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Von den übrigen Werken bis IX zog nun der Feind freiwillig seine Vorposten zurück, und eine preussische Compagnie grub sich jetzt auch bei Oster-Düppel ein.

Gegen die, nun auch nördlich der Chaussee, in die nächste Nähe der Werke vorgedrungenen preussischen Abtheilungen eröffnete der Feind aus den Werken I, III, VIII während der Nacht ein heftiges Kartätsch- und Shrapnelfeuer, jedoch ohne Wirkung. Um 3 Uhr Morgens stellte er das Feuer ein.

DiePreussen erbauten in der Nacht zum 17. drei neue Batterien: Nr. 31 am Strande in der rechten Flanke der ersten Parallele für zwei gezogene 24Pfünder; Nr. 32 und 33 hinter dem linken Flügel der zweiten Parallele; diese beiden Batterien wurden mit den Geschützen der desarmirten Batterien Nr. 6 und 7 versehen.

Die bestehenden preussischen Frontalbatterien unterhielten das Feuer während des 17. massig den ganzen Tag, ebenso die Gammelmarker Bat:erien. Einer der letzteren gelang es, das Blockhaus in dem feindlichen Werke II anzuzünden.

In der Nacht zum 18. April schoss der Feind ziemlich heftig aus allen Werken und deren Verbindungen; das Feuer des Belagerers war ein massiges bis gegen 4 Uhr Früh des 18., wo es plötzlich mit aller Heftigkeit »nhub, um sechs Stunden hindurch gegen die feindliche Position zu wüthen und den Sturm vorzubereiten, welcher, wie wir schon andeuteten, an diesem Tage Punkt 10 Uhr unternommen werden sollte.

Es waren hierzu nach all dem Vorigen an preussischen Geschützen in Verwendung:

1. Auf dem rechten Flügel bei Gammelmark: 8 gezogene 24Pfünder,

4 gezogene 12Pfünder

2. im Centrum auf der Angriffsfront, einschliesslich der Batterien 13 und 22:

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Summa 96 Geschütze;
ausserdem
3. auf dem linken Flügel gegen den Aissund: 8 24Pfünder

12 12Pfünder
4 6Pfünder

Im Ganzen 120 Geschütze').

') Nach Graf Waldersee's Angabe nur 94 Geschütze. ölten, mili«. Zeitschrift 1871. (Feldzag 1864.) 17

Eroberung der Position von Düppel am 18. ApriL

Schon am 15. April hatte Prinz Friedrich Carl an seine Generale eine Instruction lür den Angriff ergehen lassen; am 17. erfolgte die eigentliche Disposition für denselben. Wir lassen beide Anordnungen hier wörtlich folgen:

„Der Sturm-Angriff wird gleichzeitig gegen die Werke Nr. 1—6 mit „sechs Colonnen ausgeführt Jede Colonne erhält die Nummer des Werkes, „welches sie angreifen soll. Gegen die Werke Nr. 2 und 4, an welche sich „feindliche Verbindungs-Retranchements anschliessen , werden stärkere Co„lonnen verwendet.

„Die Colonnen Nr. 1, 3, 5 und 6 bestehen jede aus sechs, Nr. 2 aus „zehn, Nr. 4 aus zwölf Infanlerie-Compagnien. Nr. 2, 4 und 6 wird je eine „ganze, Nr. 1, 3 und 5 je eine halbe Pionnier-Compagnie zugetheilt. Alle „Compagnien sind in Sections-Front formirt, Anzug in Mütze ohne Tornister, „die Mäntel en bandouliere.

„An der Tete jeder Colonne marschirt eine zum Ausschwärmen bestimmte Infanterie-Compagnie. Unmittelbar dahinter folgt die Arbeiter„Abtheilung mit umgehangenen Gewehren. Diese besteht aus den Pionnieren, „welche Spaten, Hacken, Äxte, Brechstangen etc., sowie Pulversäcke i 30 „Pfund mit sich führen, und ausserdem bei jeder Colonne aus einer Infan„terie-Compagnie zum Tragen von Leitern, Brettern, Heusäcken und anderen „Geräthschaften. Die Mannschaften der Arbeiler-Ablheilung nehmen so viel „Distanz von einander, als der bequeme Transport der mitgeführten Gegenstände es erfordert.

„Auf 100 Schritt Absland folgt die eigentliche Sturm-Colonne, welche „bei Nr. 1, 3, 5 und 6 aus zwei, bei Nr. 2 und 4 aus vier Infanterie-Com„pagnien besteht; 150 Schritt dahinter folgt die eben so starke Reserve jeder „Colonne. Bei letzterer befinden sich für jede Colonne ein Officier, vier Unter„officiere und zwanzig Mann Artilleristen für etwaigen Gebrauch der in den „Schanzen eroberten Geschütze. Die Artilleristen jeder Colonne sind mit fünf „Pechfackeln versehen.

„Hinter der Reserve der Colonne Nr. 5 folgt ein Artillerie-Officier und „'/j Pionnier-Compagnie, welche, mit Spaten, Äxten, Hacken, Brechstangen „und Hebebäumen versehen, die in der Chaussee zwischen den Schanzen „Nr. 4 und 5 befindliche Barricade wegzuräumen und den Weg fahrbar zu „machen haben.

„Die sechs Sturm-Colonnen bestehen hiernach aus: Nr. 1, 3, 5 und 6 ä 6 Inf.-Comp. = 24 Inf.-Comp. 21/, Pionnier-Comp. Nr. 2 ä 10 Inf.-Comp. =10 „ „1 „ „

Nr. 4 ä 12 „ „ = 12 „ „ 1

Zur Wegräumung der Barricade

in der Chaussee '/, „ „

Summa 46 Inf.-Comp. 5 Pionnier-Comp.

oderaus11% Bataillons Infanterie, 5 Pionnier-Compagnien, sowie aus 7 Offcieren, 24 Unterofficieren und 120 Mann Artillerie. „Die Infanterie wird gegeben:

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46 Compagnien. „Die Haupt-Reserve besteht aus zwei Infanterie-Brigaden und vier bespannten Feld-Batterien ). „Die Sturm-Colonnen werden an der Büffelkoppel zur bestimmten Zeit ormirt und von da durch die Ingenieur-Officiere derselben nach der zweiten Parallele geführt, wo sie vor Tagesanbruch eintreffen müssen, und die Arbeiter die dort niedergelegten Geräthschaften empfangen. Ausserdem rhält daselbst jeder Mann der Colonne einen leeren Sandsack. Von da ücken die Colonnen nach der vordersten (dritten) Parallele vor, wo sie eordnet und aufgestellt werden. Die hier nicht Platz findenden Reserven er Colonnen bleiben in der zweiten Parallele zurück und setzen sich von er aus in Bewegung, wenn die Tèten der Colonnen aus der vordersten Parallele zum Sturm vorgehen. Jeder Mann der Sturm-Colonne füllt den mitgebrachten leeren Sandsack zur Hälfte mit Erde von den Revers-Brustrehren, und die Arbeiter stellen sich neben ihre Geräthe, so dass sie dieelben sofort aufnehmen können. „Die Brigaden Canstein und Raven werden bei dem Sturm die aupt-Reserven bilden und beim Beginn desselben die Parallelen und das Yorf Düppel esetzen. Die bestimmten vier bespannten Feld - Batterien ehmen schon vor Tagesanbruch eine verdeckte Aufstellung in der Nähe es Spitzberge» und der Chaussée. „Sobald der Sturm befohlen wird, bis zu welchem Zeitpunkt sämmtiche Angriff- Batterien ein mindestens 6 Stunden anhaltendes lebhaftes eschützfeue auf die anzugreifenden Werke ohne Unterbrechung unterallen haben müssen, debouchiren die sechs Sturm-Colonnen gleichzeitig ber die Aus Ilsstufen aus der vordersten Parallele, wobei die Colonnen r. 5 und 6 sich gleich links über die Chaussée hinweg gegen die Schanzen r. 5 und 6 wenden, und die hinter Nr. 5 folgende halbe Pionnier-Comagnie auf Barricade in der Chaussée losgeht. Nachdem die Tèten-Comagnien der olonnen die vorderste Parallele verlassen haben, entwickeln

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er Comma des Oberst-Lieutenants Bergmann. Ausserdem hatten sich drei indige Ba ien, welche in den Angriffswerken standen, bereit zu halten, um in m zu erob n Terrain in Verwendung zu kommen.

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