Abbildungen der Seite
PDF
EPUB

Auf preussisch-deulscher Seite wurden am 10. August folgende Bewegungen ausgeführt:

Das Hauptquartier des Königs blieb in Saarbrücken;

III. Armee (linker Flügel):

Das Hauptquartier blieb in Obermoltern;

die 4. Cavallerie-Division rückte nach Pelersbach;

das 5. Armee-Corps rückte nach Weitersweiler;

das halbe 6. Armee-Corps (II. Division) rückte nach Steinburg;

das halbe 6. Armee-Corps (12. Division) rückte nach Hangweiler;

das 11. Armee-Corps rückte nach Hangweiler;

das 1. bayerische Armee-Corps rückte nach Mutterhausen;

das 2. bayerische Armee-Corps rückte nach Wimmenau;

die württembergische Division blieb bei Lichtenberg;

die badensische Division rückte nach Bitschweiler;

die 2. Cavallerie-Division blieb bei Hagenau.

IL Armee (Cenlrum):

Das Hauptquartier kam nach Saargemünd;
die 5. Cavallerie-Division rückte nach Erstroff und Hellimer;
das 10. Armee-Corps rückte nach Puttelange;
dessen Cavallerie über Saaralbe bis Saar-Union;
das 4. Armee-Corps rückte nach Erneslviller;
das Garde-Corps rückte nach Saargemünd;

die 6. Cavallerie-Division rückte von Pultelange über Barst nach Val Ebersing;

das 3. Armee-Corps rückte nach Barst;

das halbe 9. Armee-Corps (18. Division) blieb bei Forbach;

das halbe 9. Armee-Corps (25. Division) rückte nach Saarbrücken;

das 12. Armee-Corps blieb bei Habkirchen;

das 2. Armee-Corps verliess in Homburg die Eisenbahn.

L Armee (rechter Flügel):

Das Hauptquartier blieb in St. Avold;

die 1. Cavallerie-Division marschirte nach Fouligny;

das 7. Armee-Corps .marschirte bis Longeville und schob seine Cavallerie auf der Strasse gegen Faulquemont vor;

das 8. Armee-Corps marschirte bis Dourthal;

das 1. Armee-Corps rückte bis Völklingen;

die 3. Cavallerie-Division rückte bis Boulay.

Hiernach war am 10. August dieLinie Saar-Union, Gross-Tenquin, Faulquemont, Fouligny, les Etangs durch die Teten der preussischen Cavallerie

Öiterr. miliar. Zeitschrift 1871. (2. Bd.) 2

Mieils erreicht, theils überschritten, indem einzelne Patrullen bis Remilly und an die Mosel streuten.

Am 11. August führte die West-Armee des Marschalls Mac Mahon, welche am vorhergehenden Tage in Luneville eingetroffen war. die der beschlossenen und durch wiederholte Befehle angeordneten Concentrirung aller operativen Armeetheile bei Metz diametral entgegengesetzten Märsche aus, indem sie die nordwestliche Richtung aufgab und sich gegen Süden wandle. Wahrscheinlich imponirten deren Leitung die zur Zeit in der Nähe der Mosel sich zeigenden wenigen schwachen Patrullen des Feindes derart, dass sie sich umgangen und von Metz abgedrängt glaubte. Es hätte wohl nur einiger Combinationsgabe und weniger Recognoscirungen bedurft, um dasjenige, was seitdem als Factum bekannt geworden, damals schon zu erkennen: Die preussisehdeutschen Sireilmassen waren vom 9. bis 12. August zum Theil noch in der Forcirung der Übergänge des Vogesen-Gebirges begriffen, ?um Theil standen dieselben noch an der Saar zwischen Saargemünd und St. Avold, mit den Vorbereitungen zu den grossen Offensiv-Bewegungen sich belassend.

Von Luneville konnte Nancy in Einem Marsche, und Metz über Dieulouard und Ponl-a-mousson in weiteren zwei Märschen erreicht werden, die beiden unter Mac Mahon stehenden Corps (7 V, Infanterie- und 3 CavallerieDivisionen) daher am 13. August bei dem grossen Armee-Lager an der Mosel vereinigt stehen. Die Besetzung von Pont-ä-mousson durch ein Corps von der Armee Bazaine's hätte dieser Unternehmung auch den Anschein eines Wagnisses benommen, und deren Durchführbarkeit erschien um so leichter und gewisser, als eine Eisenbahnverbindung zwischen Luneville-Nancy und Melz existirte, und die grosse Heerslrasse auf dem westlichen Mosel-Ufer läuft.

An dem genannten Tage rückle von der

West-Armee (Mac Mahon):

das 1. Corps nach Bayon;

das 5. Corps nach Charmes und Gerbeviller;

das 7. Corps blieb bei Belforl und Lyon.

Armee von Metz (Bazaine):

Nach den 24 Stunden zuvor hinausgegebenen Dispositionen bezogen die verschiedenen Corps dieser Armee folgende Positionen auf der NordostFron le des verschanzten Lagers von Melz.

Das 4. Corps Ladmirault als linker Flügel der Armee-Aufstellung ä cheval der Strasse von St. Barbe, von der Mosel bis zu dem Ravin von Vallieres vorwärts des Forts St. Julien.

Das 3. Corps Decaen als Centrum ä cheval der Strasse von St. Avold von dem Ravin von Vallieres bis Grigy vorwärts von Borny.

Das 2. Corps Erossard als rechter Flügel parallel mit der Eisenbahn vor dem Fort Queleu, links an das 3. Corps anschliessend und mit der Brigade Lapasset vom 5. Corps das Schloss Mercy-lc-Haul besetzt haltend

Das 6. Corps Canrobert, welches mit einigen Abtheilungen aus dem Lager von Chälons per Bahn eben bei Metz eingetroffen war, etablirte sich an der Mosel südlich von Montigny in dem von der Eisenbahn Metz-Pont-ämousson und Metz-Saargemünd gebildeten Dreiecke vorwärts von St. Privat.

Das Garde-Corps stand rückwärts von Borny bei Plantieres als Reserve.

Die Verpflegs-Parks vom 2., 3. und 4. Corps kamen auf die Insel Chambiere nördlich der Stadt.

Die Corps-Commandanten erhielten den Befehl, aus den innehabenden Positionen die Reiterei escadronsweise auf Recognoscirungen auszusenden, da feindliche Infanterie Ham-sous-Varsberg und Boucheporn besetzt haben solle. „Es ist nothwendig, dass der Kaiser Nachrichten von den Bewegungen erhalte, welche der Feind in der Richtung von Faulquemont und Nomeny zu unternehmen beabsichtigt. Morgen Früh wären daher Recognoscirungen in jener Direction auszuführen."

Von den preussisch-deutschen Streitkräften gewann am 11. August der rechte Flügel der III. Armee westlich der Vogesen Fühlung mit der IL Armee. Hiermit war der Aufmarsch vollendet, und die unter dem Oberbefehl des Königs von Preussen vereinigten Heeresmassen rückten in 8—10 Meilen langer Front gegen die Mosel vor, und zwar kam:

Das königliche Hauptquartier nach St. Avold.

III. Armee (linker Flügel):

Das Hauptquartier wurde in Petersbach etablirt;
die 4. Cavallerie-Division rückte nach Fenestrange;
das 5. Armee-Corps rückte nach Lixheim;

das halbe 6. Armee-Corps (11. Division) rückte nach Saverne-Dann; das halbe 6. Armee-Corps (12. Division) rückte nach Saarburg; das 11. Armee-Corps rückte nach Saarburg; das l. bayerische Armee-Corps rückte nach Volksberg; das 2. bayerische Armee-Corps rückte nach Puberg; die württembergische Division rückte nach Lixheim; die badensische Division rückte nach Brumath; die 2. Cavallerie-Division blieb zur Sicherung des Rückens der Armee in der Gegend von Hagenau.

II. Armee (Centrum):

Das Hauptquartier wurde nach Puttelange verlegt;

die 5. Cavallerie-Division marschirte nach Baronville;

das 10. Armee-Corps marschirte nach Gross-Tenquin;

das 4. Armee-Corps marschirte nach Erstroff;

das Garde-Corps marschirte nach Putlelange;

die 6. Cavallerie-Division marschirte nach Faulquemont;

das 3. Armee-Corps marschirte nach Val Ebersing;

das 9. Armee-Corps marschirte nach St. Avold, indem es am heuüfen Tage seine beiden Divisionen vereinigt hatte;

das 12. Armee-Corps marschirte nach Saargemünd;
das 2. Armee-Corps marschirte nach Scheidt.

I. Armee (rechter Flügel):

Das Hauptquartier kam nach Longeville;

die 1. Cavallerie-Division rückte nach Fletrange;

das 7. Armee-Corps rückte nach Fouligny;

das 8. Armee-Corps rückte nach Guinglange;

das 1. Armee-Corps rückte nach Ham-sous-Varsberg und Bouchepom nördlich von Longeville;

die 3. Cavallerie-Division rückte nach Volmerange.

Am 12. August setzte der rechte Flügel der Franzosen die rückgängige Bewegung fort, während der linke Flügel die Tags zuvor im Halbkreise von Rletz unter dem Feuer der Gürtellorts bezogenen Positionen festhielt.

Von der West-Armee Mac Mahon's gelangte:

Das 1. Corps nach Colombey;

das 2. Corps nach Mirecourt;

das 7. Corps blieb bei Beifort und Lyon.

General Failly erhielt den Befehl, mit der grössten Beschleunigung auf Toul zu marschiren. „Sie sind nicht bedroht; die Eisenbahnverbindung mit Nancy ist auch nieht unterbrochen. Sie werden entweder von Toul oder nach Umständen von einem andern Orte nach Metz berufen, oder aber auf Chälons dirigirt werden." Als jedoch im Laufe des Tages die Nachricht vom Erscheinen preussischer Uhlanen bei Nancy im Hauptquartier eingieng, gab man dem 5. Corps Conlre-Ordre und überliess es dem General Failly, auf der zweckmässigsten Route gegen Paris zu rücken.

Marschall Canrobert war indessen für seine Person von Chälons in Metz angekommen und vom Kaiser mit folgenden Worten empfangen worden: „Ich will Sie unabhängig stellen." „Sire," lautete die Antwort des ehemaligen Ober-Commandanlen der Krim-Armee, „die ernste Situation gebietet es dringend, dass Alle einem einzigen Chef zu gehorchen wissen; ich will das Beispiel dazu geben, indem ich Sie bitte, mich unter den Befehl des Marschalls Bazaine zu stellen."

Diese freiwillige, von Seelengrösse, Patriotismus und Kriegertugend zeugende Unterordnung des ältesten Marschalls der Armee') unter das Commando eines jüngeren Cameraden, wie die von der Tribüne des gesetzgebenden Körpers gegen die Leitung der operativen Kriegs-Angelegenheiten erhobenen lebhaften Anklagen bestimmten den Kaiser Napoleon III., sich der von ihm noch bekleideten, ohnehin geringen Autorität gänzlich zu entäussern > Aus diesem Grunde wurde mittels kaiserlichen Decrets der Marschall Bazaine zum General en Chef, und der General Jarras zum Generalstabs-Chef der „Rhein-Armee" ernannt.

*) Marschall Bazaine rommandirte in der Krim eine Brigade. ») Der Kaiser führte in der letzten Zeit blos nominell den Oberbefehl; «""' stand ihm nur das Garde Corps zur Verfügung.

An diese Ernennungen scheint die in einem Kriegsrathe am 12. August zum Beschluss erhobene und in einer besonderen Instruction zum Ausdruck jebrachle Bedingung geknüpft worden zu sein, die Armee so schnell als möglich vom rechten auf das linke Mosel-CJfer zu führen und über Verdun auf Chälons rücken zu lassen, um sich hier mit den Streitkräften Mac Mahon's zu vereinigen.

Von den preussisch-deutschen Streitkräften wurden am 12. August folgende Märsche ausgeführt:

Das königliche Hauptquartier blieb in St. Avold.

III. Armee (linker Flügel):

Das Hauptquartier blieb in Petersbach;

die 4. Cavallerie-Division kam nach Dieuze;

das 5. Armee-Corps kam nach Blamont;

das halbe 6. Armee-Corps (11. Division) kam vor Pfalzburg und blokirte diese Festung;

das halbe 6. Armee-Corps (12. Division) blieb bei Saarburg,

das 11. Armee-Corps blieb bei Saarburg;

das 1. bayerische Armee-Corps kam nach Diemeringen;

das 2. bayerische Armee-Corps kam nach Rauweiler:

die württembergische Division, vor der an diesem Tage die Feste Lützelstein capitulirt halte, blieb bei Lixheim und zog das CernirungsDetachement an sich;

die badensische Division kam nach Mundolsheim;

die 2. Cavallerie-Division blieb in der Gegend von Hagenau;

II. Armee (Centrum).

Das Hauptquartier kam nach Gross-Tenquin;

die 5. Cavallerie-Division kam nach Nomeny;

das 10. Armee-Corps kam nach Baronville;

das 4. Armee-Corps kam nach Morhange;

das Garde-Corps kam nach Gross-Tenquin;

die 6. Cavallerie-Division kam nach Ham-sur-Nied;

das 3. Armee-Corps kam nach Faulquemont;

das 9. Armee-Corps kam nach Teting;

das 12. Armee-Corps kam nach Barst;

das 2. Armee-Corps kam nach St. Avold.

I. Armee (rechter Flügel):
Das Hauptquartier blieb in Longeville;
die 1. Cavallerie-Division kam nach Baroncourt;

« ZurückWeiter »