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3. Division, wie 40 Pontons der Brücken-Equipagen wurden von dem Sieger erbeutet').

Die französische 3. Division Laveaucoupet hatte 163 Officiere, 1800 Mann, die preussische 14. Division Kamecke 98 Officiere, 2273 Mann, die 5. Division Stülpnagel gegen 2000 Mann, das 40. Regimen! (16. Division Barnekow) bei 1000 Mann todt und verwundet.

Nach dem Treffen bei Spicheren bewirkte das 2. Corps Frossard seinen Rückzug über Eslingen und Blittersdorf auf Saargemünd, da ihm jener über Forbach durch die preussische 13. Division Glümer verlegt worden war. Der retrograde Marsch dauerte von 9 Uhr Abends bis 10 Uhr Morgens.

Die 1. Division Montaudon vom 3. Corps Bazaine verliess am 6. um 4 Uhr Nachmittags Saargemünd und vereinigte sich bei PutleJange mit der 2. Division Castagny; aber weder diese beiden nächslstehenden Abtheilungen, noch die bei Marienthal und St. Avold lagernden Divisionen Aymard und Metman fanden es zweckmässig, zur Unterstützung Frossard's gegen Spicheren und Forbach vorzurücken.

Die bekannte, vom Kaiser Napoleon III. inspirirte Flugschrift *) drückt sich folgendermassen über das Gefecht bei Spicheren aus:

„Obgleich das Resultat des Kampfes auf den Höhen von Spicheren ans nichl günstig war, so kann man doch behaupten, dass, wenn die beiden Divisionen, welche vom Marschall Bazaine den Befehl erhalten hatten. den General Frossard zu unterstützen , solches gcthan haben würden, wie sie es zu thun vermochten, an diesem Tage der Sieg unser gewesen wäre."

') Am 6. August kämpften bei Spicberen von der preussischen Armee:

7. Armee-Corps: 14. Division Kamecke, 13 Bataillons, 4 Escadrons, 4 Batterien, Corpsgescbtttz-Reserve 6 Batterien.

8. Armee-Corps: 16. Division Barnekow, 13 Bataillons, 4 Escadrons, 4 Batterien. 3. Armee-Corps: 5. Division Stülpnagel, 13 Bataillons, 4 Escadrons, 4 Batterien, Geschütz-Reserve 6 Batterien.

1. Armee-Corps: 1 Batterie.

6. Cavallerie-Division Rheinbaben: 36 Escadronen, 2 Batterien.

7. Corps: 13. Division Glümer, 13 Bataillons, 4 Escadrons, 4 Batterien.
Summa: 52 Bataillons, 52 Escadrons, 31 Batterien.

Die 13. Division GlUmer nahm nur mit ihrer Spitze bei Forbach au dem Gefechte Theil. Die 15. Division Weltzien traf am Abend bei Saarbrücken in einer Reserve-Stellung ein und scheint nicht in's Feuer gekommen zu sein. Nach dem Werke: „Der Krieg von 1870—71" von M. A., Mainz 1871 (pag. 140)" machte eine Batterie des 1. Armee-Corps das Treffen bei Spicheren mit."

In dem officiellen Berichte des 7. Armee-Corps über das Gefecht von Saarbrücken am 6. August sagt General Zastrow:

„Trotz aller Verstärkungen gewannen die Truppen in ihrem Angriff auf die Spicheren-Berge nur wenig Terrain, und gegen '/, 6 Uhr kam das Gefecht daselbst iura Stehen. Die sehr stark besetzte günstige und künstlich verstärkte Position des Feindes auf dem Spicheren-Berge wurde mit grösster Hartnäckigkeit vertheidigt, und mehrfache Offensivstösse seinerseits mit starken Colonnen brachten die diesseitige Infanterie zum Stehen, aber nicht zum Weichen. Selbst dann, als eine Batterie des 3. Armee-Corps etwa gegen T/i Uhr Abends bei der Südspitze des Wäldchens von Spicheren auffuhr und von dort aus die französischen, auf dem Spicheren-Berge und südlich desselben placirten Batterien wirksam beschoss, gelang es der diesseitigen Infanterie doch nicht, an dieser Stelle Terrain zu gewinnen. Das Gefecht erstarb hier erst mit Einbruch der vollen Dunkelheit. Erst das Eintreffen der Töte der 13. Division Glümer bewog aller Wahrscheinlichkeit nach den Feind zu einem schleunigen ungeordneten Rückzuge über 500 unverwundete Gefangene, viele Proviantwägen, eine Ponton-Colonne und ein grosses, in Forbach etablirtes Magazin in unseren Händen zurücklassend."

') „Des causes qui ont amene la capitulation de Sedan" etc.

Die Nachrichten von der Doppelniederlage bei Wörth und Spicheren erzeugten in Metz und Paris eine allgemeine Bestürzung und brachten in dem gesammten Staats- und Armee-Organismus eine gewaltige Erschütterung hervor. Im Armee-Hauptquartier ward anfänglich der Abmarsch nach Chälons und die Concentrirung aller Streitkräfte bei diesem Objecte zum Be Schlüsse erhoben, und die hierauf bezüglichen Dispositionen ausgefertigt.

Durch Einwirkung von Paris beeinflusst, nahm man jedoch von dieser Verfügung später Umgang und entschied sich für die Vereinigung des Heere* bei Metz. Demzufolge erhielten das 3., 4. und Garde-Corps den Befehl, aul Metz zu repliren, indem sie die rückgängige Bewegung des 2. Corps Frossard deckten, von dem seit 24 Stunden keine Nachricht eingegangen war. Marschall Mac Mahon sollte mit seinen Truppen das Lager von Chälons zu gewinnen suchen, General Failly, dessen 5. Corps desorganisirt war, ohne noch gekämpft zu haben, aber „sich auf Nancy zurückziehen, wenn es noch an der Zeit ist." Eine Division des 6. Corps Canrobert, die schon in Nancy eingetroffen war, wurde mittels der Eisenbahn nach Chälons zurück befördert. Generalstabs-Officiere hatten endlich eine starke militärische Stellung bei Metz unter den Kanonen der am rechten Mosel-Ufer situirten Forts ausfindig zu machen.

Die Regierung in Paris berief die Kammern mit der dringenden Aulforderung, am 9. August bereits zusammenzutreten; am 7. Morgens erklärte ein Ministerrath die Landeshauptstadt in Belagerungszusland, ein Decret verfügte die unverzügliche Aufstellung der sesshaften Nationalgarde und reihte in dieselbe alle rüstigen Bürger zwischen 30 und 40 Jahren ein, während alle jungen Leute bis zu 30 Jahren der Mobilgarde einverleibt werden sollten. Die Nationalgarde von Paris sollte zur Verstärkung der vorhandenen Werke, sowie mit der am 8. August zu beginnenden Armirung. eventuell auch zur Vertheidigung der Metropole verwendet werden.

Der in einem Kriegsrathe am 8. August in Metz gefasste Beschluss. die Armee von der Mosel nach Chälons zurückzuführen, fand die Billigung des Ministerrathes in Paris nicht. Der Ministerpräsident schrieb in dieser Beziehung an den Kaiser, dass die Regierung nach reiflicher Überlegung zu der Überzeugung gekommen sei, dass es zu voreilig wäre , den Rückzug der Armee gegen Chälons fortzusetzen, indem das Preisgeben von ganz Lothringen ohne Kampf einen bedauerlichen Einfluss auf die öffentliche Meinung ausüben würde.

Am 7. August blieben die preussischen Divisionen der I. und II Armei\ welche Tags zuvor an der Action bei Spicheren betheiligt waren, in ihren Stellungen auf dem Schlachtfelde stehen. Von den übrigen Abtheilungen rückte am 6. August

das 4. Armee-Corps nach Blieskastel;

das 10. Armee-Corps nach Homburg;

das 12. Armee-Corps nach Kaiserslautern;

das Garde-Corps nach Homburg;

das halbe 9. Armee-Corps (18. Division) nach LandsUihl;

die 1. Cavallerie-Division Hartmann nach Neunkirchen;

die 6. Cavallerie-Division Mecklenburg nach Blieskastel;

die 3. Cavallerie-Division Groeben nach Nonnweiler;

das königliche Hauptquartier wurde von Mainz nach Homburg verlegt.

Das Hauptquartier der I. Armee kam nach Vöcklingen, jenes der IL Armee nach Homburg.

Eine Abtheilung des braunschweigischen Huszaren-Regiments Nr. 17 .cm der 5. Cavallerie-Division Rheinbaben besetzte Saargemünd.

General Frossard war am 7. August 1 Uhr Nachmittags mit dem l. Corps nach einer dreistündigen Rast von Saargemünd aufgebrochen und »reichte gegen 4 Uhr Puttelange.

An demselben Tage führten die zwischen der Saar und Mosel einander gegenüberstehenden Streitkräfte folgende Bewegungen aus:

Franzosen.

Das 3. Corps mit der von Saargemünd abgezogenen Brigade Lapasset vom 5. Corps lagerte bei Puttelange und Faulquemont; das 4. Corps bei Boulay, das Garde-Corps bei Courcelles und Chaussy.

• Preussen.

Das Hauptquartier des Königs blieb in Homburg.

II. Armee.

Das Hauptquartier kam nach Blieskastel;

das 4. Armee-Corps rückte nach Habkirchen;

das 10. Armee-Corps rückte nach Blieskastel;

das 12. Armee-Corps rückte nach Homburg;

das Garde-Corps blieb bei Homburg und Kaiserslautern;

das halbe 9. Armee-Corps rückte nach Neunkirchen;

die 1. Cavallerie-Division nach Forbach;

die 6. Cavallerie-Division blieb bei Blieskastel;

die 3. Cavallerie-Division rückte nach Wadern.

Am 8. August marschirten von den Franzosen:
das 2. Corps nach Erstroff;
das 3. Corps nach Gross-Tenquin und Guenling;
das 4. Corps nach les Etangs;
das Garde-Corps nach Pont ä Chaussy.

Die drei deutschen Armeen setzten sich an diesem Tage zur Wiederaufnahme ihrer offensiven Operationen auf nachstehenden Linien in Bereitschaft:

1. auf der Strasse Saarlouis-Boulay-Metz die 3. Cavallerie-Division Groeben;

2. auf der Strasse Saarbrücken-St. Avold-ßionville-Metz (8 Meilen) mit den zur Verteidigung günstigen Terrainabschnitten bei Longeville am gleichnamigen Walde, bei Bionville an der Nied allemand und bei Pont Chaussy an der Nied francais die I. Armee des Generals Steinmetz;

3. anf der Strasse von Saargemünd über Puttelange und Gross-Tenquin nach den Mosel-Übergängen zwischen Metz und Nancy (Pont ä Mousson) mit dem vorteilhaften Vertheidigungs - Abschnitt Baronville-Morhange die II. Armee des Prinzen Friedrich Carl. Dieser Heertheil rückte längs der Eisenbahn Saargemünd-Metz und auf der Strasse Puttelange-Gross-Tenquin in 2 Colonnenstafleln vor.

4. auf der Strasse von Weissenburg über Wörth, Reichshofen, Lützelstein, Sarrebourg, Blamont, Luneville, Nancy die III. Armee des Kronprinzen von Preussen. Dieser Heereslheil wählte die Strasse, welche zwischen den beiden nach Westen ziehenden Eisenbahnen von Hagenau nach Saar-Union führt, zum Vormarsche seiner Hauptmasse.

Die beiden Linien Saargemünd-Pont-ä-Mousson-Nancy und Weissenburg-Hagenau-Nancy umgehen alle festen Plätze Frankreichs an der Mosel, in den Vogesen und im Elsass und gestatten den darauf operirenden Corps eine rapide, mit jedem Marsche zunehmende Concentration, zumal dieselben von den zwei Eisenbahnen Saarbrücken-Faulquemont-Metz und Hagenau-Sarrebourg-Luneville-Nancy cotoyirt werden. Saarbrücken ist der Vereinigungspunkt der drei Schienenwege von Trier, Bingen und Mannheim über Kaiserslautern.

In Übereinstimmung mit der allgemeinen Disposition gieng am 8. August folgende Verschiebung der preussisch-deutschen Streitkräfte vor sich:

Das Hauptquartier des Königs blieb in Homburg.

III. Armee (linker Flügel):

Das Hauptquartier kam nach Merzweiler; das 5. Armee-Corps kam.nach Merzweiler; das 6. Armee-Corps kam nach Pfaffenhofen; das 11. Armee-Corps kam nach Obermottern; das 1. bayerische Armee-Corps kam nach Reichshofen; das 2. bayerische Armee-Corps kam nach Niederbronn; das 1. bayerische Corps passirte nördlich de Col de Savern und schob seine Avantgarde bis Bitsch vor;

die württembergische Division gelangte bis Ingweiler;
die badensische Division gelangte bis Hagenau;
die 4. Cavallerie-Division gelangte bis Sulzbach;
die 2. Cavallerie-Division gelangte bis Hagenau.

II. Armee (C e n t r u m).

Das Hauptquartier blieb in Blieskastel;

das 3. Armee-Corps kam nach Blittersdorf;

das 4. Armee-Corps blieb bei Habkirchen;

das 10. Armee-Corps blieb bei Blieskastel;

das 12. Armee-Corps blieb bei Homburg;

das Garde-Corps kam nach Blieskastel;

das halbe 9. Armee-Corps kam nach Saarbrücken;

die 6. Cavallerie-Division kam nach Habkirchen;

die 1. Cavallerie-Division blieb bei Forbach;

die 5. Cavallerie-Division kam nach Saargemünd;

die 3. Cavallerie-Division kam nach Lebach.

I. Armee (rechter Flügel):

Das Hauptquartier blieb in Völklingen;

das 7. und 8. Armee-Corps lagerten zwischen Forbach und Saarbrücken; las 1. Armee-Corps befand sich noch auf der Eisenbahn, desgleichen das rar II. Armee gehörige 2. und halbe 9. (25. hessische Division) Corps.

Am 9. August rückte:

Das französische 1. Corps nach Blamont;

das 5. Corps nach Rechicourt-le-Chateau;

das 2. Corps nach Brulange;

das 3. Corps nach Pont-ä-Chaussy et Faulquemont;

das 4. Corps nach Sainte-Barbe;

das Garde-Corps nach Tuiulerie;

das 6. Corps war theils auf der Eisenbahn von Paris nach Chälons, heils von hier nach Metz und vice versa.

Das 7. Corps blieb bei Beifort und Lyon;

die 3. Reserve-Cavallerie-Division rückte nach Metz und lagerte bei Montigny;

die 2. Reserve-Cavallerie-Division marschirte mit dem 1. Corps;

die 1. Reserve-Cavallerie-Division war in der Formation begriffen.

Das kaiserliche Hauptquartier blieb in Metz, das des Marschalls Bazaine kam nach Faulquemont

Die Situation war inzwischen eine äusserst kritische geworden. Über die Bewegungen des Feindes konnte das französische Hauptquartier auch nicht das Geringste in Erfahrung bringen, und so traf denn dasselbe aufs Geratlrwohl hin eine Menge halber Massregeln und erliess Anordnungen, die, weil sie eben von falschen Prämissen ausgiengen und von den Verhältnissen nicht dictirl waren, einander widersprachen und daher in den nächsten Stunden wieder rückgängig gemacht werden mussten. Es wurden an diesem Tage folgende Befehle erlassen:

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