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Nechstdem statte auch meinem Liebwerthesten Freunde den ganz ergebensten Dank ab, was so wohl dieselbe alss auch der Herr Baron von Binder in Ansehung des Herrn Obristw. Guretzky alss auch des Russ. Herrn Obristen von Schilling anzuwenden beliebet haben; Ersterer ist durch die Allerhöchst erfolgte Kays. Königl. Resolution nunmehro völlig bedeckt. Letzterer aber wird sich der Allerhöchsten Eusserung völlig conforme verhalten, indem niemahlen die Meynung gewesen, anders alss auf diese Arth die Russ. Kays. Dienste zu verlassen.

Was unsere Operationes betrifft, so beziehe mich desfals auf meine 3 nach einander abgelassenen Schreiben, dermalen hat sich die Scene auf einmahl wiederum verändert.

Der Russ. Feld Marchall Gr. v. Soltykoff hat vorgestern den General Lieutenant Gr. v. Romanzoff zu des Herrn F. M. Gr. v. Daun Excell. nachher Bautzen abgeschickt, um wegen der weiter vorzunehmenden Operationen zu conferiren, und worauf den beschlossen worden, dass der Gr. v. Daun annoch 10000 Mann k. k. Trouppen (worunter 5 Cavallerie Regimenter begriffen seyn sollen) nebst einen Train Belagerungs Artillerie zu meinem Corps stossen lassen solle, wo alss dann der Graf v. Soltikoff graden Wegs auf Glogau lossgehen und die Vestung dermassen einschliessen wil, dass sie zu einer baldigen Uibergabe gezwungen werde. Um dadurch für die Russ. Kays. Armée einen festen Fuss zu denen Winterquartieren in Schlesien zu fassen. Deme zu Folge dann auch den 15t. hujus die Russ. Armée von Lieberosa aufgebrochen und ihren Marche bis hieher nacher Guben fortgesetzet; Ich habe mit meinem Corps die Arriergarde gemacht, und bin bis 12. Mittags zu gedachten Lieberosa stehen verblieben. Der König welcher zu Waldau gestanden, hat den Marche der Russ. Armée ganz gelassen, obwohl er mit klingenden Spiel geschahe, zu gesehen, und er hat auch keinen einzigen Husaren geschweige sonsten etwas nach geschickt, welches mir bis dato noch sehr paradox scheinet.

Die anverlangten 10000 Mann von unser Armée sind auch bereits auf dem Marche begriffen und werden sich mit uns zu Sommerfeld vereinigen alss wohin wir vielleicht morgen aufbrechen werden.

Die Zeit wird also lehren was wir noch weiters bei der soweit verstrichenen Jahreszeit auszurichten im Stande sind,

und ich bin noch immer der Meynung die Russen von der Belagerung von Glogau ab und vielmehr auf die Wegnehmung von Brieg und Bresslau zu lenken, indem ich solche Örther zu einen place d'armes und Versicherung der Winterquartiere viel beqvemer erachte. Allein überhaupt bin ich der Meynung dass wir uns vorher zu ein

paar

Bataillen entschliessen müssen, indem des Königs scine Gelassenheit, wenn wir eine oder die andere Vestung berennen, gar bald aufhören, und er so dann trachten wird, entweder uns oder den F. M. Daun zu Leibe zu gehen.

Künftighin ein mehreres und ich habe die Ehre mit wahrer Freundschaft zu verharren

Meines wertesten Freundes Schönaich bei Guben den 17. Sept. 1759.

P. S. Das mehreste was ich besorge ist die Zusammenbringung der Vivres in dem sobald als wir in Schlesien eintretten der Prinz Heinrich sich uns nähern und einschliessen folglich die Subsistenz beschwerlich machen wird. Zu dem sind die Unordnung gar zu gross bei der Russ. Armée dass solche dazu ebenmässig die Verhinderung macht, und wenn also nicht aufzukommen, so dürften die Russen dadurch Anlass nehmen die Oder zu repassiren.

Die verfallene Interessen wollen Mein Werther Freund nur bei sich behaltn

Treuer Freund und Diener

Laudon m. p.

Nr. 12.

Werthester Freund! Für die vielen Mühewaltungen, so dieselbe wegen meines Vettern sich zugeben belieben wollen, statte hiemit ganz ergebensten Dank ab, und ich will selbigen hiemit noch mahlen Dero gütigsten Vorsorge und Freundschaft bestens empfohlen haben.

Mein von des Herrn Staats Kanzlers Gr. v. Kauniz Excell. über den künftigen Operationsplan gnädigst abgeforderte Mey

nung habe bereits gestern ganz gehorsamist mittelst der Estafette von hier nach Wienn abgeschikt, aus welchen Mein werthester Freund zu ersehen belieben werden, dass ich in der Hauptsache völlig nit Hochgedacht Sr. Excell. einverstanden bin, indem ich kein anderes Mittel für uns übrig sehe, den Krieg doch einigermassen zu unser Avantage zu endigen.

Den Herrn Hof Rath v. Beck bitte meine ganz ergebenste Empfehlung zu machen, und ihm zu hinterbringen, dass dermalen nicht die geringste Apertur bei denen Grenadier Bataillons vorhanden sey.

Ich wäre aber im Begriffe Ihro K. K. May. die Errichtung der 3. Bataillons vorzutragen, und in so ferne selbiges applaudiret werden dürfte, so gäbe Ihn hiemit mein Wort dass ich den mir anrecommendirten jungen Menschen gewiss darunter eine Lieutenants Stelle übertragen würde; Ein gleiches habe auch den Herrn Hof Rath v. Collenbach zur Antwort ertheilet, indem mir dermalen nicht möglich ist, so gerne ich auch wollte obgedachte beide Herrn in ihren Gesuch zu willfahren.

Dass der Herr Hauptmann Baron v. Binder mit dem kleinen Ordens Kreutz begnadigt worden, ist mir um so angenehmer, alss ich Sontags als den 27t. hujus die Ehre haben werde, gedachten Herrn Baron v. Binder sowohl als noch etliche andere allhier diesen hohen Orden ein zu verleiben, und die solemne Reception vorzunehmen.

Was ich übrigens dermahlen wegen der bewusten Convention in Oberschlesien an der Zeit zu seyn glaube, ein solches werden Mein Werthester Freund aus dem mit heutigen Estafette an des Herrn Staats Kanzlers Gr. v. Kauniz Excell. erlassenen Schreiben in mehreren ersehen.

Der Herr ObristL. B. v. Creutz ist heute hier angelanget, und hat mir das ihn aufgetragene hinterbracht; Ich aber verharre in unablässlich wahrer Freundschaft Meines werthesten Freundes

Treuer Freund und Diener Brüx den 24. Jenner 1760.

Laudon m. p.

Nr. 13.

Werthester Freund!

Dero unterm 1ten hujus an mich erlassene Schreiben habe wohl zu erhalten die Ehre gehabt, und ich beziehe mich hiemit nochmahlen, was meinen Vettern angehet, auf mein vor etlichen Tagen von hier abgeschiktes Schreiben, finde auch dabei nichts weiters zu erinnern nöthig, als dass es dann auch nach meines werthesten Freundes Gutachten bey dem Ducaten monatlichen Spielgeld sein Bewenden haben könne.

Was des Herrn v. Dalton für seinen Neveu gemachten Ansuchen anbetrifft, so muss ich ihnen aufrichtig gestehen, dass es mit dessen Willfahrung sehr schwer her gehen dürfte, indem auch insoferne die 3t. Bataillon applacidiret werden mögte, eine beträchtliche Anzahl von Cadets sich bei denen Bataillons befinden, die von beiderseits Kais. May. May. selbsten dazu gegeben worden, und die sich dann auch grossentheils in der verstrichenen Campagne und in der Action von Franckfurth sehr wohlverhalten haben, und folgsam vorzüglich befördert zu werden verdienen. Indessen werde ich alles mögliche thun, um besagten Mons. Dalton in Ansehung meines Werthgeschäzten Freundes Vorwort zu willfahren, wenn die Zte Bataillon zu errichten verwilligt werden sollte, jedoch kann ich Ihnen dermalen nichts gewisses versichern.

Für die mir übersandte Addresse des Herrn Grafen v. Esterhazi Excell. so wohl, alss für die über sich genommene Mühwaltung wegen eines Pettschafftes bin ungemein verbunden. Der

en ist dann endlich aus Russland angelanget, er ist in der That sehr schön und reich, so dass er denjenigen von des Herrn Feld Marchall Gr. v. Daun Excell. nicht viel nachgiebt, allein auf eine andere façon ist er gearbeitet und besetzet. Von Russ. seits schätzet man ihn auf 9000 Rubel und er dürfte es auch sehr leicht kosten.

Der Graf v. Woronzow hat mir solchen durch den Feld Marchallen Gr. v. Soltikow zu stellen lassen mit einem Schreiben in welchen er der grösten Politesse sich gegen mich gebraucht hat; und die letzhin meinen Werthesten Freund zugestellete Briefe waren das Danksagungs Schreiben darauf.

Was den zukünftigen Operations Plan anbelanget, so bin ich um nichts besorgt, alss dass vielleicht gar zu viel Zeit

vorbeigelassen werde ehe man solchen festsetzet, woraus aber natürlicher weise erfolgen muss, dass gegen Eröffnung der Campagne eins oder das andere übereylet werde.

Die Expedition in Ober Schlesien betreffend so hat selbige auch dermalen und nachdem die veränderliche Witterung eingefallen, auch um so mehr Schwierigkeiten in sich, besonders da hinführo auch auf kein beständiges Frostwetter mehr statt zu machen ist.

Zudem so ist die Garnison von Cosel welche vorhin nur in einem Bataillon bestanden, dermalen schon noch mit einer verstärkt worden, und eine 3te Bataillon stehet in der Gegend von Klein Glogau welche gleichfalls Befehl hat, sobald sie das geringste vermerken, sich ebenfalls in Cosel hinein zu werfen. Die jetzige Besatzung aber braucht auch alle mögliche präcaution in Aufeysung der Wassergräben, welche so breit in der Distance offen gehalten werden, dass auch das längste Brett um eine halbe Elle zu kurz sein würde, und diese Oefnung wird durch eine gewisse Machine die man eine Pleisse nennet, beständig unterhalten; folgsam hat mit leichten keine surprise statt, sondern es muss Kosel durch eine formale Attaque eingenommen werden.

Es ist mir dieses zwar auch schon vorhero bekannt ge

wesen, und

(Schluss fehlt.)

Nr. 14.

Werthester Freund! Das an mich unterm 22. vorigen Monaths erlassene Schreiben meines werthesten Freundes wird mir nicht ehender als gestern mittelst der Post behändiget, und da es also um etliche Tage später wie der Herr Baron von Creutz hier eingetroffen, so begreife ich nicht, wo es so lange herum geloffen ist.

Indessen bin ich für die mir in selbigen gegebenen Nachrichten ungemein verbunden, und nehme mir selbige zu meiner guten Wissenschafft.

Hier Orths ist noch alles unveränderlich in der vorigen position, sowohl unser als des Feindes seiten. Die von hier aus Oberschlesien repoussirte Bataillons nebst noch 3 andern

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