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haben sich jenseits der Neiss gesetzet, und alle Brucken über diesen Fluss abgetragen.

Der General von Fouquét solle auch noch ganz unbeweglich in seiner position an den Bober und der Queiss stehen und man vernimmt noch nichts, dass sich von dortaus etwas in Bewegung setzte, welches auch nicht so leicht zu vermuthen stehet, indem den König gar zu viel an der Communication zwischen Sachsen und Schlesien gelegen ist. Indessen wird es doch nunmehro sich alles bald weiter erklären müssen. Ansonsten ersuche es nicht übel zu nehmen, dass ich die Freyheit gehabt, Meinen werthesten Freund mit der Verwahrung meines Degens beschwerlich zu fallen. Bitte meine ganz gehorsamste Empfehlung an dero Frau Gemahlin Gnaden und den Herrn Baron von Binder abzulegen und verharre mit unveränderlicher wahrer Freundschaft Meines werthesten Freundes

Treuer Freund u. Diener Jägerndorff den 3t. April 1760.

Laudon m. p.

Nr. 15.

Ansprache (compliment) des Generals von Loudon an seine Truppen nach dem Gefecht vom 15. (15. August 1760 Schlacht bei Liegnitz.)

Original französisch. Ich kann nicht uimhin, den Herren Generälen, Stabsofficieren und andern Officieren, wie allen Truppen zu danken und ihnen meine Zufriedenheit (satisfaction) zu bezeugen, welche ich über ihre Festigkeit und Tapferkeit empfinde, die sie am 15. bewiesen haben.

Obwohl unser Anschlag (entreprise) nicht den Erfolg hatte, den wir wünschten und welchen ich mit Grund bei Beginn der Action mir versprechen musste, glaube ich keineswegs, dass dies den Geist der Truppen beeinflusse oder auch nur einen Einzigen unter ihnen im geringsten entmuthigt hätte.

Im Gegentheil bin ich vollkommen überzeugt, dass sie in Zukunft bereit sein werden, dieselbe Tapferkeit zu zeigen, welche sie bisher ausgezeichnet hat, und da in nächster Zukunft sich die Gelegenheit bieten könnte, Revanche zu nehmen,

so setze ich im Vorhinein mein ganzes Vertrauen in sie, überzeugt, dass sie mit Unerschrockenheit kämpfen, dass sie siegen werden, und dass sie den Waffen Sr. k. k. Majestät einen neuen Glanz verleihen werden.

Ich meinerseits werde nichts versäumen, was zu ihrem Wohlbefinden beitragen könnte, ich bin bestrebt, ihnen jede Anerkennung (douceurs) zu verschaffen als Entlohnung ihrer Strapazen (fatigues), die sie erlitten haben, kurz, ich werde immer trachten, durch jedes Mittel, das mir zu Gebote stehen wird, sie mir zu verpflichten. Adresse:

A Monsieur
Monsieur de Hochstätter
Conseiller de la cour et officiale
de la chancellerie d'Etat de Leurs
Majestés Imperiales et Roiales

à Vienne
dd. 4. Jul.
praes. 7. Jul.
resp. 11. do.

Nr. 16.

Werthester Freund! Gleichwie ich eine jede Gelegenheit mit Freuden ergreife, Ihnen meine Ergebenheit in der That bezeigen zu können; Also gereichet mir auch zu einen ganz ausnehmenden Vergnügen dass ich im Stande bin Meinen werthgeschäzten Freunde solches in die Placirung des Herrn Baron von Binders Dero Vettern einiger massen an den Tag zu legen.

Denn obwohl dermahlen keine Apertur bei meinem unterhabenden Infanterie Regiment vorhanden ist; so wird sich solche doch ergeben wenn der bey selbigen befindliche Obrist Lieutenant Baron Wallis zum Obristen erklähret werden dürfte, wie dann des Herrn Hof u. Staats Kanzlers Grafen v. Kaunitz Excell. mir ohnlängst die Versicherung zu geben geruhet, dass Ihro Kays. Königl. May. bereits darüber die allergnädigste Resolution gefast hätten.

Indessen aber können Mein Werthgeschäzter Freund gedachten Ihren Herrn Vettern die Uniforme verfertigen, und

ihn sodann seine Reise hieher antretten lassen, wo Er dann bis zur würklichen Eintrettung beim Regiment bei mir im Hause verbleiben kann.

Dem Herrn Baron von Binder wie auch Dero gnädigen Frauen bitte meine vollkommenste Ergebenheit zu versichern und habe die Ehre mit wahrer Freundschaft zu verharren

Meines wertesten Freundes Strigau den 22. August 1760.

An den Herrn v. Hochstetter.

Nr. 17.

Hoch Wohlgebohrner

Insonders HochgeEhrtester Herr Hoff Kriegsrath ich habe die Ehre Euer Hochwohlgebohren unter gten Beliebtes aus nehment höfliches schreiben nebst denen übersendeten Moeblen richtig und gut zu Erhalten, ich sage vor Ersteres und deren mir so vill Erwissenen gefälligkeiten nochmahlen gehorsambsten Dankh, alss ich mir zugleich Dero mir so sehr angenehme althe amitie fehrnershin aussbitte, gleich wie ich hingegen Jeder zeit Vngemein consolirt sein werde wan mir dieselbten die gelegenheit an die Hande geben werden, meine wahre freundtschafft Bezeigung Ebenfahls an Tage legen zu können.

Euer Hochwohlgebohrnen Erinnern mich Einer uhr, so mein gemahl denselbten zum present gegeben mich erfreyet es Vngemein wan solche anständig ist, ich wüntsche nur dass dieses werkh Eben so thauerhaft sein möge, alss ich dieselbten gegen Vnss tragenten Stetten andenkhen ohne Beyhilf diesser uhr mich versichert zu sein flatire! Da ich nebst anwüntschung beiderseitigen stetten wohl Ergehens mit wahrer vollkomner Hochachtung allstäts Beharre Euer Hoch Wohlgebohren

gehorsame Diener Petschwarekh d. 22. Aug. 1761.

Loudon m.

1. p.

Nr. 18.

24. Juli 1762.

Werthster Freund!

Dero unter dem 18t. dieses an mich zu erlassen beliebte Zuschrift habe ich gantz rechtens zu behändigen das Vergnügen gehabt, und wenn ich denenselben für die Mühe, die Sie Sich wegen der Verkauffung meines Degens bisher zu geben die Güte gehabt, den allerergebensten Dank abstatte, so überlasse es denenselben auch völlig solchen so gut als möglich zu verkaufen, indem ich mich hierinnen gäntzlich in der Güte und Freundschafft beruhige. Dasjenige was mir dieselben ansonst noch

(Ein Stück des Blattes weggeschnitten.) desjenigen noch gantz wohl zu erinnern belieben, was ich Ihnen davon in Wien damals gleich zu hinterbringen die Ehre gehabt. Ich werde niemals so unrichtig handeln, Sie können deswegen vollkommen beruhiget seyn, und ich schmeichle mir dass auch des Herrn Staats Kantzlers Excellenz mit meiner Antwort zufrieden seyn werden, welcher dieselben dass mehrere ersehen wollen. Ich bin mit unveränderten Freundschaffts Gesinnungen voller Hochachtung lebenslang

Dero Dermahlen sieht man Keine Russen noch Cosaken mehr für unsrer Fronte, sondern es bestättigen hingegen alle Aussagen der ankommenden Deserteurs dass sich solche gäntzlich von der feindlichen Armee separirt, und in den Rückzug gesetzet hätten. Es wirt dahero der König auch wohl schwerlich mehr offensive gehen, sondern nur für seine Vertheidigung wohl bloss sorgen müssen.

Nr. 19.

Werthster Freund! Vermittelst Dero schätzbahren Zuschrifft vom 5t. Dieses, welche ich erst heute zu behändigen das Vergnügen habe, wird mir auch der Anschluss welchen Sie mir auf Befehl des Herrn Hoff und Staats Cantzlers Excellenz zu überschicken die Güte gehabt haben, und wofür ich Ihnen den verbundesten Dank

zu erstatten nicht ermangle. Es war solches von einem sichern frantzösischen Abbé Namens Expilly, der ein Dictionaire Geographique Historique et Politique des Gaules et de la France herausgiebt und auf welches ich pränumerirt habe. Er machet mir dahero in seinem Schreiben Erwehnung, dass er mir besagtes Buch überschicke; weil aber solches dem Brief selbst nicht beigefügt ist, so glaube dass ich es vielleicht bey dem Hoff Buchführer Trattner finden werde, weswegen mich dann bey diesem auch darnach erkundigen lasse.

Ansonsten bin Ihnen Werthster Freund für die übrigen mir gütigst mitgetheilten Nachrichten ebenfalss sehr verbunden, und nehme auch aus Dero gütigen Obsorge für meine Gesundheit, welche dermahlen gantz leidentlich ist Dero fürdaurende schätzbahre Freundschafft ab, für welche Ihnen meinen ergebensten Dank erstatte, und welcher ich mich ferner bestens empfehle, wie ich den in ohnveränderter wahrer Hochachtung abstets verharre Meines Werthsten Freundes

Treu gehorsamster Freund u. Diener Braunau d. 14. Xbr. 762.

Laudon m. p. An den Herrn Hoffrath v. Hochstetter.

. An Dero Frauen Gemahlin Gnaden u. Freylein Schwägerin wie auch an den Herrn Staats Rath Baron von Binder bitte meine gantz gehorsamste Empfehlung zu versichern. 1

Nr. 20.

Werthster Freund!

Dero mir so vielfältig erwiesene Freundschafft wird wohl entschuldigen, ich bin es überzeugt, dass ich mir die Freyheit nehme, den bissher als Adjutanten bey mir gestandenen Oberstwachtmeister Rüsten zu dero Gnaden zu empfehlen. Denn da ich vermuthe, dass diesen Winter wohl noch ein algemeiner Friede zu stand kommen dürfte, und gedachter Oberstwachtmeister eine stärkere Neigung zu Civil als Militär Diensten zeiget, jene auch seinen Gesundheits und häusslichen Umständen wohl am zuträglichsten wären, so habe in Ansehung seiner

1 Postscriptum eigenhändig.

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