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m befestigen. Ja selbst eine Vorrichtung zum Winkelmessen könnte auf der Rückseile des Pappendeckels angebracht werden; nämlich ein Halbkreis mit Gradeintheilung (in der Art eines sogenannten Winkeltransporteurs), in dessen Mittelpunkte ein Seidenladen mit einem Schrotkorn am freien Ende befestigt ist. An der unleren Fläche des Pappendeckels sind ferner zwei starke Drahtringe als Handhaben (lür den Daumen der linken Hand) anzubringen. Der Bloc ist, wenn nicht gearbeitet wird, in einem Futteral von Wachsleinwand ra verwahren.

Becognoscirangs. Bloc

(obere Ansicht).

Einen solchen, so ziemlich mit allen nothwendigen Materialien und Hilfsmitteln ausgestatteten Recognoscirungs-Bloc sollte wenigstens jeder Leiter der Officiers-Recogrtoscirungs-Abtheilung in Gebranch nehmen.

Ein vollständig ausgerüsteter Recognoscent hätte also mit seh zu führen: Die betreffenden Karten (Pläne), ein Notizbuch, einen Croqnirbloc, einige Papierblätler, Bleislifte, Gummielaslicum, ein dreieckiges Lineal, worauf der Massstab angezeigt ist, eine Boussole, ein kleines Sackperspectiv, ein Messer; Bindfaden und Mundleim *ird öfters erwünscht sein. Das prismatische Lineal dient öfters als Visirvorrichlung beim Croquiren und bei der Orienlirung mittels Karten.

Was die Adjustirung anbelangt, ist selbstverständlich die thunlichsle Erleichterung zu gewähren, und im bequemsten Anzüge ohne Seitengewehr wrÜbung zu gehen; wenn Spazierstöcke benützt werden, so sollen sie eine, nindgebogene Handhabe besitzen, um den Stock an den horizontal gebogenen* Arm hängen zu können.

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a) Bloc (circa 50 weisse und rnstrlrte P»p!erblätter),

*) Bonssole,

e) prismatisches Lineal mit dem Massstabe,

rf) schwarze und farbige Stifte,

<) Gummi elasticum.

Sehluss- Bemerkung.

Somit dürfte die Recognoscirung des Terrains als Unlerrichlsgegenstand für den Truppen-Officier in den wichtigsten Beziehungen, und namentlich rucksichtlich des praktischen Vorganges bei den Übungen, so ziemlich erschöpfend beleuchtet worden sein, und es soll nur noch Einiges über den vorbereitenden theoretischen Unterricht und über die durch den vorliegenden Zweck gebotenen Modiflcalionen desselben erörtert werden.

Für den Unterricht in der Terrainlehre bietet das beireffende Werk Waldstälten's einen Leitfaden vom erwünschten Umfange und einer für unsere Absicht ganz passenden Fassung. Will man in diesem Gegenstande ein Mehreres leisten, so stehen uns die vorzüglichen Werke Wanka's und Etzel's zu Gebote; kurz, in dieser Beziehung bedarf es keiner weiteren Worte.

Anders ist es bezüglich des Unterrichtes in der Kartenkenntniss. Dieser Gegenstand fand bisher leider noch nicht die nölhige Aufmerksamkeit

Dieser Umstand veranlasste mich, schon im verflossenen Jahre diesen Stoff zum Gegenstand der Besprechung (Broschüre über Karlen und Pläne und deren Werth für die k. k. Truppen-Olficiere) zu wählen, und bestimmt mich auch jetzt, auf denselben zurückzukommen, um einige ergänzende Bemerkungen beizufügen und schliesslich zu erwähnen, was in dieser Richtung durch den theoretischen Unterricht zu leisten wäre.

Die hohe Wichtigkeit und grosse Bedeutung der Karten für die KriegsFührung glaube ich in der eben erwähnten Schrift zur Genüge dargelhan und begründet zu haben. Meine dort ausgesprochenen Ansichten finden auch in französisch-deutschen Kriege ihre Bestätigung. Wie aus Zeitungsnachrichten zu entnehmen war, wurde die deutsche Armee reichlichst mit Karten ausgestattet, und zwar derart, dass jeder Compagnie- (Escadrons-) Commandant mit Specialkarten des deutsch-französischen Kriegsschauplatzes (Anfangs bis Paris reichend) versehen war. Unzweifelhaft hat dieses Hilfsmittel die vorzüglichsten Dienste geleistet; wie hätte sonst der Sicherheit«- und Nachrichtendienst in einem fremden, von feindlich gesinnten, ja erbitterten Einwohnern bevölkerten Lande so schwunghalt und mit so ausgezeichnetem Erfolge betrieben, und wie hätten die nie ihr Ziel und ihre Wirkung verfehlenden Umgehungen ausgeführt werden können?

Welcher Werth nun auch bei uns von massgebender Seite auf ein reiches und gutes Kartenmateriale neuester Zeit gelegt wird, und wie sehr man bemüht ist, das bisher Fehlende und Versäumte nachzuholen, zeigt die sehr bedeutende Summe, welche für diesen Zweck in das Budget des KriegsMinisteriums eingestellt wurde. Erwägt man, dass auch unsere technischen Forlschritte in der Erzeugung der Karten sehr belangreich sind, so sind wir vollständig zu der Erwartung berechtigt, es werde in einem Kriegsfalle die Dotirung der Armee mit Kartenmateriale in ähnlicher Weise, wie dies bei der deutschen Armee der Fall war, in's Werk gesetzt, jedenfalls aber dasselbe allen Officieren um einen Minimalpreis zugänglich gemacht werden.

Was nützl aber die reichste Ausrüstung mit Karten, wenn das richtige Verständniss, die Geschicklichkeit in der Vervverthung und überhaupt das Interesse hicfür nicht vorhanden ist?

Ich benütze daher diesen Anlass, um erneuert das Studium des Karten

wesens auf praktischem und theoretischem Wege dringendst zu empfehlen, ind füge in letzterer Beziehung folgendes bei:

Der theoretische Theil des bezüglichen Unterrichtes beschränkt sich allerdings hauptsächlich auf die Belehrung über die Darstellung, über die Leistungsfähigkeit mit Rücksicht auf den Massstab etc., aber immerhin kann dorch Zimmer-Übungen auch für das praktische Studium bedeutend vorgearbeitet werden, und es wären hiezu einige für die Officiersbesprechung und Vorträge bestimmte Stunden zu benützen.

Es können nämlich ähnliche Aufgaben, wie bei den hier erörterten Übungen im Recognosciren, gestellt, und deren Lösung durch einen der Hörer aal Grund der Specialkarte vorgenommen werden. Hauptsächlich sind Strassenbeschreibungen, Vorpostenaufstellungen, Patrullengänge, seltener Gefechte zu wählen.

Selbstverständlich ist hiebei zu berücksichtigen, dass die Karten, insbesondere für die Gefechtsführung, nur unvollständig die erwünschten Ihnen liefern werden, dass somit auch die Lösung keine ausführliche sein kann. Allein die genaue Besichtigung und Beurtheilung wird Anlass geben, die Leistungen der Karten zu prüfen und darüber, sowie überhaupt über das Lesen und über die Anwendung der Karten, die Belehrung zu ertheilen. Hiezu ist das Blatt der Specialkarten der Umgebung des Garnisonsorles zu benützen, welches jeder der Anwesenden zur Hand haben muss, um dem Vortrage genau und mit Nutzen folgen zu können. Doch müssen die vom Garnisonsorte entfernteren, somit weniger bekannten Gegenden, welche das Blatt noch enthält, gewählt werden.

Die Anschaffung des betreffenden Specialkartenblaltes kann und soll — bei dem geringen Preise von höchstens 35 kr. — von jedem Olficier gefordert werden.

Sollte man in der Lage sein, auch eine grössere Anzahl Exemplare eines General-Kartenblattes benützen zu können, so wären mit Hilfe derselben einige kleinere Aufgaben, als die Wahl und die allgemeine Beschreibung von Marschlinien, dann die flüchtige Charakterisirung eines Landstriches etc. zu lösen.

Zur Erweiterung der Kenntniss und des Verständnisses des KartenMaterials ist es erforderlich, Specialkartenblätter aus verschiedenen Theilen te Monarchie und wo thunjich solche, welche Darstellungen der Hauptarten der Bodengestaltung, nämlich ebenes, hügeliges, bergiges, Karst- und Hochgebirgsland enthalten, sich zu verschaffen und zu sludiren. In grösseren Garnisonen, woselbst sich General-, Militär- und Divisions-Commanden befinden, wird man selbst Kartenwerke der Nachbarländer behufs des Studiums leihweise erhalten können.

Weitere mit Benützung der Specialkarle vorzunehmende, höchst nützliche Übungen sind: das Zeichnen von Querschnitten und das Abnehmen 'on Skizzen.

Behufs der Anfertigung von Querschnitten wähle man eine, reichliche Abwechslung der Bodcngeslaltung bietende Terrainstrecke und bestimme eine ungefähr 2—3 Meilen Distanz entsprechende Linie, nach welcher der Durchschnitt geführt werden soll.

Man construire flüchtig, je nach der Grösse der Tafel oder des Papierblattes, worauf gezeichnet werden soll, einen Massstab zur Vergrösserung und verfahre weiter ganz ähnlich, wie bei der Construction von Durchschnitten nach Modellen, nur dass alle Enllernungen, sowie die Curven des Profils nach dem Augenmasse bestimmt oder gezeichnet werden.

Die Anfertigung von Skizzen durch Vergrösserung aus der Specialkarle, wie dies bei Recognoscirungen oder für den Commandanten einer Vorpatrulle (Vorhut) nolhwendig ist, kann entweder nach dem Augenmasse, ferner mit Hilfe eines Instrumentes (eines Zirkels und Massstabes, selbst mit Hilfe eines Papierstreifens) oder endlich, wenn es sich um eine bedeutende Genauigkeit handelt, mit Benützung von Quadratnetzen geschehen. Der Zweck der Skizze, die gegebene Zeil und Gelegenheit werden bestimmen, welche dieser Verfertigungsarien angewendet werden soll.

Sacken,

Oberatllentenant.

Über theoretische Arbeiten zur Übung der angewandten

Taktik.

Mit besonderer Rücksicht auf höhere Offleiers-Sthulen.

Das Studium der Taktik hat man bisher, und ganz richtig, in drei Rahmen gelegt, und zwar in o) die reine Theorie,

b) Beispiele aus der Kriegsgeschichte,

c) die schriftliche Lösung von Aufgaben.

Man gedachte mit diesem dritten Zweige den ersten und zweiten in Fleisch und Blut zu bringen, aber es wird nicht schwer fallen, darzulhun, dissdie angewendete Methode nicht recht zum Ziele führen konnte.

Es wurden den Aufgaben concrete Fälle zu Grunde gelegt; Absicht und Stärke von Feind und Freund waren gegeben; haarscharf wusste man ws der Gegner beabsichtigte, wie und wo er stand, wo seine Artillerie, wo sine Reserven waren, und zur Aclion wurde ein Terrain gewählt, welches der Natur der Aufgabe bestens entsprach. So wählte man zur Vorpostenübung eines, in welchem sich für die erste Linie ein scharf markirter Abschnitt fand; bei Rückzugsgefechten fehlten nie die schützenden Höhen oder andere Objecte, zwischen denen die Strasse durch zog, wo es finen Wald zu vertheidigen gab, war die dazu bestimmte Infanterie genau 'cmder, nach gewissen Theorien mit dem Umfange des Waldes in Rapport siehenden Stärke, und aus den hässlichsten Situationen half man sich durch eine plötzlich auftretende Verstärkung oder dergleichen.

Itie Phantasie wurde mitunter durch andere Annahmen der willkürlichsten Art in Anspruch genommen: bald mussten kleine Bäche als nicht w durchfurtende Ströme, Strassen als breite Kanäle betrachtet, dann wieder Geholte, Forts etc. ganz weggedacht werden u. s. f.

Dass man in der Wirklichkeit auch in voller Ebene, oder doch ohne schützende Linie Vorposten anzuordnen in die Lage kommen, dass man Rückzugsgefechte zu bestehen haben werde, ohne ein gerade dazu bequemes Terrain zu passiren, dass man zu einer Wald-Vertheidigung manchmal auch ■nit halb so viel Soldaten schreiten müsse, als die Normen dafür verlangen,

fass, im Allgemeinen gesagt, unter gewissen Verhältnissen, bei Gunst oder

Ungunst des Terrains gewisse Aufgaben erfüllt werden müssen, das wurde

TMcht immer in Betracht gezogen.

Im Kriege weiss man in der Regel, — und das ist schon eine ganz

sctone Sache, — nur was man selbst will, wenig von den Absichten des

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