Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

und der Eroberung Siciliens durch die Neapolitaner (Mai 1849) abgebrochen» Geschichte Italiens bis nach dem Züricher Frieden fortführt. Der vorliegende Band zerfällt in 3 grosse Partien: Der Kampf um Rom und die Schilderung der politischen Reaction im Kirchenstaat, in Toscana, Parma und Modena, sowie in Lombardo-Venetien; die allmälige Erstarkung Piemonts unter Cavour, und der italienische Krieg. Vier Wochen nach der Katastrophe ven Sedan erscheint dieser 3. Band, dessen erste Capitel gleich die Politik Louis Napoleon's Italien gegenüber, namentlich im Vergleiche mit der eben so kleinlichen wie chauvinistischen Haltung der Februar-Republik in Betreff Carl Alberts, in ein besseres Licht stellen. „Was in ihm von besseren Trieben war, das hat er der Wiege seines Geschlechtes, Italien, zugute kommen lassen; Cavour hat ihn mit seiner Flügelkraft über sich selbst hinaufgehoben. Seine corsische Menschenverachtun:* hat er Frankreich und Deutschland geweiht, aber hier stiess sein Glücksschiff auf Felsenmauern. Sein Verhältniss zum Papste bestimmte die Ahnung, da» das Schicksal seiner Herrschaft und die des Priester-Königs in einen Knoten geschürzt; am 1. September entfiel ihm die Krone, am 20. waren die Italiener in Rom."

Zu den Perlen dieses 3. Bandes zählt das 1. Capitel, welches gelegentlich der Unterhandlungen in Gaeta von Wiedereinsetzung des Papstes, namentlich bezüglich Österreichs sehr viel Neues und Charakteristisches beibringt. Als die französische Diplomatie Pio Nono in Gaeta freisinnige Zugeständnisse abzuringen suchte, erklärte Schwarzenberg dem Gesandten Grafen Moriz Esterhazy — rühmlichen Angedenkens von 1866 her — weder Press- noch Versammlungsfreiheit, noch eine Consulte mit dem Votum in Steuerfragen dürfe den Römern zugestanden werden. Sohwarzenberg und EsteThäzy waren es, die in Gaeta, als Antonelli sich auf das „Gewissen" des Papstes gegenüber den französischen Zumuthungen berief, „die Freiheit der Fürsten" der Freiheit der Völker entgegenstellten. So glich denn auch die Amnestie Pio Nono's vom 19. September 1849 eher einer Proscriptionsliste; während der König von Neapel nur 80 Personen von der ncilianischen Amnestie ausschloss, nahm der Heilige Vater 283 aus. Den Brief dea PriniPräsidenten an Edgar Ney aber verurtheilte Schwarzenberg in einer Depesche. die er am 15. September 1849 nach Paris abschickte, derb dem Inhalte wie der Form nach: „Was man sich vom Oheim nicht gefallen Hess, der doch gewartet habe, bis der Papst ihn gekrönt, ehe er einen so arroganten Ton anstimmte, das werde man gewiss nicht vom petit-neveu dulden; der Papst werde gut thun, sich durch den Brief nicht als beleidigt zu erachten; das Beste wäre, ihn als gar nicht geschrieben zu betrachten und an dem Laufe der sich in Gaeta fortspinnenden Unterhandlungen Nichts zu ändern." So berichtet der neapolitanische Gesandte in Paris am 25. September 1849: Warum also soll nicht auch Louis Napoleon diesen Zug Schwarzenberg's gekannt und Oster reich aufs Kerbholz geschrieben haben?

Riese, August. Der Kampf in und um Dörfer und Wälder Nach den besten taktischen Werken und der Kriegsgeschichte bearbeitet. Neue Aulgabe mit einem Anhang: „Das Dorf- und Waldgefecht in den Kriegen der letzten Jahre 1859—1866." Mainz 1870. 8. 238 S. und Anhang 75 8.

(Roskiewicz, Johann.) Der Recognoscent. Von einem GeneralstabaOfficier. Wien 1870. 8.

Den durch sein werthvolles Buch über Bosnien und die Herzegovina um die Geographie so hochverdienten Oberst-Lieutenant Johann Roskiewicz des Generalstabes verdanken wir das vorliegende Büchlein, welches eigentlich die Beigabe zu einem von ihm erdachten und von der rühmlichst bekannten Pinna A. F. Syre & Neffe mit gewohnter Sorgfalt ausgeführten Messapparat bildet. So wie das nette, compendiöse Instrument, das in diesem Falle die Haupteache ist, während das Büchlein nur als Gebrauchsanleitung dient, vor uns liegt, wird man auf den ersten Blick gewahr, daas dasselbe von einem praktischen Mappeur mit der grössten Sorgfalt und besonderer Berücksichtigung der zur RecognoBcirung im Felde nöthigen Bedürfnisse zusammengestellt ist. Der in Form eines Notizbuches angefertigte Apparat enthält eine Boussole, ein Diopter, einen Senkel, ein Detaillirbrett mit aufgespanntem Papier, ein Stück Mundleim, Tier Piqnirnadeln, zwei Künstlerstifte, ein Heft mit carrirtem Papier, ein Stück Uniongummi, nebst der in Rede stehenden Broschüre, welche ganz genauen Aufschluss über den Gebrauch des Apparates und die Verwendung der einzelnen Tbeile desselben gibt. Es würde uns natürlich zu weit führen, wollten wir dieselbe hier ausführlich erörtern, um so mehr als aus dem oben angegebenen Verseichnisse der verschiedenen Gegenstände jeder halbwegs Sachverständige ach eine Idee von dem Instrumente und seinem Gebrauche machen kann. Es genügt hier mitzutheilen, dass wir nicht eher über den „Recognoscenten" uns aassprechen wollten, als bis wir denselben praktisch benützt hatten. Wir haben zu diesem Behufe eine Terrain-Aufnahme mit demselben und nach der im Buche angegebenen Weise versucht und müssen bekennen, dass wir von den Resultaten ausserordentlich befriedigt waren. Es ist selbstverständlich beim Recognoscenten vom Erzielen einer mathematisch richtigen Aufnahme abgesehen , vielmehr soll derselbe nur als Unterstützung der a la vue Aufnahme dienen, die in vielen Fällen von der besondersten praktischen Wichtigkeit ist, denn auch ein mangelhaftes oder nur flüchtig entworfenes Croquis spricht deutlicher als bogenlange Abhandlungen. Diesem, seinem Zwecke entspricht nun der „Recognoscent" in eminentem Grade, und es hängt nur von der grösseren oder geringeren Geübtheit des Aufnehmenden, sowie von dem Grade der aufgewendeten Aufmerksamkeit ab, um Resultate zu erzielen, deren Fehlergrenzen sich im engsten Rahmen bewegen. In der That wurde uns von verschiedenen Seiten mitgetheilt, dass die Benützung des „Recognoscenten'' sich von ganz ausserordentlichem Vortheil erwiesen habe. Man darf naturgemäSB an das kleine Ding nicht Anforderungen stellen, welchen kaum grosse und kostspielige Instrumente entsprechen, sondern muss sich den Zweck der Sache vor Augen halten, wenn man urtheilen will. Wir glauben aber, dass über diesen Zweck nicht leichtfertig abgeurtheilt werden sollte, und sind vielmehr überzeugt, dass der „Recognoaeent" Reisenden, die sich in wenig durchforschten Gebieten bewegen, zumal wo ihnen der Gebrauch grosser Messapparate verwehrt ist, die wichtigsten Dienste leisten wird. Aus diesem Grunde möchten wir den „Recognoscenten" auch allen Truppen-Officieren empfohlen haben, um so mehr, als der an und für sich nicht zu hoch gegriffene Preis von 12 fl. bei frankirter Einsendung der Beträge in vier Monatsraten an die Firma Sy-rd berichtigt werden kann.

Rougemont, Frederic de. Les conseillers benevoles du roi Guillaume. Basel 1871. 8. 80 S.

Sarcey, Francisque. Le Biege de Paris. Impressions et Souvenirs. Bruielles 1871. 18. 350 S.

Francisque Sarcey, der geistreiche Chroniqneur des „Gaulois", veröffentlicht soeben sein Tagebuch „le siege de Paris", welches Buch, nach Wachenhusen, selbst die Achtung des Gegners verdient. Er hat den Muth, seinen Landsleuten gegenüber die Ereignisse zu schildern, wie sie wirklich waren, die Ursache su erklären, warum sie so sein mussten, die Selbstüberhebung der Franzosen zu geissein und, selbst Franzose, rücksichtslos in das faule Fleisch seiner Nation hineinzuschneiden.

Das Buch gibt höchst interessante Aufklärungen über die Zustände in der Hauptstadt während der Belagerung.

Eine Stelle dieses Buches beweist, dass die preussisehe Armeeleitung nicht mit Unrecht erwartete, der Pöbel werde sich auf die Besitzenden werfen, und Paris der Schauplatz der Strassenkämpfe werden. Sarcey erzählt nämlich, dass nach dem ersten Kampfe vor Paris, am 19. Jänner bei Chatillon, und nachdem die Bevölkerung die fliehenden Zuaven am Trocadero mit Schmähungen empfangen, — dass nach dieser Affaire die Arbeiter von Belleville etc., die Rothon und Händelsucher im Begriffe waren, sich auf die bessere Gesellschaft zu stürzen; dass die letztere vor dem Pöbel mehr gezittert als vor den Preussen. und schon im Begriffe gewesen sei, dem Feinde die Thore zu öffnen. Da sei zur rechten Zeit Jules Favre von Ferneres zurückgekehrt. Bismarck hatte ihm erklärt, die „Populace" von Paris werde die Regierung stürzen, wenn Paris nicht in einigen Tagen genommen sei, und diese Beleidigung, dieses verächtliche Wort „Populace" machte Alles einig, denn auch der Pöbel hat seinen Ehrgeiz.

Sarcey bestätigt übrigens ebenfalls, was damals vielfach ausgesprochen wurde. Die Pariser Forts waren elend armirt, als die deutschen Truppen sieb vor dieselben legten; Nichts war fertig geworden von all' den neu angeordneten Vertheidigungs-Anstalten; manche waren noch nicht einmal begonnen worden, und wenn man nicht vorgezogen hätte, „die Pariser in ihrer eigenen Sauce m kochen", wie Bismarck sich nach Sarcey ausgedrückt haben soll, so wären die Forts sammt der Enceinte mit unbedeutenden Verlusten schon • im September zu nehmen gewesen.

Es ist bekannt, dass hierüber im deutschen Hauptquartier sehr entgegengesetzte Ansichten herrschten. Sarcey erzählt, nach dem Urtheil von Sachverständigen hätte man wenigstens 6 Monate gebraucht, um die Pariser Fortificationen zu vollenden; der russische General Tottieben, der Vertheidiger Sebastopol's, habe, als ihn die französischen Genie-Officiere in den Fortificationen umhergeführt, schliesslich einen derselben gefragt: „Ist dies Alles?" —„Ja, General.* — „Gut!" fuhr Tottieben fort, „48 Stunden, nachdem Sie die erste preussische Pickelhaube gesehen haben werden, ist Paris übergeben!"

Thiers meinte bekanntlich, Paris brauche sich nur 8 Tage zu halten; das sei Alles, was man von dem Zustande der Hauptstadt verlangen könne, aber das werde genügen. Und als drittes Urtheil erzählt Sarcey, einer seiner Freunde habe damals Trochu gefragt, was er fürchte oder hoffe? Der Genenl nahm jenen Herrn heftig beim Arm: „WaB ich fürchte?" fragte er mit bebender Stimme — „die Preussen werden in die Stadt einrücken, wann und wie sie wollen! Verlassen Sie sich darauf! Kein Officier, der irgendwie urtheilsfähitr. zweifelt daran." — „Aber, General," rief der Pariser entsetzt, „was wollen wir denn noch?" — „Uns vorher tödten lassen!" antwortete Trochu, und mit der Emphase, die ihm eigenthümlich, setzte er hinzu: „Das wird Dünger geben für die kommenden Generationen 1"

Sarcey, Francisque. Die Belagerung von Paris 1870—71. Ereignisse und Eindrücke. Wien 1871. 8. 1. Lieferung.

Sclmieidler, W. F. Carl. Europa und der deutsch - französische Krieg 1870 und 1871. I. Bd.: „Bis zur Capitulation von Sedan und Proclam*tion der Republik in Paris." Leipzig 1871. 8. 302 S.

Schulze-Delitzsch. Briefe an die italienischen Patrioten über den deutschen Krieg und seine Folgen. Berlin 1871. 8. 36 S.

Sierakowski, C. v. Erinnerungen eines Schwerverwundeten an 1868. Berlin 1871. 8. 34 S.

Friedrich von Hellwald.

Karten.

Administrativ - Karte, Von der, des Erzherzogthums Österreich unter der Enns das Blatt K 8. Preis 80 kr.

Begreift die Umgebung von Mödling und Lazenburg.

Administrativ - Karte, Von der, des Erzherzogthums Österreich unter der Enns, herausgegeben vom Vereine für Landeskunde von Niederösterreich in 112 Blättern. Massstab: 1 : 28.800. Preis per Blatt 80 kr.

Von dieser vorzüglichen Karte sind die Blätter 16, Retz, und 76, Altenmarkt, erschienen, und sind somit 21 Blätter vollendet

Carte des EnviroilS de Strassbourg dressee d'apres les renseignements fourais par M. M. les Ingenieurs des ponts et chaussces et par M., Architecte de la Ville, a l'echelle de 1 : 20.000. Strassbourg. Lithographie de V' Berger-Levrault et fils. Ein grosses Blatt. Preis 3 fl. 50 kr.

Ist ein schön gezeichneter Detailplan der Umgebungen dieser Stadt mit den Festungswerken, den umliegenden Orten, den Culturen, Communicationen etc. Die hervorragenden Gebäude sind schwarz bezeichnet.

Davies new map of the British Metropolis, the Boundaries of the Boroaghs, Counties, Courts, Districts, railways and modern improvements. London published May 1870 by Edward Stanford. Ein grosses gestochenes Blatt Massstab: 1 : 22.000. Preis 3 fl. 50 kr.

Ist der neueste und ausführlichste Plan dieser Hauptstadt mit der Beschreibung aller Plätze, Strassen, Parks, Squares, Docks, der Eisenbahnen, hervorragenden Gebäude, Dicasterien und wichtigen Etablissements.

Panorama del Basso Egitto, Canale artificiale di Suez, edito per cura del C. Cesare Vimercati e dedicato a Sua Maesta Vittorio Emanuele L, Re d'Italia.

Besteht aus einem grossen Blatt Perspectiv-Ansicht in Farbendruck, worauf die ganze Länge des Canals von Port Said bis Suez und das Nil-Delta ersichtlich ist; hiezu gehört ein um '/» verkleinertes Blatt mit der Beschreibung der Ortlichkeiten, ferner vier Karten mit dem Titel: Carta Generale delle vie ferrate d'Europa e delle maritime relative al Istmo de Suez, compilata e dissegwta da Ulysse Vanini sui documenti e sulle nozioni di Cesare Vimercati. Dieselben enthalten die für die Frequenz des Canals wichtigeren Eisenbahnlinien; dabei ein Plan des Hafens von Brindisi und eine Karte von Unter-Egypten.

Stuttgart mit Höhencurven und Strassen-Projecten. Stuttgart bei Lutz und Bonert. 1870. Ein grosses Blatt. Massstab: 1 : 4500. Preis 7 fl. 20 kr.

Genauer Detail-Plan der königlichen Haupt- und Residenzstadt mit Beschreibung aller Plätze, Strassen und sämmtlicher bedeutender Objecto, HäuserNumerirung, den neu projectirten Strassen; das umgebende Terrain in rothen Schichten mit Angabe der Höhenunterschiede. Im Renvoi befindet sich ein Plan der Stadt nach ihrem Bestände vom Jahre 1794 im Massstabe von 1 : 6450.

Special-Karte des prenssischen Staates, Von der, vom königl.

preussischen Generalstabe, im Masse von 1 : 100.000 sind 3 Blätter erschienen. Preis per Blatt 1 fl. 10 kr.

Blatt 128, Friedrichshof, enthält Theile des Kreises Orteisburg, Regierungsbezirk Königsberg, und des Kreises Johannisburg, Regierungsbezirk Gumbinnen.

Blatt 304, Lewin, enthält Theile der Kreise Neurode und Glatz de» Regierungsbezirkes Breslau.

Blatt 305, Glatz, enthält Theile der Kreise Neurode, Frankenstein. Glat? und Habeischwert des Regierungsbezirkes Breslau. Diese Sectionen, in Kupfer gestoehen, sind in jeder Beziehung eine ganz vorzügliche Arbeit Gerippe, Terrain und Schrift lassen Nichts zu wünschen übrig; die Zahlen geben die absolute Höhe über dem Spiegel der Ostsee, in preussischem Duodecimal-Fuss (a 139-13 Pariser Linien) ausgedrückt. Die Höhenzahlen in Österreich beziehen sich auf den Spiegel des adriatischen Meeres.

VlUgegend von Reichenberg, Die, entworfen vom Professor A. L Hickmann. Verlag von A. Sehröpfer in Reichenberg. Preis 3 fl.

Die Karte, in Farbendruck gearbeitet, dehnt sich über Böhmisch Leippa. Rumburg, Zittau, Friedland und nordöstlich bis an die preussische Grenze aus. enthält alle Orte und Häusergruppen, ziemlich gut gezeichnetes, mit vielen Höhen punkten versehenes Terrain und im eingeschlossenen Rahmen den Stadtplan von Reichenberg.

Umgebung von Strassbwg, bearbeitet von R Linder im gr. Generalstabe. Druck von Th. Stein in Berlin. Massstab: 1 : 40.000.

Brauchbare Übersicht der nächsten Umgebung dieser Stadt mit den Festungswerken, allen Orten und Communicationen. Die Höhenzahlen beziehen sich auf den mittleren Wasserstand des Rheins bei Kehl, welcher zu 434 Fus» rlieinl. angenommen ist.

[merged small][ocr errors][table]
« ZurückWeiter »