Carl La Roche: Gedenkblätter zur Feier seiner vierzigjährigen ruhmreichen Wirksamkeit am K.K. Hof-Burgtheater zu Wien

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Rosner, 1873 - 64 Seiten
 

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Seite 46 - ... Ferne blaue Alpensäume Mahnen, daß ein Tag noch lacht. Und ich schau des Sees Spiegel, Seiner Wogen grünen Schwall, Seine tannendunkeln Hügel, Seiner Alpen Mauerwall. Hochlandschneeluft weht hernieder Kühlend auf der Seele Glut, Und gleich Möwen kreisen Lieder Neubeschwingt hier um die Flut. Wie verklärt strahlt mir entgegen Gottes Welt, wie groß, wie weit ! Steirisch Meer, ich fühl den Segen Deiner keuschen Herrlichkeit.
Seite 17 - Er erzählte mir nämlich, daß der »Faust« in Braunschweig auf die Bühne gebracht worden, und zeigte mir einen Brief von Klingemann, worin dieser schrieb, mit wie großem Beifalle das Stück aufgenommen und wie die drei Hauptfiguren : der Faust, der Mephistopheles und das Gretchen nach der...
Seite 18 - Goethe sagte dieses in Bezug auf Sie und mit leiser Andeutung des Verhältnißes das mir zu Ihnen vergönnt gewesen und welches ihm nicht unbekannt ist. Aber was sagen Sie zum Gretchen ? Lesen Sie doch den Faust und sagen Sie mir Ihre Gedanken.
Seite 18 - Mädchen hält so rein« wurden mir innerlich von einer heimlichen Stimme zugeflüstert. Wenn Sie also schon im Leben dem Gretchen so ähnlich sind, daß man bei Ihrem Anblick an jene denken muss, welche Wunder hätten Sie nicht in dieser Rolle thun können, in Verbindung mit künstlerischer Vollendung! Reden Sie über diesen Punkt mit La Röche.
Seite 18 - Szene im Kerker und Wahnsinn erfordert die höchste tragische Kunst, aber es ist für eine Künstlerin vielleicht auch die glänzendste Partie, die je geschrieben worden. Oft wenn ich zu Ihnen kam, wenn ich die reinliche Ordnung Ihres Zimmerchens mit Freuden bemerkte, und Sie selbst im schlichten Haar mich liebenswürdig umgaben, immer fleißig, immer beschäftigt, ist mir das Gretchen eingefallen und die Worte des Mephistopheles ,Nicht jedes Mädchen hält so rein'.
Seite 17 - Über Faust und Gretchen waren wir nicht entschieden. Es ist schade, sagte Goethe, daß die Kladzig als Künstlerin nicht ausgebildet genug ist, sie ist schön, sie hat den Wuchs, sie hat die Jugend, das wäre ein Gretchen!
Seite 35 - Wie er geht, wie er steht, so haben wir schon gehen u. stehen gesehen; sein Wesen ist nicht das eines Ausnahme-Menschen, sondern das Wesen des pikanten Exemplars aus der lebendigen Gattung, in welche der Dichter griff.
Seite 17 - Jaust, der Mephistopheles und das Gretchen, nach der Vorstellung herausgerufen wurden. Da das Stück nun sich über alle...
Seite 58 - ... Künstlerin, welche den jungen Phaon für sich gewonnen zu haben glaubt, aber angesichts seiner plötzlichen tiefen Neigung für das Naturkind Melitta erkennen muß, wie leicht der höhere Mensch durch leidenschaftliche Hingabe an das Leben sich selbst entfremdet wird 15. Gar ängstlich steht sich's auf der Menschheit Höhen, Und ewig ist die arme Kunst gezwungen, Zu betteln von des Lebens Überfluß!
Seite 16 - Oper gestern 37 ging vortrefflich und ich konnte ihn über die ganze Leitung von Herzen loben. Das Ganze ist aber doch widerwärtig, ich war in die unseligste Stimmung versetzt, besonders die Töne Ihrer Romanze lagen mir noch in der Nacht in den Ohren, ich konnte es nicht wieder vergeßen.

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