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das 7. Armee-Corps blieb bei Fouligny;

das 8. Armee-Corps blieb bei Marange;

das 1. Armee-Corps kam nach Bionville und Varize:

die 3. Cavallerie-Division blieb bei Volmerange;

Am 13. August trafen die Franzosen vorbereitende Anordnungen zum Abmarsche von Metz über Verdun nach Châlons aus den Positionen auf dem rechten Moselufer, und die preussisch-deutschen Heere setzten ihre vorrückenden Bewegungen gegen die Mosel ununterbrochen fort. Es kam an diesem Tage:

Das Hauptquartier des Königs nach Herny.

III. Armee (linker Flügel):

Das Hauptquartier kam nach Saarburg; die 4. Cavallerie-Division nach Champenoux und Nancy; das 5. Armee-Corps nach Luneville; das halbe 6. Armee-Corps (11. Division) blieb vor Pfalzburg; General Lieutenant Herkt liess diese Festung beschiessen; das halbe 12. Armee-Corps (12. Division) kam nach Blamont; das l 1. Armee-Corps kam nach Blamont; das 1. bayerische Armee-Corps blieb bei Diemeringen; das 2. bayerische Armee-Corps kam nach Loudrefing; die württembergische Division kam nach Saarburg; die badensische Division blieb bei Mundolsheim; die 2. Cavallerie-Division blieb bei Hagenau.

II. Armee (Centrum):

Das Hauptquartier kam nach Pont-à-mousson; die 5. Cavallerie-Division marschirte bis Pont-à-mousson, besetz diesen Mosel-Übergang und zerstörte bei Frouard die Eisenbahn Nancy-Me das 10. Armee-Corps rückte nach Vatimont; das 4. Armee-Corps rückte nach Lucy; das Garde-Corps rückte nach Baronville; die 6. Cavallerie-Division rückte nach Solgne; das 3. Armee-Corps rückte nach Ham-sur-Nied; das 9. Armee-Corps rückte nach Herny; das 12. Armee-Corps rückte nach Faulquemont; das 2. Armee-Corps rückte nach Triteling.

I. Armee (rechter Flügel):

Das Hauptquartier kam nach Fouligny;
die 1. Cavallerie-Division blieb bei Bazoncourt;
das 7. Armee-Corps blieb bei Fouligny;
das 8. Armee-Corps blieb bei Marange;

das 1. Armee-Corps blieb bei Bionville und Varize;

die 3. Cavallerie-Division blieb bei Volmerange.

Von der französischen West-Armee des Marschalls Mac Mahon rückte das 1. Corps mit drei Divisionen von Haroue nach Vicherey, mit den andern beiden Divisionen, der gesammlen Artillerie, Cavallerie und dem Train von Colombey nach Gondrecourt; das 5. Corps marschirte von Mirecourt nach Ligneville; das 7. Corps blieb bei Beifort und Lyon.

Die am 13. August durch Besetzung von Frouard und Pont-ä-mousson unterbrochenen Communicalionen zwischen Paris und Metz über Nancy machten die Truppenbeförderung aus dem Lager von Chälons unmöglich. Das 6. Corps des Marschalls Canrobert hatte bisher nur mit den drei InfanterieDivisionen Tixier, Lafont de Villiers und Levassor-Sorval, dann dem Infanterie-Regiment Nr. 9 der Division Bisson zu der Armee des Marschalls Bazaine stossen können. Die Regimenter Nr. 14, 20 und 30, die DivisionsArtillerie der 2. Division Bisson, die gesammte Cavallerie-Division SallignacFenelon, die Reserve-Artillerie des Corps, endlich das Chasseur d'Afrique Regiment Nr. 4 von der 1. Reserve-Cavallerie-Division du Barrail wurden durch Besetzung der Eisenbahn abgeschnitten und genöthigt, nach Chälons zurückzukehren, um später bei der Formation der Armee von Chälons in Verwendung zu kommen ').

Die an der Ost- und Südfronte von Metz lagernden Corps führten am 13. August keine Bewegungen aus, sondern blieben in den Tags vorher bezogenen Vertheidigungs-Positionen stehen. Morgens wurden einige Schüsse auf der Strasse von St Avold zwischen den in der Höhe von Montoy aufgestellten Vortruppen des 3. Corps Decaen und einer preussischen Abtheilung gewechselt, welche zwischen Chateau d'Aubigny und jener Chaussee recognoscirte.

Bei Annäherung der deutschen Cavallerie flüchteten die Einwohner der nächsten Ortschaften in die Stadt Metz und versperrten durch ihre mit Frauen, Kindern, Möbeln, Bettzeug und Pretiosen beladenen Wagen alle Thore, Gassen und öffentlichen Plätze. Es wurde daher bekannt gemacht, dass in Anbetracht der bedeutenden Anzahl Flüchtlinge zur Sicherheit des von einer langen Belagerung bedrohten Platzes nur solche Personen darin Einlass finden könnten, die auf 40 Tage mit Lebensmitteln versehen seien.

Am Abend des 13. August erliess Marschall Bazaine folgenden Dispositionsbefehl: *

„Die Armee halte sich zu einer auf Morgen, den 14., fünf Uhr Früh auszuführenden Bewegung in Bereitschaft. Jeder Mann nimmt den dreitägigen Verpflegsbedarf, und zwar für den 14., 15. und 16. mit sich. Der General-Intendant hat so viele Rationen als möglich aufzuladen und mitzuführen und der Garnison von Metz nur die unumgänglich nothwendige Verpflegung zu überlassen. Diesen Abend werden jene Nichtstreitbaren bezeichnet werden, die, in reguläre Detachements organisirt, in der Festung zurückzubleiben haben. Ausser diesen Abtheilungen wird die künftige Besatzung von Melz noch aus Depots, 4. Bataillons, der mobilen und sesshallen Nationalgarde, endlich aus der Infanterie-Division Laveaucoupet vom 2. Corps Frossard, welche den Kern der Garnison bildet, zusammengesetzt sein."

') Von 49 Bataillons, 24 Escadrons, 20 Batterien oder 120 Geschützen des 6. Corps Canrobert erreichten Metz blos 40 Bataillons und 9 Batterien oder 54 Geschütze.

Übergang der Prenssen über die Mosel. — Schlachten bei Borny

und Vionville.

Nach den vom grossen Armee-Hauptquartier erlassenen Dispositionen sollte am 14. August die II. Armee des Prinzen Friedrich Carl die Mosel bei Ponl-ä-mousson überschreiten und auf dem linken Ufer dieses Flusses gegen Metz rücken, um die französische Armee des Marschalls Bazaine auf ihrem Rückzuge von Metz nach Verdun aufzuhalten, während die an der Nied aulmarschirte I. Armee des Generals Steinmetz dieselbe in der Front fest zuhalten hatte.

Demzufolge bezog die I. Armee am 14. August Mittags folgende Stellungen:

Das I. Armee-Corps Manteuffel mit der 2. Division Pritzzelwitz bei LesEtangs auf der Strasse Metz-Boulay, mit der I. Division Bentheira bei Courcelles-Chaussy an der Strasse Metz-St. Avold;

das 7. Armee-Corps Zastrow mit der 13. Division Glümer bei Pange, mit der 14. Division Kamecke bei Dommangeville;

das 8. Armee-Corps Goeben, mit der 15. und 16. Division Weltzien und Barnekow im zweiten Treffen, in Reserve bei Varize und Vionville;

die 3. Cavallerie-Division Groeben stand auf dem rechten Flügel der Aufstellung bei St Barbe;

die 1. Cavallerie-Division Hartmann auf dem linken Flügel bei Frontigny.

Sämmtliche Vorposten hatten Fühlung mit dem Feinde und standen etwa eine Meile von Metz in der Linie Servigny-Retonfay-Colligny-Laquenexy-Jury, während das Gros an der französischen Nied lagerte.

Der Feind hatte mit starken Kräften den Abschnitt an den Bahnen von Colombey undNouilly besetzt; Bewegungen,welche sich bei demselben etwa um 4 Uhr bemerkbar machten, veranlassten die Vortruppen recognoscirend vorzugehen. Man stiess auf energischen Widerstand.

Die französische Armee hatte nämlich am 14. Morgens die anbefohlene Rückzugsbewegung gegen Verdun mit dem Uferwechsel bei Melz begonnen Die endlosen Convois, welche nach einem populär gewordenen Ausdruck den Streitkräften Bazaine's das Aussehen der „Armee des Darius" gaben, waren schon in den ersten Tagesstunden auf dem Marsche über dieSeille und Mosel. Trotzdem die Genietruppen in zwei bis drei Tagen 15 Brücken über das erste Gewässer und die verschiedenen Arme des letztern geschlagen hatten, und zwei permanente Uebergänge durch die Stadt führten '), gieng dennoch der Durchzug der langen Wagencolonnen-Züge äusserst langsam vor sich. Die Oberleitung des Heeres vermochte es nicht über sich zu bringen, ohne Rücksicht und Schonung die Bagagen zu vermindern, die für die Armee bis auf den letzten Tag eine unerträgliche Last blieben, und welche am 14. und 15. August der raschen Bewegung derselben im höchsten Grade hinderlich waren. Die Truppen erfuhren erst am Tage des Abmarsches, dass der grosse Waffenplatz Metz, unter dessen Kanonen die Streitkräfte sich relabliren und längere Zeit aufhalten sollten, um der Regierung die Zeil zur militärischen Organisation des Landes zu verschaffen, weder mit Lebensmitteln noch Munitionsvorräthen in genügender Menge versehen war.

Gegen Mittag verliess der Kaiser die Stadt und schlug das Hoflager in Longeville-les-Melz auf.

Nach Zurücklassung der Division Laveaucoupel zur Besetzung der Forts St. Julien, Queleu, St. Privat, St. Quentin und Plappeville hatte sich das 2. Corps Frossard am 14. um 3 Uhr Morgens in Bewegung gesetzt *). Die Stadt und die Debouchees auf dem linken Moselufer waren aber durch eine enorme Anzahl Trainfuhrwerke und Privatwagen derart gefüllt und verstellt, dass sich der Rückmarsch nur langsam vollziehen, das AvantgardeCorps spät Abends (beiläufig nach 17 Stunden) bei Moulins-les-Melz eintreffen und hier das Lager beziehen konnte.

Das 4. Corps Ladmirault begann nach der Reserve-Cavallerie-Division du Barail um 6 Uhr Morgens den Rückmarsch und dirigirte sich gegen die nördlich der Hauptumfassung auf der Insel Chambiere hergestellten MoselÜbergänge. Die Cavallerie - Division Legrand und die 3. Division Lorencez hatten bereits die Mosel passirt, und die 1. Division Cissey, dann die CorpsArlillerie-Reserve waren im Niedersteigen von dem Abhänge begriffen, welcher bis an die Brücken der Insel Chambiere reicht, als sie, von dem Angriff der Preussen auf die in der Position von St. Julien als Arrieregarde zurückgelassene eigene 2. Division Grcnier benachrichtigt, sofort zur Umkehr befohlen wurden.

Gegen 4 Uhr Nachmittag waren schon die beiden Reserve-CavallerieDivisionen Forlon und Barail ganz, das 2. und 4. Corps Frossard und Ladmirault theilweise über die Mosel gegangen, und das 3. und Garde-Corps Leeaen und Bourbaki hatten eben die Rückzugsbewegung angetreten, als das preussische 7. Armee -Corps Zastrow zum Angriff auf die Arrieregarden des französischen 3. und 4. Corps übergieng.

General Decaen Hess ebenfalls gleich Kehrt machen und rückte mit seinen Truppen in die kaum verlassenen Positionen.

') Schreiben des Generals Coffinieres de Nordeck, Genie - Chefs der Armee und ersten Commandanten von Metz, an den Redacteur der „Allgemeinen MilitärZeitung" ddo. Hamburg, 4. Jänner 1871.

*) Die Reserve-Cavallerie-Division Forton scheint schon am 13. August gegen Verdun abmarschirt zu sein.

Die 1. Division Monlaudon kam vorwärts von Grigy zu stehen, den rechten Flügel an die Strasse von Strassburg gelehnt, mit dem linken Flügel den Wald von Borny besetzt haltend; die 2. Division Castagny elablirte sich auf dem nördlich Ars- Laquenexy und Grange - aux -Bois liegenden und bis zum Schloss vonAubigny sich erstreckenden Plateau; die 3.DivisionMetman hatte ihren rechten Flügel rückwärts von Colombey und verlängerte die Vertheidigungsfront der Stellung in nördlicher Richtung bis zur Strasse von Saarlouis; die 4. Division Aymard schloss endlich rechts an die 3. Division an und dehnte sich bis zum Ravin von Vallieres aus. Sämmtliche Divisionen waren in zwei Treffen aufmarschirt: das erste in entwickelter Linie, das zweite Treffen in Divisions-Colonnen, die Artillerie vor der Front und in den Intervallen.

Das preussische 7. Armee-Corps Zastrow richtete seine Angriffe gegen die Divisionen Metman und Castagny, während rechts von demselben das 1. Armee-Corps Manteuffel die 2. Division Grenier vom 4. Corps Ladmirault, welche allein noch in der Linie geblieben war und den Rückzug nicht angetreten halte, anfiel. Die 1. und 3. Cavallerie-Division Hartmann und Groeben unterstützten auf den Flanken diesen Doppelangriff, und das in Reserve gestellte 8. Armee-Corps Goeben gelangte später zur Action.

Auch die 18. Division Wrangel vom 9. Armee-Corps, welche am 14. August bis Buchy vorgegangen war, betheiligte sich bei Fronügny mit 6 Bataillons, 8 Escadrons und 3 Batterien an dem Kampfe.

Nach Abweisung des ersten, von den preussischen Corps unternommenen Massenanfalles rückte das französische Garde - Corps als Reserve hinter die Gefechtslinie vorwärts der Strasse Borny-Vantoux, ohne an diesem Tage jedoch zur Thäligkeit zu gelangen.

Desgleichen blieb das 6. Corps Canrobert passiv in seinen Stellungen vom 13. August.

Von dem 4. Corps Ladmirault gelangten inzwischen die beiden Divisionen Cissey und Lorencez. dann die Reserve-Artillerie aul das Schlachtfeld. Die Division Cissey legte die Tornister ab und erstieg im Lauftrilt die Höhe von St. Julien, um auf diesem Punkte die Division Grenier zu ersetzen, welche sich rechts rückwärts gegen den Ravin von Vantoux gezogen hatte.

Die Schlacht von Borny dauerte bis 7 Uhr Abends; die Franzosen behaupteten das Gefechlsfeld und nahmen ihre Verwundeten mit. Bei Eintritt der Nacht wurde erst die Rückzugsbewegung wieder aulgenommen. Im kaiserlichen Hoflager zu Longeville, wie überhaupt bei der ganzen Armee, hielt man den Tag von Borny für einen Sieg, und in dieser Stimmung erstiegen auch die Truppen den Ban-St. Martin. An dem Kampfe waren betheiligt:

Franzosen:

3. Corps Decaen 4 Inf.-Div. 1 Cav.-Div. 20 Balt

4. Corps Ladmirault 2 „ — „ 12 „

zusammen 6 Inf.-Div. 1 Cav.-Div. 32 Balt. oder 78 Bataillons, 16 Escadrons, 192 Geschütze, bei 46.000 Mann.

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