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') Zum Einkerben und Abhauen, Laschenyerbindungen, der Nieten etc.

Zusammen . 8 Pfund — Loth resp. Abschrauben von Schrauben bei 2 Mann, jeder mit 1 Werkzeuglasche .... 1 Pfund 8 Loih

3 Pechkränzen') 4 n 16 „

2 Zündlichtern in einem Kästchen 1 „ 16 ..
1 Feuerzeug, d. i. (Feuerstein,
Stahl, Lunte, Schwamm und

Feuerzeugtasche) .... — „ 19 „

Zusammen . 7 Pfund 27 Lolh

Ein Pionnierzug hätte sonach:

6 Waldhacken, 4 Handhacken, 2 Fuchsschweifsägen, 2 Keltensägen, 2 Stemmeisen, 2 Massstäbe, 1 Messband, 8 Klammern, 60 Nägel, 2 Sagefeilen, 4 Bohrer, 23 Schnürstricke, 1 Tracirschnur, 12 Krampen, 24 Schaufeln, 2 grosse Schlägel sammt Reservestielen, 2 französische Schraubenschlüssel, 6 Stahlmeissel, 2 Wetzsteine, 6 Pechkränze, 4 Zündlichter, 2 Feuerzeuge, 6 Werkzeugtaschen, 24 Schanzzeug-Traggurten.

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') Zum Anzünden hölzerner Brücken.

Ausbildung.

Die Cavallerie-Pionniere sollen den organischen Bestimmungen gemäss, wie die andern Leute und ausserdem noch im technischen Dienst ausgebildet werden. Dies ist nun in der gegebenen kurzen Zeit, bei dem Mangel entsprechender Übungsplätze und des kostspieligen Übungsmateriales scheinbar eben nicht leicht, und tritt darum die dringende Forderung heran, die technische Ausbildung möglichst zu vereinfachen.

Bei jeder Arbeit ist die C o n c e p t i o n und Leitungund die Durchführung derselben zu unterscheiden. Beide stehen im innigsten Zusammenhänge. Die Conception muss im Felde rasch erfolgen und präcise geschehen; hiezugehört vollkommenes Vertraulsein mit der Sache und vor Allem: ein durch viele Übung und Erfahrung geklärter technisch-praktischer Blick. Im Kriege kommen eben meist Dinge vor, welche man im Frieden nicht gelernt and nicht vorausgesehen hat; — über die dabei aufstossenden Bedenken hilft m technische Praxis im Allgemeinen hinweg.

Die technischen Verrichtungen des Escadrons-Pionniers können nicht Tom Belarrg sein, und werden grössere Arbeiten jener Abtheilungen, welche ki den Truppen - Divisionen eingetheilt sind, stets in Anlehnung an die Genie- und Pionnier-Truppe oder unter der Leitung des Corps-Genie-Chefs geschehen. Nicht so ist es bei den selbständigen Cavallerie-Divisionen, welchen oft sehr schwierige Aufgaben erwachsen werden. Es ist aber, selbst *enn die Commandanten der Pionnier-Züge aus einer technischen Lehranstalt öder einer technischen Truppe hervorgegangen wären, schon des Kostenpunktes und der Dislocation halber ganz unmöglich, dieselben in der Sprengtechnik zu unterrichten, und die einzige Lösung wäre, wie bereits gesagt, die Beigabe des erwähnten Genie-Officiers mit einigen Unterofficieren, welche die Leitung der schwierigen Arbeiten übernehmen. Die zugetheilten CavallerieOffkiere und die Mannschaft würden nach den ersten Kriegsarbeilen, indem sie den erstem die Theorie, respective die Handgriffe abmerken, eine Übung und Geschicklichkeit bekommen, welche im Verlaufe des Feldzuges noch sehr tu Statten käme, während sie sonst eben stets Dilettanten blieben.

Die Cavallerie-Pionniere brauchen daher, nachdem die Leitung und Anordnung der schwierigeren Arbeiten Andern überlassen würde, sich nur zu tüchtigen Hilfsarbeitern auszubilden, welches in kürzester Zeil erfolgen kann.

Die dem Cavallerie-Pionnier vorkommenden Verrichtungen werden im Allgemeinen folgende sein:

1. In der Erdarbeit:

a) Ausbessern von Wegen und Strassen.

b) Abgraben von Strassen und Bahndämmen.

c) Herstellung von Rampen zur Passirung abgegrabener Strassen oder von Bächen mit steilen Rändern, von Hohlwegen etc.

d) Herstellen von Jägergräben und Epaulements.

e) Ausheben von Latrinengruben.

2. In der Holzarbeit:

a) Herstellen eines Cavallerie-Steges.

b) Abwerfen unid Zersägen von Brücken.

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c) Fällen der Bäume und Bildung von Verhauen.

3. Gemischte Arbeiten: t

a) Aufreissen von Bahngeleisen, Zerstörung von Wechseln, Locomotiven etc.

b) Abtragen von Eisenconslructionen bei Brücken (das Sprengen scheiden wir aus).

c) Herstellen von Verrammlungen, Verlheidigungs-Instandsetzung von Gebäuden etc.

d) Herstellung von Pferdeschwemmen und Tränken.

e) Seilverbindungen.

Es ist leicht zu ersehen, dass dies lauter Arbeiten sind, zu welchen man ausser einer kleinen Erklärung Nichts bedarf, als der Übung im Gebrauch der Erdwerkzeuge (Krampe und Schaufel); dann der Axt und der Säge, endlich desStahlmeissels, dös Schlägels und des französischen Schraubenschlüssels; —: kurz die Kennlniss des Gebrauches der Werkzeuge, welche die Ausrüstung dör Cavallerie-Piortrtiere ausmachen.

Von den vorangeführten Verrichtungen braucht daher Ihatsächlich Nichts weiter geübt zu werden, als die unter l d', untör 2 a und c, dann 'i a und e. Zur Übung im Gebrauch der Hacke urid ä*er Keltensäge müssen einige Balken disponibel gemacht werden, falls nicht Zinimerleute genug beim Pionnier-Zug eingetheilt wärerfj für welche natürlich eine Übung überflüssig ist

Die ganze Ausbildung wird allerdings rfehr einfach; so kurz indess1 die für diesen Unterricht nolhwendige Zeit ist, derselbe wird doch erschwert, wenn man die zerstreute Dislocation der Cavallerie und den Mangel an Übungsmaterial bedenkt. In jenen Garnisonen, in welchen oder in deren Nähe Genie- oder Pionnier-Truppen Stationiren, ist der Nachtheil leicht behoben, wenn man, wie es im Jahre 1870 bereits geschah, die Cavallerie-Pionniere den Erstem zur Ausbildung übergibt. Im andern Falle sollte man wenigstens für die ersten Jahre die Commandanlen der Pionnier-Züge, und die Unterofficiere zum Mindesten auf 14 Tagö den technischen Truppen zur Ausbildung zutheilen, um dann das Erlernte in ihrem Regimente weiter zu verbreiten.

Wir hoffen, dnss sich das Institut der Cavallerie-Pionniere in künftigen Kriegen als sehr erspriesslich, ja nothwendig erweisen wird, und glauben, dass bei der gegenwärtigen Organisation und bei der vorgeschlagenen Ausbildung und Ausrüstung es allen Anforderungen entsprechen könne.

Brunn Ir.

Das schweizerische Militärwesen.

Erläutert durch die Truppen - Aufstellung der Schweiz im Juli

und August 1870.

Von Hauptmann Otto Geratner.

Die Schweiz will nicht nur neutral heissen, sie will es auch in der Thal sein, und daher rührt die Erscheinung, dass die Masse ihrer Bevölkerung allen Fragen auswärtiger Politik gegenüber vollkommen theilnahmslos HeibL Die politischen Störungen im Juli v. J. trafen sonach die Schweizer . nzlich unerwartet, und der ausserordentlich rasche Verlauf der Krisis erzeugte im ganzen Lande eine tiefe Erregung. Die schwierige Lage der Schweiz bei einem Kampfe zwischen den beiden mächtigen Nachbarstaaten trat grell hervor und rief ernste Bedenken politischer sowohl als militärischer Natur wach. Das unbehagliche Gefühl wurde gesteigert, weil sich Jedem das Bewusstsein aufdrängte, wie verlockend eine Grenzverletzung zwischen Basel und dem Bodensee lür Preussen sowohl als Frankreich sein müsse, md Jeder fühlte die Nothwendigkeit sich dagegen vorzusehen.

Durch die diplomatischen Agenten von der Sachlage informirt und «mach auf den unmittelbaren Ausbruch des Krieges gefasst, erwog der Bundesralh die schwere Aufgabe, welche an die Schweiz herantrat, und welche Massnahmen zu treffen seien, um die Neutralität und die von derselben anhängige politische Unabhängigkeit des Landes zu sichern.

Als daher die Kriegserklärung erfolgte, traf sie wenigstens den Bundesrath nicht unvorbereitet: alle militärischen Vorkehrungen wurden wie aus Einem Gusse erlassen.

Die Stellung der Schweiz im entbrannten Conflicte ward bereits am 14. Juli den europäischen Mächten notificirt, speciell die Gesandten in Paris ond Berlin beauftragt, den Regierungen Frankreichs und des norddeutschen Bundes zu erklären, dass die Schweiz entschlossen sei, ihre Neutralität mit allem Nachdrucke zu wahren.

Um diesen Entschluss an der Nord- und Nordwest-Grenze durchzuführen, wurde am 16. der Auszug von fünf Divisionen aufgeboten. Dem übrigen Theil des Bundesheeres wurde gleichzeitig die Bereitschaft angekündigt, oder, wie man in der Schweiz sagt: Er wurde „aufs Piket gestellt."

Dieses Aulbieten militärischer Kralle seitens der Schweiz bietet Gelegenheit, den Werth der militärischen Institutionen dieses Landes zu würdigen; denn im Frieden befindet sich das gesammte Militärwesen in einer so geringen Anspannung, ist überdies auch theilweise den Cantonen so sehr überlassen, dass ein nur annähernd richtiges Urtheil über Werth oder Unwerth des schweizerischen Heerwesens dann nicht leicht möglich wird.

Ölten, miliar. ZeiUohrift, 1871. (1. Bd.) 20

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