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Lehrerin ihrer Kinder. Das wollte uns
auch der Künstler durch ein Bild sagen,
auf dem eine Mutter die Lektion dem
Kinde abfragt. Köstlich sind die verlege-
nen Blicke des letzteren, ein Beweis, daß
es mit den Antworten seine Schwierigkeit
haben muß. Alles ist so einfach, so wahr
gegeben, daß man nur die Sache sieht
und an die Malerei dabei gar nicht denkt.
Chardin hatte das Bild 1747 für die
Königin von Schweden gemalt.
Im Louvre befindet sich ein anderes
Bild, auf dem die Mutter ihrem Töchter-
chen Unterricht im Sticken erteilt. Daß
bei allen diesen Bildern auch die Neben-
sachen mit Naturtreue wiedergegeben sind,
brauchen wir wohl nicht besonders bei
einem Maler zu betonen, der zugleich ein
Meister jeglicher Art des Stilllebens war.
In derselben Sammlung ist ein zweites

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Bettler zu nennen, der, vom Hunde ge-
leitet, am Eingang einer Kirche bettelt.
Der Künstler soll eine in der Stadt be-
kannte Persönlichkeit hier abgebildet haben,
und der Mangel des Augenlichtes, der
dem Unglücklichen immer einen besonderen
Habitus verleiht, ist hier trefflich charak-
Das Original befindet sich im
Besitz des Barons Rothschild.
Außerdem malte Chardin einen lesen-
den Gelehrten, der allgemein gelobt wurde
und den man selbst einem Rembrandt an
die Seite stellte (!). In dem Gelehrten hat
uns Chardin das Bildnis seines Freundes,
des Malers Aved, gegeben. Es wird
keineswegs befremden, daß Chardin auch
ein guter Bildnismaler war. Das ge-

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