Hefe, gärung und fäulnis: Eine sammlung der grund-legenden arbeiten von Schwann, Cagniard-Latour und Kützing, sowie von aufsätzen zur geschichte der theorie der gärung und der technologie der gärungsgewerbe

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P. Parey, 1904 - 232 Seiten
 

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Beliebte Passagen

Seite 98 - Weingährung wird man sich demnach so vorstellen müssen, als diejenige Zersetzung, welche dadurch hervorgebracht wird, dafs der Zuckerpilz dem Zucker und einem stickstoffhaltigen Körper die zu seiner Ernährung und zu seinem Wachslhum nolhwendigen Stoffe entzieht, wobei die nicht in die Pflanze übergehenden Elemente dieser Körper (wahrscheinlich unter mehren ändern Stoffen) vorzugsweise sich zu Alkohol verbinden.
Seite 106 - Fil- . liirpapier nicht hindurchgehen; bringt man etwas von dieser Hefe in ein Glasrohr, welches unten mit einer Papierscheibe verschlossen ist, und stellt dieses Glasrohr in eine Zuckerauflösung, so findet während mehrerer Tage nur in dem Glasrohr die Gährung statt, der Zucker tritt durch das Papier hinein, wird dort zersetzt, und der Alkohol tritt heraus und verbreitet sich in der Flüssigkeit, die Flüssigkeit sättigt sich mit Kohlensäure, gasförmige Kohlensäure entweicht, jedoch nur aus...
Seite 6 - Sauerstoff, wenigstens nicht allein der Sauerstoff der atmosphärischen Luft, welcher dieselbe veranlafst, sondern ein in der atmosphärischen Luft enthaltener, durch Hitze zerstörbarer Stoff. Es drängte sich sofort der Gedanke auf, dafs vielleicht auch die Weingärung eine Zersetzung des Zuckers sei. welche durch die Entwicklung von Infusorien oder irgend einer Pflanze veranlafst werde. Da Extr. Nucis vom. spir. ein Gift für Infusorien, nicht für Schimmel ist.
Seite 102 - Röhren an einer Stelle, öffnete dann beide Enden und sog leise durch das zweite gebogene Rohr die Luft aus dem Kolben aus, wobei von aussen neue durch die enge Oeffnung des ersten langsam einströmte und die erhitzte Stelle desselben passirte. Auf diese Art konnten beliebige Quantitäten Luft in beliebigen Zwischenzeiten hineingeschafft werden. Die einzige Veränderung, die an den organischen Materien sichtbar wurde, war eine geringe Vermehrung des Niederschlags; übrigens waren dieselben selbst...
Seite 6 - Reihen von zwei bis acht oder noch mehreren zusammenhängen. Auf einer solchen Reihe stehen gewöhnlich ein oder mehrere andere Reihen schief auf. Häufig sieht man auch zwischen zwei Körnchen einer Reihe seitwärts ein kleines Körnchen aufsitzen, als Grundlage einer neuen Reihe, und meistens befindet sich au dem letzten Körnchen einer Reihe ebenfalls ein kleines, zuweilen etwas in die Länge gezogenes Körperchen.
Seite 160 - Buttersänre- usw Ferment eigentlich ist, so empfangen wir als Antwort den Namen einer Pilzspecies! Es wird wohl Niemand den Nutzen mikroscopischer Beobachtungen bestreiten wollen, aber man sollte doch endlich zur Einsicht kommen, dass man „Ursachen", auch mit Mikroscopen, nicht sehen kann; Beobachtungen dieser Art sind ganz geeignet, gewisse...
Seite 118 - Fäulnifs entstehen: eine Ansicht, für die auch der Umstand spricht, dafs gerade diejenigen Stoffe, welche für Infusorien und Schimmel nachweisbar starke Gifte sind, z. B. Arsenik oder Sublimat, auch am besten die...
Seite 105 - Diese Ursache ist die Fähigkeit, welche ein in Zersetzung oder Verbindung, dh in chemischer Aktion begriffener Körper besitzt, in einem anderen ihn berührenden Körper dieselbe chemische Tätigkeit hervorzurufen, oder ihn fähig zu machen, dieselbe Veränderung zu erleiden, die er selber erfährt. Diese Fähigkeit wird am besten durch einen brennenden Körper (einen in Aktion begriffenen) versinnlicht, mit welchem wir in anderen Körpern, indem wir sie dem brennenden nähern, dieselbe Tätigkeit...
Seite 103 - ... durchaus keine weitere Veränderung zu bemerken. Wurde nach Ablauf dieser Zeit das Gefäss geöffnet, so trat die Gährung später nicht so leicht ein, wie in ganz frischem Most, entwickelte sich aber sehr schnell beim Zusatz der geringsten Menge gährender Flüssigkeit. Die weinige Gährung ist demnach an den Zutritt eines festen Körpers gebunden, der durch die Blase zurückgehalten wird und unter welchem wir uns nur die Hefe denken können, deren vegetabilische Natur nicht mehr zu bezweifeln...

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