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de daher seinen rechten Flügel (Brigade Spork) stets nach Möglichkeit unterstützen. Doch über die Art und Weise erwarte er, daß der dortige Kommandant, Gen. Abercromby, verlange, was er thun solle; — daß der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden Dispozionen mache, und sie ihm (Alvintzy) mittheile. Denn er müsse seine Ver» bindungen nicht nur allein mit der englischen kombinirten Armee rechts, sondern auch mit der k. k. Hauptarmee links unterhalten." — Alvintzy rieth, „als das beste Mittel, den Feind in seinen Operazionen aufzu« halten: daß Prinz Friedrich, in der Gegend von Gor» cum, sich nicht von Wallmodens rechtem Flügel trenne; sondern baß Beide vereint gegen den vordringenden Feind operirten. Wallmoden solle die dießfälligen Plane dem FZM. Alvintzy mittheilen, damit dieser zur thätigsten Mitwirkung das Nöthige vorkehren könne." — Am 5. Jänner überschickte FZM. Baron Alvintzy Abschriften vom obigen Schreiben des Gen. d. Kav. Graf Wallmoden, so wie von seiner eigenen Antwort, dem FZM. Graf Llerfayt, und äußerte dabei: „Er finde des Prinzen Friedrich Plan gewagt; wenn der Feind in der Bommeler Waard wirklich 16,000 Mann stark sey. Von Seite der Kaiserlichen könne diese Unternehmung durch Diversionen (jenseits des Rheins) gegen Eleve und Nimwegen, — dann durch Mitwirkung des Korps unter FML. Graf Latour in der Gegend von Deutz und Mühlheim, um den Feind von aller Vorrückung in dieser Gegend abzuhalten, — unterstützt werden. — Er (Alvintzy) habe keine hinreichende Macht zu solchen Diversionen; besonders wenn er auf seinem rechten Flügel sich noch weiter an der Waal ausdehnen müßte. Dieses würde aber gewiß geschehen; weil sonst die Engländer und Hannoveraner kein bedeutendes Koros auf ihrem rechten Flügel versammeln könnten. — Das Wetter würde so eben gelinder. Wenn die Flüsse plötzlich ihre Eisdecke brache», so würden alle auf das linke Ufer der Waal gelangten Truppen gefahrdet. Bei Nimwegen sey die Waal ohnehin noch offen; welches hindere, dort etwas zu unternehmen." —

Am 4. Iänner um Mittag führten die in der Bommeler Waard stehenden Franzosen, welche von dem Rückzug des rechten Flügels der Alliirten an die Linge bereits Kunde erhalten hatten, den zweiten Übergang über die Waal aus. Zahlreiche, von Bommel über den gefrorenen Fluß dringende, Tirailleurs griffen die alliirten Vorposten bei Tuil, Haaften, Neer- und Op-Inen an, und verdrängten dieselben nach Est. — Um vier Uhr Nachmittags kam ein französisches Bataillon von Ro ssu m über das Eis, und vertrieb den starken Posten von Hesselt nach Varick und gegen Op-Hemert; bei welchen Orten bis in die Nacht geplänkert wurde. Am Abend verließen die alliirten Truppen auch Est und Meteren, und zogen sich hinter die Vliet zurück. — Noch spät Abends theilte der Gen. d. Kav. Graf Wallmoden dem FZM. Baron Alvintzy die Nachrichten von ditsen Ereignissen mit, und äußerte in seinem Schreiben: „Er könne des Feindes Stärke noch nicht beurtheilen. Ihm scheine aber, daß ein starkes feindliches Korps links über die Dämme marschire, der hierortige Angriff nur zur Absicht habe, jenen Marsch zu decken. Er habe befohlen, daß am 5. mit Tagesanbruch Gen. Dundas sein ganzes Korps bei Geldermalzen, — GL. Dallwigk das seinige bei Büren versammle, und daß Beide am nächsten Morgen den "<" »37"""

Feind angriffen, zurückdrückten, und seine Ställe erforschten." — So bald FZM. Aloinhy am Morgen des 5. Iänners diese Mittheilung erhalten hatte, eilte er, dem FZM. Graf Clerfayt hiervon Meldung zu erstatten, und schlug diesem Oberfeldherrn vor, mit allen auf der Linie am Rhein von Deutz bis Arnheim stehenden Trup» pen eine allgemeine Diversion in den Rücken des gegen Holland operirenden Feindes zu machen. —

In der Nacht vom 4. auf den 5. Iänner hatten die Alliirten sich bereits überzeugt, daß die Anzahl der über die Waal gelangten feindlichen Truppen nichtgroß genug sey, um eine bedeutende Unternehmung zu wagen. Da die Franzosen die von den Alliirten geräumten Orte Est und Meteren nicht besetzt hatten, so kehrten die vorigen Besatzungen wieder dahin zurück. Zur Deckung der bedrohten rechten Flanke wurde Büren mit Geschütz versehen, und Leerdam mit 2 Bataillons besetzt. — Um neun Uhr Vormittags gingen einige hundert Franzosen über das Eis, und griffen den Hauptposten Thiel an, wurden jedoch von der englischen Besahung zurückgeschlagen. Indeß waren einige Soldaten gleich bei Anfang des Gefechtes an die Linae geflüchtet, und setzten den ganzen rechten Flügel mit der ungegründeten Nachricht in Bestürzung, daß Thiel vom Feinde genommen sey. Die Truvpen eilten sogleich an ihre Allarmplätze, und die noch an der Waal gestandenen Vorposten dieses Flügels zogen sich nach O pHemert, Wadenoyen und Eapelle Avezaat zurück. Als aber die nach Thiel gesendeten Patrullen sich überzeugt hatten, daß dieser Posten nicht verloren gegangen, rückten alle Truppen wieder in ihre frühere Aufstellung vor, und jagten die herumstreifenden feindlichen Patrullen über die Waal zurück. Das Geplanter dauerte bis in die Nacht. — Um Mittag hatten die Franzosen die englischen Truppen auch aus Mete» ren nach Geldermalzen verdrängt. Hier aber wurden sie durch den GL. Dundas zurückgetrieben. — Dun, das schloß aus den wiederholten Angriffen, welche der Feind in diesen zwei Tagen unternommen hatte, daß derselbe ernstliche Absichten gegen den rechten Flügel, und die rechte Flanke desselben hege, und erwartete am nächsten Morgen noch weit nachdrücklichere Angriffe. Er war der Meinung, daß in der damaligen Lage auch durch den tapfersten Widerstand im Ganzen kein entscheidender Erfolg, oder ein bedeutender Vonheil für die ol» liirte Armee, mehr zu erlangen sey. Daher trat GL. Dundas um Mitternacht den Rückzug von der Linge nach Bürenan. Geldermalzen, und alle seine übrigen Posten rechts hinab an der Linge, ließ er nur schwach besetzt.—> Der Oberfeldherr der l. k. Niederrhein-Armee < FZM. Graf Clerfayt, hatte in einem Schreiben, aus Mühlheim vom,4. Jänner, an FZM. Baron Alvintzy sich mit größtem Nachdruck für die möglichst lange Verteidigung der Waal erklärt: „Sollte dieser Fluß von dem verbündeten Heere, — unabwendbarer, gefährlicher Umstände wegen, — endlich doch verlassen werden müssen; so wäre dann der Leck desto hartnäckiger zu vertheidigen. Auch Arnheim müsse so lange als möglich gehalten werden. FZM. Alvintzy solle den Gen. d. Kav. Graf Wallmoden in allen Operazionen kräftigst unterstützen." — In mehreren anderen Schreiben an den Gen. d. Kav. Grafen von Wallmoden und FZM. Alvintzy äußerte sich FZM. Graf Clerfayt auf das bestimmteste im gleichen Sinne.

Auch am 6. Iänner wiederholte Graf Clerfayt dem FZM. Alvintzy diese Befehle: ,,da die Wichtigkeit der Behauptung Hollands, besonders durch die Erhaltung der Waal, die größte Anstrengung nöthig mache. Das eben eingetretene Thauwetter gewähre Hoffnung, diesen Fluß um so leichter zu vertheidigen. Hierzu solle das kaiserliche Korps also auf das Thutigste mitwirken. -— In weiter Entfernung vom Schauplatze der Ereignisse, und bei geringer Bekanntschaft mit jener Gegend, könne er (Clerfayt) keinen Rath ertheilen, sich in keine Anordnungen über die dortigen Operazionen einlassen; da alles von der so schnellem Wechsel unterworfenen Witterung und anderen örtlichen Umstanden, so wie von der Stärke und den Bewegungen des Feindes, hauptsächlich abhänge. Im Allgemeinen aber solle, nach der Willensmeinung Seiner Majestät des Kaisers, FZM. Baron Alvmtzy alles Mögliche zum Wohle und zur Sicherheit der Staaten von Holland und der alliirten Armee beitragen, und die Verbindung mit dieser Armee rechts, so wie mit der kaiserlichen Niederrhein-Armee links, genau unterhalten." — In Hinsicht der vom FZM. Alvintzy vorgeschlagenen Diversion, welche das auf dem rechten Flügel derNiederrhein-Armee stehende Korps des FML. Graf Latour, bei Deutz und Mühlheim, über den Rhein ausführen sollte, bemerkte FZM, Graf Clerfayt: „da der Rhein nicht gefroren sey, sondern stark mit Treibeis gehe, wäre ein Übergang nicht möglich, und daher eine solche Diversion dermalen nicht ausführbar. Durch eine am rechten Ufer des Rheines zu versuchende Demonstrazion allein, würde sich der Feind in seinen Operazionen nicht irre machen lassen; da derselbe wohl wisse, daß dort

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