Abbildungen der Seite
PDF
EPUB
[merged small][merged small][ocr errors]

zusammen 61/, lnf.-Div. 4 Cav.-Div. 48 Ball. oder 81 Bataillons, 72 Escadrons, 288 Geschütze, bei 85.000 Mann. Die Franzosen verloren:

Beim 3. Corps 2702 Mann, darunter 146 Officiere,
i, 4. „ 706 54 %

Zusammen 3408 Mann, darunter 200 Officiere.
Der preussisch-deulsche Verlust dürfte sich auf 6000 Mann beziffern.
Die angrenzenden Gürtelforts des verschanzten Lagers von Metz sollen
sich ebenfalls an der Action betheiligt haben.

Die übrigen Streitkräfte der Preussen und Franzosen führten am 14. August folgende Bewegungen aus:

II. Armee:

Das Hauptquartier blieb in Pontä-mousson;

die 5. Cavallerie - Division Rheinbaben und die 19. Division Schwarzkoppen vom 10. Armee-Corps Voigls-Rheelz überschritten mit einigen Abtheilungen Abends auf der von den Franzosen nicht gesprengten steinernen Brücke die Mosel bei Pont-ä-mousson;

die 20. Division Kraatz-Koschlan erreichte Solgne;

das 4. Armee-Corps kam nach Nomeny;

das Garde-Corps kam nach Lucy;

die 6. Cavallerie-Division kam nach Pont-ä-mousson;

das 3. Armee-Corps kam nach Cheminot und Vigny;

das 9. Armee-Corps kam nach Buchy und Han-sur-Nied;

das 12. Armee-Corps kam nach Valimont;

das 2. Armee-Corps kam nach Han-sur-Nied.

III. Armee:

Das Hauptquartier blieb in Saarburg:

die 4. Cavallerie-Division kam ganz nach Nancy und schob Avantgarden gegen Toul und Ponl-St. Vincent vor;

das 5. Armee-Corps kam nach St. Nicolas;

das halbe 6. Armee-Corps (II. Division) blieb vor Pfalzburg;

das halbe 6. Armee-Corps (12. Division) kam nach Rosieres;

das 11. Armee-Corps kam nach Luneville;

das 1. bayerische Armee-Corps kam nach Fenestrange;

das 2. bayerische Armee-Corps kam nach Dieuze;

die württembergische Division kam nach Luneville;

die badensische Division kam nach Lampertheim;

die 2. Cavallerie-Division blieb bei Hagenau;

das grosse Hauptquartier des Königs blieb in Herny.

Am 14. August hatten sich also die preussischen drei Armeen zwischen Luneville, Nancy und Metz derart einander genähert, dass Lothringen und Elsass als erobert betrachtet werden konnten. Und dieser immense Erfolg war das Ergebniss eines nur achttägigen Feldzuges. Alle defensiven Combinationen der französischen Strategen seit Waterloo erwiesen sich als Illusionen. Die Verstärkungen der Nordwest-Grenze durch die kleinen Plätze der Vogesen, die Inundalionen der Seilte und andere veraltete kleinliche Mittel dienten btbs dazu, dem Feinde ein bedeutendes Kriegsmaterial in die Hände zu liefern.

Dagegen waren die zu beiden Seiten der Vogesen liegenden grossen Waffenplälze Strassburg und Metz als die eigentlichen Bollwerke der Landesverteidigung weder gehörig approvisionirt noch armirt. „Les places forte» sonl les ancres sacres, qui sauvenl les 6tals" sagte Monlecucculi, —die französische Armee-Oberleitung beachtete jedoch zum Unglück des Staates diesen Spruch nicht im Mindesten.

Alle Kriegsoperalionen des Feldzuges beweisen überdies, dass Metz nicht auf der Schwerpunkts- oderHaupl-Invasionslinie Mainz-Mannheim, Kaiserslautern, Saargemünd, Nancy, Vilry, Paris liegt, und dass die Anlage eines grossen verschanzten Lagers an der Marne, etwa bei Chälons, dem strategischen Bedürfnisse und Zwecke besser entsprechen würde.

Von der französischen West-Armee gelangten am 14. August 3 Infanterie-Divisionen, jedoch ohne Artillerie und Train vom 1. Corps Mac Mahon, bis Neufchateau und bestiegen hier die Eisenbahn, um nach Chälons transportirt zu werden. Die übrigen zwei Infanterie-Divisionen mit der Cavallerie, Artillerie und dem Train des Corps blieben bei Gondrecourt.

Das 5. Corps kam nach Lamarche.

Die Occupation Nancy's durch die Preussen und die Vortreibung ihrer Cavallerie-Teten bis Toul bestimmten General Failly, gegen Chaumont auszuweichen.

In der Nacht vom 14. zum 15. August setzte die französische RheinArmee die rückgängige Bewegung gegen Verdun fort. Sie benutzte hiezu die beiden grossen Strassen, deren südliche über Rezonville, Mars-IaTour und Manheulles, die nördliche, bei Gravelotle aus der südlichen abzweigend, über Doncourt, Jarny, Conflans und Etain führt. Unweit des letztgenannten Ortes vereinigt sich mit der Chausee Melz-Gravelolte-Verdun noch die von Briey kommende Nebenslrasse.

Die für den 15. bei Moulins-les-Metz hinausgegebenen Dispositionen lauteten:

„Das 4. Corps rückt nach Doncourt;

„das 3. Corps schliesst sich auf dem Marsche an das 4. Corps an, bleibt aul der Höhe von Verneville stehen und lagert ä cheval der Strasse in der Linie Verneville-St. Marcel, nach rechts Irontirend. Der Wald von Doseuillons ist zu bewachen."

„Das 2. Corps setzt seine Bewegung bis Mars-la-Tour fort, so wie es die Spitze des 6. Corps in Sicht bekömmt, und ist durch diese Abtheilung in der Stellung bei Rezonville und Vionville zu ersetzen."

„Das Garde-Corps bezieht mit einer Voltigeur-Division und 2 Batterien die Position bei Ponl-du-jour. um eventuellen Falls den allgemeinen Rückzug zu decken; der Rest der Garde etablirt sich bei Gravelotle und lässt in Longeville ein Infanterie-Regiment bis zum Vorbeimarsche der ganzen Armee zurück."

„Die Cavallerie-Division Forton slellt sich bei Tronville und klärt die Armee links und vorwärts der Strasse von St. Michiel auf"

„Die Cavallerie-Division du Barail versieht denselben Dienst auf der andern, über Jarny nach Verdun führenden Strasse."

Die Armee sollte also in zwei Colonnen, deren eine aus der 3. Reserve-Cavallerie-Division, dem 2. und 6. Corps, die andere aus der 1. Reserve-Cavallerie-Division, dem 3., 4. und Garde-Corps gebildet war, den Rückmarsch bewirken, die grossen Parks der südlichen, also dem Feinde zunächst befindlichen Colonne folgen ').

Weder die am 14. August hinausgegebenen Dispositionen, noch die Weisungen, welche Marschall Bazaine Tags zuvor bezüglich des Rückmarsches der Armee erliess, konnten in ihrem vollen Umfange zur Ausführung gebracht werden. Mit Tagesanbruch des 14. hatten sich zwar die aus zahlreichen Regimentswagen und noch beträchtlicheren Landesfuhren bestehenden Convois in Bewegung gesetzt. Aber diese letzteren, mit 2 und 4 Pferden bespannten Fuhrwerke, die laut Befehl abseits der Strasse auffahren und dann nördlich von Metz zurückgeschickt werden sollten, schoben sieb Abends wieder in die Marschcolonuen ein und machten es der Armee unmöglich, Gravelotle iriiher als nach einem Nachtmarsche zu erreichen. Der durch diese Impedimenla und die Schlacht bei Borny verursachte Aufenthalt in der rückgängigen Bewegung war nicht wieder einzubringen; er trug allein die Schuld, dass die in den Instructionen vom 13. angeordnete Besetzung des Plateau's von Gravelotle nicht effectuirt wurde. Nach demselben halle die Cavallerie-Division du Barail, vom 3. und 4. Corps gefolgt, die Strasse von Doncourt einzuschlagen, während links davon die CavallerieDivision Forton mit dem 2. und 6. Corps marschiren sollte.

Am 15. Morgens stiess diese an der Spilze des linken Colonnenstaffels auf der Strasse Mars-la-Tour vorgehende Division jenseits Vionville auf eine aus allen 3 Waffengattungen zusammengesetzte feindliche Abtheilung. Es war dies die 5. Cavallerie-Division Rheinbaben mit ihrer Artillerie, dann die Avantgarde-Brigade Lehmann des 10. Armee-Corps, welche von Pont-amousson über Thiaucourt gegen Xonville im Vorrücken begriffen waren.

') Marschall Bazaine scheint einen Massen-Übergang der Preussen über die Mosel nördlich von Metz, etwa bei Maizieres, befürchtet zu haben.

General Forton liess seine Truppe vor den überlegenen feindlichen Streitkräften halten und erwartete die Ankunft des Generals Frossard, dessen 2. Corps in Folge Versperrung der Strassen nach einem langen und beschwerlichen Marsch den Ort Rezonville erreichte und auf den Höhen links der Chausee lagerte.

Das nachrückende 6. Corps Canrobert etablirte sich rechts der Strasse, auf den Höhen Rezonville und Villers-aux-Bois in gleicher Linie mit dem 2. Corps.

Das Garde-Corps, von dem die letzten Regimenter spät in der Nacht eintrafen, die Artillerie-Reserve und die Parks der Armee biwakirten vorwärts Gravelolte in dem von den Strassen Conflans und Mars-la-Tour-Gravelolte gebildeten Dreiecke.

Die Reserve-Cavallerie-Division du Barail gelangte an der Spitze des rechten Colonnenslaffels auf der Strasse von Doncourt bis Jarny.

Das 3. Corps Decaen verliess Metz durch das Thor von Thionville, benutzte die zwischen Plappeville und dem Mont St. Quenlin über Lessyaul Verneville führende Strasse und schlug zwischen letzterem Orte und St. Marcel um 10 Uhr Nachts das Lager auf. Die 3. Division Metman des Corps vereinigte sich mit demselben erst am folgenden Tage, desgleichen die Cavallerie-Division Clerembault, die bei den Thoren der Stadt geblieben war.

Das 4. Corps Ladmirault sollte nach der Disposition vor dem 3. Corps marschiren, konnte jedoch wegen der Schlacht bei Borny die ihm bezeichnete Stellung nicht erreichen. Es verliess zuletzt Metz und lagerte vorwärts Woippy auf der Strasse von Briey.

Das kaiserliche Hoflager kam nach Gravelotte, eben dahin das Hauptquartier des Marschalls Bazaine.

Während sich der Rückmarsch des Heeres im Laufe des 15. mit äusserster Langsamkeit vollzog, schleuderte das Fort St. Quentin einige Projectile gegen den Feind, der südwestlich von Monligny eine Batterie aufgeführt hatte, und inmitten der gegenseitigen Kanonade wurde die Eisenbahnbrücke bei Longeville gesprengt; die Übergänge bei Pont-ä-mousson und Ars-sur-Moselle blieben dagegen erhallen.

Behufs Fortsetzung der rückgängigen Bewegung gegen die Maas erliess am 15. August Abends das Obercommando folgenden Armeebefehl:

„Die Suppe ist morgen Früh 4 Uhr zu verzehren; die Armee halte sich um i'/2 Uhr zum Abmärsche in Bereitschaft; die Pferde sollen daher um diese Stunde gesattelt, die Lagerzelte abgebrochen sein. Das 2. und 6. Corps dürften 30.000 Mann vom Feinde vor sich haben und müssen gewärtigen, morgen angegriffen zu werden."

In der That waren die gegenseitigen Stellungen der Streitkräfte am 15. Abends derartig geworden, dass es am nächsten Tage zu einem gewalligen Zusammenstosse kommen mussle.

Die Truppen der preussischen I. Armee biwakirten nämlich in den

am Schlüsse des Gefechtes vom 14. innehabenden Stellungen und giengen erst am andern Morgen, infolge eines um 11 Uhr vom General Steinmetz eingetroffenen Befehls, in die alten Positionen an der französischen Nied zurück. Inzwischen halte aber die II. Armee des Prinzen Friedrich Carl am 15. August folgende Aufstellung genommen , — sie war respective im Vormarsche wie folgt:

Die 5. Cavallerie-Division Rheinbaben bei Thiaucourl;

das 10. Armee-Corps Voigts-Rheetz bei Pont-ä-mousson, seine Avantgarde darüber hinaus;

das Garde-Corps Prinz Württemberg bei Dieulouard, dessen Avantgarde bei les Quatre Vents;

das 4. Armee-Corps Alvensleben I. bei Marbache und rückwärts bis zur Seilte;

das 2. Armee-Corps Fransecky bei Han-sur-Nied;

die 6. Cavallerie-Division Mecklenburg gegen Metz vorgeschoben;

das 3. Armee-Corps Alvensleben II. bei Cheminot und Vigny;

das 9. Armee-Corps Mannstein bei Buchy;

das 12. Armee-Corps Kronprinz von Sachsen bei Solgne.

Das Armee-Hauptquartier bei Ponl-ä-mousson. ,

Die Wahrscheinlichkeit einer kräftigen Offensive der Franzosen trat im Laote des 15. August gegen die Thatsache zurück, dass die französische Armee mit allen Corps den Abzug vonMelz in westlicher Richtung angetreten halle. Unter diesen Verhältnissen wurde am 15. befohlen:

„Vormittags 7 Uhr. Der weitere Vormarsch der Cavallerie-Division Rheinbaben, der die bei Rogeville siehende Garde-Dragoner-Brigade Gral Brandenburg II zugetheilt wurde, gegen die Strasse Mctz-Verdun Unterstützung der Cavallerie durch Theile des 10. Corps, die auf Thiaucourt vorzuschieben. Recognoscirung von Theilen des 10. Corps auf dem linken Mosel-Ufer gegen Metz."

„Nachmittags 2 Uhr. Übergang des 3. Armee-Corps über die Mosel auf der bei Champey geschlagenen Brücke und Vormarsch des Corps am folgenden Tage über Gorze auf Mars-la-Tour."

„Vormarsch des 12. Armee-Corps bis Nomeny."

In Gemässheit dieser Disposilionsbefehle überschritt am 15. Morgens die 5. Cavallerie-Division die Mosel mit allen ihren Abtheilungen , rückte bis Thiaucourt vor, gewann Fühlung mit dem Feinde und bezog Abends bei Xonville Biwaks.

Vom 10. Armee-Corps waren am Nachmittag die Avantgarde-Brigade Lehmann(19. Infanterie-Division Schwarzkoppen), bestehend aus 4 Bataillons, 2Escadrons und 1 schweren Batterie, dann 2 reitende Batterien von der Corps-Artillerie-Reserve als Soutien lür die 6. Cavallerie-Division nach Thiaucourt gerückt. Ausserdem war am Morgen bereits unter Befehl des Obersten Lynker ein aus 2 Bataillons, 2 Escadrons und 1 leichten Batterie zusammengesetztes Delachemenl im Mosel-Thale abwärts bis Noveant vorgeschoben,

« ZurückWeiter »