Schillers Beerdigung und die Aufsuchung und Beisetzung seiner Gebeine: 1805, 1826, 1827

Cover
F.A. Brockhaus, 1852 - 155 Seiten
 

Was andere dazu sagen - Rezension schreiben

Es wurden keine Rezensionen gefunden.

Ausgewählte Seiten

Andere Ausgaben - Alle anzeigen

Beliebte Passagen

Seite 132 - Ihr Müden also lagt vergebens nieder, Nicht Ruh' im Grabe ließ man euch, vertrieben Seid ihr herauf zum lichten Tage wieder, Und niemand kann die dürre Schale lieben, Welch herrlich edlen Kern sie auch bewahrte. Doch mir Adepten war die Schrift geschrieben Die heil'gen Sinn nicht jedem offenbarte, Als ich inmitten solcher starren Menge Unschätzbar herrlich ein Gebild gewahrte, Daß in des Raumes Moderkält' und Enge Ich frei und wärmefühlend mich erquickte, Als ob ein Lebensquell dem Tod entspränge.
Seite 136 - Denn er war unser! Mag das stolze Wort Den lauten Schmerz gewaltig übertönen! Er mochte sich bei uns, im sichern Port, Nach wildem Sturm zum Dauernden gewöhnen. Indessen schritt sein Geist gewaltig fort Ins Ewige des Wahren, Guten, Schönen, Und hinter ihm in wesenlosem Scheine Lag, was uns alle bändigt, das Gemeine. Nun schmückt...
Seite 131 - Reih geklemmt, die sonst sich haßten, Und derbe Knochen, die sich tödlich schlugen, Sie liegen kreuzweis, zahm allhier zu rasten. Entrenkte Schulterblätter! Was sie trugen, Fragt niemand mehr; und zierlich tätge Glieder, Die Hand, der Fuß zerstreut aus Lebensfugen. Ihr Müden also lagt vergebens nieder; Nicht Ruh...
Seite 132 - Wie mich geheimnisvoll die Form entzückte! Die gottgedachte Spur, die sich erhalten! Ein Blick, der mich an jenes Meer entrückte, Das flutend strömt gesteigerte Gestalten. Geheim Gefäß! Orakelsprüche spendend, Wie bin ich wert, dich in der Hand zu halten? Dich höchsten Schatz aus Moder fromm entwendend Und in die freie Luft, zu freiem Sinnen, Zum Sonnenlicht andächtig hin mich wendend.
Seite 132 - Das flutend strömt gesteigerte Gestalten. Geheim Gefäß! Orakelsprüche spendend, Wie bin ich wert, dich in der Hand zu halten, Dich höchsten Schatz aus Moder fromm entwendend Und in die freie Luft, zu freiem Sinnen, Zum Sonnenlicht andächtig hin mich wendend. Was kann der Mensch im Leben mehr gewinnen, Als daß sich Gott-Natur ihm offenbare? Wie sie das Feste läßt zu Geist verrinnen, Wie sie das Geisterzeugte fest bewahre.
Seite 132 - Moderkält und Enge Ich frei und wärmefühlend mich erquickte, Als ob ein Lebensquell dem Tod entspränge. Wie mich geheimnisvoll die Form entzückte ! Die gottgedachte Spur, die sich erhalten! Ein Blick, der mich an jenes Meer entrückte, Das flutend strömt gesteigerte Gestalten.
Seite 100 - Nur der Körper eignet jenen Mächten, Die das dunkle Schicksal flechten; Aber frei von jeder Zeitgewalt, Die Gespielin seliger Naturen, Wandelt oben in des Lichtes Fluren, Göttlich unter Göttern, die Gestalt.
Seite 18 - Haustüre von ihnen aufgenommen. Kein Mensch war vor dem Hause oder in den Straßen zu erblicken; tiefe lautlose Stille herrschte in der Stadt ; aber warme Herzen schlugen in den Trägern...
Seite 95 - Landesfürsten und dieser Anstalt überließest und so gleichsam den ernsten Tod mit dem heiteren Leben verbandest. Was nun die Aufbewahrung dieses heiligen Überrestes anlangt, so soll derselbe in jenem Postament, auf welchem schon die vorerwähnte Büste steht, in einer würdigen Hülle niedergelegt werden. Der Schlüssel zu diesem Behältnis soll stets in den Händen der Großherzoglichen Oberaufsicht über die unmittelbaren Anstalten für Wissenschaft und Kunst...
Seite 18 - Last, die sie trugen, und die Pause, die den Tragenden von Zeit zu Zeit bis zum entfernten Kirchhofe, zum kurzen Ausruhen oder zum Wechseln der Plätze unter der Todtenbahre, auf welcher der Sarg stand, vergönnt war, wurde zum Trocknen des thränenvollen Antlitzes benutzt.

Bibliografische Informationen