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rezt. - Die einstweilen vorbehalten bleibende Mittheilung dieses -zweiten Gegenstandes betrifft:

„Die Natur - Eintheilungen unseres Gl0b8 von seiner dem Leben zu nå chst zuge: kehrten Seite, gemeiniglich die flimatische genannt.“ – Es gilt hierbei der richtigen Zeidynung und physikalischen Eintheilung des Normal : Plans unseres Globs, abgesehen von allen speziellen kli: matisdhen Lokal : Verhältnissen, und in wissenschaftlicher Unabhängigkeit der physikalisch : qualitativen Ver: håltnisse der verschiedenen Erd - Räume von jenen quantitativen, die der Gegenstand des Mathemati: kers find. (Geotomie).

Wie diese beiden Entdekkungen untereinander zu sammen hången, und wie erst durch deren VerbinDung wissenschaftliche Erkenntniß des Organismus un: serer Erd-Welt möglich wird, soll man schon im Laufe des vorliegenden Werks entnehmen, an dem Schlusse desselben aber ganz deutlich einsehen. Mit der künftigen Geotomie soll das Ganze als Wissenschaft des Organismus der Erd: Welt in den zwei Haupt : Richtungen seiner . Entwikkelung – wovon nur Eine der Gegenstand der Biotomie ist – so weit vollståndig vorliegen, als die beschrånkten Kräfte des Einzelnen, dem die betreffende Idee heimfiel, einer solchen Aufgabe gewachsen seyn wird.

Es würde mehr als unbescheiden seyn, wenn de Verfasser von dem ersten Einklang dieser Neusserun

einen anderen Eindruk auf den aud) noch so geneigten Leser erwartete , als den einer vorgefaßten Mei: nung. Die Welt ist solcher Meinungen so voll und insbesondere die Wissenschaft ist , ibrer Natur nadı, der Haupt - Tummelplaz derselben! Was möchte auch wol aus dem jedesma ligen Bestand der Wissensd;aft eines, Zeit - Alters werden, wenn die Stimmfähigen, die diesen zu bewahren berufen sind, vergessen würden, daß bei weitem in den meisten Neuheit im Schilte füh: renden Schriften, das Neue nicht wahr, und das Wahre nicht Neue ist? Hierzu kommt, daß in sehr vielen Fällen für das Vervollkommnen der Wissensdaft von Seiten der Schriftsteller, weniger Neues Noth thut, als kritische Bearbeitung und acht wissenschaftlidje Anordnung des långst Vorhandenen.

Auf dem Gebiete der hier in Frage stehenden Fors schungen, ist das dringende Bedürfniß des wissenschaftlich Neue'n entschieden. Dieses Bedürfniß gründet sich auf zwei Thatsachen, deren eine die Bio: tomie", die andere die Geotomie betrifft.

Die europäische Literatur und, nad ihr zu urtheis len, die mensdhliche Wissensdaft úberhaupt, hat nod) leine Wissenschaft des Normal: Verlaufs des Menschen Lebens aufzuweisen. Das vor: liegende Werk beweist aber, daß es eine solche Wissen: schaft geben soll und geben kann. Wirklich sudite man auch um nur Eines anzuführen - schon seit Jahrtausenden (historisch nadhweislich seit Pythag e;

· ras und Hippokrates) nach einer Skale des spes

ziellen Gattung8 : Lebens, woran denn in neuerer Zeit ro Viele , namentlid B úffo n und Linné scheiter: ten. Am Verworrensten sieht es in der bestehenden eu. ropäischen Wissenschaft, in der Erkenntniß der Zeit-Ge: rezze des Geschlechte s Verlauf aus. Dieses herrlichste Labyrinth im ganzen Bereiche des Tellus

rischen, hat in der heute bestehenden Wissenschaft das i Anjihen einer regellosen Wildniß, jedoch nothwendig

lilos dadurd), weil der Dåsalische Faden fehlt. Ja das ganze Serual : Leben, wie es im Pflanzen - Thierund Menschen Reiche sein reges Spiel für die Erhali tung der Gattung treibt, ermangelt in bestehender Wiss senschaft selbst der Nadyweisung seiner physischen Wurzel, und spielt daher in der Natur - Kunde die Rolle eines Kobolds ex machina , die nirgends weni: ger paft als hier.

In jedem Fall findet die Biotomie eine große Lúffe vor, und zwar gerade an derjenigen Seite des mensd)s lidhen Wissens, die ihm die interessanteste und sublimfte ist.

Die zweite Thatsadje ist die, welche die Gelegenheit der Geotomie ausmacht, und die man unbedenklid) als bestehende Unkunde des plans der Wirth barkeit unseres Globo bezeidynen kann. Während unsere Geographie, mit ihr angehöriger Ethnographie, auf allen Seiten sehr ridytig nadiweist wie die verschiedenen Erzeugnisse der Pflanzen - Thier- und Menschen. Reichs den ihnen tief eingeprägten Stempel der Länder an sich tragen, aus welchen sie stammen, worin fie ernährt und erzogen werden, und während sie darin der Erde die Eigenschaft einer Mutter und Amme al: les tellurischen Lebens zuspricht, beraubt sie dieselbe aller ihrer Kinder, durch die Weise, wie sie die vers schiedenen Klimate derselben konstruirt. Nur unter der Bedingung, daß die Erde ihre Klimate an oberster und erster Stelle aus ihrem eigenen Leibe ent: wikkelt und variirt, kann sie Mutter ihrer Kinder heis sen, und nur so kann es begriffen werden, daß sie diese – hier gleichviel zu welcher Zeit, dann, wie es sich von selbst versteht, auf Gottes Geheiß, womit ihr eine solche Natur - Einrichtung verliehen wurde und keine andere - aus ihrem Schoose gebar. Statt auf diese nothwendige Bedingung einer, wenn auch nur relativ in sich geschlessenen Groß-Welt zu achten, zwångt unsere Geographie die Erde in einen Plan der Wirthbarkeit, der ihr an oberster Stelle aus den Verhålt: nissen ihrer Obers Flache zu den Sonnen - Strahlen, sodann aus einigen Lokal: Verhältnissen stamme ; nid)t ahnend, daß diese Verhältnisse , ihrer unverkennbaren Mitwirkung ohnerachtet, doch nur erst an zweiter und dritter Stelle zum Wort kommen dürfen.

Uuf solche Weise hat die Erde in unserer Geographie aufgehört ein mittels beharrlicher Selbst-Entwikkelung in ihrer Art lebendiger S d; a'u: Plaz des Lebens zu seyn, und sie ist ein bloser Tummel: Plaz allerlei ihr gleidjam aus den Wollen gefallenen Lebens geworden. Ja der ganze , so beliebte Ausdrul „, Erds Drganismus“ ist ein völlig leerer, so lange unsere Geographie blos weiß wozu der Mensch (als der erste Ring dieser organischen Kette) der Erde (als des lezten Rings dieser Rette) bedarf, nicht umgekehrt Die Erde des Menschen. Ein organisches Verband ist ein nothwendiges! Wer diese Worte ohne Koms mentar, oder nach dem der in diesem Werk geliefert wird, gehörig versteht, weiß, daß mit ihnen unserer bestehenden Geographie aller Anspruch auf eine Naturs Wissenschaft wegfällt, so lange bis ihr eine grosse und wahre, sich in der Wahrnehmung bestätigende. Jdee, aufgegangen seyn wird, nach welcher der erste und lezte Ring ihres Ganzen organisch, d. h. so ineinandergreifen, daß erkannt werde, wie jeder, in dem er den anderen bindet, von diesem zugleid; gebunden wird. Es ist aber der Geographie, durch unsere Biotomie , diese einfach grosse, das Ganze des Erds Organismus zugleich umfassende und durchdringende Idee gefunden, in dem Saz:

„Die Erde und der Mensch verhalten ..fidh wie N a um und Zeit!

In richtiger Anwendung dieser ydee welche noths wendig abstrakt, und nach falschen Theorien des Raums und der Zeit sogar absurd klingt - ist das Ganze unserer Geographie genau in eben der Art hódhst vortheilhaft umgebildet, wie einst durch die einfache Idee von Rus pornit das Ganze der Astronomie umgebildet wurde

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