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einem LaiideasehüUeu (Separat-Abdruok aus dem Tiroler Boten 1867—1868). Innsbruck 1868. Gerald. 50 kr.

Der Verfasser findet, dass die jetzigen Landsturmbezirke in Tirol und Vorarlberg viel zu klein sind, weil dadurch die verfügbaren Massen gar zu unbedeutend an Zahl erscheinen; seine Vorschläge lauten: Eintheilung des Landes nach den geographischen Verhältnissen in 9 Districte mit 0 Bataillons-DistrictsCommanden, welche die ganze untere militärische Administration der Landesverteidigung zu besorgen hätten; Eintheilung der Sturmmannschaft dieser Districte in 2 Auszüge: der 1. begreift die Wehrfähigen vom 18. bis 32., und der 2. die vom 33. bis 46. Lebensjahre; Bildung von freiwilligen Scharfschützen-Compagnien aus allen Altersklassen vom 18. bis zum 50. Lebensjahre noch vor dem Aufbieten des Landsturmes.

Renouard C., Hptm. a. D. v. vorm. kurh. Gen.-St. Leitfaden zur Auffassung des Wesens und Studiums der Kriegsgeschichte. Cassel 1868. Seidel. 1 fl. 50 kr.

Der als Militär-Schriftsteller vorteilhaft bekannte Autor bringt hier zuerst eine geistvoll skizzirte Abhandlung über Grundbegriffe, Zielpunkte und Darstellungsweise der Kriegsgeschichte, und dann eine gut gemachte Anleitung in Betreff des Studiums kriegsgeschichtlicher Schriften und Werke.

Glasenapp K. v. Militärische Biographien des OfficietsCorps der pr en ssi sehen Armee. Berlin 1868. 1. Lieferung. Braumüller. 60 kr.

Separat-Ausgabe der Beilagen der „militärischen Blätter" von 1868, kurzgefasste Dienstbesclireibungen enthaltend.

Ellger G. v., Hptm. im schweizer. Gen.-St, etc. etc. Die KriegsFeuerwaffen der Gegenwart. Ihr Entstehen und ihr Einfluss auf die Taktik der Infanterie, Artillerie und Reiterei. Mit 233 Abbildungen in Holzschnitt. Leipzig 1868. Gerold. 5 fl. 7 kr.

Der in der Militär-Literatur schon längst hochgeschätzte Autor liefert hier eine ebenso mizicliende wie lehrreiche Abhandlung über die Technik der neuen Kriegs-Feuerwaffen und über den Einfluss derselben auf die Taktik. Er erörtert zuerst die Grundsätze, auf welchen die Construction der Feuerwaffen beruht, verfolgt hierauf ihre allmälige Vervollkommnung bis auf die Gegenwart und schildert dabei mit gediegener Sachkunde und vorzüglicher Klarheit die gezogenen Vorderladungs-, Hinterladungs- und Repetir-Fouerwaffen; er bespricht dann die Veränderungen, welche als natürliche Folge der neuen Bewaffnung in der Taktik und in den taktischen Verhältnissen der Infanterie, Artillerie und Reiterei bedingt sind, zieht aus den Eigenschaften der neuen Elemente, welche in Wirksamkeit treten, Schlüsse auf die Taktik der Zukunft und sucht die Richtigkeit derselben darzuthun durch die Hinwcisung auf die praktischen Leistungen der neuen Feuerwaffen im nordamerikanischen und deutschen Bürgerkriege. Eine grosse Anzahl Abbildungen der wichtigsten Feuerwaffen der Vergangenheit und der Gegenwart ist eine zweckmässige Beigabe der schätzenswerthen Arbeit.

Bibliographie,

Studien über die fortschreitende Entwicklung der Infanterie-Taktik mit specieller Berücksichtigung der preussischen Armee. Von einem preussischen Officier. Berlin 1868. 8.

Kurz, Heinrich. Ausgewählte Correspondenz Napoleon's I. Hildburghausen 1868. 8. I. Bd.

Elgger, Karl von. Über Taktik, taktische Formen und ihre Anwendung im Gefecht. Luzern 1867.

H eifert, Dr. Jos. Alex. Freih. v. Osterreichische Geschichte für das Volk. XVU. Kaiser Franz und die europäischen Befreiungs-Kriege gegen Napoleon I. Wien

1867. 8.

Siegmann W. Gedanken über einige cavalleristischo Angelegenheiten. Leipzig und Heidelberg. 1868. 8.

Kaiser C. Der Sicheruugsdienst. Aufträge für den Infanterie-Subalternofficier und Anordnungen bei Leitung von Friedensübungen. Stuttgart 1868. 8.

Reiter-Gedanken. I. Den Kameraden der bayrischen Cavallerie gewidmet. München 1868. 8.

Behelfe zum Distanzbeurtheilen. Laibach 1868. 8.

Blankenburg Heinrich. Der deutsche Krieg von 1866, historisch-politischund kriegswissenschaftlich dargestellt. Erste Hälfte. Leipzig 1868. 8.

Wehrgesetz, Ein, für das constitutionelle Österreich sowie Vorschläge zur Reorganisation des Heeres. Den Reichsvertretern und der Armee gewidmet. Wien

1868. 8.

Glasenapp, G. v. Militärische Biographien des Officiers-Corps der preussischen Armee. Berlin 1868. 8. 1. Lieferung.

Der Beruf des Krieges. Ein Handbuci für angehende und junge Orficiere. Von einem preussischen Oft'iciere. Erfurt d. a. 8.

Paris, F. A. Die formellen Vorschriften für das Exerziren und den Schützen dienst der Infanterie. Breslau 1867. 8.

Heinrici. Die norddeutsche Kriegsmarine. Berlin 1868. 8.

H. v. F. Der preussische Felddienst. Zweites Heft: Vorposten- und PatrullenDienst. Für Unterofficiere und Soldaten. Berlin 1868.

Schleich, Franz Freiherr von. Anleitung zum Schiessen und Werfe.n. Für Geschütz-Commandanteu und Officiers-Aspiranten. München 1867.

Meynert, Hermann D. Geschichte des Kriegswesens und der Heerveriassungen in Europa seit dem frühen Mittelalter bis auf die Gegenwart. Wien 1868.

Le Boulenge, P. Etudes de balistique experimentale. Brüxelles 1868.

Rustow W. Die Lehre vom Gefecht aus den Elementen neu entwickelt für die Gegenwart und nächste Zukunft. In Lieferungen. Zürich 1864.

Pichler, Franz, Sales Dr. Gesetzkunde über Bodenkultur in Österreich. Wien 1867.

Wauwermans Henri. Mines militaires. Etudes sur la science du mineur et les effets dynamiques de la poudre. Brüxelles 1868.

Leitner, Quirin. Notizen zu den Gedenkblättern aus der Geschichte des k. k. Heeres. Wien und Pest 1868. 8. II. Th.

Hess, Feldmarschall Freiherr von. Der praktische Dienst im Felde. Wien 1868. 8. 4 Bde.

G. E. Der Soldat auf dem Turnplatze. Wien 1868. 8.

Torpedos, Die. Ein Vortrag gehalten in einer militärischen Gesellschaft im Januar 1868. Von einem Ingenieur-Officier. Berlin 1868. 8.

Antheil der königlich bayrischen Armee am Kriege des Jahres 1866. Bearbeitet vom Generalquartiermeisterstabe. München 1868. 8.

Eeiter Josef. Elementar-Waffenlehre zum Gebrauche der k. k. DivisionsSchulen. Triost 1867—1868. 8. 3 Lieferungen.

Bluntschli, Dr. J. E. Das moderne Völkerrecht der civilisirten Staaten, als Rechtsbuch dargestellt. Nördlingen 1868. 8.

Erinnerungen des Garde-Feld-Artillerie-Regiments an den Feldzug desJahres 1866. Berlin 1868. 8.

Lippe-Woissenfeld, E. Graf. Fridericus Kex und sein Heer. Ein Stück preussische Armeegeschichte. Berlin 1868. 8.

Bid ermann, Herrn. Ign. Die ungarischen Ruthenen, ihr Wohngebiet, ihr Erwerb und ihre Geschichte. Innsbruck 1867. 8.

Hinterlader, taktische Form oder Handlung? Berlin 1868.

H. v. F. Der preussische Felddienst. Erstes Heft: das zerstreute Gefecht. Für Unterofticiere und Soldaten. Berlin 1868.

Wussow, P. von. Geographische und geschichtliche Darstellung der östlichen norddeutschen Tiefebene oder der südbaltischen Tieflando. Frankfurt a/d. Oder. 1867.

Jesser Moritz. Lehrbuch der mathematischen Geographie für den II. Jahrgang der k. k. Neustädter Militär-Akademie. Wien 1868.

Flgger, Karl von. Die Kriegsfeuerwaffen der Gegenwart. Ihr Entstehen und ihr Einfluss auf die Taktik der Infanterie, Artillerie und Reiterei. Leipzig 1868.

Duncker, C. Die Unterofficiers-Schule, enthaltend die wissenschaftliche Ausbildung des Unterofficiers. Wien 1867.

Heilmanu, J. Kriegsgeschichte von Bayern, Franken, Pfalz und Schwaben von 1506 bis 1651, 1 Band. Kriegsgeschichte und Kriegswesen 1506—1598. München 1868.

Duncker, C. Die Zugs-Schule für Fusstruppen. Leitfaden zur Ausbildung des Zuges für das Gefecht. Wien 1868.

H. N. Einfluss der allgemeinen Einführung eines schnellfeuernden Hinterladungsgewehres auf die Taktik der Infanterie , auf Gefechtsleitung und Heerführung München 1867.

Hoffmann-Merian, Theodor. Die Eisenbahnen zum Truppen-Transport und für den Krieg im Hinblick auf die Schweiz. Basel 1868.

Kropatschek, Alfred. Die Umgestaltung der k. k. österreichischen Gewohre in Hinterlader. Wien 1868.

Spohr. Die Gesundheitspflege der Truppe im Felde nach den Grundsätzen einer naturgemässen Lebensweise und Abhärtungsmethode. Berlin 1868.

Die alten Heidenschanzen Deutschlands

mit specieller Beschreibung des Oberlausitzer Schanzensystems,

von
Oscar Schuster,

k. sächs. Hauptmann.
(Mit einer Karte und 2 Planen, Tafeln 15, 16, 17.)

Motto:

Mich dünkt, Wesen und Weltberuf des germanischen Volksstammes könne nicht richtig erkannt werden, ohne dessen Ursprung erforscht zu haben. Man muss den Quelllauf kennen, um die Endrichtuug des Weltstromes vorzuahnen. Dies fordert nicht allein der Gründlichkeitsdurst des deutschen Geistes, auch die Tiefe des deutschen Gemüth's, das sich im Drange nationaler Liebe bis zur Geburtsstätte und Wiege zurücksehnt.

E. v. Wietersheim.
Zur Vorgeschichte deutscher Nation.

Einleitung.

Die Alterthumskunde hat im Laufe der letzten Decennien in Deutschland einen gewaltigen Aufschwung genommen, zahlreiche Vereine sind zum Zwecke von Forschungen in vielen deutschen Städten entstanden, zahlreiche Alterthümer, die bisher unbeachtet und verkannt in irgend einem Winkel begraben lagen, sind an's Licht gezogen und untersucht worden, so dass die Geschichte oft wesentliche Bestätigungen und Berichtigungen hat erfahren können. Trotzdem aber tappen wir noch völlig im Dunkeln, wenn es sich um die Anfänge der Geschichte unserer eigenen Nation handelt.

Sitten, Gebräuche, Lebensweise und staatliche Einrichtungen unserer Vorfahren sind vorzugsweise Gegenstand der Nachforschungen der Alterthumsfreunde gewesen, dagegen hat die Kenntniss vom Kriegswesen derselben verhältnissmässig wenig Förderung erfahren. Ist nun auch schon so mancher Beitrag geliefert worden, der uns interessante Aufschlüsse, besonders aus der Zeit des früheren Mittelalters gibt, so sind doch die Nachrichten über die kriegerischen Zustände der vorchristlichen Bewohner deutscher Lande höchst spärlich.

Freilich erklärt sich diese Erscheinung sehr einfach aus dem Umstände, dass die ältesten Bewohner Deutschlands kein Cullurvolk waren und somit ihre Thaten nicht durch die Schrift der Nachwelt überlietern konnten,

Österr. milttar. Zeitschrift. 1868. (3. Bd.) 10

da die Runenschrift, welche sie besassen, doch nur, wenn sie in Stein gehauer* war, bis auf unsere Zeit gelangen konnte. Solcher Gedenklaleln aber hat man bisher nur wenige gefunden, die überdies vom Kriegswesen gar Nichts erzählen. Die ältesten Germanen sind auch nicht einmal mit Culturvölkern in Berührung^ gekommen, die uns von ihnen hätten berichten können, denn erst von dem Zeitpunkte an, wo die Römer mit denselben Germanen theils in kriegerischen Conflict geriethen, theils in mercantilen Verkehr traten, beginnen die Quellen reichlicher zu fliessen, und die Nachrichten zuverlässiger zu werden.

Und doch sind uns Denkmale aus uralten Zeiten überkommen, die heutzutage noch die Bewunderung eines Jeden erregen, Denkmale, welche beweisen, dass die Urbewohner unserer Heimat ein starkes kriegerisches Volk gewesen sein müssen.

Es sind dies alte, massenhaft angelegte Befestigungswerke, die um so mehr Zeugniss von dem kriegerischen Sinn der allen Germanen geben, als die Cultur von Jahrlausenden nicht im Stande war, sie von der Oberfläche der Erde zu vertilgen.

Wie aber kommt es, wird man fragen, dass man erst in unserem Zeitalter von der Existenz solcher grossartiger Werke erfährt, da doch jede Generation staunend vor ihnen gestanden und um sie gewusst haben muss?

Wie eben die Lösung so manchen Räthsels unserem Jahrhundert vorbehalten war, wie der von Jahr zu Jahr steigende Verkehr die Völker in engere Verbindung brachte, den Austausch von Meinungen und Gedanken erleichterte und die Aufmerksamkeit aul so Manches lenkte, was gänzlich in Vergessenheit gerathen war, so begann man auch erst in neuerer Zeit den Spuren nachzuforschen, welche frühere Völker in ihrer längeren oder kürzeren Anwesenheit in unseren Gauen unauslöschlich zurückgelassen haben. Ein Beweis dafür, dass auch die massigen Befestigungen unbeachtet vom Volk und selbst von den Geschichtsforschern liegen geblieben und in Vergessenheit gerathen waren, während doch selbsl so mancher deutsche Gelehrte mit unendlichem Aufwände von Zeit, Mühe und Geld die Alterthümer der orientalischen Völker, die Hieroglyphen der Ägyptier und Assyrier zu entziffern suchte, liegt auch darin, dass diese alten Schanzen in allen Gegenden Deutschlands, wo sie vorkommen, den Namen Schweden-Schanzen tragen. Die Bewohner waren also in dem Wahne, die Schweden hätten diese Riesenwerke auf ihren raschen Zügen durch Deutschland zu nur vorübergehender Vertheidigung aufgeworfen, und doch linden sich vielfach solche Schanzen in Gegenden vor, die nie eine schwedische Heeresabtheilung betreten hat. Trotzdem aber hat dieser Name, Schweden-Schanzen, seine historische Entstehung und Bedeutung, da er nur eine Verdrehung des ursprünglichen Namens ist, unter welchem dieselben im Volksmunde während des Mittelalters fortlebten. Sie heissen eigentlich „Sueven-Schanzen." Da aber die Schrecknisse des ganz Deutschland bis auf's innerste Mark erschütternden dreissigjährigen Krieges alle früheren Kriege den kommenden Generationen als unbedeutend erscheinen Hessen und sich mit Flammenschrift in ihre Her

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