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In Wien ausgeführte Versuche mit Norton's Rohr-
Brunnen.

Am 17. September fand in Gegenwart des General-Genie-Inspectors Erzherzogs Leopold und der meisten hier in Wien anwesenden Geuie-Offieiere in der Rossauei Caserne ein Versuch mit dem Norton'schen Rohr-Brunnen Statt.

Derselbe, bereits während des amerikanischen Krieges und gelegentlich der abyssinischen Expedition mit vielem Vortheil angewendet, besteht aus mehreren, je nach der erforderlichen Tiefe, der Länge nach aneinander zu schraubenden eisernen Röhren von 1%" Durchmesser, welche durch ein 40 Kilogramm schweres Gewicht (Hoyer) in die Erde getrieben werden, bis man auf Wasser kommt.

Das unterste Röhrenstück hat eine stählerne Spitze und eine Anzahl kleiner Sauglöcher, welche das Wasser in die Röhre lassen. Hat man sich mittels eines in die Röhre gelassenen Senkels versichert, dass man auf Wasser gestossen, respective in der wasserhaltenden Schichte genügend tief ist, so wird ein Pumpwerk eingesetzt, welches nun sogleich das Wasser zu Tag befördert.

Beim erwähnten Versuche brauchte man vom Beginne der Arbeit an */» Stunden, um aus der Tiefe von 28' Wasser zu erhalten, welche Tiefe auch beiläufig das Maximum bezeichnet, aus welchem Wasser überhaupt noch gesaugt werden kann. In weniger als '/t Stunde ist der Brunnen wieder rückgebaut und zerlegt. Die Kosten desselben betragen 140 fl. Ö. W.

Die Quantität des in einer gegebenen Zeit zu schöpfenden Wassers wechselt natürlich, je nach der Tiefe und dem Reichthum der wasserhaltenden Schichte. Im besprochenen Falle erhielt man in einer Stunde etwa 3 Eimer; viel reichlicher floss jedoch das Wasser aus einem ähnlichen, während der letzten landwirthschaftlichen Ausstellung in Hietzing aufgestellten Brunnen.

Nach dem „Moniteur de rarmee" soll man zu St Cloud in einer Stunde nicht weniger als 20 Eimer Wasser erhalten haben.

Der Vortheil solcher Brunnen für gewisse Fälle des Krieges und für gewisse Kriegsschauplätze liegt auf der Hand; man kann es daher gewiss nur löblich nennen, wenn man von demselben Notiz nahm, um eventuell diese schöne Erfindung zu verwerthen.

Besonders für die ambulanten Feldspitals-Anstalten dürften sich derlei Brunnen unbedingt empfehlen, desgleichen für Standlager, für provisorische Befestigungen, überhaupt Bauten von vorübergehendem Charakter, für detachirte und Aussen-Werke angegriffener Festungen, Laufgräben etc.

Vorschlag zur Einführung der amerikanischene Kettensägen statt der Zugsägen.

Gelegentlich der in den Monaten Juni und Juli stattgehabten Ausstellung der vom Genie-Comite im vorigen Jahre zu Paris exponirten Gegenstände hatte man Gelegenheit, einige der berühmten amerikanischen Kettensägen zu sehen, welcher sich die Pionniere der Cultur zur Bezwingung der Urwälder bedienen.

Dieselbe besteht aus etwa 2" langen, 1" breiten, '/,'" dicken eisernen Blättchen, welche durch Nieten zu einer 4—6' langen Kette "verbunden sind, deren einzelne Glieder sich um die Nietenschäfte drehen können. Jedes derlei Blättchen hat 2 gegeneinander gestellte Sägezähne. An den Enden der Kette sind Handhaben angebracht. wünscht König Carl noch ein Schützen-Gorps, welches in der Fertigkeit des Schiessens und Treffens die äussersten Grenzen des Möglichen erreicht. Im vierten Abschnitte beschäftigt er sich mit der Cavallerie und sagt: „Im letzten deutschen Kriege hat die „preussische Cavallerie eine der wichtigsten Rollen gespielt. Sie unterhielt zwischen rden verschiedenen Armee-Corps eine Verbindung, die es ihnen ermöglichte, auf allen „Seiten zu avanciren, indem sich das eine auf das andere stützte, und bis zu dem Ver„einigungspuukt vorzudringen, der ihr strategisches Object bildete. Keine Armee verhindert ibre Cavallerie, und ich hege die Überzeugung, dass so oft die Cavallerie „durch einen geschickten und energischen General befehligt wird, der im Augenblicke „einen weisen Entschluss zu fassen und allsogleich kräftig auszuführen versteht, diese „Waffe, besonders wenn sie mit der Führung der Pferde genau vertraut ist, ihre „wichtige Rolle wie bisher fortspielen wird."

In der Verwendung wird die Kette an den Baum, oder den abzusägenden Holzstock derart angelegt, dass dieselbe, einen je nach der Dicke des abzusägenden Holzes mehr oder minder gekrümmten Bogen bildet.

Ein oder zwei Arbeiter setzen nun die Säge in Bewegung und sind im Stande, llolzstäiinue vou beliebiger Dicke wenigstens ebenso schnell als mit der Zugsäge oder der Ilacko zu fällen. Der Haupt-Vortheil ist jedoch der, dass die Kettensäge nur % Pfd., die grosse Zugsäge aber 4—5 Pfd. wiegt und höchst unbequem zu tragen ist.

Diese Kettensäge wäre für die Feldausrüstung unserer Genie-Truppen, Pionniere und Infanterie-Zimmerleute aus Ursache des geringen Gewichtes und Volumens, nicht weniger auch der bessern Tragbarkeit und der Billigkeit wegsn, hauptsächlich anstatt der Zugsägen der tragbaren Feldausrüstung höchst vortheilhaft.

Die Ketteusiige wiegt % Pfd., die Zugsäge samint Futteral B Pfd., und kann man um die Kosten einer Zugsäge sammt Futteral gewiss (5 Kettensägen herstellen, d. h. ohne Gewichts- und Kostenvermehrung ist man in der Lage 6 Stück Werkzeuge gegen 1, und zwar die erstem mit letztern von gleicher Leistung, mit in's Feld zu tragen.

Es ist dies bei vielen technischen Kriegsarbeiten, hauptsächlich bei Bildung von Verhauen, Vertheidigungs-Instandsetzungen, Lichten des Vorfeldes, Erbauen von Nothbrückeu, wo in kurzer Zeit viel geleistet werden muss, deshalb viel Arbeiter angestellt werden sollen, von unberechenbarem Nutzen, indem man nur durch die Einführung so leichter und handsamer Werkzeuge im Stande ist, dieselben in hinreichend grosser Quantität in's Feld mitzunehmen.

B.

Berichtigung einer preussischen Darstellung des CavallerieGefechtes bei Trautenau am 27. Juni 1866.

In dem kürzlich erschienenen Werke: „Die preussische Cavallerie in der Campagne 1866" von L. v. Besser wird das oben genannte Gefecht zwischen dem königlich preussischen 1. Litthauischen Dragoner - Regimente und dem kaiserlichen Dragoner-Regimente Fürst Windischgrätz in einer Weise geschildert, gegen welche ich im Interesse der Wahrheit, sowie im Namen des damals von mir befehligten Regimentes Einiges bemerken muss.

Ohne in die Details der erwähnten Darstellung einzugehen, welche selbst mit der Schilderung dieses Gefechtes in der vom preussischen Generalstabe veröffentlichten „Geschichte des Feldzuges 1866 in Deutschland" schwer in Übereinstimmung zu bringen wären, und die nach Erscheinen der officiellen österreichischen Darstellung, sofern es dann noch von Nöthen wäre, gründlich erörtert werden sollen, muss ich im Wesentlichen unbedingt der Auffassung entgegen treten, als ob überhaupt ein Zweifel darüber bestehen könne, ob die Litthauer oder die Windischgrätz-Dragoner in dem genannten Geiechte Sieger geblieben.

„Das königlich preussische Litthauische Dragoner-Regiment Nr. 1 mit drei Escadronen wurde am 27. Juni Vormittags, beiläufig um 9 Uhr, bei Trautenau in einem ihm unbekannten Terrain von 38/4 Escadrons des kaiserlichen Regiments Windischgrätz-Dragoner und '/* Escadron (einem Zuge) Mensdorff-Uhlanen in Front und Flanke angegriffen und nach der tapfersten Gegenwehr, bei welcher alle anwesenden Abtheilungen des preussischen Regimentes es zum Choc und zur Melee kommen Hessen, derartig geworfen, dass Windischgrätz-Dragoner auf dem Kampfplatze selbst, und zwar erst dann zum Apell blasen Hess, als der letzte noch berittene Litthauer sich gegen Trautenau und Altstadt hin — unserem Gesichtskreise entzogen hatte."

Diese Thatsachen, welche durch den Besitz einer grossen Zahl von Beutepferden bei meinem damaligen Regimente, dann durch die unverhältnissmässigen Verluste des preussischen Regiments erhärtet werden, welche überdies von der Brigade Mondel des kaiserlichen 10. Armee-Corps und von einem Theile der Infanterie des königlich preussischen 1. Armee-Corps wahrgenommen wurden, endlich auch von der Bevölkerung der Stadt Trautenau, wie der Dörfer Altstadt und Weigelsdorf bezeugt werden können, dürften auch gewiss von dem ritterlichen Officiers - Corps unserer tapferen Gegner nicht bestritten werden.

Ludwig Prinz zu Windischgrätz,
im Jahre 1866 Commandant des Dragoner-Regiments
Fürst Windischgrätz Nr. 2 , derzeit Commandant von
Savoyen-Dragoner zu Enns in Ober-Österreich.

Österr. militär. Zeitschrift. (3. Band.) 1868. 26

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Die Eigenschaften, welche nach des Verfassers Ansicht für den InfanterieSoldaten nunmehr erforderlich geworden sind, bestehen in erhöhter Manövrirfähigkeit und Beweglichkeit, um in entwickelter dünner Linie zu fechten. In der Massenaufstellung manövrirt der Soldat mechanisch; in der Linie ist er sich selbst überlassen, und hier müssen alle Vorzüge der Intelligenz des Einzelnen zur Geltung gelangen; der ausgebildete und kräftige Mann ist unentbehrlich an der Seite des jungen und unerfahrenen Recruten; dieser aber leistet nicht genug in der entwickelten Linie, und man muss ihn davon fern halten, solange seine Ausbildung nicht vollendet ist.

Die stetige Vermehrung der Armeen, die Entwicklung, die nothgedrungen die dünne Linie nehmen muss, die Überwachung, welche sie erfordert, die grössere Gefahr, welcher die grosse Tragweite der Geschosse und das Schnellfeuer die Officiere aussetzen, ein ausgesprochenes Bedürfniss nach Unterricht, endlich die sehr herben Verluste, welche die letzten Feldzüge in den Reihen der Officiere aufweisen, lassen den König die Vermehrung der Cadres und die Verminderung der Bataillonszahl in den Brigaden empfehlen, um die Truppe handsamer und dem Commandoworte zugänglicher zu machen.

Revue maritime et «oloniale.

(August 1868.)

Kreisförmige Panzerschiffe.

Herr John Eider hat kürzlich in England einige Ideen über eine neue Bauart von Panzerschiffen entwickelt. Nachdem er die Vor- und Nachtheile der gewöhnlichen sowie der Thurm-Panzerschiffe besprochen und letzteren den doppelten Vorzug, weniger verwundbar und gleichzeitig fähiger zu sein, Kanonen schweren Kalibers zu tragen, vindicirt hatte, schlug er vor, das System des Thurmschiffes auszubilden, indem man den Durchmesser des Thurmes vergrössert und dem Schiffskiel überhaupt die Form eines Sphärenabschnittes gibt. Ein derart gestaltetes Fahrzeug wird, nach der Voraussicht des Erfinders, weniger Tiefgang haben als ein gewöhnliches gleichen Gehaltes. Versuche, welche mit zwei Modellen, wovon eines die bisherigen Formen des Panzerschiffes, das andere jene des neuen Systems besitzt, das Herr Eider jenes der kreisförmigen Schiffe nennt, sowohl bei ruhiger als auch bewegter See angestellt wurden, haben dargethan, dass das kreisförmige Schiff keiner grössern Kraft bedarf, um vorwärts getrieben zu werden, als das bisherige.

Das kreisförmige Schiff wird durch eine hydraulische Maschine bewegt werden, ähnlich jener der englischen Corvette: Waterwitch. Um das Schiff manövriren zu lassen, bringt man neben den Saug- und Druckröbren des hydraulischen Systems zwei andere Röhren an, deren Enden in entgegengesetzter Richtung gekrümmt sind; das durch diese Röhren angezogene und zurückgestossene Wasser gestattet, das Schiff nach jeder Richtung hin pivotiren zu lassen und demnach jede Kanone zum Schusse auf ein bestimmtes Object zu bringen.

Die Art und Weise zu steuern ist eben so neu als originell. Das Pilotenhäuschen ist mittels eingekerbter Räderwerke mit einer Schnecke in Verbindung; so oft der Steuermann, der mit dem Saugrohr der Schnecke in seinem Häuschen communicirt, letzteres um einige Grade dreht, ändert sich die Richtung der Druck- und Saugröhren dergestalt, dass das Schiff sich genau um die gleiche Anzahl Grade dreht.

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