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Krieg, Der, und die deutsche Gesittung. („Kölnische Zeitung" 1871. Nr. 43.)

Krieg, Der, und die deutsche Marine. („Allgemeine Zeitung" 1871. Nr. 47.)

Kriegsführung, Die, Gambetta's im Januar 1871. („Militär-Wochenblatt", „Kölnische Zeitung" 1871. Nr. 51.)

Kriegführung, Die französische, in den Provinzen. (Im neuen Reiche. 1871. Nr. 9.)

Kriegshafen, Der, an der Jahde. („Allg. Ztg." 1871. Nr. 71.)

Krijgswezen, Het, van Pruisen en Frankrijk en de laatste veranderingen in de kunst van oorlogvoeren. Naar het Engelach door A. Schade van Westrum. Een book voor leken. Delft 1870. 8.

Kritik, Zur, des deutsch-französischen Krieges. („Wanderer" 1871. Nr. 67, 68.)

Labouchere , Henry. Paris während der Belagerung. Aus dem Tagebnche eines Belagerten. Leipzig 1871. 8. 68 S.

Landes-Vertheidigungs - Ordnung für Tirol und Vorarlberg und Landsturm-Gesetz für Tirol. Innsbruck 1871. 8. 64 S.

Leistungen, Die militärischen, der Republik von 1870. (Im neuen Keiche 1871. Nr. 8.)

Leitfaden zum theoretischen Unterricht für den Infanteristen, zusammengestellt von einem k. bayerischen Oberlieutenant. Ingolstadt 1870. 8.

Wir sind überzeugt, dass der Herr Verfasser mit dieser Arbeit seiner Armee einen grossen Dienst erwiesen hat. In zwei kleinen Heftchen in Taschenformat findet hier der bayerische Infanterist, mit Ausnahme der Exercir-Vorschriften, Alles, was ihm zu wissen nöthig. Der VIII. Theil (Pelddienst) enthält auch Einiges über den Dienst beim Angriffe oder der Vertheidigung fester Plätze; an anderen Stellen werden Auszüge aus der bayrischen Wehrverfassung, der Heeresorganisation, dem Militär-Strafgesetz und dem Strafverfahren gebracht, — Alles ganz richtig in jenen Grenzen, welche der Titel des Büchleins bezeichnet. Auf Seite 50 in Punkt V des zweiten Theiles fällt uns auf, dass man in Bayern das Wassertrinken während des Marschirens noch verpönt.

Maresch, Olto, Oberlieutenant im k. k. 9. Feld-Artillerie-Regiment. Grundzüge für die Kriegs-Organisation der Feld-Artillerie. Nach den Anforderungen der heutigen Taktik und den Erfahrungen der letzten Peldzüge, Wien 1871. In Commission bei L. W. Seidel & Sohn.

Wir registriren dieses neueste Product der Arbeit eines durch seine Studien über Taktik bereits rühmlich bekannten Militär-Schriftstellers unter die schätzenswerthesten Früchte der heutigen Militär-Literatur. Speciell das Thema, dessen Behandlung der Autor diesmal gewählt hat, verdient im Hinblicke auf die Erfahrungen des deutsch-französischen Krieges, sowie auf die bekannten ungenügenden Standes-Verhältnisse der österreichischen Feld-Artillerie, die vollste Aufmerksamkeit nicht nur der Fachmänner, sondern insbesondere jeuer Kreise, denen in Beziehung auf die Schaffung der dem Lande nöthigen Wehrkraft das entscheidende Wort zufällt. Wir glauben nicht deutlicher sein zu müssen, um erkennen zu lassen, wer die Verantwortung zu tragen hätte, wenn sich, was wir nicht wünschen, im nächsten Kriegsfalle herausstellen sollte, dass bei uns für das Vorhandensein brauchbarer Feld-Artillerie nicht in dem erforderlichen Masse gesorgt wurde — oder gesorgt werden konnte.

Diese auf die gegenwärtig in die Augen springende numerische Schwäche der österreichischen Feld-Artillerie hinzielende Bemerkung hängt aufs Innigste mit dem Bache des Oberlieutenants Maresch zusammen, denn während wir blos aus dem notorischen Vorhandensein einer Übermacht an Geschützen auf deutscher Seite abstrahirten, kommt der Verfasser auf dem Wege theoretischer Untersuchung zu dem nämlichen Schlüsse, dass eine, u. z. nicht unbeträchtliche Vermehrung der Feld-Artillerie nicht mehr umgangen werden könne; er hält in Folge dessen durchgreifende Änderungen in der taktischen Organisation unserer Feld-Artillerie für unbedingt nöthig, ja für zu wichtig, als dass ihrer Realisirung finanzielle Bedenken hindernd in den Weg treten sollten.

Oberlieutenant Maresch beginnt mit der Betrachtung des numerischen Verhältnisses der Feld-Artillerie im Allgemeinen und kommt hiebei zu dem Schlüsse, dass, von jeweilig vorzunehmenden Modifikationen abgesehen, „auf je 1000 Mann Infanterie mindestens drei Geschütze mit einem vierten in der Reserve, auf je 1000 Mann Cavallerie sechs Geschütze, wobei aber auf keine Reserve refiectirt ist, zu entfallen hätten."

In dem hierauf folgenden Abschnitte: „Über Geschütz-Gattungen and Kaliber" plaidirt der Verfasser dafür, dass die proponirte Vermehrung der Geschützzahl nur zu Gunsten des Spfündigen Kalibers eintreten solle, indem er sich hauptsächlich auf die bei weitem günstigere Geschosswirkung desselben bei genügender Mobilität des Geschützes stützt.

Den Mitrailleusen, welche mit ihrem wesentlich defensiven Charakter stets nur als unterstützendes, als begleitendes Element der Artillerie auftreten können, weist er selbstverständlich blos eine Nebenrolle zu, wonach ihm consequenterweise der Schluss nicht ungerechtfertigt erscheint, dass die Revolver Kanone sich nicht als selbständiges Infanterie-Geschütz in die Schlachtordnung einreihen lässt, welcher Meinung wir für unseren Theil ebenfalls beipflichten.

Oberlieutenant Maresch ist für die Eintheilung der Mitrailleusen in Batterien zu vier, höchstens sechs Piecen. Es würde uns zu weit führen, wenn wir dem Autor in seinen Raisonnements vollends folgen wollten, zumal nun ihn da entweder nur eopiren oder aber verstümmeln müsste.

Wir bemerken daher nur, dass er auf theoretischem Wege findet, dass auch eine Kanonen-Batterie am zweckmässigsten aus sechs Geschützen bestehe, wenngleich der Umstand, dass Österreich und Russland solche zu acht Piecen besitzen, letzterer Eintheilung einen gewissen Schein von Berechtigung verleiht.

Was die Eintheilung der Artillerie in den Truppen-Verband betrifft, »o ist Oberlieutenant Maresch kein Vertheidiger des Aufgebens der Brigade-Artil lerie und sucht in dem Festhalten an dem Divisions-Artillerie-System die Ursache des fehlerhaften, wirkungslosen Gebrauches der Batterien im Gefechte Er spricht mit Gründen, deren Gewichte der Leser sich nicht verschliessen kann, für die permanente Zutheilung von Batterien an die Brigaden, ohne dass man deshalb den Divisionär, welchem auch die Mitrailleur-Batterien zu unterstellen wären, seiner Artillerie beraube. Nur durch die Combinirung beider Systeme sei Erspriessliches zu erzielen.

Der Abschnitt: „Massregeln zur taktischen Sicherung der Artillerie' gibt dem Verfasser Gelegenheit, durch treffende Beispiele aus der Kriegsgeschichte auf die Wichtigkeit dieser Forderung aufmerksam zu machen und zu zeigen, wie oft und wie sehr bisher bei uns dagegen gesündigt wurde. Er ist für die Bewaffnung der Bedienungs-Kanoniere mit einem kurzen Hinterladungs-Gewehr.

Endlich zeigt er die Nothwendigkeit einer Vermehrung der MunitionsAusrüstung bei unseren Batterien und tritt für die Kräftigung des Personiistandes vom Officier abwärts ein, wozu er verschiedene, ganz plausible Mittel vorschlägt.

Wir haben hiemit nur auf dasjenige aufmerksam gemacht, was der Leser in dem Buche des Oberlieutenants Maresch suchen darf; eine eingehende Kritik des fraglichen Werkes lag uns ferne und wäre von unserem Standpunkte aus überhaupt nicht leicht ausführbar gewesen, da wir mit fast allen Anschauungen, des Verfassers vollends einverstanden sind. Aus dem von uns Gesagten läsgt sich jedoch hinlänglich entnehmen, dass der Inhalt lesenswerth sein müsse, Ja er eben die Beweisführungen für die zuvor kurz präcisirten wichtigen und einschneidenden Folgerungen enthält.

Matz, Eugen Josef. Die constructiv - scriptive Methode als Hilfsmittel zur schnelleren Erlernung der Geographie. Wien 1871. 8.

Wir werden das eben so interessante als hochwichtige Thema dieser Broschüre demnächst eingehend besprechen.

Morawitz, Mor., Studie über Eisenbahnen im Kriege. Wien 1871. 8. 64 8.

Offenes Wort eines österreichischen Kriegsmannes, Brief eines noch Lebenden au seinen verstorbenen Freund Pönitz über die letzten Kriege Europa's und ihre Rückwirkung auf die militärisch politischen Verhältnisse Österreichs. Wien 1871 8.

Der Verfasser beschreibt darin zunächst den Einfluss, den die Magyaren auf den Feldzug von 1859 genommen, in folgender Weise:

„Die ungarische Wünschelruthe schwangen, drüben im französischen Hauptquartier Klapka und Türr und manche Andere und wirkten zersetzend auf die Disciplin ihrer im österreichischen Heere dienenden Compatrioten. Wir lasen damals in öffentlichen Blättern: Klapka rühmt sich, durch sein Hinzuthun mindestens zehntausend Mann des österreichischen Heeres kampfunfähig gemacht zu haben." (

Der Autor führt hierauf aus, wie die österreichische Armee dem unglücklichen Feldzuge von 1859 die unglückliche Stosstaktik verdankte, „welche uns dürres Studium und vieles Kopfzerbrechen: wo, wann und wie wir an den Feind kommen sollen, erspart." Sehr treffend sind dann seine Bemerkungen über den dentsch-dänischen Krieg:

„Dänemark hatte, sich im Kampfe mit zwei Grossstaaten sehend, die Räumung Schleswigs grundsätzlich beschlossen. Die verbündeten deutschen Heeressäulen durften nur Schritt für Schritt dem weichenden Gegner folgen; kein Schuss, kein Mann rausste fallen. Was wäre es aber dann mit dem Kriegsruhme! Das dänische Armee-Commaudo begieng den Fehler, dass es bei dem Rückzuge keine, aber auch gar keine Rückstö'sse machte. Nie aber sollte es rein passive Rückzüge geben. Hätten die Dänen damals den hitzig verfolgenden Feind mit Rückschlägen traktirt, bei Oeversee würde Ober-Commandant Gablenz und die wenigen verfügbaren, erschöpften Compagnien gefangen, und wir für lange Zeit von unserer zur Leidenschaft gewordenen Stosstaktik geheilt worden sein."

Diese Ansicht bestätige ich als Augenzeuge jener Schlacht vollkommen. Die sogenannte Schlacht bei Oeversee war Nichts als ein ganz überflüssiges Bravourstückchen, das Herrn Gablenz unter Umständen recht schlecht hätte bekommen können.

Der Autor fährt dann fort:

„So aber glückte dort Alles glänzend, und es gab nunmehr keine bessere Taktik als „Sturm" und „Hurrah"! Unser treuer „Bundesbruder" von damals sah uns ruhig und aufmerksam zu. Er führte sich unsere Kampfweise wohl zu Gemüthe. Er studierte die Bewegungen unseres Kettengliedes, die Packung unseres Tornisters, die Sattlung unseres Pferdes und fand aus kameradschaftlicher Liebenswürdigkeit Alles vortrefflich. Er prüfte uns bis in die Nieren. Er tbat gerade so, als wäre in seinem Bruderherzen der Krieg gegen uns eine langst beschlossene Sache. Er, die norddeutsche Gründlichkeit, Systematik, Intelligenz und eiserne Disciplin und Taktik selbst, und wir? Ein Mosaikbild von Volksstämmen, Systemlosigkeit, und dabei voll von jugendlichem Überluuth und von Tollkühnheit im Angriffe. Die österreichische Infanterie ha sich die Kampfweise der Reiterei angeeignet. Osterreich hatte nur noch Ret rei zu Pferde und „Reiterei zu Pusse" — Fussvolk keines."

Hierauf geht der Verfasser näher auf den Krieg von 1866 ein und: det, dass auch da wieder die Ursachen der österreichischen Niederlagen Stosstaktik, Systemlosigkeit, Uneingeübtheit der Truppen und ebenfalls die '. mühungen der beiden Österreicher ersten Grades Türr und Klapka waren, heute Osterreich wieder in einen Krieg gegen Russland hetzen wollen.

Preussen und Frankreich zur Zeit der Juli-Revolution. V traute Briefe des preussischcn Generals v. Rochow an den preussischen Genef J Postmeister v. Nagler. Herausgegeben von Ernst Kelchner und Prof. Dr. C Meudelssohn-Bartholdy. Leipzig 1871. 8.

Die hier zum erstenmale veröffentlichten Briefe eines hochgestellt preussischen Militärs an den preussischen Bundestags-Gesandten zu Frai fürt a/M., von August 1830 bis Juni 1832, haben bedeutenden geschichtlich Werth, da sie die Gesinnungen, mit welchen das officielle Preussenthum i französische Juli-Revolution betrachtete, in prägnantester Weise zum Ausdrq . bringen. In der ausführlichen Einleitung gibt Professor Mendelssohn-Bartholi einen interessanten Überblick über die damalige politische Lage Preussens ui Deutschlands im Vergleich zur Gegenwart.

Riese, August, königlich preussischer Oberst-Lieutenant z. D., Dj Kampf in und um Dörfer und Wälder, nebst einem Anhange: Das D und Wald-Gefecht in den Kriegen der letzten Jahre 1859—1866. Mainz 18 Bei V. v. Zabera.

Die grössere Hälfte dieses Werkes bildet die zweite Auflage des ber im Jahre 1858 erschienenen Werkes gleichen Titels, und wurde diesem nur Anhang beigefügt. Wohl die ausführlichste und insbesondere mit Hinblick die vielen kriegsgescliiehtlichen Beispiele auch gediegenste Abhandlung üi die so überaus wichtigen Local-Gefechte um Dörfer und Wälder! Wir hal das eingehendste , bis in das kleinste Detail eindringende Studium di Kämpfe für den Subaltern-Officier wie für den General, den Officiere der tischen und der technischen Truppen gleich unerlässlich, weil eben gerade h der Einzelne eine wichtige, oft ausschlaggebende Rolle spielen kann, — für wichtig, dass wir das, was die gewöhnlichen taktischen Lehrbücher bringt zum gründlichen Studium als nicht ausreichend erklären müssen. Insbesondi muss die Kriegsgeschichte eingehend befragt werden, bevor man sich bezi lieh der Örtliehkeits-Kämpfe ein festes Bild macht.

Das vorliegende Buch, welches in seinem ersten Theile den meist Officieren bereits rühmlichst bekannt sein dürfte, kann, da es die Theorie die aus der Kriegsgeschichte abgeleiteten Erfahrungen vereinigt und die Kam: weise, wie sich dieselbe in den Feldzügen 1859, 1861—65 und 66 herai gebildet hat, berücksichtigt, auf das BcBte empfohlen werden. Für uns insbes> dere anziehend sind die zahlreichen Beispiele aus den letzten Feldzügen.

Der Vorwurf, dass wir stets zu wenig Gewicht auf die Vertheidigun, Instandsetzung gelegt haben, dürfte uns in Zukunft nach der Organisil unserer technischen Truppen und der Methode, deren Ausbildung und V Wendung bei Manövern zu schliessen, kaum mehr treffen.

Es wäre zu wünschen, dass der Verfasser seinerzeit einen zweiten hang: „Beispiele aus dem Kriege 1870—-71" herausgebe.

Friedrich von Hellwald.

Druck von R. v. Waldheim in Wien.

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