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versichert wäre, und die See-Mächten sich selbsten in solchen Umständen befanden, dass Sie desfalls keine Hindernuss in Weg legen könnten.

Wie nun diese Aeusserungen so viel nur ohne zu besorgenden Missbrauch geschehen können, mit freundschaftlichem Beyfall, und Lobsprüchen erhoben, auch die Unterredung auf die frantzösche Anständigkeiten geführet, so liesse sich Graf St. Severin weiters vernehmen. Wie seinem Hof ein Etablissement für den Don Phillippe in dem Luxenburgischen oder Hennegauischen, so nach dem Ertrag, Vier biss Sechsmahl weniger als das jetzige Werth, auch eben nicht in Vestungen oder Seeplätzen zu bestehen hätte, sehr anständig seyn würde; Und als ich weiters durch verschiedene aus der Unterredung sich ergebene Anfragen, auszunehmen suchte; Ob Frankreich nicht seine Absichten auf Savoyen richtete; So wurde dieser Gedancken von dem französchen Ministre auch nicht verworffen, sondern für annemlich gehalten, und von Ihme in Vorstellung gebracht, dass zu seiner Zeit die beyde Höfe sich vertraulich gegeneinander zu öffnen hätten, wohin ihre Absichten sowohl wegen der Anerbiethen, als Anforderungen eigentlich gerichtet, und wie solche miteinander zu vereinbahren seyen.

UEBER DAS VORLEBEN ARNO'S,

ERSTEN ERZBISCHOFES VON SALZBURG.

VON

DR. AL. HUBER.

Männer, welche sich unter den weisen Fügungen der Vorsehung durch eigene Kraft aus der Dunkelheit zur Berühmtheit emporrangen, waren von jeher Gegenstand der Bewunderung und Verehrung der Mit- und Nachwelt. Zu solchen Männern zählt anerkannt Arno, der erste Erzbischof von Salzburg. In einer geistreichen Anspielung auf jene zwölf Paladine, mit welchen die Heldensage K. Karl d. Gr. umgibt, rechnet Dr. H. Zeissberg in seiner gediegenen Monographie: ,Arno, erster Erzbischof von Salzburg'1 diesen Kirchenfürsten unter die bevorzugtesten Träger der grossen Ideen des gewaltigen Gründers des deutschen Reiches. Arno's Wirksamkeit während der Reichsorganisation des Kaisers bildet den Glanzpunkt seines Lebens. Diese Wirksamkeit entfaltet er als Bischof seiner ursprünglichen Diocese vom obern Inn bis zur untern Enns, vom Höhenzuge des Hausrucks und den Quellen der Trattnach bis zum Loibl- und Koschuttagebirge jenseits der Drau, - und später im Legationsgebiete von der Enns bis zum Wienerwalde, und jenseits des letztern im Grunzwitigaue, und insbesondere von den Quellen der Rabniz am rechten Ufer derselben einerseits bis zur Donau und gegen Süden wieder bis zur Drau. Als Metropolit von Salzburg führte er die Oberleitung der Bisthümer der baivarischen Kirchenprovinz Freising, Regensburg, Staffelsee-Neuburg, Passau und Brixen, bezüglich Staffelsee-Neuburgs freilich nur etwas über ein Jahr, weil es mit der Berufung Simperts auf den Augsburger-Stuhl, mit diesem vereinigt, unter Mainzische Metropolitangewalt gedieh. Als gewiegter Staatsmann

| Sitz.-Berichte der k, k. Akad. Jhrg. 1863, Bd. 43, S. 305, ff,

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