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laubniß zu erbitten, im Namen des Regiments einen Coast auf das Wohl des erlauchten Inbabers auszus bringen, hatten Seine Kaiserliche Hoheit die ausgezeich: nete Gnade, den alten Krieger zu sich beranzurufen, und mit ihm auf das Wohl des Regiments anzustoßen. Ein einstimmiger Freudenruf, der beinahe den Donner der Kanonen übertäubte, verbreitete sich über den gan: jen Plag, der die wogende Menge kaum fassen konnte.

Erst gegen eilf Uhr verließ der Erzherzog den Prag, und wurde von dem Offizierkorps nach seiner Wohnung geleitet. Höchstdieselben ließen fido früher noch diejenigen Offiziere, welche zum Entwurf und zur Ausführung des Ganzen so viel gewirkt hatten, vorstellen, und gaben ihnen Höchstihre Zufriedenheit in den schmeichelhaftesten Ausdrücken zu erkennen.

Die Abreise des Erzberzogs war auf die sechste More genstunde des 17. September festgelegt. – Das Offis zierkorpg batte das Glück, fich noch bei Seiner Kaisere liden Hobeit beurlauben zu dürfen; bei welder Geles genheit Höchstdieselben dem Obersten ein gesiegeltes Paket einbändigten, mit dem Befeble, es erst nach Höchstibrer Abreise zu eröffnen. - Die Wagen rollten fort, und in wenig Augenblicken waren die hos ben, allen Herzen so theuren Gäfte den Augen ents dwunden.

Der Oberste versammelte nun das Offizierkorps bei fich, und entsiegelte, dem Befeble gemäß, das Paket. Es enthielt den Stiftbrief, und die Ernennungsurkunde zu drei Stiftpläßen. - Der erhabene Menschenfreund þatte es, allen Dank ablehnend, so angeordnet; aber tausend Segenswünsche folgten Ihm in die weite Ferne nach, und werden Ihn bis zur späten Gruft begleiten. Bei dieser Gelegenheit machte der Oberste dem Offizier: korps auch nach folgendes, an ihn gerichtetes, Befehlo: ohreiben Seiner Kaiserlichen Hobeit kund:

„Un den kaiserl. königl. Herrn Obersten meines Infanterie: Regimentes, Freiherrn von Waldstätten.“

„Der gute Zustand des Regiments, die in allen „Branchen hervorleuchtende Ordnung, der zweckmäßige „Unterricht der Kadeten, die väterliche Behandlung der „Erziehungsknaben, die Reinlichkeit und sorgfältige „Pflege der Kranken, und überhaupt der anständige ,, Con und der gute Geist, den ich im Offizierkorps vors „herrschend gefunden habe, so wie die diensteifrige Ver: „wendung, mit welcher sich ein jeder die Erfüllung „seiner Pflichten angelegen seyn läßt, haben ganz meis „ner Erwartung entsprochen, und es gereicht mir zum „innigen Vergnügen Ihnen, und dem ganzen Offizier. ,,korps, meine besondere Zufriedenheit zu erkennen zu „geben. Vorzüglich erkenne ich in Ihnen die erste Triebe „feder zum glücklichen Erfolg. Aber auch die tätige „Mitwirkung der übrigen Herrn Stabsoffiziere ist mir „nicht entgangen, und der Wetteifer, meinen Beifall „fu erwerben, den ich im Allgemeinen wahrgenommen „habe, hat mir meinen, zwar kurzen, Aufenthalt in Ihs „rer Mitte äußerst angenehm gemacht.“

„Empfangen Sie diese Versicherung für sich inds „besondere, und theilen Sie folde meinem braven Res „giment in einem eigenen Regimentsbefehl mit.“ „Krems, den 16. September 1830."

„Erzherzog Karl,

Feldmarschall."

II.

Der Winterfeldzug in Holland vom Ende
Dezember 1794 bis Ende März 1795.
Nach östreichischen Originalquellen bearbeitet
von Joh. Bapt. Sel 8, t. E. Hauptmanne.

Die Betrachtung der Lage der Kriegführenden Heere, die einander an Hollands Grenzen beim Schluffe des Feldzugs 1794 gegenüber standen, bildet den über: gang zu den Ereignissen des Winterfeldzuges, welche in diesen Blättern dargestellt werden. - Gen. Pidegru hatte mit der französischen Nord:Armee, um die Mitte Septembers 1794, den Herzog von York und dessen englisches Heer bei Grade über die Ma a8 zurückgedrückt. Der Herzog wollte nun die Stellungen am rechten Ufer dieses Flusses vertheidigen. Er stand links, über Venlo, mit dem binter der Roer lagernden Kaiserliden Heere des 33M. Grafen Clerfayt in Verbindung. - Nachdem aber Jour: dan die Urmeen von der Mosel und von der Ma a s und Sambre vereinigt hatte, drängte dieser Ges neral, in den ersten Tagen des Oktobers, den FZM. Grafen Clerfayt bis hinter den Rhein zurück. Die französische Nordarmee hatte links, an der unteren Maas, am 29. September Credecoeur erobert. In Folge dieser Fortschritte der Gegner, verließ der Hers jogoon York am 5. und 6. DEtober die Maas, ging an die Waal bei Nimwegen zurück, und ließ aud die Insel Bommeler Waard und das Fort Sant Andree räumen. Die beiden lekteren Punkte wurden schon am 7. Oktober von den Franjos sen befekt. Uber sie wurden aus denselben am 11. DE: tober durch den rechten Flügel der englischen Armee wieder vertrieben. In der Nacht vom 9. auf den 10. Dktober hatte indeß auch Herzogenburch kapitulirt. - Am 19. Oktober rückten die Franzosen bei 21pben über die Ma a $, und der Herzog von Yore zog fide , nach einigen Sefedten seiner Nadbut, bei Nim. wegen über die Waal. Am 21. Oktober verlegte er fein Hauptquartier nad Arnbeim. Nun fielen Bens lo am 27. Oktober, Nimwegen am 7., Mastricht am 9. November. – Die damals eingetretene 'naire Witterung sdien die Fortseßung der Feindseligkeiten zu verhindern; weil die Udiirten durch so bedeutende Flüsse von den Franzosen geschieden waren. Die Lesteren störten jedod die winterliche Ruhe durd mebrere Nes dereien.

Hollands natürlice Sug webren auf seiner, gegen die Niederlande gewendeten, südlichen Grenze, - in dem Momente betrachtet, ebe noch das französische Heer diese Grenzlinie überschritten batte,

waren von solcher Bedeutung, daß man sie allerdings für hinreichend zur Deckung des Landes erachten konnte. Denn auch die Kunst hatte alles aufgeboten, um die Widerstandskraft zu beleben; so daß es nur einer mäßigen Zahl entschlossener Verteidiger zu bedürfen schien, um diese Grenzen gegen jeden feindlichen An: griff zu erhalten. An der Nord- und Weit: Seite vom Meere umfloffen, – auf der Ditseite an das befreun:

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dete deutsche Reich gelehnet, hatte Holland nur auf der Südseite, durch die Niederlande, einen Angriff der Franzosen zu befürchten gehabt. Hier hatte aber auch die Natur selbst die stärksten Deckungsmittel bingelegt. Diese bestanden in vielen kleinen, und in drei febr bedeutenden Flüffen: der Schelde, der Ma a $, und dem Rheine. — Da die Schelde und der größte Sheil der Maas schon in den legten Monaten des Jahres 1794 von den Franzosen in Besig genommen wors' den, so blieben gegen die jeßt bevorstehenden Angriffe nur noch der unterste Theil der Maas, und dann der Rhein, als die wichtigste dieser Schutzwehren übrig.

Der westliche und nördliche Theil von Holland liegt sehr niedrig. Große Strecken derfelben wurden in längste vergangener Zeit dem Meere durd starke Dämme abs gewonnen, deren wunderbarer Bau ungebeure Kräfte und Geldsummen in Anspruch genommen hatte, und deren Erbaltung stets große Sorgfalt und bedeutende Auslagen nöthig machte. Aud die Flüsse strömen häus fig über dem Niveau des Landes, zwischen Dämmen. Die in den legteren angebrachten Sleußen erlauben es den Bertheidigern, - bei auf andere Art nicht mehr abzuwendenden Gefahren, - ausgedehnte Landstriche in wenigen Tagen unter Waffer zu regen, und so das Vordringen der Feinde beinahe unmöglich zu machen.

Der Rbein theilet sich bei den Ruinen der aus früheren Kriegen bekannten S denken: danze, náchst Panderen, in die zwei Arme: die Waal, und der panderisce Kanal, auch wohl den Namen Rhein fortführend. Dieser lettere fcheidet fido bei arn beim wieder in einen linken Urm: den leck,

- und in einen rechten: die neue Viper (auch der

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