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Action sich nicht minder ganz besonders hervorgethan, und nachdem der Obriste blessirt worden, das Regiment in allen Attaquen angeführet, gleichmässig in aller Unterthänigkeit das Wort reden, und da nunmehro der geweste zweite Obristlieutenant Graf von Kinsky zum Obersten allergnädigst ernennet worden; so zweifle keinesweges Euer Kais. Königl. Majestät werden allergnädigst geruhen, Ihme gleichfalls zu befördern, damit ihme hierin kein Torto wiederfahren möge. Ich aber erneuere nochmahlen meine allerunterthänigste Danksagung und ersterbe in tiefster Devotion

Euer Kais. Königl. Majestät

Loudon m. p.

Nr. 10.

Werthstgeschäzter Freund!

Nach meinem unterm vorgestrigen Dato an dieselbe abgefertigtes Schreiben, hat sich das ganze Operations Systeme auf einmal dergestalt verändert, dass der Feld Marchall Daun, den Pr. Heinrich, nachdem er sich über Sprottau zurückgezogen, durch die Generalen De Ville und Beck observiren lassen, er selbst aber unterm heutigen Dato mit dem rest der Armée von Sorau aufbrechen und auf den König losgehen will. Die Russen werden indessen allhier noch so lange stehen bleiben, bis der Feld Marchall sich dem Könige genugsam genähert haben wird, als dann aber werden Sie ihren Marche nachher Kristianstadt nehmen; alldort so lange stehen bleiben wie ihn solches die Subsistenz vergönnen wird, nach diesem aber, und wenn sie wegen Mangel an fourage gezwungen werden, ihren Weg gegen die Oder auf Carolath fortsetzen, c'est à dire, Sie werden trachten, noch bei guter Zeit an der Weixel einzutreffen.

Wäre dieser Weg vor ohngefähr 3 Wochen alss ich solchen verschiedene mahl proponirt und flehentlich darum gebeten, ergriffen worden; so versichere ich, dass sich der König von Preussen dermalen entweder unter den Stucken von Stettin oder Magdeburg befände; Berlin aber als seine Haupt Resource in unsern Händen wäre. Allein dermalen sehe ich den Nutzen nicht ein den wir daraus ziehen wollen, Indem ganz gewiss

ist, dass der König, nachdem er gestern von neuen 10 bis 12000 Mann gegen Dresden detachirt hat, uns nirgends Stand halten, sondern nichts als Zeit zu gewinnen suchen wird, bis die Russen sich einmal von uns entfernt haben. Sodann aber hat er durch den Octobr und Novembr noch Zeit genug, dasjenige einzubringen, was er bis dahin nicht im Stande zu thun gewesen. Und wir haben indessen nicht nur die Incommodität dass allenthalben wo wir hinkommen nichts als ruinirte Örther und nicht die mindeste Subssistenz finden, sondern wir müssen auch befürchten, dass in so ferne wir den König zu weit nachgehen, der Prinz Heinrich, welcher den De Ville an Verschlagenheit und List weit überlegen; selbigen über einen Haufen wirft, und uns auf den Rücken kömt, folglich von Böhmen abschneidet. Alles dieses hätte uns nicht widerfahren können, wenn gleich nach der glücklichen Bataille vom 12. Aug. der Feld Marchall nur 12000 Mann von der grossen Armee genommen, und mit selbigen nebst meinen und des Generalen Hadick seinen Corps welches sodann wenigstens 40000 M. ausgemacht hätte, auf den König, ehe er sich so weit erholet, lossgegangen wäre. Der König wäre sodann nicht im Stande gewesen das geringste gegen Dresden abzuschicken, und der Prinz Heinrich hätte sich ebenfalls nicht der noch so zahlreich zurückgebliebenen Armee opponiren können. Und was noch das mehreste ist, wir hätten in dieser ganzen Zeit noch die Russen an der seiten gehabt, und der König hätte der Russen ihre Absichten so nicht als aus den bisherigen Bewegungen errathen können. Denn da stehe ich gut dafür, dass der König dermalen von allen informirt ist; wie man denn auch in dem feindlichen Laager so gar kein Geheimniss daraus machet, sondern darauf den gemeinen Mann vertröstet, dass wenn die Russen einmal nach hause oder an die Weixel gegangen, als dann die Operationen mit grössern Nachdruck angehen sollen.

Aus diesen allen werden Mein liebwerthester Freund ersehen, dass ich so gar unrecht nicht habe, wenn ich an den Nutzen zweifle, so wir aus dieser Entschliessung schöpfen können, und dass allem Ansehen nach die Campagne wie alle vorherige indecisive geendiget werden dürfte. Ausser es ereignet sich noch ein sonderbahrer glücklicher Zufall, und dass wir noch nicht einmal verabsäumen davon zu profitiren; denn sonsten haben wir von Glücken zu sagen wenn wir soweit mit

reputation aus den Feldzuge gehen, dass wir Dresden den Winter hindurch behaupten können; welches zwar den König grossen torto zufügen wird; allein an der Haupt Sache, welches ein für allemahl Schlesien bleibt, ist dadurch noch nichts ge

wonnen.

Die Zeit muss also lehren, was daraus entstehen wird, ich aber habe die Ehre mit wahrer unablässlicher Freundschaft zeitlebens zu verharren

Meines werthesten Freundes

Jammlitz den 9t. Septbr. 1759.

Treu gehorsamster Diener
Laudon Gfml.

Nr. 11.

Werthester Freund!

Dero unterm 6t hujus an mich erlassene Schreiben hat mir nicht wenig bestürzt gemacht, indem dieselbe darinnen erwehnet, dass mein allerunterthänigstes Danksagungs Schreiben an Ihro Kais. Königl. May. noch damahls nicht eingelangt gewesen. Allein da ich solches erst den 4t. oder 5ten von Liberosa aus expedirt, so hat es auch nicht wohl zu Wienn am 6t eintreffen können; weilen aber andern Theils es sehr leicht geschehen können, dass es bei der letzten Preuss. Invasion, die der Ziethen mit 9 Bataill. und 15 Escadrons so ungehindert vorzunehmen im Stande gewesen, mit in die Rapouse gerathen wäre; so habe solches allsogleich nach Meines werthesten Freundes Schreiben am gestrigen Dato nochmahlen mundiren lassen, und es folget nebst denen so ich an des Herrn Staats Canzlers Grafen von Kaunitz Excell. zu gleicher zeit erlassen, hiebei sub sigillo volante, damit Mein liebwerthester Freund es vorhero durchlesen, und als dann Hochgedacht Sr. Excell. zustellen können. Das einzige was mich bekümmert ist dieses, dass wenn es allenfals solthe auf der Post verlohren und nicht zu Wienn eingetroffen seyn, dass weder Ihro Kays. Königl. May. noch des Herrn Staats Canzlers Excell. mir es glauben dürffen, dass ich solches bereits einmal eingeschikt habe. Jedoch Mein Werthester Freund werden desfalss das Beste anzuwenden bemühet seyn, damit man beides Orths nicht das Laster der Undankbarkeit von mir präsumiren möge.

Nechstdem statte auch meinem Liebwerthesten Freunde den ganz ergebensten Dank ab, was so wohl dieselbe alss auch der Herr Baron von Binder in Ansehung des Herrn Obristw. Guretzky alss auch des Russ. Herrn Obristen von Schilling anzuwenden beliebet haben; Ersterer ist durch die Allerhöchst erfolgte Kays. Königl. Resolution nunmehro völlig bedeckt. Letzterer aber wird sich der Allerhöchsten Eusserung völlig conforme verhalten, indem niemahlen die Meynung gewesen, anders alss auf diese Arth die Russ. Kays. Dienste zu verlassen. Was unsere Operationes betrifft, so beziehe mich desfals auf meine 3 nach einander abgelassenen Schreiben, dermalen hat sich die Scene auf einmahl wiederum verändert.

Der Russ. Feld Marchall Gr. v. Soltykoff hat vorgestern den General Lieutenant Gr. v. Romanzoff zu des Herrn F. M. Gr. v. Daun Excell. nachher Bautzen abgeschickt, um wegen der weiter vorzunehmenden Operationen zu conferiren, und worauf den beschlossen worden, dass der Gr. v. Daun annoch 10000 Mann k. k. Trouppen (worunter 5 Cavallerie Regimenter begriffen seyn sollen) nebst einen Train Belagerungs Artillerie zu meinem Corps stossen lassen solle, wo alss dann der Graf v. Soltikoff graden Wegs auf Glogau lossgehen und die Vestung dermassen einschliessen wil, dass sie zu einer baldigen Uibergabe gezwungen werde. Um dadurch für die Russ. Kays. Armée einen festen Fuss zu denen Winterquartieren in Schlesien zu fassen. Deme zu Folge dann auch den 15t. hujus die Russ. Armée von Lieberosa aufgebrochen und ihren Marche bis hieher nacher Guben fortgesetzet; Ich habe mit meinem Corps die Arriergarde gemacht, und bin bis 12. Mittags zu gedachten Lieberosa stehen verblieben. Der König welcher zu Waldau gestanden, hat den Marche der Russ. Armée ganz gelassen, obwohl er mit klingenden Spiel geschahe, zu gesehen, und er hat auch keinen einzigen Husaren geschweige sonsten etwas nach geschickt, welches mir bis dato noch sehr paradox scheinet.

Die anverlangten 10000 Mann von unser Armée sind auch bereits auf dem Marche begriffen und werden sich mit uns zu Sommerfeld vereinigen alss wohin wir vielleicht morgen aufbrechen werden.

Die Zeit wird also lehren was wir noch weiters bei der soweit verstrichenen Jahreszeit auszurichten im Stande sind,

und ich bin noch immer der Meynung die Russen von der Belagerung von Glogau ab und vielmehr auf die Wegnehmung von Brieg und Bresslau zu lenken, indem ich solche Örther zu einen place d'armes und Versicherung der Winterquartiere viel beqvemer erachte. Allein überhaupt bin ich der Meynung dass wir uns vorher zu ein paar Bataillen entschliessen müssen, indem des Königs seine Gelassenheit, wenn wir eine oder die andere Vestung berennen, gar bald aufhören, und er so dann trachten wird, entweder uns oder den F. M. Daun zu Leibe zu gehen.

Künftighin ein mehreres und ich habe die Ehre mit wahrer Freundschaft zu verharren

Meines wertesten Freundes

Schönaich bei Guben

den 17. Sept. 1759.

P. S. Das mehreste was ich besorge ist die Zusammenbringung der Vivres in dem sobald als wir in Schlesien eintretten der Prinz Heinrich sich uns nähern und einschliessen folglich die Subsistenz beschwerlich machen wird. Zu dem sind die Unordnung gar zu gross bei der Russ. Armée dass solche dazu ebenmässig die Verhinderung macht, und wenn also nicht aufzukommen, so dürften die Russen dadurch Anlass nehmen die Oder zu repassiren.

Die verfallene Interessen wollen Mein werther Freund nur bei sich behaltn

Treuer Freund und Diener
Laudon m. p.

Nr. 12.

Werthester Freund!

Für die vielen Mühewaltungen, so dieselbe wegen meines Vettern sich zugeben belieben wollen, statte hiemit ganz ergebensten Dank ab, und ich will selbigen hiemit noch mahlen Dero gütigsten Vorsorge und Freundschaft bestens empfohlen haben.

Mein von des Herrn Staats Kanzlers Gr. v. Kauniz Excell. über den künftigen Operationsplan gnädigst abgeforderte Mey

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