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Merkopalj zu betrachten; doch ist die sehr steile und steinige Strecke, welche die grosse Kapella westlich Jassenak übersetzt, nur für Infanterie und Gebirgsgeschülze passirbar. Günstiger gestaltet sich die Bewegungsfreiheit an der wichtigeren Verbindung im Dobra-Thale, und zwar entweder gegen Verbovsko oder gegen Josefsthal oder über Zagonje gegen Modrus.

Im Dobra-Thale dürfte die Hauptreserve der zur Vertheidigung des in Rede stehenden Küstenlandes aufgebotenen Truppe insolange die geeignetste Aufstellung finden, als man über die gegnerischen Absichten und Operationen noch in Unklarheit ist.

Weiler oben wurde die dringende Nothwendigkeit inniger Wechselbeziehung und des Einklanges in den Operationen der räumlich gelrennten Theile selbst unter den schwierigsten Verhältnissen gefordert.

Diese gestalten sich nun von der Dobralinie an durch die convergirende Lage der Operationslinien immer günstiger für eine krallige Gesarnmtwirksamkeit. Wenn eine richtige Leitung der räumlich gelrennten Operationen bisher hauptsächlich das Vermögen des Truppenführers in Anspruch nahm, sich auf blosse Schilderung oder Skizze hin die eigene, sowie die gegnerische Lage in die klare Vorstellung zu rufen, um nicht unsicher im Nebel zu tappen, — wenn seine rastlos thätige Ideen-Association diese Vorstellungen erst richtig combinircn und daraus den militärischen Calcül schaffen musste, — so werden nun von der Dobralinie an die Fäden der Leitung enger zusammenlaufen und straffer angezogen werden können, und der logischen Durchführung der nun häufiger auf eigenem Augenschein basirenden Entschlüsse, in Anbetracht der immer mehr sich vollziehenden Concentrirung der eigenen Kraft, weniger Schwierigkeiten entgentreten.

Die Frage, wie viel Truppen zur Vertheidigung des in Rede stehenden Schauplatzes aulzubieten seien, lässt sich nach Erwägung aller hier massgebenden Factoren dahin beantworten, dass diese Streitkräfte zwei InfanterieTruppen-Divisionen heutiger Organisation, zusammengesetzt aus zumGebirgskriege und zur Ertragung andauernder Strapatzen besonders geeigneten Truppenkörpern und versehen mit vier bis sechs Gebirgsbatterien, sowie mit zwei Brücken-Equipagen, nicht überschreiten sollen.

Ist der gelandete Feind nur gleich slark oder schwächer, so wird es ihm nach den geschilderten Verhältnissen kaum gelingen, in's Innere des Landes vorzudringen, ist er überlegen, so kommt er zwar in die Lage, aggressiv vorzugehen; wird aber durch das Zusammenwirken der sehr ungünstigen Terrain-, Communications-, Nachschubs-und Gefechts-Verhältnisse mit einer logisch geleiteten, kräftig und energisch durchgeführten Vertheidigung in kurzer Zeit derart geschwächt sein, dass er auf die Erreichung grosser Resultate nicht hoffen kann.

Im ersten Falle kommt Carlstadt für die direcle Mitwirkung im Kampfe gar nicht, sondern nur als Sammelpunkt der Nachschübe für den Verteidiger in Betracht; im zweiten Falle könnte allerdings behauptet werden, dass es für den zurückgedrängten Vertheidiger von grossem Vortheile wäre, sich in ein verschanztes Lager Carlstadt ziehen, da ordnen und erholen zu können, oder eventuell durch die frischen Kräfte der Besatzung dieses verschanzten Lagers abgelöst zu werden.

Bedarf er dessen aber wirklich so dringend, dass der Aufwand von Millionen zur Anlage desselben und die Aufbietung zweier weiterer ArmeeDivisionen als lange zur Unthäligkeit gezwungene Besatzung desselben gerechtfertigt wären? Ich glaube diese Frage verneinend beantworten zu sollen; denn während des oben skizzirten Verlaufes der Verlheidigung wird man Zeit genug finden, im Bedarfsfalle frische Kräfte und Nachschübe aller Art aus dem Innern der Monarchie an sich zu ziehen und sie direct in Verwendung zu bringen, indem man beispielsweise den vorgedrungenen Feind über Möltling und Tschernembel in Flanke und Rücken zu fassen trachtet.

In diese Richtung würde der siegreiche Feind vermuthlich auch auszuweichen trachten, wenn ein verschanztes Lager Carlsladt bestünde, und zwar, indem er am linken Uler der untern Dobra, von welchem aus das rechle dominirt wird, festen Fuss fassen, sich hier verschanzen und zum Scheine die Forcirung dieses Flusses anstreben würde, während er hinter diesem Schleier seine Hauptkraft nach Norden abschieben und die Kulpa in der Gegend von Möttling übersetzen könnte, all dies natürlich nur dann, wenn ihm hinlängliche Streitkräfte für die Cernirung und eine derartige Operation zu Gebote stehen, was bei den geschilderten Schwierigkeiten der Landung und Nachschübe sehr wenig Wahrscheinlichkeit hat.

Im Sinne dieser Abhandlung ist Carlstadt in seiner gegenwärtigen Gestalt weder zur directen Mitwirkung bei der eigentlichen kriegerischen Action, noch zur indirecten als Sammelplatz der Nachschübe für die Landesverteidigung befähigt: ersteres wegen der angedeuteten Beschaffenheit der Festung,— letzteres, weil es seit ungefähr einem Jahrzehnt aufgehört hat, der Stapelplatz für die aus dem südlichen Ungarn, dem Banat, aus Slavonien undCroatien geschöplten, zu Schiffe zur Weiterbeförderung auf der kürzesten Festlandlinie an's Meer eingelangten Getreide-Vorräthe zu sein, und weil es überhaupt als Stadt in Verfall geräth.

Kleinere Getreide-Vorräthe werden allerdings auch jetzt immer vorgefunden, weil die zahlreichen in der Umgegend befindlichen Mühlen einen ziemlich lebhaften Mehlhandel nach Dalmatien unterhalten. Dieser und die Wochenmärkte sind die letzten Reste des früheren Aufschwunges.

Die wenigen ausserhalb der Festung liegenden Magazine genügen nicht annähernd zur Unterbringung grösserer Vorräthe. So mussten diese z. B. 1859 bei der Approvisionirung dieser Festung auf dem Hauptplatze unter Flügeldächern aufgehäuft werden, welches Verfahren wohl nicht als mustergültig hinzustellen ist.

Der Verfall der Stadt, welche schon früher in ihrer innern Entwicklung durch die Festungswerke und das Bau-Verbot für steinerne und solide Häuser gehemmt war, trat rapid ein, als nach der Vollendung der Bahnstrecken Steinbrück-Agram-Sissek die Südbahn-Gesellschaft den Handel an Merkopal zu betrachten; doch ist die sehr steile" enr die grosse Kapella westlich Jassenak überse” IlU1I" Gebirgsgeschütze passirbar. Günstiger gestaltet sich d' an der wichtigeren Verbindung im Dobra-Thale, und Verbovsko oder gegen Josefsthal oder über Za89"!” Im Dobra-Thale dürfte die HauptreserVG der Rede stehenden Küstenlandes aufgebotenen TruP" Aufstellung finden, als man über die gegnerisch noch in Unklarheit ist. Weiter oben wurde die dringende No beziehung und des Einklanges in den Oper. Theile selbst unter den schwierigsten Verh Diese gestalten sich nun von der D Lage der Operationslinien immer gür wirksamkeit. Wenn eine richtige Lei tionen bisher hauptsächlich das Verm nahm, sich auf blosse Schilderung gegnerische Lage in die klare Vor Nebel zu tappen, – wenn seiner stellungen erst richtig combini Gr Ä musste, – Ä diesem Streben nicht auf Äro tung enger zusammenlaufen u massgebender Se” rechnen dürfen! ach Wo logischen Durchführung der e wäre endlich anzustreben.» Ä den Entschlüsse, in Anbetr r Bahn auch die Bahnstrecke Carlso ÄU trirung der eigenen Kraft, Änommen würde, deren Nutzen als Ä Bio. Die Frage, wie viejevident ist,– das Ä der Carlstä esiche Schauplatzes aufzubiete j-Knotenpunkt entsprechend angelegt um gebenden Factoren da agazine zweckmässis umgeso Ä Truppen-Divisionen h würden, für deren Ses ehere Benu irt doch kriege und zur Ert werden müsste; denn schliesslich Ä an Truppenkörpern un a der ausreichenden Verpflegung der ?

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in das lang Versäumte nachzuholen, und welche uns in Bälde gung bringen werden, umfängt den Soldaten bei den unsicheren Verhältnissen doch stets eine gewisse Unruhe, welche den Aus- Bahnnetzes kaum erwarten lässt: – wir haben eben keine Zeit warten! Mit um so grösserer Befriedigung muss der Soldat Bahnprojecte beachten, die, indem sie tief gefühlten commerciellen Interessen entsprechen d die kleinlichen Sonder-Speculationen bei Tracirung der Bahn bei Seite n, auf alle Fälle – auch wahrhaft strategische Bahnen sind. Von diesem Gesichtspunkte aus begrüssen wir die Bahn Furthyern) Klattau-Tabor-Iglau-Brünn-Sillein (Anschluss an die Kaschau-Oderer Bahn) und die zu derselben gehörige Zweigstrecke Brüx-Saaz-Pilsenttau, deren Concessionirung eben angesucht wurde, mit ungetheilter de. Die hervorragende Bedeutung dieser Bahn in militärischer Beziehung nach drei Richtungen zu beachten: 1. als Aufmarschlinie gegen den nordöstlichen Kriegsschauplatz; 2. als Rokade-Linie zwischen dem nordöstlichen und dem nordwestn Kriegsschauplatze; 3. als Bahn zu local-militärischen Diensten.

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sich riss, und die letztgenannte Stadt die Rolle Carlstadts übernahm, von wo die vorzüglichsten Handelshäuser nach Sissek übersiedelten, sowie auch der Handwerkerstand grossentheils auswanderte und Erwerb an lohnenden Orten suchte.

Doch könnte dieser Verfall Carlstadts mit verhältnissmässig geringer Inanspruchnahme von Staatsmitteln nicht nur aufgehalten, sondern diese Stadt wieder zum Aufblühen gebracht werden, und auch die Landesi'ertheidigung käme durch die Hebung und Vergrößerung dieser Stadt durch Aufhebung des Bauverbotes, Schöpfung eines Ressourcenreichlhums und Ansammlung von Arbeitskräften aller Art gewiss nicht zu Schaden.

Ich hege im Gegentheil die Ansicht, dass speciell Carlstadt sich in dieser Art auch für Kriegszwecke billiger und besser nützlich machen lies« als durch die Erhaltung der veralteten, heute unnützen Festung und durch die Umgestaltung und Vergrösserung derselben.

Die nicht mehr ferne Vollendung der Eisenbahnstrecke Carlsladl-Fiume sollte für Carlstadt ein Wink sein, die Kulpa-Regulirung bis Sissek energisch durchzuführen, um die reichen Vorrälhe der südlichen österreichischungarischen Provinzen auf der billigen, längsten Wasserlinie und dem kürzesten Landwege an das Meer zu schaffen und so die früheren Handelsbeziehungen wieder anzubahnen.

Und sollte Carlstadt in diesem Streben nicht auf Ermunterung und thunliche Unterstützung von massgebender Seite rechnen dürfen?

Von militärischer Seite wäre endlich anzustreben, dass nach Vollendung der Carlstadt-Fiumaner Bahn auch die Bahnstrecke Carlsladt-PetrinjaSissek energisch in Angriff genommen würde, deren Nutzen als Nachschubs-, beziehungsweise Rokadelinie evident ist, — dass ferner der Carlslädter Bahnhof als zukünftiger Eisenbahn-Knotenpunkt entsprechend angelegt und gesichert. dass die vorhandenen Magazine zweckmässig umgestaltet, vergrössert und neue Depots angelegt würden, für deren gesicherte Benützung ebenfalls Sorge getragen werden müsste; denn schliesslich culminirt doch die ganze Kriegführung in der ausreichenden Verpflegung der zur Action beslimmlen Truppen, und wohl auf keinem andern Kriegsschauplätze als auf dem eben abgehandelten trifft der Ausspruch des grossen Friedrich besser zu, dass „die Tüchtigkeit der Armee auf dem Magen beruht".

Bauer-Hansl,

Hauptmann Im k. k. OeaeralaUb«.

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