so schädlich wie den Kartälsch-Geschülzen selbst.“

„Dank den neuen Handwaffen ist das Infanterie-Gewehr, innerhalb der Grenzen seiner Schussweite, viel mörderischer als das Geschützteuer. Innerhulb dieser Grenzen würde die Artillerie daher die Inlar.terie wenig verstärken. Die Infanterie hat obendrein den ungeheueren Vortheil der BewegJichkeil. Sie bewegt sich in Gebüschen und Holzschlägen, durchschreitet Gräben, erkleltert Böschungen. Das Karläsch-Geschülz hat diese Eigenthümlichkeit keineswegs. Was würde geschehen, wenn die Kartälsch-Geschülze auf der Front der Infanterie vertheill wären?“

Entweder man würde auf grosse Enllernungen zu schiessen beginnen, und in diesem Falle wären die Truppen versucht, in der Höhe der Geschütze slehen zu bleiben, anstatt vorwärts zu marschiren, — oder man ginge in dieser Formation bis auf Gewehrschussweite vor. Träfe man aber dann ein Terrainhinderniss, welches die Geschülze nicht überwinden könnlen, so müsste man sie entweder zurücklassen, oder den Vormarsch verzögern und auf die Besetzung günstiger Positionen verzichten. Geschütze in der Infanterie-Linie können daher für letztere nur ein Hinderniss ihrer Beweglichkeit sein und den Verlust einer ihrer kostbarsten Eigenschaften bedeuten.“

Hiermit sind derart (riftige Gründe gegen die Verzellelung der Mitrailleurs und für deren Zusammenstellung in selbständige Balterien gegeben. dass wir sie präciser und vollkommener zu geben nicht vermögen.

Die französische Vorschrift geht aber noch weiter, indem es daselbst heisst :

„Wenn daher irgend ein General, unter dessen Befehlen eine Balterie steht, aus Unkenntniss der bezüglichen Vorschriften über die KartälschGeschütze, dieselben in der Linie der Bataillone placiren wollte, oder die Batterie mit der Intanlerie alignirt marschiren liesse, so müsste ihn der betreffende Artillerie-Commandeur durch bescheidene Vorstellungen, wie dies die Disciplin verlangt, von dieser Massregel abzubringen suchen.“

Es ist sehr schwer, mit diesen mustergilligen Vorschriften jene zusammenzureinen, welche den Mitrailleusen anbefiehlt, unter gewissen Umständen geradezu den Kampf mit Kanonen-Batterien aufzusuchen.

Das französische Comité scheint ganz übersehen zu haben, dass es der

Feld-Artillerie bei der grossen Freiheit, die sie hinsichtlich der Wahl der Distanzen bei gleichbleibender Wirkung hat, stets ein Leichtes sein wird, eine Mitrailleur-Batterie aus einer Entfernung erfolgreich mit Shrapnells zu bearbeiten, wo die Portée der Mitrailleurs, und sei sie auch etwas grösser als jene der unserigen, längst nicht mehr ausreicht. Wir kommen übrigens auf diesen Punkt noch einmal zurück.

Wenn man aus dem Vorführen einer Mitrailleur-Batterie vor Sr. Majestät einen Schluss auf die bezügliche künftige Organisation ziehen darf, so ist der Gedanke: Bataillons-Geschütze aus den Mitrailleurs zu machen, an massgebender Stelle ausgegeben worden, und es müsste ein solcher Entschluss vollends gebilligt werden, wenn man nicht am Ende Batterien mit 8 Geschützen schaffen will.

Solch monströse Abtheilungen im Gefechte anstandlos befehligen, deren Leistungen zu einem entsprechenden Erlolge bringen, Mängeln in dieser Hinsicht augenblicklich abhelfen, den laktischen Zusammenhang zwischen einem so ausgedehnten Körper, welcher zudem meistens in difficilen Gefechtsinomenten zur Thäligkeit berufen wird, und den übrigen Truppen nicht aus dem Auge verlieren, das sind Aufgaben, welche für Einen Menschen zu hoch gestellt sind, und denen wohl nur wenige gerecht werden dürften.

Ist schon bei Kanonen-Batterien, deren Wirksamkeit ein bei Weitem grösserer Spielraum gesteckt ist, welche sich daher auch viel freier bewegen können, und in der zu Gebote stehenden Auswahl an Munitionssorten einen bedeutenden Factor zur Erleichterung der Leitung besitzen, — ist es schon bei diesen Ballerien für 3 Officiere, und eventuell auch weniger, eine Sache von ganz enormer Schwierigkeit, das Feuer stets nutzbringend in der Hand zu haben, so muss dies bei einer Mitrailleur-Batterie von derselben Ausdehnung sich bis zur Unmöglichkeit steigern, da diese, wie gesagt, nur in Momenten kritischer Natur zur Thätigkeit berufen, stels vorzüglich geführt und genauestens überwacht werden muss; diese soll den Erfolg in der kürzesten Zeit erringen, und daher nicht, was bei Kanonen-Batterien manchmal eher ungestraft passiren kann, ihre Munition unnützerweise verknallen. Wie leicht kann dies aber bei einem Geschütze geschehen, wenn die Controle fehlt?

Wir sehen hier ganz von der zeitraubenden Administration eines so grossen und in seinem inneren Gefüge so gemischten Körpers ab. Ohnedem trill für den Commandanten eines solchen ausser den, jedem Feld-ArtillerieHauptmann nothwendigen Geschicklichkeiten, als Schuster, Schneider, Sattler, Wagner, Schmied, Schlosser u. s. w. auch noch das Bedürfniss, im Fache der Maschin-Schlosserei bewandert zu sein, hinzu.

Es ist daher wohl augenscheinlich, dass Mitrailleur-Batterien zu 8 Piecen mil 8 Munitionswagen zu gross, zu schwerfällig, und unlenksam sind und kaum zu handhaben wären, daher offenbar weniger leisten würden, als kleinere Batterien, deren Leilung sich jedoch das betreffende OfficiersCorps mil rollen Kräften hingeben kann.

6 Pferde zur Bespannung für das Geschütz und ebensoviel für den

Wagen, wie sie beim Productions-Schiessen zur Verwendung kamen, sind ferner offenbar des Guten zu viel gelhan. Die Mitrailleurs werden auch mit 4 Pferden beweglich genug sein, um schnell eine Position, in der sie von Nutzen wären, nehmen zu können. Das Gewicht von Geschülz und Wagen differirt nur wenig von unseren 4Plündern. Am besten wäre es allerdings, wenn man sich mil 2 Pferden starken Schlages zufriedenstellen könnte, allein nachdem die Stärke der Pferde mit ihrer Geschwindigkeit nicht immer im geraden Verhältnisse steht, so ist auf ein derartiges Minimum an Bespannung wohl niemals zu rechnen.

Wünschenswerth wäre es immerhin, weil dann die Mitrailleur-Ballerie dem Gegner nur ein kleines Ziel bieten würde, was bei vierspänniger und noch weniger bei sechsspänniger Bespannung natürlich nicht der Fall ist.

Gegen 6 Pferde pr. Geschütz müsste man sich aber auch schon aus dem Grunde aussprechen, weil eine derart luxuriöse Bespannung leicht zur Anordnung und Ausführung gewisser Manövrir-Kunststücke verleiten könnte, für welche diese Geschütze eben nicht geschaffen sind.

Man würde überhaupt in einer grossen Täuschung sich befinden, wenn man in den Mitrailleurs etwa ein Miltel von besonderem Werthe für den Offensivkampf gefunden zu haben glaubte. Eine allenfallsige prononcirte Verwendung derselben in dieser Weise würde nur zu bald empfindlich gestraft werden. Sie haben zufolge ihrer ausgesprochenen Inferiorität gegenüber Kanonen-Batlerien in Bezug der Geschosswirkung und Portée, während ihnen aber alle Schwächen derselben, als: grosse Bespannung, Abhängigkeit vom Terrain , sichtbares Ziel u. dgl. ankleben, kein offensives Element in sich, können daher nur in der Vertheidigung, gut placirt, von wesentlichem Nutzen sein.

Eine Mitrailleur-Batterie darf nur dann auf Erfolg rechnen, wenn es ihr gelingt, schneller den richtigen Aufsalz zu finden als der Gegner.

Dass dies durch rasches Auffahren mit überhetzter Bedienungs-Mannschalt nicht so leicht gelingen wird, wie wenn eine Position mil ruhiger Überlegung genommen wird, liegt auf der Hand. Beweis hiefür das Schiessen auf 600 Schritt am 12. Juni.

Der französische Mitrailleur gab mit einer Ladung 25 Schüsse, erforderte 6 Mann Bedienung; die Feuerschnelligkeit betrug 4-5 Schüsse, d. h. volle Ladungen à 25 Patronen pr. Minute.

Das Österreichische Geschülz hat 37 Läufe und wird durch 3, beziehungsweise 7 Mann bedient, welche im Durchschnitte 10 Platten in der Minule abfeuern; im Ernstfalle dürfte sich zwar diese Zahl etwas herabmindern, so viel steht jedoch fest, dass das österreichische Geschütz in technischer Beziehung dem französischen überlegen ist, doch besitzt letzteres in Folge seiner grösseren Patrone eine el was ausgiebigere Portée, der österreichische Mitrailleur dagegen den Vortheil der Munitionscinheit mit der Infanterie.

Der Gewinn, welcher sich durch stärkere Ladungen und schwerere Geschosse in Bezug auf Rasanz der Flugbahn und Tragweite erreichen lässt,

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