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Truppen die diesfalls für die schriftliche Ausarbeitung taktischer Themata bestehenden Normen zu gelten.

Handelt es sich um die Erörterung der Bedeutung des Terrains für den Vorpostendienst, so genügt es, eine Strecke, wie solche von einem Bataillon besetzt wird, in's Auge zu fassen; bei Untersuchung des Terrains für den Marschsicherheits-, den Patrullen-, respective Nachrichten-Dienst ist die äusserste Ausdehnung der in Betracht zu ziehenden Terrainslreisen durch die Länge eines mässigen Marsches bezeichnet.

Für den Unterricht der Unterofficiere hälten folgende Anhaltspunkte zu gelten: Mit Rücksicht auf seine Verwendung als Schwarmführer, als Feldwach-Commandant oder als Commandant einer Vorpatrulle, einer Seitenhut elc. muss ein gut ausgebildeter Unterofficier den Überblick einer Terrainstrecke, welche von einer Compagnie beherrscht werden kann, besitzen. Ja selbst grössere Strecken werden ihm zur Beurtheilung zugewiesen werden müssen, wenn es sich um die Führung von weiter gehenden Patrullen oder kleiner Unternehmungen handelt. Rücksichtlich der Lösung kleiner Aufgaben bestimmt das Abrichtungs-Reglement (§. 80), dass sich räumlich und geistig innerhalb der den Wirkungskreis eines Schwarm- und Zugs-Commandanten einschliessenden Grenzen zu halten sei. Überhaupt muss hier, je nach dem grösseren oder geringeren Fassungs-Vermögen, der allmälige Übergang vom Leichteren zum Schwierigen sorgsam berücksichtigt werden.

Hingegen ist bei allen Übungen noch mehr in die Einzelheiten einzugehen, als bei dem Unterrichte der Officiere, denn der Unterofficier muss ja die Benützung des Terrains durch den einzelnen Mann leilen und überwachen.

Art des Vorganges und Eintheilung der Übungen. Die Erörterung dieser Fragen scheint mir der wichtigste Theil dieser Erwägungen, da von der Art des Vorganges, von der rationellen Leitung, sowie vom ernstlichen Willen und von der Strebsamkeit des Lehrers der ganze Erfolg abhängt.

Besitzt der mit der Leitung Betraule diese beiden Eigenschaften, so wird er, wenn auch selbst noch wenig geübt, – der Gegenstand ist ja noch ziemlich neu, — unterstützt durch seine reichere Erfahrung und bei den Übungen selbst lernend, bald den richtigen Weg einzuschlagen wissen, um der günstigen Resultate sicher zu sein.

Bei einer anregenden, sachgemässen Behandlung und bei sorgfältiger Vermeidung von Pedanterie wird auch der Schüler an diesen anregenden und belebenden, uns in stetem Contacte mit der freien Natur erhaltenden Ubungen Interesse gewinnen, mit welchem dann sicher der Fortschrilt und der Erfolg im Einklange stehen werden.

In der Voraussetzung, dass die früher als nothwendig bezeichnete

theoretische Vorbereitung in der Zeit des winterlichen Unterrichtes im erforderlichen Masse erzielt wurde, wären die praktischen Übungen ungefähr nach folgendem Plane vorzunehmen:

Zur Erzielung eines systematisch geregelten Vorganges wären die Übungen der Officiere und Unterofficiere wie folgt anzuordnen:

1. Instructive militärische Excursionen zum Zwecke des Sehens und Erkennens der Einzelheiten und behufs allgemeiner Vorbereitung.

2. Recognoscirung von Terrainstrecken und Terrain-Abschnitten oder einzelnen Objecten behuts der militärischen Beschreibung und Taktischen Würdigung.

3. Lösung von militärischen Aufgaben an Ort und Stelle, nămlich die Anwendung der in vorhergehenden Übungen erworbenen Kenntnisse und Geschicklichkeiten auf bestimmte Fälle.

Diese drei Arten der Übungen sind gemeinschaftlich oder doch gruppenweise von den Officieren oder Unterofficieren unter Leitung des Lehrenden auszuführen; dann aber wären:

4. Einzelne Officiere (resp. geschicktere Unterofficiere) mit Recognoscirungen zu dem Zwecke zu betrauen, um darüber unter Beilage von Croquis (kleine Skizzen) theils mündlich, theils schriftlich Bericht zu erstatten.

Obwohl bei den Übungen der Unterofficiere hinsichtlich der Behandlung des Stoffes, der Art des Vorganges und der Zeitein heilung, mit Rücksicht auf das geringere Fassungsvermögen, sowie auf den beschränkteren Wirkungskreis der Lernenden, bedeutende Modificationen und Restringirungen nothwendig sein werden, so ist doch der Unterricht nach denselben Principien durchzuführen wie bei den Officieren. Diesem gemäss wird, um Wiederholungen zu vermeiden, im Nachfolgenden von den Übungen im Allgemeinen gesprochen, und es bleibt den Instructoren der Unterofficiere überlassen, dasjenige davon zu abstrahiren, was sie für ihre Schüler, je nach den Bildungsgrade derselben, für angemessen und zweckdienlich erachlen.

Erörtern wir nun den Zweck und Umfang der einzelnen Übungen des Näheren:

p l. Instructive Excursionen. Es ist eine eigenthümliche Erscheinung, dass das Studium der TerrainJehre so selten, so viel mir bekannt bei uns gar nicht, mit praktischen Demonstrationen im Freien verbunden wird, was doch augenscheinlich von grossem Nutzen sein würde. Dies soll nun zuvörderst bei den ersten Ubungen geschehen, und es sollen dabei die theoretischen Lehrsätze und Definitionen der Terrainlehre durch die Erscheinungen in der Natur erläutert und verwerthet werden.

Es sind daher alle längs der bei solchen Excursionen eingeschlagenen

Wege oder in der Nähe derselben befindlichen Terraintheile und Objecte zu besichtigen, und deren richtige Bezeichnung sowie die allgemeine militärische Bedeutung zu erörtern und festzustellen. Es ist dabei mit aller Gründlichkeit vorzugehen, damit Nichls von einiger militärischer Bedeutung der Aufmerksamkeit entgehe, um auf diese Weise das Auge an das richtige und genaue Sehen zu gewöhnen.

Ist in der Bezeichnung und Beurtheilung der einzelnen Terraintheile, nach genauer Besichtigung derselben, eine hinreichende Geschicklichkeit erziell worden, so versuche man es, über die Beschaffenheit solcher Terraintheile und Objecte, aus grösserer oder geringerer Entfernung gesehen, endlich auch nach raschem Uberblick das Urtheil abgeben zu lassen.

Hiebei ist die Sichtung der Terraintheile und Objecte nach dem Grade ihrer militärischen Bedeutung nothwendig, um nach diesem Massstabe denselben eine grössere oder geringere Aufmerksamkeit zuzuwenden.

Ferner ist auf einen correcten Gebrauch der durch die Terrainlehre vorgezeichneten Ausdrücke zu sehen und auf die nothwendige Klärung und Feststellung der damit verbundenen Begriffe hinzuwirken. Es wird sich da zeigen, dass es oft Schwierigkeiten unterliegt, die präcise zutreffende Bezeichnung für Terraingegenstände oder Terraintheile zu wählen, weil eben die Natur unendliche Variationen der Hauptformen und der typischen Erscheinungen aufweist. Es bedarf dann meist der Combinationen der Ausdrücke oder möglichst präciser Umschreibungen.

Insbesondere wird dies häufig bezüglich der Bezeichnung der Terrainformen, dann der Configurationen von Terraingegenständen etc. nothwendig sein. So z. B. wird man eine eingehende Form einmal als Thalmulde oder als muldenförmige Senkung, ein anderes Mal als schluchtenartiges Rinnsal etc. bezeichnen müssen. Die Configuration einer Ortschaft, eines Waldes wird sich vergleichsweise durch geometrische oder fortificatorische Lineamente prägnant kennzeichnen lassen, — z. B.: die Hauptform ist jene eines gleichschenkeligen Dreieckes; der westliche Theil springt baslionförmig vor; eine Strecke tritt courtinenartig zurück u. s. f.

Die häufig vorkommenden Abweichungen von der Theorie der Terrainlehre und ungewöhnlichen Erscheinungen, wie z. B. abnorme Terrainformen, eigenthümliche Wirkungen des Wassers durch Spülungen, Anschwemmungen u. dgl., werden besonders aufmerksam zu prüfen und den Entstehungsursachen nachzuforschen sein.

Da es sich im Laufe dieser Übungen sehr häufig um die Beurtheilung von Entfernungen handeln wird, so ist hiedurch Gelegenheit geboten, das Distanzschätzen im Terrain zu erörtern und die dabei begünstigend oder erschwerend wirkenden Verhältnisse und die in Folge dessen vorkommenden Täuschungen zu besprechen, als: Die Art der Beleuchtung, den Stand der Sonne, die Beschaffenheit der Almosphäre, die Farbeneffecle, den Einfluss von Wasserflächen und des Sehens über tiefe Einsenkungen (Thäler), dann von Höhen in die Tiefe und umgekehrt, endlich die Beurtheilung der

Enlfernung nach dem Schalle elc. Ein Gleiches gill hinsichtlich des A bschälzens der Wasser-Geschwindigkeit, der BöschungsGradationen und der relativen Höhen- Dimensionen.

Die abgegebenen Meinungen sind dann durch Messungen, was hinsichtlich der Entfernungen auch auf einem guten Plane geschehen kann, zu verificiren.

Weiters wird bei diesen Übungen die eingehendste Belehrung und praktische Anleitung über den Gebrauch der Special- und Generalkarten und der Pläne vorzunehmen sein. Es ist sich durch seissige Benutzung dieser Hilfsmittel im Lesen der Karten und Pläne, namentlich der Specialkarten, die nothwendige Fertigkeit anzueignen. Die Richtigkeit der Darstellung, so wie das Leistungsvermögen derselben ist durch häufiges Vergleichen mit der Natur zu prüfen.

Nicht weniger wichtig ist die Belehrung über die Art, sich die Geschicklichkeit im Orientiren anzueignen, und wird biebei über den Gebrauch der Boussole, dann über die Verwerthung der durch die Natur gebolenen Hilfsmittel, als: Standes der Sonne, Bemoosung und Jahresringe der Bäume und überhaupt über Erkennen der Welterseite etc., zu sprechen sein; hierdurch wird der Ortssinn geweckt und geübt. Es wird sich auch der Anlass ergeben, die anderen in speciellen Fällen bei der Recognoscirung nothwendigen Massnahmen zu erörlern, und zwar über die Benutzung und Behandlung von Boten; über die Art, durch Befragen von Ortskundigen oder durch Erkundigungen bei den Behörden Nachrichten und von Letzteren eventuell auch Karten oder Mappen zu erhalten; weiters über die Benützung con dominirenden Punkten, als Kirchthürmen elc. zum Ausspähen und um Ubersicht über eine Gegend zu gewinnen; über den Gebrauch von Karten bei letzterem Anlasse, und man wird auf diese Art an jene Instructionen anknüpfen, welche im „Felddienst“ über das-Nachrichtenwesen enthalten sind. Eine oder die andere dieser Excursionen ist dem Unterrichle im Croquiren zu widmen, über welchen Gegenstand später ausführlich gesprochen werden soll.

Wäre der Lehrer geneigl und in der Lage, bei diesen Übungen, wo sich gerade Anlass bietet, geognostische oder landwirthschaftliche Episoden einzuflechten, so wird dies nicht nur höchst nützlich sein, sondern auch wesentlich das Interesse des Unterrichles vermehren.

Diese Übungen geben weiters Anlass zur Läuterung und Präcisirung der Militärsprache. Es ist daher darauf zu sehen, dass die Bezeichnungen ,decken und verdecken, dominiren, einsehen, beherrschen, verbinden, trennen; Terner freies, offenes, bedecktes, coupirles Terrain; Abschnitt im Terrain und Terrain-Abschnitt“ und dergleichen mehr vollständig ihrer eigentlichen Bedeutung nach gebraucht werden; ebenso sind die Richtungen stels nach den Wellgegenden, und nur mit Bezug auf fliessende Gewässer durch „rechls und links“, zu bezeichnen.

Über die Wahl und Eintheilung des Terrains für die Übungen folgen ebenfalls weiter unten allgemeine Betrachtungen.

2. Militärische Beschreibung und taktische Würdigung

des Terrains.

Nach einer Reihe von erfolgreich durchgeführten Übungen der eben besprochenen Art ist zu den Übungen in der militärischen Beschreibung und taktischen Würdigung des Terrains im Zusammenhange überzugehen.

Sie haben den speciellen Zweck, die Geschicklichkeit zu erlangen, die einzelnen Theile eines grösseren oder kleineren Terrain-Abschnittes zu einem vollständigen, klaren Bilde zusammenzufassen und die taktische Bedeutung des Einzelnen sowie des Ganzen rasch zu erkennen und richtig zu beurtheilen.

Um den Verhältnissen der Wirklichkeit Rechnung zu tragen, ist auch hier der schon früher angedeutete Vorgang zu beobachten, nämlich zuerst die Übung mit Zuhilfenahme und auf Grund genauer Erforschung und später, bei zunehmender Geschicklichkeit, unter der Annahme vorzunehmen, dass nur ein allgemeiner Überblick oder doch nur die Besichtigung der Hauptpunkte gestattet ist.

Der praktische Vorgang ist hiebei folgender:
Als Lehr-Objecte wähle man in der Umgebung der Garnison:

a) kleine Abschnitte ohne bestimmte taktische Bedeutung, Anfangs in mehr oftenem, später in schwierigerem Terrain, und zwar in der Begrenzung, wie dieselben von einem zu wählenden Standpunkte aus gut zu übersehen sind.

b) Marschlinien, also Strecken der wichtigeren Strassen mit ihrem Seiten-Terrain zu beiden Seiten in der Entfernung des KanonenschussErtrages.

c) Terraintheile und Objecte von ausgesprochenem taktischen Charakler, nämlich die Stützpunkte der Gefechtsfelder oder der Vorpostenlinien und des kleinen Krieges, als: Wälder, Baulichkeiten, Ortschaften, Brücken- und Berg-Defiléen, Höhenhaltpunkte, Vor- und Nachhut-Stellungen etc.

Diese Lehr-Objecte sind bei den ersteren derartigen Übungen einer genauen, gemeinschaftlichen Besichtigung zu unterziehen, wobei die Specialkarle zur Hand zu nehmen ist.

(Pläne müssen, da uns dieses Hilfsmittel im Kriege nicht zu Gebote steht, nunmehr ganz ausser Spiel bleiben, oder dürfen doch nur vom Leiter in seltenen Fällen benützt werden.)

Sodann verfügt sich die Recognoscirungs-Abtheilung auf einen thunlichste Übersicht bietenden Punkt, und einer der Recognoscenten wird beaultragt, eine kurze militärische Beschreibung, sowie vom allgemeinen taktischen Gesichtspunkte die Würdigung des betreffenden Abschnittes oder Objectes vorzutragen. Soll aber später eine gleichartige Übung mil Rück

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