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dem neuen Waffenplatze sandle, bestand die Besatzung von Terki aus Ural- und Don-Kosaken, welche sämmtlich in der Folge Kosaken von Terek hiessen und einem besondern, von dem Woiwoden dieser Gegend ernannten Oberhaupte unterstanden. Die ausgezeichneten Dienste, welche sie den Russen auf dieser neuen Grenze leisteten, verschafften ihnen viele und besondere Privilegien.

Um die Grenzen von Russland an der Mündung der Koissu) oder Sulak zu erweitern, wurde die Stadt Koiss erbaut, und die Befestigung von Terki in Angriff genommen. Als aber die Bewohner von Daghestan sich dem widersetzlen, und die Kumuiks ihrem Beispiele folgten, befahl der Czaar Boris Godunow, nicht blos die Stadt Terki zu erobern, sondern auch zwei neue Städte und eine Festung im Dorfe Andric zu erbauen. Dies gelang jedoch nicht, und man verlor sogar die neuerbaute Sladt Koiss. Diese wurde 1670 befestigt, 1722 aber rasirl, indem man ihre Besatzung nach Beendigung des Baues der Festung Sulak nach letzterem Orte versetzte. Nur kurze Zeit darauf verschlang das Meer die Stelle, wo Koiss gelegen.

Als Terki im Jahre 1722 zerstört wurde, übersetzle man die Kumuiks in jene selbe Festung Sulak, am gleichnamigen Fluss. – Über die Entstehung dieses Ortes wird Folgendes berichtet: Nahe am Flusse Sulak und dessen nach Norden ziehendem Arme Agrachan bestand ehemals eine christliche griechische Stadt, Stawropol genannt, die bei Einführung des Mohammedanismus ihren Untergang fand. Als Peter I. im Jahre 1722 von Derbend nach Astrachan zurückkehrte, gefiel ihm die sehr fruchtbare Gegend, und er hielt eine Niederlassung in derselben nicht nur für sehr geeignet, um die Bewohner von Daghestan zu zügeln ), sondern sogar für nöthig, um fortwährend die Verbindung mit Derbend zu unterhalten.

So entstand die regelmässige Festung Sulak, vom Flusse den Namen führend, an dem sie erbaut wurde. Als in der Folge sich fortwährend Krankheiten unter den dortigen Ansiedlern zeigten, versetzte man die daselbst befindlichen Kosaken nach dem Frieden mit Persien im Jahre 1796 auf das jenseitige Ufer des Terek), in die nahe Festung Kizljar, wo auch Aus

“) Die Koissu entsteht aus der Vereinigung dreier Gewässer, wovon das eine, die Andische Koissu, am Lapota - Berg, - das andere, die Avarische Koissa, am Savi - Dagh - und das letzte, die Kara Koissu, am Djalti - Bus - Dagh, alle drei in Ober-Dagbestan, entspringen, - nimmt in ihrem untern Laufe, beiläufig unter dem 43. nördlichen Breitegrad, den Namen Sulak an und fällt in parallelem Laufe mit dem Terek durch zwei Arme in's Meer, welche die Insel Sulak bilden. Sie hat meistens hohe, steile Ufer, ist bei der kleinen Veste Kasijurt 60 Klafter breit und hat nebst einer grösseren Tiefe auch einen noch rascheren Lauf als der Terek.

9 Während des Aufstandes des daghestanischen Prinzen Chamkhal vermochten die Rebellen in der That Nichts gegen die Festung Sulak.

5) Der Terek entsteht am Fusse des Krestowaya-Berges und des 16000 Fuss hoben Kasbek, aus dem Schnee des Kaukasus, scheidet Gross- und Klein-Kabarda, bildet von Mozdok abwärts die Grenze Trans - Kaukasiens und fällt beiläufig 12 deutsche Meilen unterhalb Kizljar durch mehrere Mündungen in's kaspische

länder aller Gatlungen sich mit ihnen und den Bergbewohnern verbanden, um die Vortheile des Handels zu theilen. Diese Mischung bildet heutzutage die Armee am Terek, und die bedeutende Colonie von Kizljar)

Die Häuser dieses Heeres beginnen am Stadtbezirke, wo All- und Neu-Terek sich theilen und eine Insel bilden, die an der Flussmündung in's kaspische Meer hereintrilt. Der Boden liegt im Ganzen wenig hoch, und ist auf eine Ausdehnung von sechs Werste sandig und blos zur Viehweide geeignet. Weiterhin finden sich gute Wiesen und Gestrüppe, durch dessen Ausrottung noch viel Boden urbar gemacht werden könnte; Dämme zum Schutz gegen die Überschwemmungen des Terek wären hier ein dringendes Bedürfniss. Von dem Posten Tscherbolkolski angefangen und weiterhin als bis zum kleinen Flüsschen Dolobna finden sich schilfreiche Sümpfe, welche das Austrelen des Terek stels feucht erhält und unzugänglich macht. – Die Armce von Kizljar hat heutzutage fast keine anderen Einkünfte als den Tribut, welchen ihr die Noghaier als ÜberwinterungsGebühr entrichten. Der Fischfang befindet sich im kläglichsten Zustande.

Im Verfolge der Linie gegen Westen treffen wir zuerst die SemeïniKosaken. Diese stammen aus den Don-Gegenden. Als Peter der Grosse im Jahre 1722 die Festung Sulak erbauen liess, wurde von jeder Station eine Kosaken-Familie dahin entsendet, dann aber mit den Terek-Kosaken unter der Anführung ihres eigenen Heltmanns am linken Terek-Ufer angesiedelt. Ihre Colonie beginnt am Kizljar, auf fünf Werste vom Orle Borozda und erstreckt sich längs des Terek. Die von ihnen besetzten Stationen heissen: Borozdinsk, Dubowsk und Kargalinsk. Tiefe Moräste decken die Grenzen. Trotz des beständigen Dienstes der Kosaken an der Linie erleidet der Haushalt doch keine Störungen, und Dank dem Fleisse der Weiber findet man in diesen Ansiedlungen sogar hübsche Zierund Küchengärten, deren Erträgniss an Obst, nach Kizljar auf den Markt geschafft, einen nicht unansehnlichen Gewinn abwirft. Allein das meiste Einkommen dieser Colonie besteht doch im Gewinne der Färberpflanze (Rubia tinctorum) deren ein bedeutendes Quantum in jener Gegend gesammelt wird. Auch hier sind es wieder die Noghaier, welche – indem sie oft zu hundert und mehr Wagen überwintern kommen – einen ansehnlichen Tribut bezahlen. Der Viehstand ist nicht bedeutend, hingegen steht der Fischfang in weit höherem Flor als bei den Terek-Kosaken.

Die ältesten Einwohner der Terek-Linie sind die sogenannten Grebenski-Kosaken, welche ihren Namen davon erhielten, dass sie sich in den Bergen niederliessen, die ihrer sägezähnförmigen Felsen wegen einem Kamme gleichen – auf russisch „grebene“ genannt. Als nach der Eroberung der Königreiche Kasan und Astrachan, 1552 und 1554, die Tscherkessen der fünf Berge (petigorskie) sich zur Unterwerfungentschlossen, weil sie sahen, dass jeder Widerstand gegen den siegreichen Czaaren Johann IV. vergeblich sei, unterwarf sich auch ein Tscherkessenfürst, der in der Stadt Tumen regierte, mit seinem ganzen Volke dem moskowitischen Scepler und erhielt die Bewilligung, eigene Gesandte nach Moskau senden zu dürfen. Die Greben ski-Kosaken sind von demselben Ursprunge wie ihre Nachbarn, die Semeini. Die Unruhen während der Regierung des Czaaren Michael 1613–1643 zwangen einen Theil der Don'schen Kosaken, eine sichere Zuflucht ausserhalb ihres Vaterlandes zu suchen. Sowohl die Ursachen als die Epoche des Abzugs der Grebenski haben verschiedene Meinungen hervorgerufen, und es hält schwer den Zeitpunkt richtig anzugeben, in welchem sie sich dem kaspischen Meere zuwandten. – Bis zum Jahre 17ll bewohnten sie in Gemeinschaft mit den Bergvölkern jenseits des Terek die Mündung der Sund uga; aber um jene Zeit verpflanzte sie der Admiral Apraxin, hauptsächlich der Räubereien wegen, welche die Tschetschen zi unter ihnen anrichteten, an ihre damaligen Wohnplätze. Als sie ins Innere der Linie emigrirten, lebten die Tschetschen als gute Nachbarn und schlossen mit ihnen sogar einen Freundschaftsvertra (barakta), das heisst sie besuchten dieselben Weideplätze, und alle Streit keiten sollten durch Schiedsrichter (kunak) geschlichtet werden. Die Gre benski, trotz ihrer Übersiedlung stets den alten Gebräuchen treu, we sie im Gebirge bei den Tschetschen zi angenommen hatten, zeichnen sich vor den übrigen Kosaken durch ihre Waffengewandtheit weit mehr als durch den Unterschied ihrer Trachten aus. Gleich den Semeini, mo welchen sie am obern Terek in gutem Einvernehmen leben, haben so ihren eigenen Hetman, bewohnen aber viel fruchtbarere Gegenden jene. Der Boden ist niedrig und unterliegt den Überschwemmungen, – weiter hin ist er etwas sandig, bei der Veste Khoran aber ziemlich gut. I Station Kardjukowsk ist unter allen die von der Natur am Ä begünstigte. Leider tragen die Vexationen, welche die Noghaier in di Ansiedlung ausüben, nicht wenig dazu bei, die Fortschritte des Ackerbaue zu hemmen. Auch diese Colonie findet ihr vorzüglichstes Einkommen in der Rubia tinctorum, von der weit über tausend Pud gewonnen werden, und wovon das Pud mit mindestens sechs Rubel bezahlt wird. Gartencultur und Weinbau sind blühend; ein Theil der Weinlese wird gewöhnlich in Wein geist verwandelt, wozu mehrere Armenier aus Kizljar Äim Lande errichtet haben. Der Hanf gedeiht gut, gibt ein namhaftes Eträgniss und soll, gesponnen, besonders zu Fischernetzen sehr verwendb" sein. – Auch der Fischfang ist für den Bedarf des Landes zureichen und weite Wiesenstrecken begünstigen einen bedeutenden Viehstapel; sel“ Holz ist in hinreichender Menge vorhanden, da in der Station NovoGladka ein sechs Werste langer Wald sich ausdehnt. - Nur die Seidenraupenzucht will trotz des günstigen Klima's keine merk’ichen Fortschritte machen.

Meer. Er vergrössert sich durch viele Abflüsse des Kaukasus, die aber im gewöhnlichen Zustande grösstentheils so unbedeutend sind wie die Gewässer, die in Daghestan bis zum Kur in's Meer fallen. Der Terek ist so reissend, dass seine Strömung ungeheure Steine mit forttreibt; er zerstört oft seine Uferbefestigungen und hemmt dann die Verbindung mit Tiflis auf mehrere Tage.

1) Mit beilänfig 12.000 Einwohner, treibt bedeutenden Handel mit Wein, Branntwein und Fischen. Daselbst befindet sich eine der sieben QuarantäneAnstalten der zweiten Linie, welche 1836 diesseits der kaukasischen Gebirge errichtet wurde.

Beiläufig voler dem 44. Längegrad beginnen die. Niederlassungen der Mozdok - Kosaken. Diese wurden im Jahre 1770 von der Wolga hierher verselzt. Sie gehörten zu den sogenannten Wolga-Kosaken, mit denen sich 1778 bei 290 Familien vom Don verbanden; im Jahre 1779 wurde noch eine aus verschiedenen Stämmen gebildet gewesene, aufgehobene Legion mit ihnen vereinigt. Anfänglich bewohnten sie folgende fünf Stationen: Kalinowsk, Mekensk, Naur, Ischtschorsk und Koljagajewsk (Koljugay); im Jahre 1800 kam noch Stoderewsk hinzu. Das Land, welches sie bewohnen, ist weit besser als jenes der Kamm-Kosaken und erstreckt sich auf 70 Werste am Terek hin; im Allgemeinen ist es jedoch flach. Am Terek und höher oben zwischen Ischtschorsk und Stoderewsk ist gutes, Acker- und Weideland; aber weiter hinein in die Steppen findet sich nur sandiger Boden. Landbau und Viehzucht sind die, zwei vorzüglichsten Nahrungsquellen der Bewohner von Mozdok; sie sammeln aber auch eine grosse Menge Carthamus tinctorius, dessen Verkauf ihren Wohlstand erhöht. Weinbau und Gartenzucht, sonst die beiden vorzüglichsten Industriezweige, sind schon längst in Verfall gerathen, sowohl wegen der Überschwemmungen des Terek, als auch wegen des Reifes, welcher im Frühjahr die Knospen der Reben tödtet. Nicht weniger als die Kamm-Kosaken hatten die Bewohner von Mozdok von den Plackereien der Noghaier zu leiden, und die daraus entstandenen Zwistigkeiten machten seinerzeit der russischen Regierung viel zu schaffen.

Die Zahl der gelauften und der Mozdok'schen Militär-Colonie einverleiblen Kalmüken ist eine sehr geringe. Dieses Volk besteht aus allen Tataren der verschiedenen Horden, welche sich taufen liessen. Sie gehorchten Anfangs dem Erzbischof von Astrachan, bis man sie 1764 mit den Kosaken verschmelzte, deren Lebensweise sie annahmen. Aber 1777, auf die Vorstellungen des Stallhalters von Astrachan, wurden ihrer mehr denn 200 Wagen auf Befehl des Fürsten Potemkin an der MozdokLinie angesiedelt und in das Regiment dieser Sladt eingeschrieben, um sich in der christlichen Religion besser zu unterrichten und im Zusammenleben mit den Russen die Grundsälze des Ackerbaues sich anzueignen. Aber, slatt sich zu verschmelzen, führen sie noch zur Stunde ein Nomadenleben. Da sie an ihre früheren Religionsverwandten, die Guillinki-Kalmüken, grenzten, verliessen sie das Christenthum wieder und führen blos noch den Namen der „Getauften.“ Auch verzichteten sie auf das Soldatenleben, und wenn sie auch noch den Regimente Mozdok Rekruten abstellen, so sind sie doch dermalen weit eher der Classe der Räuber als jenen Leuten zuzuzählen, die einen Militärposten bilden.

Die Truppe der Mozdok - Bergbewohner besteht aus gelausten

Bergbewohnern, welche, von verschiedenen Gegenden her, sich 1763 in der Stadt Mozdok niederliessen. Mit ihnen wurden im Jahre 1817 die Kosaken der nahen Station Lawkow vereinigt. Im Jahre 1790 wies die Regierung des Kaukasus jeder Familie dieser Colonie einen eigenen Landstrich an, allein dieser Befehl gelangte nie zur Ausführung; Ackerbau und Viehzucht begründen ihren Lebensunterhalt. Die kaukasische Linie wird ferner gebildet: von den Kosaken der Wolga, 1777 hierher versetzt, – jenen vom Kuban, im Jahre 1794 eingewandert, – und schliesslich von den Koperski-Kosaken, welche Peter der Grosse selbst im Jahre 1717 eingeladen hatte, sich an der Kopraniederzulassen. Fast alle diese Regimenter der kaukasischen Linie erkennen keine andere Gewalt als jene ihrer Hetmane oder Oberhäupter. Neben den Sodaten wohnen in den Stationen noch Bauern, welche sich als Taglöhner verdingen. Die Bürger, welche mit Bewilligung der Hetmane sich auf den Handel verlegen, sind kein Theil der kosakischen Bevölkerung; eine gewisse Anzahl von ihnen geniesst besondere Vorrechte, welche ihnen die Ortsbehörden einräumen. Die meisten Vortheile werden aber den Armeniern zugestanden, welche den Handel mit den benachbarten Tscherkessen betreiben dieselben bewohnen übrigens nur jene Stationen, wo eigens für sie errichtete Wechsel- oder Handelshöfe bestehen.

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