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der innehabenden Aurstellung insolange, bis der Bataillons - Commandant weitere Anordnungen trifft. Der Bataillons-Commandant kann übrigens auch Halbzüge von einigen oder von allen Linien-Compagnien zur Auflösung in die Plänklerkette beordern, wenn das Bataillon in der compagnieweisen GefechtsAufstellung steht.

Wird eine Verstärkung der Plänklerkette als nothwendig erachtet, so rücken die zum betreffenden Zug gehörigen anderen Halbzüge vor.

Bei der zerstreuten Fechtart ist, wie bereits erwähnt, hervorzuheben, dass die Plünkler beim Cavallerie-Angriff keine Klumpen formiren, sondern sich auf das gegebene Signal beim nächsten Officier oder Unterofficier in Eine Linie ralliren und das Frontalfeuer eröffnen.

e) Der Bajonnet-Angriff. — Ein in compagnicweiser Aufstellung befindliches Bataillon kann den Angriff entweder mit allen Compagnien gleichzeitig oder nur mit einigen derselben unternehmen, während die anderen Compagnien das Salvenfeuer gegen den Feind eröffnen.

Steht das Bataillon mit allen vier Linien-Compagnien in Einem Treffen, so lühren auf das gegebene Signal die Compagnie-Commandanten ihre Compagnien zum Angriff vor, ohne Rücksicht auf das Einhallen der Richtung nach den für den Angriff einer Compagnie bestehenden Normen.

Steht das Bataillon compagnieweise in zwei Treffen aufgestellt, so kann der Bajonnetangriff in folgender Weise ausgeführt werden: Auf das tegebene Signal setzen sich die Compagnien beider Treffen nach vorwärts in Bewegung. Im offenen Terrain entwickeln sich die Compagnien des ersten Treffens gleich beim Beginn der Bewegung. Sobald der Bataillons-Commandant es für nothwendig erachtet, beordert er das erste Treffen zum Stehen und zum Eröffnen des Salvenfeuers. Die Compagnien des zweiten Treffens setzen ihre Bewegung fort, trachten die im Feuern begriffenen Compagnien des ersten Treffens zu umgehen und führen den Bajonnet-Angriff aus, während die feuernden Compagnien das Feuer insolange lortsetzen, als der Feind durch die angreifenden Compagnien nicht maskirt sein wird.

Der Bajonnet-Angriff in einer Bataillons-Colonne erfolgt nach den lür eine Compagnie gegebenen Normen; hiebei schreibt das Reglement vor: 1 Steht vor dem Bataillon eine Plänklerkette, so schliesst sie sich der ßalaillons-Colonne an beiden Flanken an und stürmt mit. Nach dem Signal ^Abschlagen" bleibt das Bataillon stehen, die Plänklerkette aber setzt ihre Bewegung fort und eröffnet ein wohlgenährtes Feuer. 2. War vor dem Bataillon keine Plänklerkelte aufgelöst, so wird vor dem Bajonnet-Angriffe aoch keine vorgeschickt; sobald aber das Signal „Abschlagen", erfolgt und das Bataillon stehen bleibt, begibt sich die ganze Schützen-Compagnie im Laufschritte nach vorwärts, löst sich in Plünkler auf und beginnt ein heftiges Feuer.

Steht das Bataillon in entwickelter Linie, und Unterhaltes ein Frontalfcuer gegen einen anrückenden Feind, so gibt es, sobald der Gegner auf 50 Schritte sich genähert hat, die letzte Salve und wirft sich auf das Commando „Hurrah" ihm entgegen; nur die Schützen-Compagnie bleibt s,ehen, um nötigenfalls die Flanken zu decken oder für den Fall eines Rückzuges als Reserve zu dienen.

Technische Notizen.

Das englische 35 Tonnen - Geschütz.

(Mit drei Holzschnitten.)

In einem Vortrage, den Capitän Stoney, Assistent in der königl. Gescbüiigiesserei zu Woolwich, im März des Vorjahres in der Royal United Serii;* Institution über den Portschritt in der Pabrication schwerer Geschütze biik, erwähnte derselbe, dass die Entwürfe zur Construction von TOOPfündern mit 35 Tonnen Gewicht, von SOOPfündern mit 40 Tonnen und von lOOOPfräte mit 50 Tonnen Rohrgewicht fertig seien, und dass nach den bei den leictera Geschützen (7-, 8-, 9-, 10- und 12zölligen) erhaltenen Resultaten, ein günstiä« Erfolg auch für die genannten Monstregeschütze in jeder Beziehung in a warten sei.

Die Beendigung des ersten TOOPfünders und die damit Anfangs dieses Jahres durchgeführten Versuche haben die oben ausgesprochene Erwartung in Bezug auf dieses eine Geschütz gerechtfertigt.

Da* 35 Tonnen-Geschütz ist ein gezogenes Vorderladungsgeschüta. etruirt nach dem Princip von Fräser1). Das Geschütz hat 16 Fuss 3 M äussere, 13 Fuss 6-5 Zoll Seelenlänge. Caliber ist 11-6 Zoll, äusserer Drob messer an der Mündung l Fuss 9 Zoll, am Bodenstück 4 Fuss 8 Zoll. Es i«

') Das Constructions-Princip Fraser's ist eine Fortbildung der Armstrong'sehen Geschütz-Construction und unterscheidet sich von dieser sächlich dadurch, dass die Anzahl der Theile, aus denen das Geschütz gesetzt wird, bei Fräser bedeutend geringer ist als bei Armstrong, wodurch, ohne S Festigkeit des Geschützes zu schaden, eine bedeutende Arbeitsersparniss erzielt »i* Fig. l und 2 zeigen durch die in ihnen angegebenen einzelnen Theile die Differean in den erwähnten Constructions-Principien bei dem 9zölligen Geschütz (SSOPfflnJ* Innere Röhre Stahl, die ändern Theile Schmiedeisen.

Fräser-Geschütz. — Fig. 1.

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mit 9 Zügen von der gewöhnlichen Form in allen Woolwich-Geschützen') verleben, welche einen Progressivdrall von 0 bis zu einer Umdrehung auf 40 Caliber besitzen. Zugtiefe ist 0-2 Zoll, also der innere Durchmesser von Zug zu Zug genau 12 Zoll. Die Ladung ist noch nicht fest bestimmt, wird aber wahrscheinlich 120 Pfund Pebble-Pulver betragen. Geschossgewicht ist 700 Pfund, Gewicht der Sprengladung des Hohlgeschosses 38 Pfund. Am 13. Jänner d. J. wurde unter Leitung von Capitän Stoney dieses Geschütz der ersten Probe unterzogen. Die Geschoss-Geschwindigkeiten wurden durch Capitän Noble mit dem Apparate von Narvez-Lewis gemessen. Der Versuch begann mit einer Ladung von 75 Pfund Pebble-Pulver und einem 700pfündigen Vollgeschosse. Am 18. Jänner wurde der Versuch fortgesetzt, und bis auf die Ladung von 130 Pfund übergegangen. Das Resultat war ein vollkommen günstiges, indem die Geschütz nicht die geringste Spur einer Überanstrengung des Metalles in irgend einem Theile des Rohres zeigte. Als Geschoss-Geschwindigkeiten für du 700pfündige Projectil ergaben sich:

Bei Ladung von 75 Pfunden 1160 englische Fuss ä Secunde
- ' . 100 „ 1250 „ , .

■ HO . 1303 , . ,

■ 120 „ 1370 . „ „ „
. 130 „ 1348 „ , .

die Maximal-Geschwindigkeit war also 1370 Fuss bei 120 Pfund Ladung, und scheint eine weitere Steigerung dieser Ladung daher zwecklos. Diese Maximalgeschwindigkeit genügt, um die Seiten des Herkules auf 1000 Yards Entfernung in der Wasserlinie durchzuschlagen, und zum vollkommenen Durchdringen des Panzerschiffes König Wilhelm auf mehr als das Doppelte der erwähnten Distanz.

Auf Grundlage der Erfahrungen mit anderen schweren Geschützen ergeben sich als Stärken von Schmiedeisenplatten, welche von dem Geschosse bei oben angegebener Austrittsgeschwindigkeit von 1370 Fuss durchgeschlagen werden können, auf eine Entfernung von:

an der Mündung 14 Zoll Plattenstärke

100 Yards 13 8 „

1000 12-9 „

2000 , 120 „

Die wirkliche Gewalt des neuen Geschützes wird sich bei den demnächst durchzuführenden Versuchen in Shoeburyness zeigen.

Zehn dieser Geschütze sollen sogleich in Angriff genommen werden. Sie and zunächst zur Armirung dreier schweren Monitors, welche eben im Baue sind, bestimmt. Jeder dieser Monitors wird in zwei Thürmen je zwei dieser schweren Geschütze tragen, die auf Thurmlaffctten nach Capitän Scotts Princip montirt werden sollen. Mehrere dieser Laffetten sind in Woolwich in Arbeit and sollen im Laufe des Frühjahres fertig werden.

') Das Zugsystem des Woolwich-Geschfltzes ist das sogenannte französische System (Fig. 3). Die Führung der Geschosse geschieht durch Warzen.

Zag de» 9Z811«r«. — Flg. S.

Mit der Einführung dieser Geschütze wird der erste Schritt B sirung der Wünsche einer starken Partei der englischen Marine gethaf die gegenwärtige Annirung der Flotte als weitaus ungenügend erklär die Monitors wenigstens 50tons Geschütze, d. h. Tausendpfünder ford

Das schwerste Geschütz, welches bis jetzt in der englische gebraucht wird, ist das 25 Tonnengeschütz (GOOPfünder, 12 Zoll Calil anch davon sind erst 5 Stück zur See (eines am Hotspur, vier am und die gewöhnliche Bewaffnung der Thurmschiffe ist das 18 Tonne: (SOOPfünder, 10 Zoll Caliber).

Schöne Summen wird bei Einführung der Geschütze schwerste die Armirung kosten. Ein TOOPfünder dürfte bereits auf etwa l Sterling pr. Tonne Kohrgewicht kommen, beim lOOOPfünder wird siel beträchtlich steigern').

') Ironclads, fresent and futare. (Journ. of the Jiny.il United Service
') Nähere Details Über die Construction der schweren englischen

im „The Progress of our heavy ordnance etc. by Capitain Stoney,

the R. U. Service Institution 1870".

Notizen.

Über die englische Armee. Die Voranschläge fiir die Arn lieh ausgegeben worden. Die veranschlagten Ausgaben belaufen sich aul St. mehr, als die des vorigen Jahres. Die reitende Artillerie soll um se verstärkt werden, 20 Garnison-Batterien werden in Feld-Batterien umges übrigen Garnison-Batterien verstärkt. Das Artillerie-Depot wird vermeh 3815 Mann Zuwachs dem Artillerie-Corps überwiesen, uud der Formatio: den nöthigen Befehlen ausgegeben worden. Die neuen Cavallerie-Regi auf die ganze Kriegsstärke gebracht, jedes Regiment wird ans vier Seh stehen. Das Ingenieur-Corps wird vermehrt und ein Corps frtr den Tel hinzugefügt. Alle Bataillone der Infanterie der Garde und 23 Batail werden auf die Zahl von 850, die übrigen auf 600 Mann gebracht. Dai Corps wird um drei Compagnien vermehrt, das Hocpitdl-Corps wird mehrt. Das Ceylon-Schützen-Corps wird um zwei Compagnien reduci Zurückziehung der Truppen von Labuan, wo sie durch eiue Polizei werden sollen.

An* Russland. Das Budget des Kriegsministerinms betrag, n: ansserordentlichen Ausgaben, welche durch die Militär-Organisation und von neuen Hinterladern verursacht wurden, im Jahre 1866 118'/» Millioi 1867 122*/, Millionen, im Jahre 1868 135 Millionen, im Jahre 1869 11')', im Jahre 1870 MI1/.. Millionen, im Jahre 1871 154 Millionen Silber rassische Militärbudget ist also in den letzten sechs Jahren von 118' Silber-Rubel auf 154 Millionen Silber-Rubel, mithin um die bedeutende 361/» Millionen Silber-Rubel erhöht worden.

Bei einigen in Petersburg parnisonirenden Regimentern werden von Intendantur-Beamten Versuche mit der Erbswurst gemacht, am die keit derselben als Speise für die russischen Truppen zu erproben. Di' Erbswurst hat ein Wurstmacher nach vier verschiedenen Recepten er im Verein mit der Haupt-Intendanz-Verwaltung entworfen. Diese nii'ii schon aus dem September 1870, als von der prenssischen Erbswurst Rede war; Herr Bylschkow nimmt keine Krauter in die Wurst; die leii lichkeit derselben hängt von einer besonderen Zubereitung des Erbsenmeh den Übrigen Bestandteilen der Wurst beigemischt wird. Auf einen Soldl täglich l V» Pfund Wurst verabreicht und die Verpflegung desselben k« auf 10 Kopecken täglich zu stehen. Der Versuch soll ein durchaus bei Resultat ergeben haben.

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